Ist Euern Kindern auch sooo langweilig?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von knuellermueller 08.03.10 - 20:36 Uhr

Hallo,

Jonas ist jetzt 3 Jahre, seit kurzem im Kindergarten, vorher 2 x wöchentlich in der Krippe. Im Januar hat er eine Schwester bekommen und ist ca. alle 2 Wochen über Nacht bei Oma und Opa.

Jonas konnte sich noch nie selbst beschäftigen, dafür hatte ich auch lange Verständnis, er war ja auch noch sehr klein. Ich glaube nicht, dass er zu viel oder auch zu wenig oder falsche Spielsachen hat. Seit August hat er auch ein grosses Zimmer, kein Babyzimmer mehr.

Wenn er nicht mit uns Fussball spielt, Bücher vorgelesen bekommt oder die Autos hin und herfahren lässt, mein Vater baut immer " für ihn "die Eisenbahn langweilt er sich. Und das ist sehr sehr extrem. Er läuft durch die Wohnung, immer hinter uns her ( direkt hinter uns ), lutscht am Daumen, hat seine Schmusepauline an der Nase und guckt traurig durch die Gegend.

Wenn wir beschäftigt sind, oder mal etwas anderes machen wollen als ihn zu bespielen "nervt" er. Hoffentlich versteht Ihr das nicht falsch. Unterhalten wir uns kreischt er dazwischen, Schreiben wir einen Einkaufszettel bekommen wir das Prospekt weggerissen, sitzen wir vorm Laptop haut er auf der Tastatur herum. Und wenn er keine andere Möglichkeit hat muss er auf Toilette.

Wir haben keine Möglichkeiten, etwas alleine zu tun, auch nicht mal auf Toilette gehen oder duschen.

Das ist soooo anstrengend.... wie kann ich ihm nur helfen, zu lernen wie man sich beschäftigt? Wir können und wollen ja auch nicht immer nur bespielen und im Kindergarten muss er das ja auch.

Das hat auch nur bedingt mit der neuen Geschwistersituation zu tun, weil das schon immer so war, nur wird es immer anstrengender, ich glaube, dass man in seinem Alter das auch schon mal erwarten kann, oder liege ich da sooo falsch?

Danke für Eure Meinung/Tips

Kerstin

Beitrag von jujo79 08.03.10 - 20:55 Uhr

Hallo!
Mein Sohn ist auch so einer, der immer uns beim Spielen dabei haben will und sich nicht wirklich allein beschäftigt. Erst wenn man ihm klipp und klar sagt, dass wir gleich zu ihm kommen, er jetzt aber warten muss, kriegt er es irgendwie hin ;-). Wenn man ihn allerdings manchmal kurz vertröstet, spielt er schon los und vergisst dann auch mal, dass er allein ist. Aber wehe er sieht einen dann mal kurz am Kinderzimmer vorbeiflitzen ;-)...
Ich denke, je mehr zu von deinem Sohn forderst, dass er allein spielen soll, desto mehr wird er sich verweigern. Vielleicht könnt ihr ja eine feste Zeit am Tag abmachen, wo er mal allein spielt.
Was das ständige "Nerven" angeht, wenn ihr mal etwas anderes macht, wäre ich konequent. Ich würd es ihm erklären, dass er das nicht machen soll und beim nächsten Mal das Zimmer verlassen oder ihn in sein Zimmer schicken. Meistens ist das dann nach ein paar Malen erledigt.
Ich denke schon, dass sie Geburt seiner Schwester etwas mit der Situation zu tun hat. Du schreibst ja selbst, dass es schlimmer wird. Und das liegt natürlich auch daran, dass er euer Aufmerksamkeit nun teilen muss.
Wir hatten anfangs auch unsere Probleme, als die kleine Schwester geboren war, besonders eben ich. Anscheinend hatte er das Gefühl, dass ich nur noch mit ihr beschäftigt bin. Wir haben dann eingeführt, dass ich öfter auch mal was ganz allein mit ihm unternehme. Manchmal war er nur kurz einkaufen oder so, aber ihm hat es richtig gut gefallen. Vielleicht täte es deinem Sohn auch gut?
Alles Gute!
Grüße JUJO

Beitrag von jujo79 08.03.10 - 20:56 Uhr

Ach so, du schreibst ja auch, dass er erst seit kurzem in den Kindergarten geht. Die Veränderung, die er da mitmacht, darfst du natürlich auch nicht vergessen. Wenn er schon den ganzen Vormittag da ist, will er dich bestimmt gern am Nachmittag haben. Ist ja auch ein Liebesbeweis #liebdrueck!
Grüße JUJO

Beitrag von kleine1102 08.03.10 - 21:31 Uhr

Hallo Kerstin!

Klingt wirklich sehr danach, als sei Euer Sohn schon lange daran gewöhnt, dass IMMER jemand unmittelbar bei ihm ist und er pausenlos die ungeteilte Aufmerksamkeit von mindestens einem Erwachsenen bekommt #schwitz. In der Intensität führt dies natürlich dazu, dass die Kids dann gar nicht erst lernen, sich mal für einen Moment allein zu beschäftigen. Bzw., sie wirken, wie Euer Sohn, dann meist gleich seeeehr "verloren" und traurig.

Wie war denn das Verhalten diesbezüglich in der Krippe? Und wie ist es jetzt während der Freispiel-Phase im Kindergarten #gruebel?

Sicher bedeutet die Geburt eines Geschwisterchens eine völlig neue Situation für ein (Klein-)Kind- aber Du schreibst ja selbst, dass Euer Sohn sich vorher ebenso verhielt. Ein Dreijähriges ist grundsätzlich schon in der Lage, sich mal eine Weile allein zu beschäftigen. Womit bzw. wie lange ist natürlich sehr vom Entwicklungsstand abhängig, da "tickt" ja jeder Zwerg anders ;-). Damit die Kleinen sich auch mal allein beschäftigen, brauchen sie einerseits Dinge, die ihnen interessant erscheinen (eine Holzeisenbahn z.B. ist nicht unbedingt "DER Renner" für jedes Kind, bzw. irgendwann mal langweilig) und andererseits auch entsprechende Anleitung/Ideen von den Erwachsenen. Nachdem Eure Situation bereits recht "fest gefahren" erscheint, solltet Ihr in ganz kleinen Schritten versuchen, etwas zu verändern. Dinge wie das zur Toilette gehen, würde ich allerdings ab sofort ziemlich konsequent ändern, wenn sie Euch so nerven. Ein Dreijähriger muss definitiv nicht bei jedem Toilettengang der Eltern oder Großeltern dabei sein- er kann problemlos mal die zwei, drei Minuten "allein" verbringen. In den ersten zwei, drei Tagen wird's sicher "Theater" geben, aber das legt sich sehr wahrscheinlich recht schnell. Ihr könnt ihm z.B. in der Zeit eine kleine Aufgabe geben, ein Bilderbuch aussuchen, das Ihr ihm dann vorlest, etwas aus einem Prospekt heraus suchen (und ggf ausschneiden), z.B. die Bananen, die Milch, das Waschpulver, ... . Wenn dies klappt, loben- bei Geschrei gibt's natürlich unmittelbar KEINE Zeit zum Vorlesen o.ä. .

Davon abgesehen ist es wichtig, dass Kinder in dem Alter genau wissen, woran sie sind. Wenn Ihr Euch mit Eurem Sohn beschäftigt, solltet Ihr wirklich interessiert/"bei der Sache" sein und nie "spontan" damit aufhören, sondern immer vorher das Ende des gemeinsamen Spiels ankündigen: "Wenn der Turm fertig ist", "die Kühe gefüttert sind", "das Buch zu Ende ist", ... "werde ich ... tun". Wichtig ist auch, nicht immer sofort zu "springen", wenn Euer Sohn etwas von Euch verlangt. Er kann und sollte durchaus allmählich lernen, auch mal zu warten. Wenn er dazwischen kreischt, Euch Sachen weg reißt, etc. kann er nach ein oder zwei Ermahnungen eine "Auszeit" in seinem Zimmer nehmen. Diese darf nicht zu lang sein (z.B. eine Zahnputz-Sanduhr-Länge oder ein Kinderlied auf CD) und Euer Sohn darf wieder zu Euch kommen, sobald er sich beruhigt hat (im Rahmen der vorgegebenen Zeit).

Da der Kleine erst allmählich lernen muss, sich allein zu beschäftigen, sollte er einen entsprechenden "Anreiz" haben. Spaß allein machen z.B. das Spielen mit Rasierschaum und Wasser am Waschbecken, eine kleinere Kiste mit Playmobil (darf's in dem Alter ruhig schon sein und thematisch eben das, was Euren Sohn gerade sehr interessiert), Wasserfarben, eine kleine Sandkiste in der Küche oder auf dem Flur, eine Schachtel mit diversem "Krimskrams" (Ü-Eier-Figuren o.ä.). Diese Dinge solltet Ihr anfangs gezielt dann anbieten, wenn Euer Sohn mal wieder unruhig wird bzw. sich mal ein Viertelstündchen allein beschäftigen soll. Wenn dies nach einer Weile klappt, wird es sich i.d.R. auch auf "konventionellere" Spielsachen wie Autos, Duplo, Puppenküche, Werkbank, ... oder was auch immer übertragen, dass der Kleine selbst ins Spiel findet, sich mal eine Weile zurück zieht/beschäftigt ist. Bzw., nachdem Ihr gemeinsam mit ihm eine Spiel-Idee "in Gang gebracht" habt, auch mal daran "anknüpft" und sich allein weiter beschäftigt. Das wird nicht "von Heute auf Morgen" funktionieren, aber nach und nach sicher. Bietet ihm einerseits immer wieder Möglichkeiten/Anregungen und seid andererseits konsequent, wenn es darum geht, dass er bei alltäglichen Dingen bewusst "stört" und provoziert.

Hoffe, das hilft Euch ein wenig weiter?! Viel Erfolg & lieben Gruß #snowy!

Kathrin & #huepf Lina Emilia (*10/06) & #baby Antonia Maria (*12/08)

Beitrag von schullek 08.03.10 - 21:42 Uhr

hallo,

bis mein sohn so 2 jahre alt war, hat er sich nicht wirklich lange selbst beschäftigt. aber ab so 1,5 jahre fing er an mehr udn mehr auch allein zu spielen. anfangs kurze zeit, später länger. ab so 2,5 verschwand er dann gänzlich in seinem zimmer. jetzt ist er vier und eigentlich ist ihm nie langweilig. ich muss aber dazu sagen, das er eine wahnsinns fantasie hat. er erzählt sich selber geschichten, hat immer viel vorgelesen bekommen, hört gerne hörspiele, malt etc.
klar lesen wir auch weiterhin vor und spielen auch mal ein spiel, aber ehrlich gesagt, muss ich nicht viel machen. er ist glücklich mit sich. aber das hab ich mir auch verdient, nachdem er ein sog. 24h baby und absolut anstrengend war.

eventuell solltet ihr mit ihm feste zeiten ausmachen, vielleicht auf einem kindgerechten plan, in denen ihr mit ihm spielt. und dann eben auch zeiten, wo er sich allein beschäftigen muss, da haushalt etc. anstehen. das kann er mit 3 jahren schon begreifen. möchte er bei der hausarbeit helfen, teile ihm kleine aufgaben zu.

lg

Beitrag von a79 09.03.10 - 08:24 Uhr

Ganz ehrlich?
Ich glaube schon, dass man da als Eltern "mit Schuld" dran ist ohne Dir zu Nahe treten zu wollen. Selbst als Baby haben meine beiden schon kurze Phasen allein gespielt. Mein Kleiner, jetzt knapp ein Jahr, krabbelt vormittags vergnügt durch die Wohnung und wenn er etwas interessantes gefunden hat, spielt er damit und entdeckt es z.B. meine Tuppersachen in der Küche;-). Da lasse ich ihn schön alleine machen und er ist schonmal 10 Minuten beschäftigt. So hat mein Großer das als Baby auch gemacht und das ist auch jetzt noch so. Ich denke, wenn man sich in solche Spielphasen der Kinder nicht einmischt, lernen sie auch das alleine spielen.
Mein Großer macht keinen Mittagsschlaf mehr sondern eine Mittags-Spiel-Pause in seinem Zimmer. Eine Stunde lang spielt er, hört CD oder schaut sich Bücher an, ganz alleine. Er fragt mittags sogar, wann wir Pause machen und findet es an den meisten Tagen gut, mal allein zu sein für eine Zeit. Ich sehe auch keinen Sinn darin, meine Kinder den ganzen Tag zu bespielen - ich glaube, das würde meine beiden auch eher nerven:-p

LG

Andrea