Nach 5 Tagen Einleitung wurde es 5 vor 12 (lang)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von kuebi 06.03.10 - 20:42 Uhr

Nun habe ich mich durchgerungen die Geburt meines Sohnes Max aufzuschreiben.

Durch meine Krankheit (Morbus Crohn), die leider aktiv wurde, beschlossen einzuleiten. Am Montag den 8.2. (37+1) musste ich mich morgens im Kreißsaal melden. Ersteinmal alle Untersuchungen (CTG, US, Mumu-Kontrolle, Blutuntersuchungen). Wirklich geburtsreif war nix. Der Gebärmutterhals war nur leicht verkürzt und der Mumu bei einem knappen cm. Die diensthabende Ärztin besprach alles mit dem Oberarzt und sie haben beschlossen gleich mit der Einleitung mit Tablette am Mumu anzufangen.

Meinen Mann habe ich 2 Stunden nachdem die Tablette gelegt wurde heim geschickt. Am nächsten Tag wurde weiter mit den Tabletten gemacht. Alle 2 Stunden musste ich zum CTG. Naja wenigstens hatte ich dann immerwieder was zu tun. Es tat sich einfach nichts. Aber ich hatte auch mit nichts anderem gerechnet. Der Kleine war halt einfach noch nicht so weit.

Mit diesen Tabletten wurde 3 Tage am Stück versucht einzuleiten. Wehen waren keine in Sicht. Aber wenigstens ging es meinem Kleinem gut. Am Abend des 3ten Tages meinte die Hebamme zu mir, dass ich mich diese Nacht gut ausruhen soll. Morgen würden die Ärzte was anderes probieren und sie wollen ihn sozusagend "rausprügeln". Mir wurde dann am 4ten Tag eine andere Tablette gelegt (ist normalerweise für orale Gabe, aber das wäre bei mir zu unsicher wegen der Verdauung). Abends bekam ich sogar tatsächlich Wehen. Mein Mann war wieder da und 2 Freunde waren zu Besuch. Da hatte ich doch wirklich kurz die Hoffnung, dass es nun vorwärts geht. Die Freunde habe ich "rausgeschmissen" und meinen Mann gebeten jemanden für die Großen für die Nacht zu suchen. Auf dem CTG waren schöne Wehen zu sehen. Aber nach 3 Stunden ließen diese nach und da war der Mumu nur bei 1-2 cm. Also hat sich nicht viel getan.

Am Freitag war es dann soweit. Sie schlossen mich an den Wehentropf an. Mein Mann kam genau rechtzeitig wo er angeschlossen wurde. Bin also ab halb 9 dagelegen. Rechts den Tropf und links stand das CTG. Die Nadel lag schön in der Ellenbeuge, weils bei mir einfach seeeehhhrr schwierig mit Nadeln ist. Ab 9 Uhr hatte ich dann auch Wehen. Der Tropf wurde immerwieder gesteigert. Die Wehen wurden auch stärker. Alle waren guter Hoffnung.

Nach einigen Stunden durfte ich aufs Klo und danach wurde der Mumu kontrolliert. Er war bei ganzen 2 cm. Gebärmutterhals weniger. Dann kam die FÄ. Sie kannte ich sehr gut und eine nette Person. Sie meinte "wir helfen nun weiter nach". Um 14 Uhr wurde die Fruchtblase geöffnet und am Kopf vom Max die Sonde fürs CTG gelegt. Bei den großen ist es nachdem die Fruchtblase geplatzt war jedesmal schnell gegangen. Jeder dacht auch, dass es beim dritten dann flutscht.

Um 17 Uhr wieder Kontrolle. Absolut erschreckendes Ergebnis. Max war hochgerutscht und kaum mehr an ihn ranzukommen. Die FÄ war sehr erstaunt. Der Befund war rückläufig. Also das genau Gegenteil. Zwischendrin stellte ich fest, dass die Nadel nicht mehr richtig lag und eine neue sollte gelegt werden. Tja nach einigen Versuchen wurde der Narkosearzt geholt (die stechen im Problemfall). Der brauchte aber auch 2 Versuche. Also weiter mit dem Wehentropf, denn ohne ließen die Wehen wieder nach. Aber nun kamen Wehen schmerzhaft, musste sie leicht veratmen. Daher bestand immernoch Hoffnung.

Im Flur hab ich die Ärzte sprechen hören. Sie hatten von oberster Stelle die Anweisung, dass der Kleine bis zum Wochenende draußensein muss. Naja nach Blasenöffnung gabs sowieso kein Zurück mehr. Der OA sprach schon einen KS an, aber meine FÄ wollte es weiter probieren (hatte ihr gesagt das ich keinen KS will wenn nicht umbedingt nötig).

Also alles weiter wie bisher. Aufstehen durfte ich sowieso ab der Blasensprengung nicht. Er war ja nicht im Becken.

Einige Stunden vergingen wieder. DauerCTG. Da ist mir aufgefallen, dass die Herztöne immer leicht runter gingen bei jeder Wehe, aber niemand sagte was dazu. Die Wehen waren stark und auch eigentlich kräftig. Aber nichts tat sich. Eher das Gegenteil. So gegen 22 Uhr machten sie mir den Wehentropf ab und ich sollte versuchen zu schlafen und mich auszuruhen. Ich bin auch promt eingeschlafen. Um 23 Uhr kam die FÄ zu mir und erklärte mir nun alle Möglichkeiten. Ihr war auch aufgefallen, dass die Herztöne etwas runter gingen, aber es wäre vertretbar (100). Ich könnte mir eine PDA legen lassen und vielleicht würde sich dann alles entspannen oder weiter wie bisher oder nun einen KS. Zu dem hat sie mir auch geraten, da sie den selben Gedanken hatte wie ich. Irgendeinen Grund wird es haben, dass er nicht runterrutscht sondern eher hoch geht. Und nun könnte man den KS in Ruhe machen und nicht als Notfall.

Sie hat dann meinen Mann und mich alleine gelassen um zu reden und überlegen. Um 23:15 Uhr teilte ich ihr mit das der KS gemacht werden soll. Nun bekam ich alle Aufklärungen in Ruhe. Konnte alles fragen. Die Vorbereitungen liefen. Ich war relativ ruhig. Eigentlich froh, dass gleich alles vorbei sei. Die Spinale setzen war schwer. 5 Mal musste er zustechen und hatte das erste mal die ganz lange Nadel verwendet (er wusste gar nicht das es die gibt). Aber dann saß sie. Sie ging bis fasr ans Kinn hoch. Gleich darauf musste ich spucken. Es ist echt schwer zu spucken, wenn fast alles betäubt ist. Aber dann wars gut. Mein Mann war nun auch bei mir.

Wie immer fing ich an Scherzchen zu machen. Meinte nun könnten sie langsam anfangen. Sie hat nur gelacht und gemeint "Der Kleine ist schon fast da". Kurz danach wurde gedrückt und ich konnte ihn auch gleich schreien hören. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich war überglücklich. Sie haben mir Max direkt hingehoben und er bekam seinen ersten Kuss. Mein großer Mann ist mit dem kleinen Mann mit. Das zunähen kam mir ewig vor. Aber auch das ging. Als sie fertig waren ließ die Narkose schon nach. Dort schon hab ich gefragt, ob es nun einen Grund gab. Ja den gab es. Er hatte die Nabelschnur sehr straf um den Hals und sie war relativ kurz. Also er hätte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit stranguliert, wenn er runter wäre. Er wurde um 23:55 Uhr geboren. Für mich eine absolut symbolische Zeit (5 vor 12).

Ich wurde dann in den abgedunkelten Kreißsaal geschoben und da kam mir meine beiden Männer entgegen. Ich selber hatte da schon Schmerzen bekommen und konnte meine Füße bewegen. Dazu bekam ich noch einen Schüttelfrost. So schnell es ging haben sie mir zusätzliche Schmerzmittel angeschlossen und kurz danach wurde es etwas besser. Mein Mann durfte Max auf seine nackte Brust legen, da ich selber nicht so dazu fähig war. Aber der Anblick meiner beiden zufriedenen Männer hat mir vollkommen gereicht.

Alles ist nocheinmal gut gegangen. Er war 47cm lang und 2900g schwer und hatte schon einen KU von 34cm. Er hatte auch gleich von Anfang an die volle Punktzahl. Leider darf ich wegen Medis nicht stillen. Aber im Kreißsaal hat er dann gleich 35ml aus dem Fläschchen gezogen.

Ich konnte ihn leider nicht gleich selbst versorgen. Aber ihm gings gut und das war das wichtigste und er konnte bei mir sein.

5 anstrengende Tage waren vorbei. Alles kam anders wie geplant, aber nun trotzdem alle glücklich.

Beitrag von kuebi 06.03.10 - 21:15 Uhr

achja Freitag war der 12.02.2010

Beitrag von diana1101 06.03.10 - 23:32 Uhr

Hi,

dann gratuliere ich mal ganz doll zum kleinen Max.

Dein Geburtsbericht bestätigt mir doch immer wieder, das nicht einleiten lassen werde, wenn der Befund unreif ist.

Bei mir wurde auch eingeleidet.. per Wehentropf. Bei ET-5 ist mir Abends die FB geplatzt, bei ET-4 hab ich einen Wehencoktail, Globulis/Akupunktur und einen Einlauf per Darmrohr bekommen.. alles ohne Wirkung.
Um 17:40 Uhr hat man mich dann an den Wehentropf angeschlossen. Bei ET-3 um 00:02 Uhr war Johanna dann da.. es war eine Traumeinleitung und eine Traumgeburt.

Aber ich bin der Meinung, das mit der Wehenbelastungstest den ich bei ET-15 hatte sehr geholfen hat.. denn nach dem OBT war der MuMu fingerdurchlässig und der GMH nur noch 1cm lang.

Aber so wie ich es heraus höre, kamst du gut mit dem KS klar.. zumal die Entscheidung die beste war.

Wünsche Euch allen eine schöne Kennlernzeit..

LG Diana

Beitrag von kuebi 07.03.10 - 12:01 Uhr

#danke schön. Ja mit dem KS komm ich überraschend gut klar. Das war was ich eigentlich nie wollte. Aber da ich selber die Entscheidung treffen konnte und alles in Ruhe ablief, geht es wahrscheinlich. Außerdem waren sie im KH sehr einfühlsam und es war die beste Entscheidung in dem Moment.

LG kuebi

Beitrag von diana1101 07.03.10 - 13:05 Uhr

Das freut mich.

Das Gefühl kenn ich aber. Habe nach der Geburt 5 Tage versucht zu stillen und es klappt nicht. Keinen Milcheinschuß.
Am 5 Tag kam eine Hebamme (Bekannte) rein und sagte zu mir, das ich es mir überlegen solle nicht vielleicht doch abzustillen und die Flasche zu geben. Und wenn ich Kopfmäßig schon zu über 50% mit dem Stillen abgeschlossen hätte es besser wäre die Flasche zu füttern.
Sollte dazu sagen, das Johanna zu dem Zeitpunkt schon 3 Tage auf der Neo-ITS zur Überwachung lag. Dadurch das sie keine Milch bekommen hat, konnte sie ihren Blutzucker und ihre Temperatur nicht halten.. und dann wurde sie auch noch gelb.
All dies macht das stillen nicht einfacher.. ich war unter Druck.
Naja, auf jeden Fall habe ich dann an dem Tag noch abgestillt und es war das beste was ich in dem Moment machen konnte.
Ok, ich trauer dem stillen immer noch hinterher. Aber für Johanna war es das beste.

LG Diana

Beitrag von aglaia19 10.03.10 - 10:44 Uhr

Hallo,

hab nun endlich Zeit gefunden für deinen Bericht.
Da hast du ja wieder ganz schön was mitgemacht #liebdrueck aber es ist ja alles gut gegangen und das ist das wichtigste.

Max ist ja auch ein ganz Süßer #herzlich

Freut mich, dass du den KS so gut weggesteckt hast,
ich weiß nicht wie es bei mir gewesen wär, war damals bei Elias so froh, dass ich doch noch dran vorbeigeschrammt bin.

Wünsch euch weiterhin alles Gute.

Bis bald

glg

Steffi mit ihrer Rasselbande ;-)