Meine Mutter und ihre Enkel - ECHT traurig

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von emestesi 08.03.10 - 20:59 Uhr

Hallo Zusammen,

muss schon sagen, dass ich enorm enttäuscht von meiner Mutter bin.

Gut, sie ist seit letztem Jahr zum zweiten Mal verwitwet und sicherlich nicht besonders happy, auch wohnt sie rd. 1,5 Std. von uns entfernt (ist aber motorisiert), dennoch finde ich es absolut unterirdisch, dass sie NIE mal zu uns zu Besuch kommt (wir aber zu ihr fahren), den Geburtstag ihrer Enkelkinder vergisst und sich so gut wie nie um die Kleinen schert :-(. Die Mutter meines Mannes ist festverhaftet mit uns, kommt oft vorbei - obwohl sie ebenso weit weg wohnt wie meine Mum und ebensoviele Schicksalsschläge wie sie verkraften musste - und ist immer für uns da, wenn wir sie brauchen (im umgekehrten Fall natürlich ebenso).

Mensch, es kann doch nicht sein, dass man sich so wenig um die eigenen Enkelkinder mal Gedanken macht #kratz ... Immer hat sie Ausreden, weshalb sie nicht vorbei kommen kann oder will. Wir können auch nicht ständig zu ihr fahren, damit die Kinder sie nicht völlig aus ihrer Welt vergessen, da mein Mann wochentags in weit-weit-weg arbeitet und auch ich VZ arbeite. Warum tut sie sich bloß soooo schwer? Sie ist doch meine Mum, war immer liebevoll, sorgend und immer für mich da - warum sind ihr ihre Enkelkinder nur so egal??? Wenn ich sie frage, sagt sie immer: "Da täuschst du dich! Natürlich sind sie mir wichtig, aber ich will doch auch nicht stören" (Hääääh???) .... Was DER blöde Spruch soll, weiß ich auch nicht - sie wird jedes Mal bei uns herzlich empfangen, die Kinder freuen sich wie wild, wenn sie sie sehen und wir tun alles, damit sie sich bei uns wohl fühlt. Das ist also nur wieder mal Ausrede ...

Ich bin wirklich traurig darüber, da meine Kinder doch auch ein Recht auf ihre Oma haben und ich mich auch freue, wenn sie mal bei uns ist, aber was soll ich da noch tun? ...

fragt sich
Emestesi

Beitrag von smr 08.03.10 - 21:05 Uhr

Hallo!
Vielleicht steckt gar nichts Persönliches (also "gegen" Euch ) dahinter, sondern sie hat andere Gründe? Vielleicht ist sie depressiv oder so? Nur mal so als Idee, weil Du schreibst, wie lieb sie mit Dir war....
LG
Sandra

Beitrag von emestesi 08.03.10 - 21:18 Uhr

Danke für deine Antwort. Ja, sicher ... natürlich ist sie nicht gerade auf 100%, aber eben darum bemühen wir uns natürlich, sie so gut wie möglich in unser Familienleben zu íntegrieren. Nur: WAS kann ich denn noch tun, außer sie zu fragen, lieb zu ihr zu sein, ihr keine Vorwürfe zu machen und sie immer zu bitten, doch mal bei uns vorbei zu schauen?

LG Emestesi

Beitrag von smr 09.03.10 - 09:43 Uhr

Guten Morgen!
Diese Aussage von ihr, daß sie Euch nicht stören will, hat mir zu denken gegeben. Wenn Du sie immer wieder einlädst und dann trotzdem so eine Aussage kommt, MUSS da mehr dahinter stecken. Auch wenn es für Euch nicht so einfach ist, zu Deiner Mutter zu fahren, würde ich den Schwerpunkt jetzt erstmal genau darauf legen. Sie scheint furchtbar traurig (depressiv vielleicht?) zu sein und braucht vielleicht wirklich Hilfe, weil sie alleine aus dieser Lage nicht herausfindet. Wenn Ihr immer ein gutes Verhältnis hattet, laß jetzt nicht locker, nicht, daß Du es hinterher bereust.
LG
Sandra

Beitrag von schullek 08.03.10 - 22:23 Uhr

hallo,

leider steckt man nicht in den menschen drin, tzraurig vor allem, wenn es um die eigenen eltern geht. ich kann mir vorstellen, dass du darüber sehr traurig bist, wo sie für dich eine liebevolle mutter war.

aber mal eion beispeil: meine oma väterlicherseits war glaube ich gerade 45, als sie witwe wurde. danach hat sie sich völlig zurückgezogen. sie wollte nicht mehr wirklich teil am leben haben. ich kannte sie nur so. aber mein vater hat immer wehmütig davon erzählt, wie toll sie früher war, wie lebenslustig, und wie sie sich verändert hat. sie hatte einfach keine freude mehr, nur ihr erstes enkelkind hat sie mal aus der ruhe locken können., der war aber schon da, bevor ihr mann starb.
eventuell macht deine mutter ähnliches durch, wenn auch nicht so krass, wie meine oma. sie ist durch das leid des verlustes geprägt und erschüttert. trauert einem alten leben hinterher und hat daher gar niocht mehr den sinn an andere als sich selber zu denken. meine oma meinte es auch nie böse und ich denke sie mochte uns schon, hat aber keinen raum in sich mehr dafür gefunden. heute denke ich, sie war sicher depressiv.

frag doch mal eine psychologen, was das verhalten deiner mutter generell angeht. eventuell kann der dir tipps geben.

lg

Beitrag von finchen85 09.03.10 - 07:14 Uhr

Natürlich ist es nicht schön, wenn sich die Oma nicht um ihre Enkel kümmert....aber es ist verdammt hart seinen Ehepartner zu verlieren! Deine Mama hat das nun schon zwei mal mitgemacht, vielleicht geht es ihr einfach nicht gut?

Lg finchen

Beitrag von glu 09.03.10 - 09:14 Uhr

< Mensch, es kann doch nicht sein, dass man sich so wenig um die eigenen Enkelkinder mal Gedanken macht >

Vielleicht solltest Du mal anfangen Dir Gedanken um Deine Mutter zu machen statt Deine eigene Familie so in den Mittelpunkt zu stellen!

lg glu

Beitrag von karna.dalilah 09.03.10 - 11:12 Uhr

Immer wieder erfahre ich, wie oft der Anspruch (bewußt oder unbewußt) gestellt wird, dass sich die Großeltern sich mit um die Enkel und weiter um ihre Kinder kümmern bzw an ihrem Leben teilhaben sollen.
Das ist nun mal keine Pflichtveranstaltung!
Wenn die Kinder auf eigenen Beinen stehen, können die Eltern für sich entscheiden, ob und in welchem Mass sie noch am Leben ihrer Kinder teilhaben wollen.
Und die Kinder entscheiden ob und in welchem Maß sie ihre Eltern dran teilhabenlassen wollen.
In unseren Idealvorstellungen sind wir eine große glückliche Familie, haben uns alle lieb und leben nur für die familie.
Die Realität weicht individuell davon ab.
Manche haben nach ihren Kindern genug Kinder um sich gehabt, und verwirklichen ihre Vorstellungen und Ziele.
Da haben nicht immer Kinder und Enkel RAum.
Sprich doch mal deine Mama an, wie sie sich das vorstellt oder wünscht.
Es bringt nichts ewig zwischen Hoffnung auf Änderung und Enttäuschung zu leben.

Karna

Beitrag von schwarzbaer 09.03.10 - 11:41 Uhr

Liebe Karna,

ja, es sicher so, daß es keine Pflicht ist, das Großeltern am Leben ihrer Kinder und Enkel teilnehmen. Wenn jemand für sich entscheidet, das nicht tun zu wollen, muss man das wohl akzeptieren.

Allerdings: Wenn die Großeltern dann älter werden und eigentlich Unterstützung und Teilnahme ihrer Kinder und Enkel bräuchten, ist das auch keine Pflicht mehr- und genau da hakt es. Ich kenne einige Fälle, wo der älteren Generation die Kinder und Enkel über Jahre total egal waren, aber dann irgendwann Hilfebedürftigkeit eintrat und jetzt massiver Druck ausgeübt wird auf Kinder und Enkel. Kümmern und Teilnehmen am Leben der anderen ist keine Einbahnstraße - dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Beitrag von karna.dalilah 09.03.10 - 13:33 Uhr

Ich finde auch , dass Kinder im Gegenzug nicht für ihre Eltern verantwortlich sind auch nicht wenn die Kinder erwachsen sind.
Eltern haben die Möglichkeit für Hilfeleistung im Alter oder Krankheit vorzusorgen.
Eine Beziehung lebt von Gegenseitigkeit.
ABER:
Eltern haben ihre Leistung ihren Kindern gegenüber erbracht, als sie krank, klein , hilflos waren und deren Unterstützung brauchten.

ICh denke das da Hilfe legitim ist, sofern sie für die Kinder machbar, lebbar und mit dem selbstgeründeten Familienleben vereinbar ist.

Beitrag von luka22 09.03.10 - 11:51 Uhr

Hallo Emestesi,

genauso, wie du nicht mit anderen Müttern verglichen werden willst, solltest du die eine Oma nicht mit der anderen vergleichen. Es mag sein, dass deine Schwiegermutter eben selbstbewusster ist. Ich kann dir nur sagen: Meine Mutter liebt uns Kinder über alles und würde in dieser Situation genauso reagieren: Sie ist sehr ängstlich, was das Autofahren angeht. 20 km sind das höchste der Gefühle. Alles andere ist für sie eine unüberwindbare Weltreise. Das muss ich akzeptieren. Das andere ist, dass sie genauso wie deine Mutter extreme Angst hat, zu stören bzw. zur Last zu fallen. Immer wenn ich sie zum Essen einladen will, sagt sie: Ne, dann hast du soviel Arbeit, komm du zu uns! Natürlich bin ich ihr da nicht böse #schein, aber manchmal nervt es schon. Schließlich möchte ich ihr auch mal etwas Gutes tun. Und WENN sie dann da ist, dann kann sie keine 10min still sitzen, sondern fragt gleich: so, was wollen wir jetzt machen? (Hausarbeit) :-[. Das ist ja auch nett, dass sie mit anpacken will, aber ich will auch mal mit meiner Mutter in RUHE einen Kaffee trinken.
Auch deine Mutter ist sicher eine herzensgute Frau. Sie hat zusätzlich noch mit Schicksalsschlägen zu hadern, die jeder Mensch eben anders verarbeitet. Vielleicht ist sie auch leicht deppressiv?
An deiner STelle würde ich ihr nicht im Zorn, sondern in Liebe sagen: dass du sie vermisst, dass du dich sehr freuen würdest, wenn sie mal wieder vorbeikommen würde, dass sie absolut nicht stört.
...aber wie gesagt, ältere Menschen machen sich ungern auf "große" Reise...da ist sie, vor allem als Frau, in guter Gesellschaft!

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von diamant 09.03.10 - 13:52 Uhr

deine mutter ist zum zweiten mal witwe geworden, und du jammerst rum, weil sie ihre enkel nicht sieht.
da fällt mir nichts mehr dazu ein.
ist ja schön, daß du dir wenigstens noch vorstellen kannst, daß sie nicht grad happy ist.