Wie kommen wir von der Flasche an die Brust?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von bieni01 06.03.10 - 17:54 Uhr

Hallo vielleicht habt ihr ja Tips.

Jette kam vor 3 Wochen als Frühchen bei 34+5 zur Welt und hatte einen schweren Start (s.VK) Sie hatte ne Magensonde und hat dann nach langem Training und x mal spucken gelernt an der Flasche zu trinken.
Es ist ganz schön aufwendig, gerade nachts; Kind schreit-> Fläschen erwärmen-> füttern-> wickeln-> Kind überreden wieder zu schlafen-> abpumpen.
Ich musste im KH immer Kontrolle halten ob und wieviel sie trinkt, nun hab ich hier zu Hause keine Waage und werde mir auch keine anschaffen denn ich will es "normal"
Hilft jetzt nur immer anlegen? Manchmal ist sie dochnoch ziemlich kraftlos um sich was aus der Brust zu holen. Es geht auch nur mit Stillhütchen. Ich bin irgendwie auch recht unter Druck, ich möchte so gerne das es klappt, voll zu stillen.
Habt ihr noch Tipps?

Bieni und Jette#baby an der #flasche

Beitrag von kati1981 06.03.10 - 18:33 Uhr

Hallöchen!

Erstmal #liebdrueck ihr hattet ja wirklich keinen guten Start aber schön zu lesen das es deiner Maus jetzt Gut geht!
Viel machen kannst Du nicht ausser anlegen,anlegen damit sie sich dran gewöhnt! Und auf jeden Fall ruhig bleiben und Dich nicht stressen dann klappt es!
Aus der Falsche zu trinken ist nicht so schwer wie aus der Brust,da müssen die Kleinen schon mehr arbeiten! Versuch es einfach immer wieder! Oder vielleicht klappt ja auch beides Stillen und Flasche so hab ich es auch gemacht weil Vollstillen ging bei mir nicht! Probier es einfach aus wie es am Besten klappt! Drück dir die Daumen #pro!
Und wünsch Euch alles Gute! #klee

Lg
Kati mit Elias-Noel

Beitrag von miau2 06.03.10 - 18:43 Uhr

Hi,
trinkt sie denn generell an der Brust? Das ist schon mal enorm viel wert. Meine beiden konnten es anfangs gar nicht (beide saugverwirrt nach Aufenthalt in der Kinderklinik nach der Geburt).

Der wichtigste Tipp ist der, dass du dir eine gute Stillberaterin (ich hatte die optimale Kombination: meine Hebamme beim Großen damals war bzw. ist Stillberaterin) an die Seite holst.

Dann gibt es ein paar Tricks, wie man Babys, die gar nicht an die Brust wollen dazu überreden kann es mal mit der Brust zu probieren - aber die braucht ihr wohl gar nicht mehr, wenn ich dich richtig verstanden habe?

Wenn sie schon an der Brust trinkt, aber dabei müde und kraftlos wirkt: es ist eine Frage des Trainings. Flaschentrinken ist ja so was von einfach im Vergleich zum Brustrinken - ansaugen und reinlaufen lassen ist das, was sie kennengelernt hat, und jetzt muss sie für jeden Schluck arbeiten.

Das braucht Durchhaltevermögen - und auch ein gewisses Maß an Training.

Trainieren kannst du neben der Brust dadurch, dass du ihr keinen Schnuller gibst, sondern sie an deinem kleinen Finger saugen lässt (Fingerkuppe Richtung Gaumen, und natürlich muss der Nagel kurz sein). Das trainiert die richtigen Muskeln.

Ob sie richtig saugt oder nur nuckelt siehst du daran, dass sich die Schläfen bewegen und nicht nur die Wangen. Aber auch das ist etwas, wo eine Stillberaterin (oder halt wirklich stillkompetente Hebamme) mit drauf gucken sollte.

Stillhütchen machen das Greifen leichter, aber das Saugen an sich nicht. Ohne geht es gar nicht?

Bei mir war es so, dass meine beiden mit vielen Tricks (bei Max hat es lange gedauert, bei Sebastian ging es schneller - vielleicht, weil ich die Trick schon drauf hatte, vielleicht auch, weil er ab Geburt etwas kräftiger war als sein großer Bruder) überhaupt erst lernen mussten, aus der Brust zu trinken.

Als sie es konnten war es immer noch so, dass ich nachfüttern musste. Oder meinte es zu müssen. Es war vor allem eine Frage der Überwindung, mich zu trauen, nicht mehr nachzufüttern - als ich mich überwunden habe hatte das anfängliche Stillmarathons zur Folge. Sehr oft anlegen, und mitunter sehr lange.

Es war unheimlich anstrengend, von einer "harmonischen, entspannten Stillbeziehung" waren wir da noch weit weg. Aber es hat sich eingespielt. Beide Kinder konnte ich voll stillen, Sebastian dann sogar ohne Hütchen (trotz Flachwarzen).

Was noch bei "trinkfaulen" (so wird das halt genannt) Babys helfen kann ist:
- kein zu helles Licht: dann kneifen die Kleinen die Augen zu und schlafen eher wieder ein
- ggfs. wickeln zwischen den Seiten, um das Baby wieder munter zu machen
- nicht zu warm anziehen - nachts z.B. den warmen Schlafsack aufmachen oder auch ganz ausziehen (wir haben den dann nachts nach der ersten Seite wieder angezogen - bei der zweiten war mir das Einschlafen ja dann gar nicht so unlieb)
- ganz sanft kitzeln...musst halt herausfinden, wo dein Baby munter wird

Und setz dich nicht unter Druck...ich habe irgendwann heulend mit dem Baby auf dem Schoß dagesessen, weil ich stillen wollte und der Kleine nicht konnte (oder wollte) - gebracht hat es mir nichts, eher im Gegenteil.

Viele Grüße und viel Erfolg
Miau2

Beitrag von steffix77 06.03.10 - 19:01 Uhr

Hallo,

Erstmal herzlichen Glückwunsch!
Bei uns lief das alles sehr ähnlich. Max kam bei 31+3SSW und war beatmet und hatte auch lange eine Magensonde. Als wir nach 8 Wochen Frühchenintensiv nachhause durften, waren wir vom normalen Stillen meilenweit entfernt: Ich hab eine Mahlzeit pro Tag gestillt und den Rest abgepumpt und mit der Flasche gefüttert. Ich fand das nachts auch immer blöd und hab irgendwann angefangen, ihn nachts einfach zu stillen. Das war allerdings in manchen Nächten fast stündlich, da ihn das stillen so angestrengt hat, daß er immer eingeschlafen ist bevor er satt war. Das war natürlich noch anstrengender. Deshalb bin ich entgegen aller Warnungen vorübergehend auf Zwiemilchernährung umgestiegen. Habe so oft es ging gestillt, und ansonsten gab es abgepumpte Milch aus der Flasche oder Prenahrung. Dadurch war ich nicht so gestresst und es hat dem Milchfluß auch nicht geschadet. Habe natürlich Milchbildungstee getrunken, Mandeln gegessen und Stillöl benutzt, damit ich ja genug hab, aber das war wirklich nie ein Problem. Außerdem hab ich eine Fütterung an den Papa abgetreten: Ich habe lange einschlafgestillt und wenn sich Max spätabends nochmal gemeldet hat, hat Papa gefüttert. Der war eh noch wach und ich konnte weiterschlafen.
Irgendwann hat Max es geschafft sich an der Brust satt zu trinken und wir hatten noch eine ganz tolle Stillzeit!

Falls Du Fragen hast, kannst Du Dich gerne melden!
Aber ich bin überzeugt davon, daß ihr das schafft!!!

Alles Gute!!!

Steffi

Beitrag von nashivadespina 06.03.10 - 20:52 Uhr

Relaktation ist möglich. Am besten mithilfe einer Stillberaterin.

www.lalecheliga.de

Beitrag von 440hz 06.03.10 - 22:56 Uhr

Hallo Bieni,

#herzlich glückwunsch zur kleinen Jette #klee!

Du solltest dir auf jeden Fall eine Stillberaterin suchen, und dir helfen lassen.
Ich hatte bei beiden Kindern (reif geboren) zu Beginn große Stillprobleme und habe lange mit Stillhütchen herumgehampelt.
Heute ärgere ich mich darüber, dass ich mir nicht eine Stillberaterin gesucht habe.

Hier noch mal zwei Links:
http://www.lalecheliga.de/index.php?option=com_content&view=article&id=401&Itemid=93
http://www.afs-stillen.de/front_content.php?idcat=83

Alles Gute und liebe Grüße
440hz+Zwerginnen(10/05+04/08)

Beitrag von karin3 07.03.10 - 11:21 Uhr

Hallo,

wir haben am Anfang auch Stillhütchen benutzt und dann war es schwierig die wieder los zu werden. Letztendlich hat es geklappt nachdem ich mir Brustwarzenformer geholt hatte.
http://stillbaby.info/stillhilfsmittel_brustwarzenformer.html
die gibt es in der Apotheke.
Ansonsten hilft nur heufiges anlegen und Ruhe.

LG Karin

Beitrag von bieni01 07.03.10 - 16:42 Uhr

Hallo und herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten.

Heute hab ich sie auch schon angelegt und sie hat etwas getrunken. Jeden Tag ein bischen mehr. Meine Hebi war gestern da und wir haben auch noch mal viel besprochen.

Liebe Grüße Bieni