Geburtsbericht von Marc Andre, meine dritte Geburt

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Forum: Geburtsberichte

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Beitrag von pyttiplatsch 06.03.10 - 16:32 Uhr

Jetzt hab ich endlich den Geburtsbericht fertig.

Schon seid der 29. Woche rechnete ich täglich mit der Geburt, mit einem vozeitigem Blasensprung. Doch dieses Mal sollte es keine Frühgeburt werden. Der errechnete Termin war der 12.02.10. Ich dachte, dass unser Baby sich den 15.01. als Geburtstag aussuchen würde, da war ich 36+0, doch da lag ich falsch.
Am 17.01. wurde ich früh morgens mit Wehen wach, die immer stärker und länger wurden, teilweise dauerten sie 2 Minuten. Ich rief meine Hebamme an, damit sie vorbei kam. Ich war mir sicher, es ginge los. Mein Mann bereitete das Wohnzimmer vor. Doch kaum war meine Habamme da, ließen die Wehen nach. Eine Untersuchung ergab, dass mein Muttermund 2-3 cm offen war und vom Gebärmutterhals nur noch ein kleiner Saum stand. Die Wehen hörten nach ein paar Globulis schließlich ganz auf. Ich schlug mich also weiter mit meinen Wehwechen rum.
Am 23.01. hatte ich die Nase gestrichen voll. Mir war übel, ich hatte Kopfschmerzen, meine Knöchel waren vom Wasser extrem angeschwollen und ich hatte das Gefühl, dass Baby gleich unten rausfällt. Ich brühte mit einen Ingwer-Nelken-Zimt-Tee auf. Doch das einzigste, was ich merkte, war Übelkeit und Erbrechen. Später kamen auch noch Oberbauchschmerzen dazu. Mir ging es garnicht mehr gut und ich machte mir Sorgen.
Als ich Abends die Kinder ins Bett brachte schlief ich gleich mit ein für 1 Stunde. Danach ging es mir etwas besser und ich konnte etwas trinken. Um 23 Uhr sind wir ins Bett gegangen. Dort kam die Übelkeit zurück. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Ich stand schnell auf und lief nach unten, wo ich es nicht mehr bis zu Toilette schaffte und mich ins Wachbecken übergab. Ich blieb dann wach, legte mich im Wohnzimmer aufs Sofa und schaute DSDS auf dem Laptop. Es war Mitternacht. Von da an übergab ich mich alle 10 Minuten. Jedes Mal wurden die Oberbauchschmerzen schlimmer, während dem Erbrechen hatte ich heftigste Hitzewallungen, die sich danach schnell in Schüttelfrost wandelten. Nach 1 1/2 Stunden rief ich erst meine Hebamme an, die mich ins Krankenhaus schickte, dann meine Mutter, damit sie kam und auf die Kinder aufpasste. Für die Fahrt hatte ich mir extra eine verschließbare Schüssel mitgenommen, doch komischerweise musste ich mich ab da nicht mehr übergeben.
Um 2:30 Uhr waren wir im Kreissaal angekommen. Dort wurde ich ans CTG angeschlossen, welches unregelmäßige Wehen im 5-10 Minuten Abstand anzeigte, die ich auch spührte. Dann musste mir Blutabgenommen und ein Zugang gelegt werden, dafür brauchte die Hebamme und später auch die Ärztin 5 Versuche. Meine Ellenbeuge und Handgelenke waren danach blau. Nach der Prozedur wurde noch ein Ultraschall gemacht. Baby ging es gut. Der Kopf lag so tief, dass er nicht mehr richtig vermessen werden konnte. Sein Gewicht wurde auf max. 3000g geschätzt.
Um 4 Uhr lag ich dann total fertig in meinem Bett auf Station und bekam einen Tropf mit Vomex gegen die Übelkeit, welche rmit trotz der Wehen prima schlafen ließ.
Um 6:30 Uhr wra die Nacht wieder vorbei, weil ich zum CTG in den Kreissaal sollte. Für den Weg dorthin wurde mir mein Tropf abgemacht, das war nicht gut, denn nach 10 Minuten war die Übelkeit wieder da. Also nahm ich mir eine Nierenschale mit rüber, was die Hebamme sehr erstaunte. Vor dem CTG wurde noch meine Temperatiru gemssen, 37,8°C, also erhöht. Sie fragte mich, ob ich einen Infekt hätte, aber soweit ich wusste nicht. Dann wurde ich ans CTG angeschlossen, welches Wehen im 5 Minuten Takt anzeigte. Ich spührte diese Wehen, doch sie hielten mich nicht vom dösen ab. Ich Döste also vor mich hin und schaute hin und wieder aufs CTG. Mir fiel auf, das die Herztöne von meinem Baby viel zu hoch waren, zwischen 160 - 185 Schläge/Minute.
Um 8 Uhr kam die Hebamme rein. Sie hatte mit der Ärztin gesprochen und würde gerne wegen der hohen Herzfrequenz einleiten. Ich stimmte zu und war auch etwas froh darüber. Ich rief dann meinen Mann an und sollte mich dann frisch machen. Also ging ich Duschen und verabschiedete mich von meinem Babybauch. Kaum aus der Dusche raus musste ich mich wieder übergeben. Bei Warten auf die Hebamme schlief ich immer wieder ein.
Um 9 Uhr kam sie endlich. Sie schloß mich an das CTG und einen Wehentropf an. Ich fragte nach etwas gegen die Übelkeit, weil ich schon wieder kurz vorm Erbrechen war, und sie spritze Vomex in den Tropf. Ich schlief wieder ein.
Um ca. 9:15 Uhr fing ich an etwas bei den Wehen mitzuatmen. Es war kein Muss, ich tat es aus Reflex, damit ich nicht zu spät damit anfingn und dann nicht mehr reinkam.
Um 9:20 Uhr kam mein Mann endlich. Er setzte sich still neben das Kreisbett und las eine Zeitung. Während den Wehen hielt er meine Hand, obwohl diese nicht an Inensität oder Länge zugenommen hatten, ich veratmete sie sozusagen nebenbei. Denn zwischen den Wehen schlief ich immer wieder ein. Die Hebamme kam hin und wieder ein und stellte den Wehentropf höher. Sie meinte, die Wehen wären mmit 20 Sekunden zu kurz und sie wären auch noch nicht stark genug. Doch trotz Wehentropf änderte sich nichts.
Um 11 Uhr untersuchte die Hebamme mich während einer Wehe. Das tat sehr weh und ich hatte das Gefühl, sie würde den Muttermund aufdehnen. Und während dessen platzte die Fruchtblase. Die Wehe war leider noch nicht vorbei und sie wurde von jetzt auf gleich richtig heftig. Ich wusste kaum wohin mit mir. Die nächste Wehe ließ nicht lange auf sich warten. Diese konnte ich nicht mehr veratmen. Ich musste sehr laut tönen. Eigentlich dachte ich, ich hätte viele A's von mir gegeben, aber laut meinem Mann, glich ich wohl eher einem Wolfsrudel. Während dieser Wehe, während der mich die Hebamm zu meinem Leidwesen wieder untersuchte, verlangte ich eine PDA. Doch da es hieß, der Anästhesist bräuchte 1 Stunde hier her und der Muttermund wäre 7-8cm offen, dachte ich mir, dass schaffe ich dann auch so. Bei der nächsten Wehe war der gute Vorsatz vergessen. Ich musste mich zwingen beim Wolfsgeheul zu bleiben und nicht in ein schrilles Gekreische zu rutschen.
Ich weiß nicht genau, wie viele Wehen ich ab dem Blasensprung hatte, vieleich 5 oder 6. Ich merkte nur, wie ich während einer Wehe plötzlich etwas Pressdrang bekam. Ich war mir nicht ganz sicher, weil ich wegen dem lauten Tönen eh schon etwas mitpresste. Die Hebamme untersuchte mich und gab mir das OK für die nächste Wehe.
Diese kam und ich presste. Einmal und ich merkte einen starken Druck/Stoß auf mein Steißbeim. Luft hohlen und noch mal pressen sagte die Hebamme. Ich tat es und da merkte ich einen heftigen Druck in der Scheide. Ich riss die Augen auf und dachte sie würden mir gleich aus den Augenhöhlen kommen. Ich sollte nur noch hecheln und es machte plopp und alles war vorbei und mir wurde erst mal schwarz vor Augen. Marc Andre war um 11:20 Uhr geboren. Er schrie sofort und kaum hatte ich ihn auf dem Bauch ging es mir besser, ich war nur noch etwas benommen. Die Nachgeburt tat noch mal ordentlich weh und auch die Nachwehen waren so heftig, dass ich dachte, da käme noch ein Baby. Gerissen bin ich dies Mal nicht, hatte nur ein paar Abschürfungen.
Marc wurde dann gewogen und vermessen: 3.320g (da hatte sich die Ärztin wohl vertan als sie sagte, er wäre definitiv nicht schwerer als 3.000g), 50cm groß und 34cm Kopfumfang. Ich konnte es garnicht glauben, dass ich so ein großes Kind bekommen hatte. Waren doch die anderen Beiden fast 800g leichter und auch kleiner.
Alles in Allem ging es zu schnell für mich. Für mich existiert die Geburt kaum, es ist so, als ob Marc schon immer da war. Mir fehlen daher diese magischen ersten Momente, wenn man das Baby das erste Mal sieht. Währe er mein erstes Kind gewesen, währe er Einzelkind geblieben.