Wohnung zu teuer,kann -Amt verlangen auszuziehen?

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von asile 07.03.10 - 20:03 Uhr

Hallo,

ich stelle eine Frage für meine Mutter.

Sie ist Mitte 50 ,gelernte Erzieherin und betreibt seit knapp 10 Jahren mit einer Kollegin zusammen einen eigenen "Kindergarten".
Sie sind als Tagesmütter vom Bezirksamt angestellt und haben eine Ladenwohnung in welcher sie den Betrieb am Laufen haben. ( Dies übernimmt alles das Bezirksamt,nennt sich Tagesgroßpflegestelle).

Das Problem bei meiner Mutter ist folgendes :
Sie bekommt kein pauschales Gehalt, ihre Einkünften hängen von der Kinderanzahl ab.
Da sie oft unter dem Mindesteinkommen liegt,wird die Differenz Monat für Monat vom Arbeitsamt neu berechnet , von welchem sie dann immer so um die 300 Euro zu ihrem "Einkommen" erhält.

Nun bekam sie gestern einen Brief vom Arbeitsamt,dass ihre Privatwohnung(!) zu teuer sei und sie sich eine neue suchen müsste,da das Amt nur eine bestimmte Quadratmetergröße berechnen würde.

Was soll sie machen? Sie kann dort nicht ausziehen ( die Wohnung kostet um die 450 Euro und hat etwa 68- 70 qm). Sie lebt allein, hat aber oft ihre Enkelkinder bei sich.
Können die von ihr verlangen auszuziehen?

Vg asile

Beitrag von goldtaube 07.03.10 - 20:07 Uhr

Ja, können sie. Wobei sie aber nicht umziehen muss. Sie kann auch dort wohnen bleiben, muss aber dann die Differenz zwischen dem was die ARGE anerkennt und zahlt und den wirklichen Kosten selber tragen. Wenn sie das nicht kann muss sie umziehen.

Beitrag von freagelchen 07.03.10 - 20:08 Uhr

Hi, leider ja ! Sobald man Geld vom Amt bezieht (Alg2) können die einen solchen Umzug verlangen !
Deiner Mutter steht als Alleinstehende ca. 376€ an Mietgeld zu... (ich glaube der Satz müsste hinhauen..)

Freunden von mir ging es auch so :-(

Einen gewissen Zeitraum lang zahlen sie die Miete noch, aber irggendwann zahlt das Amt nur noch das, was es zahlen brauch und Deine Mutter müsste das fehlende Geld selbst zuzahlen. Die meisten können sich das nicht leisten und müssen eben umziehen !

Ich hoffe es findet sich eine Lösung für Deine Mutter :-)

Grüßle
Freagelchen #stern

Beitrag von asile 07.03.10 - 20:16 Uhr

Hallo Freagelchen ,

sie wird morgen direkt mal anrufen und es klären.


Es ärgert sie nur verständlicher Weise,dass sie arbeitet und arbeitet ohne Ende und das bereits ihr ganzes Leben lang und das A-Amt ihr jetzt solchen Ärger bereitet und Andere hocken zu Hause und lassen sich alles bezahlen....

Aber wie heisst es so schön: nicht aufregen,nur wundern....

Beitrag von goldtaube 07.03.10 - 20:23 Uhr

<<Deiner Mutter steht als Alleinstehende ca. 376€ an Mietgeld zu... (ich glaube der Satz müsste hinhauen..) <<

Das kann man pauschal nicht sagen. Ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

Bei unserer ARGE sind für eine Alleinstehende maximal 274 Euro angemessen, nur die Heizkosten kommen noch dazu.
Die Wohnung darf bei uns bis maximal 45 qm groß sein.

Beitrag von shasmata 07.03.10 - 20:39 Uhr

*anschließ* Bei meiner Mutter darf die Wohnung zwar 50m² groß sein, aber außerhalb der Stadt nur 245€ plus Heizkosten kosten. Und in der Stadt liegt der Satz immer noch unter 300€.

Beitrag von nightwitch 08.03.10 - 04:29 Uhr

Ui, dann wohnt ihr aber exklusiv :-D

Bei uns steht alleinstehenden Personen nur eine Kaltmiete von 200 Euro zu.

Pro Person kommen bei uns 50 Euro Kaltmiete dazu.

Gruß
Sandra

Beitrag von miss.cj 07.03.10 - 20:38 Uhr

Sie muß nicht umziehen.
Sie muß nur dem Amt mitteilen, dass sie die Differenz von genehmigter Miethöhe zu tatsächlicher Miete selbst zahlt.

Das ist alles. Zum Umzug zwingen kann sie niemand.

Lg Conni

Beitrag von kruemelchenmonster 07.03.10 - 21:28 Uhr

Ja das war bei meiner Oma auch so und die haben sich wegen 50 € angestellt und soviel ich weiß steht einer allein lebenden Person di auch geld vom amt bekommt eh nur eine Wohnung von 50 m² zu , soviel ich weiß.


Liebe Grüße....

Beitrag von windsbraut69 08.03.10 - 06:30 Uhr

Warum kann sie nicht umziehen?

Je nachdem, wie hoch die Differenz zur angemessenen Miete ist, wird sie Probleme bekommen, diese auf Dauer zu zahlen und umziehen MÜSSEN.
Ich finde das schon nachvollziehbar, dass "das Amt" nur angemessene Wohnungen finanziert und als alleinstehende Person benötigt sie auf keinen Fall 70 qm.

Gruß,

W

Beitrag von asile 08.03.10 - 07:24 Uhr

das Nichtumziehenkönnen hat schon so seine Gründe ( auch wenn Du sie nicht versthen würdest).

Was mich ärgert ist die Tatsache,dass hier jemand ununterbrochen arbeitet und gearbeitet hat und nur weil sie von Grund her falsch entlohnt wird dafür "bestraft" wird,wogegen andere mit ihrem Hintern zu Hause sitzen....

Beitrag von nadine3301 08.03.10 - 08:34 Uhr

sehe ich auch so!

Beitrag von parzifal 08.03.10 - 09:08 Uhr

Wo ziehst Du aber die Grenze?

Wenn jemand alleine auf 200 qm leben würde, würdest Du dann ebenso denken?

Findest Du eine Obergrenze für Wohnraumgröße und -kosten für falsch?

Sollte jeder in der ALG 2 fällt seinen Wohnraum unbegrenzt lange beibehalten dürfen und der Statt zahlt diesen, egal wie teuer?
Welche Regelung würdest Du schaffen?

Beitrag von nele27 08.03.10 - 10:08 Uhr

Das ist eine gute Frage an diese Stelle!!

Beitrag von asile 08.03.10 - 18:07 Uhr

Hallo,

ich denke ,es muss von Fall zu Fall individuell geschaut werden.

Wie man so schön sagt:einen alten Baum verpflanzt man nicht.
Meine Mutter lebt weder in Saus und Braus noch hat sie allein 100 qm,bis vor wenigen Monaten hat mein jüngerer Bruder noch bei ihr gewohnt,sie ist also erst seit kurzem allein.
Und die Wohnung kostet ja keine Unsummen....

Und wie ich bereits schrieb hat sie regelmässig ihre Enkelkinder bei sich ( auch Nachts),damit wir auch unseren Berufen uneingeschränkt nachgehen können....

Also immer das Gesamtbild anschauen

Beitrag von parzifal 09.03.10 - 13:27 Uhr

Wohnungen bis 100 qm sind also für eine Einzelperson in Ordnung und soll der Staat zahle?

Enkelbesuch soll also ein Grund dafür sein eine größere Wohnung zu haben. Welche Wohnungsgröße hältst Du für eine türkische Großmutter für angemessen die regelmäßig ihre Enkelkinder dort beherbigt?

Wenn die Wohnung keine Unsummen kostet soll die Behörde trotzdem weiterzahlen. Was ist bei Dir "keine Unsummen"?

Wieviel darf die Wohnung über dem Satz kosten (in absoluten oder Prozentzahlen).

Soll kontrolliert werden, dass die Enkel tatsächlich dort beherbigt werden? Oder soll die Behauptung ausreichen? Soll es eine Alterbeschränkung geben?

Warum tragen die Kinder (also auch Du) nicht die Mehrkosten der größeren Wohnung, wenn diese wegen der Enkelbetreuung benötigt wird?

Beitrag von windsbraut69 09.03.10 - 16:59 Uhr

"Warum tragen die Kinder (also auch Du) nicht die Mehrkosten der größeren Wohnung, wenn diese wegen der Enkelbetreuung benötigt wird? "

Tja, würden die Kinder die Betreuung ordentlich vergüten, wäre ja evtl. gar kein ALGII nötig und es gäbe gar keinen Stress mit dem Amt.

Gruß,

W

Beitrag von asile 11.03.10 - 12:39 Uhr

Hallo,

sie hat keine !!! 100 qm, sie hat so um die 68-70 qm.

Bis vor kurzem hat mein kleiner Bruder noch da gewohnt,da er noch keine abgeschlossene Berufsausbildung hat,ist es sogar möglich,dass er noch mal in sein altes Zimmer zurück ziehen wird.

Gruß asile

Beitrag von parzifal 09.03.10 - 13:30 Uhr

P.S.

Und ich schaue auch auf das Gesamtbild (Deutschland) und komme deswegen zum Schluss, dass es Grenzen geben sollte.

Beitrag von windsbraut69 09.03.10 - 16:58 Uhr

"Und wie ich bereits schrieb hat sie regelmässig ihre Enkelkinder bei sich ( auch Nachts),damit wir auch unseren Berufen uneingeschränkt nachgehen können.... "

Ja, dann zahlt IHR ihr doch die zu hohe Miete!
Was hat denn "der Steuerzahler" damit zu tun?

Gruß,

W

Beitrag von asile 11.03.10 - 12:47 Uhr

wie bereits schon geschrieben:

sie bewohnt die knapp 70 qm noch nicht lang allein,da bis vor wenigen Monaten mein kleiner Bruder noch zu haus gewohnt hat,da diser seine Ausbildung noch nicht beendet hat, kann es sogar sein,dass er noch mal zurückziehen wird. (?!)

Was wir meiner Mutter als Unkostenbeitrag übergeben oder nicht tut doch nichts zur Tatsache,dass hier eine Person ihr ganzes langes Leben lang ackert ohne Ende und aus ihrem Heim gerissen werden soll, wo andere in Saus und Braus von der Arge leben.

Mensch ,sie übernimmt doch die Differenz ohne murren.
Was uns nur wundert ist,die Tatsache,dass man ihr ohne mit ihr zu reden mit einem Auszug droht.

Beitrag von windsbraut69 08.03.10 - 09:30 Uhr

Nicht ICH muß die Gründe für 20 qm "zuviel" nachvollziehen können, sondern das Amt, das die Miete übernimmt.

Ich verstehe, dass es frustriert, als Geringverdiener mit Arbeitsunwilligen auf eine Stufe gestellt zu werden aber wie willst Du denn die Spreu vom Weizen trennen, um Deiner Mutter Privilegien zukommen zu lassen, die andere Deiner Ansicht nach nicht verdient haben?

Gruß,

W

Beitrag von carrie23 08.03.10 - 10:36 Uhr

Darum gehts aber nicht, es geht nicht darum dass diene Mama arbeitet und andere daheim sitzen ( nicht jeder sitzt übrigens gerne daheim ).
Es geht darum dass diese Regelungen für alle ALG2 Bezieher gelten müssen weil das Amt sonst für jeden eigene Regeln aufstellen müsste.
Dann würden sich wieder alle aufregen, du wahrscheinlich eingeschlossen, dass die Berechnungen zu lange dauern würden.
Sie wird nicht bestraft, sie hat nur die gleichen Regeln als ALG2 Empfänger einzuhalten wie jeder andere auch und das ist auch richtig so.

Das deine Mama nicht genug verdient um sich selber zu versorgen ist ja nicht die Schuld des Amts und auch nicht die anderer ALG Empfänger sondern ein Systemfehler.
Ich bin auch der Meinung wer arbeitet sollte nicht vom Amt abhängig sein müssen, aber so ist es leider oft.

Beitrag von drachenengel 08.03.10 - 09:45 Uhr

Hallo Asile,

ja, das Amt kann nach einer Weile den Umzug fordern, da für alleinstehende Menschen eine Wohnungsgrösse BIS zu 45 qm als angemessen gilt, bzw es Mietobergrenzen gibt (je nach Region unterschiedlich).

Sollte sie NICHT umziehen wollen, so auch kein Thema, dann kann es sein, dass sie die ortsübliche Miete bekommt und den Rest halt selber zahlen muss...

Nicht falsch verstehen, aber sie ist beim Bezirksamt fest angestellt oder??? Warum schaut sie nicht nach anderen Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit, wenn ihr Einkommen dort nicht zum Überleben langt, und das scheinbar schon Jahre??

ALG2 ist doch für NOTLAGEN und nicht als permanente Dauerlösung.

Für Selbständige sowie auch Arbeitnehmer ist es doch allgemein so, dass ich entweder damit auskomme, was ich an monatlichen Einnahmen habe oder ich schaue, wie ich die Situation verbessere...auf der Gewissheit ausruhen, das Amt wird die Differenz schon zahlen, ist, wie Ihr ja nun feststellt, nicht der richtige Weg.

Angenommen, wir würden z.B. auch keine Neukunden suchen, während aber die Altkunden ihre Bedürfnisse gestillt haben, sollten wir dann Kunden werben oder sollten wir dann die Finger still halten?

Bezgl der Begründung wegen Hüten der Enkel... DAS wird kein Amt als Begründung anerkennen! Und Platz für die Enkel ist in der kleinsten Hütte, sorry... irgendwo muss da differenziert und entschieden werden, sonst könnten wir auch sagen, "och, das Amt kann uns ja wohl bitte die Whg finanzieren".. es ist KEIN Angriff.. aber es muss halt irgendwo die Grenze gezogen werden... und eine Aufforderung nach einer günstigeren Whg zu schauen, kommt ja nicht von jetzt auf gleich... da gibt es Schonfristen!

Es ist sicherlich hart, aus dem gewohnten Umfeld ggf rauszumüssen, aber wenn sie es selber nicht aufbringen kann, führt da kein Weg dran vorbei, so schlimm es ist.

LG
Mone