Traumatisiert durch Krankenhausaufenthalt

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Beitrag von janel 07.03.10 - 21:08 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
ich habe ein Problem und hoffe jemanden zu finden der mir da ein wenig helfen kann.
Mein Sohn 9 Monate alt war vor 3 Wochen erkrankt. Ich war dann eine Woche mit ihm im Krankenhaus. Dort wurde ihm Nervenwasser entnommen, er hat Infusionen bekommen und es wurde eben viel gestochen an ihm. Er hatte ja Tagelang bis über 40 Fieber und war sehr weinerlich. Ich bin seit 2 Wochen aus dem Krankenhaus raus. Aber er ist seit dem wie ausgewechselt. Die erste Woche war der Horror, ich konnte ihn nicht mal ablegen da schrie er schon. Es ist zwar ein wenig besser aber nicht wie früher. Er ist meist stundenlang auf meinem Arm. Er wil kaum runter. Weint beim Windel und Wäschwechseln. Schläft noch weniger als Vorher. Geht auch bei keinem auf den Arm. Hängt wie eine Klette an mir. Er klebt regelrecht an mir fest. Es ist soooooooooooooooooo anstrengent. Ich hoffe ihr könnt mir helfen und freue mich auf Erfahrungsberichte und Tipps. Was mir auch auffällt ist, daß er eine ganz andere STimme hat. Er war sehr heißer und verschleimt, aber das ist ja jetzt alles 3 Wochen her und die Stimme hört sich trotzdem anders an.
Liebe Grüße
Janel

Beitrag von holyqueen 07.03.10 - 21:14 Uhr

Hallo Janel!
Versuche Rituale einzuführen!das gibt den kleinen Mäusen sicherheit!Ansonsten helfen Liebe,Zeit und viel Geduld!Sonst kann ich dir auch nicht helfen!
#liebdrueck Lg Yvi

Beitrag von ephyriel 07.03.10 - 21:52 Uhr

hallo janel,
das selbe hatte ich mit meinem zweiten sohn auch! er war damals auch ca so klein wie deiner. und wenn er nur einen weißen kittel mit stetoskop gesehen hat wurde er hysterisch. zu hause war er dann SEHR anhänglich und misstrauisch fremden gegenüber.
ich habe ihn viel viel viel an mir kleben lassen, war für ihn immer "griffbereit" (hab ihn sogar mit aufs klo genommen...). er hat seine zeit gebraucht. es wurde langsam besser, aber nur langsam. und er war seit dem immer misstrauisch fremden gegenüber (was ja nicht unbedingt schlecht ist).
gib deinem kleinen wurm zeit! es war für ihn schrecklich und du warst die einzigste die in seinen augen "lieb" zu ihm war, ihn getröstet und "beschützt" hat. klar das er sich an dich hält!
das ist sehr anstrengend! ich kann es dir nach empfinden. aber mehr als ihm zu zeigen das du immer für ihn da bist und er keine angst haben muss kannst du nicht tun. du bist in seinen augen grad der einzigste mensch bei dem er sich geborgen und sicher fühlen kann. sei für ihn da! es wird mit der zeit besser!!!

viel kraft für dich und alles liebe deinem armen wurm
ephyriel

Beitrag von tenea 07.03.10 - 22:37 Uhr

Hallo Janel,

meine Tochter war erst 10 Tage alt, als sie für fast zwei Wochen auf der Intensivstation lag. In den ersten Tagen war sie dem Tod näher als dem Leben und auch mit ihr wurde allerhand "veranstaltet" um den Grund für ihren Zustand zu erfahren. Eine Lumbalpunktion blieb ihr (und mir) gottseidank in letzter Minute erspart.

Mit 18 Monaten habe ich sie zum Vorkindergarten angemeldet und die Eingewöhnung war zunächst ein Höllenritt, obwohl wir ihr alle Zeit der Welt gelassen haben. Bis dahin war ich der Meinung, dass von dem Krankenhausaufenthalt bei einem so kleinen Menschen noch nicht viel hängengeblieben sein kann, aber je öfter ich darauf angesprochen wurde, ob meine Tochter jemals eine gravierende Trennungssituation erlebt hatte, desto klarer wurde mir, dass dieser Krankenhausaufenthalt sie mehr oder minder traumatisiert haben muss, Alter hin oder her.

In ihrem U-Heft steht bei der U7: "Untersuchung unmöglich, Kind tobt". Du kannst dir also vorstellen, was da los war.
Als ich vor ein paar Monaten eine Freundin im Krankenhaus besuchen wollte, ging das nur mit viel Überredungskunst und auch nur auf meinem Arm. Vertrauen zu anderen Personen zu fassen, war eine zeitlang undenkbar und wurde auch nur langsam besser. Nach viel Übung zu Hause mit dem Doktorkoffer durfte letzte Woche unsere KiÄ bei der U7a mit ihrem Stethoskop sogar ihr Herz abhören. Wir konnten es kaum fassen.

Eine Patentlösung, wie du deinen Sohn von dir "entklettest" habe ich leider nicht, ich denke, die Kinder brauchen einfach ihre Zeit, um so ein Erlebnis auf ihre Weise zu verarbeiten.
Lass deinen Sohn einfach selbst das Tempo bestimmen, habe Geduld mit ihm und gib im die von ihm geforderte Nähe und Geborgenheit auch wenn es erstmal sehr anstrengend ist. Vielleicht kommt er dann schon sehr bald darüber hinweg.

LG Tenea mit #schrei (3 Jahre) und #schrei (9 Wochen)