Mann als Therapeut

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von kleiner-traum 07.03.10 - 20:37 Uhr

Hallo zusammen,

nach drei FGn im letzten Jahr, mit denen ich nicht gut zurecht kam/komme (auch wenn sie alle relativ früh waren), habe ich mich für eine Therapie entschieden. Ich gehe zu einem Therapeuten, den ich bereits schon von früher kenne.
In der Therapie geht es gar nicht so viel um die FGn sondern auch um anderes (was zwar ggf. durch die FGn verstärkt wird). Manchmal geht es mir zu wenig um die FGn. Das verunsichert mich gerade und ich frage mich, ob das daran liegt, dass er ein Mann ist.
Vielleicht versteht auch er gar nicht meine Traurigkeit und kann gar nicht nachvollziehen, was ich empfinde. (Vielleicht findet er sogar, dass ich übertrieben reagieren o. Ä.) Andererseits halte ich ihn für kompetent und Therapeuten müssen ja auch nicht alkoholabhängig gewesen sein, um solchen Menschen zu helfen etc.

Irgendwie hört sich das gerade alles sehr komisch an, deshalb versuche ich jetzt einmal, Euch eine konkrete Frage zu stellen:
Falls Ihr auch eine Therapie gemacht habt, war die bei einem Mann oder bei einer Frau und hattet Ihr das Gefühl, dass das relevant war?
Wurde bei Euch hauptsächlich über die FG etc. gesprochen oder ging es letztendlich um anderes?

Ich freue mich auf Eure Antworten und wünsche Euch einen nicht zu traurigen Sonntagabend und viel Kraft für Eure Zukunft!

Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von hannah.25 07.03.10 - 21:37 Uhr

hey,

jetzt hab ich deinen beitrag hier erst entdeckt und da kann ich dir sehr gut antworten. ich selbst mache auch eine therapie, allerdings bei einer frau.
ich habe sie aber nicht deswegen gewählt, sondern weil sie nach dem tod meiner tochter im kh schon für uns da war.

ich denke nicht, dass es an dem mann liegt, dass es so wenig um eure sternchen geht. es ist normal, dass man auch über andere dinge in der therapie redet und nicht nur über eure fg´n.
allerdings denke ich, wenn es dir zu wenig ist, dann sprich ihn doch bitte drauf an. dafür ist er ja da. es wäre gut, wenn du mit ihm darüber redest, dann wird er sicher mehr auf die fg´n eingehen. da bin ich mir sehr, sehr sicher.
und wenn du dich ansonsten bei ihm gut aufgehoben fühlst, wird er dich erst recht verstehen.

ich find es gut, dass du dir hilfe geholt hast. manchmal schafft man es eben nicht allein und man muss sich nicht dafür schämen.

alles, alles liebe! #liebdrueck
hannah

Beitrag von kleiner-traum 07.03.10 - 21:45 Uhr

Danke Hannah! (Jetzt auch einmal übers Forum ;-))
Es beruhigt mich, was Du schreibst. Ich habe mir direkt eine Notiz für die nächste Sitzung gemacht, damit ich das bei Bedarf dann ansprechen kann.
Liebe Grüße #liebdrueck
kleiner Traum

Beitrag von hannah.25 07.03.10 - 21:52 Uhr

bitte gern geschehen #liebdrueck

und das mit der notiz für die nächste sitzung finde ich richtig gut. die therapie soll dir ja helfen und da muss du einfach sagen, wenn was anderes besprochen werden soll.

wäre schön, wenn du dich meldest, was der therpeut gesagt hat und deine therapie dir bringt.

alles, alles liebe! #liebdrueck
hannah

Beitrag von maxi03 08.03.10 - 07:59 Uhr

Hallo,

ich habe meine Thrapie (Dauer ca. 8 Monate) bei einer Frau gemacht.

Die Adresse dieser Frau bekamen wir von der Neo, auf der unsere beiden Engel noch ein paar Tage gelebt haben.

Diese Therapeutin arbeitet hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen und betreut außerdem die Ärzte und Schwestern der Neo, auf der unsere Kinder lagen.

Ich habe mich bei ihr durchaus wohl gefühlt, obwohl sie das Schicksal nicht am eigenen Leib erfahren hat. Aber sie hat Familien betreut, die schwerstbehinderte Kinder haben, was auch bei unseren so gewesen wäre, sofern sie überlebt hätten.

Wir habe über alles gesprochen. Über die Beziehung zu meinem Mann, über die Kinder darüber, wie das Leben weiter gehen könnte, über meine Gefühle (vor allem in Bezug auf andere Schwangere) und vieles mehr.

Letztendlich wurde immer auf meine aktuelle Gefühlslage geguckt und daran gearbeitet.

Neben der Therapie war ich noch in einer Selbsthilfegruppe und da war auch ein Mann. Der konnte sich auch gut einfühlen aber anders als die Frauen.

Letztendlich geht es bei einer solchen Therapie meiner Meinung nach nicht um Frau / Mann, sondern um kompetent oder nicht kompetent. Komme ich mit der Person klar oder nicht. Wichtig ist neben der Kompetenz auch die menschliche Komponente, denn ich / du / wir können nicht mit jedem.

Alles Liebe Maxi

Beitrag von daisydonnerkeil 08.03.10 - 10:11 Uhr

Hallo,
ich war früher einmal bei einem Therapeuten (lange vor meiner FG) und hatte zur Verwunderung meiner Freundinnen nie in Erwägung gezogen, zu einer Frau zu gehen. Schwer (und deutlich zu lang) zu erklären, warum das so war.

Hatte nach der FG im Dezember überlegt, ob ich noch einmal therapeutische Hilfe suche und würde wohl auch wieder zu ihm gehen.

Die Frage ist halt, was du von dem Therapeuten erwartest. Er wird an dem Punkt sicher nicht so mitfühlen können, wie es eine Frau kann, vor allem eine, die auch eine FG erlebt hat. Das Vorgespräch zur AS hatte ich mit der Frau des Operateurs, die in der Praxis mitarbeitet und die mir erzählte, dass sie selbst zwei FGs hatte. Das hat mir sehr geholfen, weil sie wirklich mitgefühlt hat, als ich weinend vor ihr saß.

Letztlich bestimmst du, was in der Therapie passiert. Und wenn dir die FG zu sehr an den Rand gedrückt vorkommt, dann sag es deinem Therapeuten. Andererseits kann es ja auch sein, dass durch die FG Dinge ans Licht kommen, die auch ihren Raum fordern. Aber das müsst Ihr zusammen ergründen.

Alles Gute,
D.