Mein Leben...

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von crolly 08.03.10 - 15:10 Uhr

Hallo...

schon oft habe ich überlegt, ob ich meine Gefühle hier mal zum Ausdruck bringen sollte...mir einfach einmal alles von der Seele schreiben - denn meine Seele schreit oft sehr laut, nach allem was ich den letzten Jahren passiert ist. Ich schreibe es mal Stichwortartig auf, damit es nicht die unendliche Geschichte wird.

o 1992 wanderte meine Schwester in die USA aus - da verspürte ich das erste mal in meinem behüteten Leben abgrundtiefe Trauer. Meine Mutter hat damals so unendlich gelitten, daß sie Nachts manchmal weinend zu mir ins Bett gekrochen kam. Das war nicht leicht für mich mit gerade 15 Jahren.

o 1995 starb meine Oma. Wir lebten Tür an Tür mit ihr und sie war für mich wie eine 2. Mami.

o 1996 erkrankte meine Mama an Lungenkrebs. Ein tragischer Kampf begann und mein Vater litt vom ersten Tag der Diagnose an.

o 1997 kämpfte meine Mama weiter gegen den Lungenkrebs - es kamen weitere Tumore an anderen Stellen dazu.

o 1998 am 12. Oktober starb mein Schwiegerpapa ganz überraschend. Am 14. Oktober (nachts) starb meine geliebte Mama in meinen Armen - das war gute 24 Stunden nach dem Tod meines Schwiegerpapis.

o Januar 2000 setzte ich die Pille ab...es passierte nichts.

o 2001: Im November erhielt mein Papi die Diagnose Lungenkrebs. Ich fiel in ein Loch und dachte es ist ein böser Traum.

o 2002 am 17. März erlag mein über alles geliebter Papa dem Krebs.

o 2002 im September verstarb ohne Vorwarnung meine Schwiegermutter.

o 2003 stellten wir uns in einer Kinderwunschklinik vor, da wir immer noch nicht schwanger waren.

o 2004 Ende März: Endlich schwanger nach dem 2. Versuch der künstl. Befruchtung. Zwillinge!

o 2004 im September kam ich für 8 Wochen ins Krankenhaus - vorzeitige Wehen. Ende November bringe ich ein gesundes Mädchen und einen gesunden Jungen zur Welt #liebe

o 2005 Ende Januar kommt unsere Tochter ins KKH - schwere Infektion mit dem Rotavirus. Nach fast 4 Wochen Intensivstation ist sie über den Berg - die Ärzte hatten sie zeitweise schon aufgegeben. Jede Mami weiß, was ich hier durchgemacht hatte.

o 2005 Mitte März bekomme ich raus, daß mein Mann schon seit Monaten (weit vor der Geburt unserer Kinder) eine andere hat.

o 2006 - Trennung von meinem Mann nach einem Jahr Kampf.


Mit meinem Mann bin ich seit August 2006 wieder zusammen und es läuft gut. Wir haben uns eine 2. Chance gegeben und nutzen sie bis heute.
Trotzdem belastet mich meine Geschichte sehr und gerade heute ist wieder einer dieser Tage, an denen ich darunter leide. Und es ist einer dieser Tage, an denen ich meine Schwester in den USA UNENDLICH vermisse. Es macht mich fertig, daß ich nicht einfach zu ihr ziehen kann. Ohne Visa geht es nicht und ein Visa bekommt man nun leider kaum.


Traurige Grüße von Crolly

Beitrag von rinni79 08.03.10 - 16:54 Uhr

Hallöchen liebe Crolly

und oh je du hast wirklich viel durch gemacht. Ich weiß nicht, welche Worte dich trösten würden, mir fällt nix ein #hicks Sorry !

ABER: Fühl dich mal #herzlich ganz feste und lieb #liebdrueck !

Und versuch mal nach ein paar Sonnenstrahlen zu schauen und nicht so traurig zu sein. Du bist Stark und schaffst das #pro !

LG.Co.

Beitrag von lynett 08.03.10 - 20:31 Uhr

Liebe Crolly,

erinnerst du dich noch an mich? Ich weis noch sehr genau wer du bist.
DU hast mir in der schwersten Zeit meines Lebens so sehr geholfen mit all deinen Worten die du mir geschrieben hast als mich der Vater meiner Kinder mit unseren 6 Wochen alten Zwillingen im Stich lies...Es tut mir wahnsinnig leid zu lesen was du alles erlebt hast, was du alles tragen musst...Und in einigen Dingen kann ich dich so gut verstehen...
Man funktioniert manche Tage so vor sich hin, und abends im Bett liegt man Wach und alles was die letzten Wochen,Monate, Jahre war geht einem durch den Kopf. Ich frage mich oft womit ich das verdient hatte?! Mein Mann ist ja mittlerweile auch wieder da, aber vergessen werde ich diese Zeit nie.
Fühl dich einfach fest umarmt, ich denke an dich...Ich könnte ja jetzt schreiben: "ach,Kopf hoch". Aber manchmal hängt der Kopf einem bis zum Boden und das ist bestimmt auch manchmal gut so, das man mal traurig sein muss. Ich habe dann Gott sei Dank immer jemanden der mich auffängt, ich hoffe so jemanden hast du auch....


Ganz Liebe Grüße von Lynett#liebdrueck

Beitrag von steffni0 08.03.10 - 20:31 Uhr

Hallo Crolly!

Da hat das Schicksal aber ungerecht oft bei Dir zugeschlagen! Es tut mir wirklich sehr leid, was Du in den Jahren alles erleben und verarbeiten musstest.

Ich kann verstehen, dass Deine Schwester Dir fehlt! Und auch, dass es für Dich manchmal alles zu viel ist.

Aber: Ich freue mich sehr für Dich, dass Du zwei gesunde
Kinder bekommen hast und dass Du Dich mit Deinem Mann noch einmal besonnen hast! Das verdient viel Respekt und den habe ich vor Dir!

Viele liebe Grüße #liebdrueck

Steffie

Beitrag von pechawa 08.03.10 - 21:07 Uhr

Komm, lass dich mal trösten #liebdrueck
du hast in jungen Jahren viel Schlimmes erleben müssen und doch: du hast 2 gesunde Kinder, du und dein Mann, nutzt beide diese 2. Chance! Ich wünsche euch von ganzen Herzen, dass euer Glück anhält! Vielleicht besteht ja mal die Möglichkeit, die Schwester zu besuchen?

Liebe Grüße
Pechawa

Beitrag von wind_sonne_wellen 09.03.10 - 07:40 Uhr

Hallo,

du hast schon einiges mitgemacht in deinem Leben, aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Richte den Blick nach vorne und grübele nicht zu viel über die Vergangenheit nach. Im Leben jedes Menschen gibt es Höhen und Tiefen, Menschen treten in unser Leben und gehen wieder.

Bei mir ist es auch so:

Zwischen 1988 und 1994 haben gute Freunde von uns ihre 3 Söhne zu Grabe tragen müssen. Es beschäftigt mich heute noch viel.

1993 starb meine geliebte Oma

1998 erlag mein lieber Papa seinem langen Krebsleiden, in der gleichen Woche wurde mein Neffe geboren

1999 wurde bei dem Neffen ein Hirntumor festgestellt, sein langer Leidensweg begann

2003 starb er dann trotzdem überraschend, es ist bis heute furchtbar

2004 starb eine gute Freundin, Mutter einer 11-jährigen Tochter bei einem Autounfall. Mein Mann und meine Tochter kamen grade an der Unfallstelle vorbei, als ihr Sarg in den Leichenwagen gehoben wurde.

2007 hatte meine Schwägerin eine Totgeburt, bei der sie selber fast ihr Leben gelassen hätte.

Wie du siehst- du bist nicht allein damit, viel schreckliches erlebt zu haben.
Ich führe trotz der vielen Schicksalsschläge ein relativ glückliches Leben, habe 2 gesunde große Kinder, einen lieben Mann - darüber bin ich sehr froh.

Wünsche dir alles Gute.... steck deinen Kopf nicht in den Sand!

LG Petra