Mein Kind der Trotzkopf - wie reagiert ihr da?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von jenny133 08.03.10 - 21:01 Uhr

Hallo

Nico war heute eigentlich den ganzen Tag schon richtig zappelig und hat nicht auf das gehört, was ich sage. Beim Spazierengehen (an der Strasse) hats mich vor allem genervt. Ich sage (zum Glück war das noch im Hof): Bleib stehen und er rennt los #klatsch Allso: Ab in den Kinderwagen usw.

Er hat einen Kaufladen im Zimmer stehen mit vielen kleinen Päckchen. Zuhause angekommen hat er wieder so rumgebockt, ständig was neues rausgeräumt, das alte nicht wieder weggelegt... Als er die Stifte am Kaufladen ausprobieren wollte war ich echt genervt. Ich hab gesagt er soll aufhören und weil er es nicht tat hab ich sie ihm schlichtweg weggenommen.

Daraufhin hat er den ganzen Kaufladen umgeschmissen, ich hab ihn festgehalten, damit er nicht auf Nico fällt und was macht mein kleiner: Reisst auch noch die Puzzle aus dem Regal. Sein Zimmer sah aus wie ein Schlachtfeld. :-[

Und als ich ihn dann geschimpft hab fängt er an zu brüllen, als hätte ich ihn geschlagen oder so. #schrei

Wie reagiert ihr in der Situation? Ich hatte keine Nerven mehr. Bin erstmal in die Küche und hab ihn in seinem Saustall liegen gelassen um ein Stück Schokolade (Nervennahrung ;-) ) zu essen.

Kann ich dem denn irgendwie ausweichen? Das ist doch nicht normal? Oder doch? Bei euch auch...?
Sobald ich schimpfe fängt er an alles was er in die Finger bekommt rumzuschmeissen.

LG die mittlerweile wieder ruhige
Melanie mit Nico 2,5 Jahre

Beitrag von mugelz 08.03.10 - 21:06 Uhr

Hallo,

kenne ich gut. Hab heute auch nur noch die schnauze voll gehabt. Wir können seit zwei Tagen wegen Schneesturm nicht raus, außer zum einkaufen mit dem Auto. Meine Tochter reagiert genauso wie Deiner, ich schimpfe und nehm ihr das Spielzeug weg und sie sucht sich das Nächste das sie rumschmeißen kann und lacht sich dabei noch kaputt. Das macht mich waaaaaaaaaahnsinnig und ich höre mich nur noch schimpfen. Und eigentlich mag ich schimpfen gar nicht. Grad alles sehr schwieirg und ich freu mich darauf, morgen arbeiten gehen zu dürfen.
War jetzt zwar kein Tip für Dich, aber vielleicht hilft es Dir ja auch, das Du damit nicht alleine bist.

LG
mugelz (Emilia *9. Mai 2008)

Beitrag von jenny133 08.03.10 - 21:27 Uhr

Hallo

irgendwie hatte ich heute das Gefühl, das ich wohl zu selten schimpfe #kratz Das hatte ja heute nun wirklich nichts mit guter Erziehung zu tun. Vielleicht sollte ich in Zukunft bei sowas doch härter durchgreifen und ihm vorher schon einhalt gebieten, bevor er losschmeisst? Aber wie?

Beitrag von tragemama 08.03.10 - 21:07 Uhr

Ich bin gespannt auf die Antworten. Kathrin ist auch 2,5 Jahre alt und fängt jetzt an, MICH anzuschreien. So "dohoch" oder "neihein", richtig laut. Ich muss manchmal an mich halten, nicht zu lachen, aber im Prinzip finde ich das nicht wirklich lustig. Zumal es mir vor Augen hält, dass ich selbst wohl manchmal zu laut bin...

LG Andrea

Beitrag von jenny133 08.03.10 - 21:26 Uhr

:-)
Das finde ich ja auch süß. Nico machts teilweise auch. Was mich nicht stört. Wenn er aber sein Zimmer in einen Saustall verwandelt und ich darf dann alleine wieder Ordnung machen (grummel) dann nervts mich definitiv

Beitrag von florimama 08.03.10 - 21:21 Uhr

Hallo,

die berühmte Trotzphase.....

Wenn bei mir ein Kind anfängt Spielzeug zu schmeißen (bin Tagesmutter), sage ich immer nur sehr bestimmt, dass es aufhören soll, sonst kann es leider nicht mehr mitspielen, weil die Spielsachen ja dann kaputt sind... Hilft immer ganz gut. Wenn allerdings nix mehr geht und das Kind mich einfach ignoriert und weiter seiner Wut nachgeht, bekommt es erstmal ne Auszeit. Bei mir darf jeder seinen Gefühlen freien Lauf lassen aber sie müssen lernen, dies in einem Rahmen zu tun, dass sie sich selbst nicht verletzen oder andere. Ich sage auch immer, sei ruhig wütend, hau aufs Kissen oder trampel mal so richtig mit den Füßen auf den Boden. Ich gehe immer mit Ruhe an die Sache, auch wenn es manchmal wirklich schwer fällt aber das hilft auch den Kindern am besten.

Wegen diesem Lachen nach dem man geschimpft hat, habe ich jetzt mal einen guten Artikel gelesen. Dieser besagte, dass die Kinder dies keinesfalls tun um uns zu ärgern, es drückt eher eine Beschwichtigung aus. Die Kinder wissen, dass sie was falsch gemacht haben und das Mama schimpft aber sie wollen das ja nicht, also irgendwie Mundwinkel zu einem Lächeln verziehen und hoffen, dass alles wieder gut wird. Kinder in diesem Alter könnten noch nicht bewusst hinterhältig (oder wie auch immer man das bezeichnet) sein. Das können Kinder erst ab 5 oder 6 Jahre.

lg
Florimama die auch schon einen kleinen Trotzkopf (1 Jahr) hat und Angst vor der richtigen Trotzphase hat, wenn er jetzt schon so abdrehen kann......

Beitrag von jenny133 08.03.10 - 21:30 Uhr

Das mit dem Lachen hab ich auch schon gelesen.
Aber Nico hat ja heute direkt losgebrüllt als ich geschimpft hab.

Ich bekomme ihn aber auch nicht dazu, dann alles wieder helfen aufzuräumen. Und das ist eigentlich das für mich nervige :-( Wenn er los schmeisst weiss ich genau, das das Ordnung machen dann an mir hängen bleibt.

Normalerweise wenn er gut drauf ist hilft er aufräumen, aber nach so einem Anfall tut er es nie...

LG
Melanie

Beitrag von florimama 08.03.10 - 21:40 Uhr

Er ist aber auch noch viel zu jung, um alleine aufzuräumen. Er würde mit so einem Chaos gar nicht zurecht kommen. Er weiß dann nicht, wo er anfangen soll und ist total überfordert. In diesem Alter müssen nunmal Mama und Papa mithelfen. Das heißt nicht für das Kind aufräumen sondern mithelfen.
Man kann auch ein Spiel daraus machen, was die Kleinen dann auch gut wieder ablenkt. Außerdem sind Kinder absolut nicht nachtragend, d.h. nach fünf min. ist für sie alles schon wieder vergessen, dass müssen wir als Eltern ebenso tun. Also durchatmen und wieder bei 0 beginnen.

Ich finde du solltes das Schmeißen unterbinden. Denn das kann wirklich auch mal schlimme Unfälle geben.....

Beitrag von jenny133 08.03.10 - 21:46 Uhr

Er schmeisst eigentlich nur Kleinteile und eigentlich auch nur runter auf den Boden. Also nicht wild im Zimmer rum. Da verteilt er es auch mal mit den Händen.

Er muss auch niemals alleine aufräumen (sorry wenn es sich so anhörte) aber in solchen Fällen wie heute, auch wenn er sich schon beruhigt hat, hilft er nicht mit aufräumen, sondern macht in einer anderen Ecke wieder unordnung bis ich mit dem aufräumen fertig bin :-(

Beitrag von florimama 08.03.10 - 21:55 Uhr

Er muss sich natürlich erst "auswüten" und wieder runterkommen, erst dann ans aufräumen wagen. Wenn er weiter macht, während du aufräumst ist er mit seinem Trotz oder seiner Wut noch nicht fertig. Er muss sich dann immer noch irgendwo auslassen. Dann nimm ihn halt aus dem Kinderzimmer, leg ihn auf euer Bett und dort darf er mal so richtig gegen die Kissen hauen, bis die ganze Wut raus ist. Mach einfach mal mit, das hilft ihm dann vielleicht auch, sich richtig gehen zu lassen und seinen Gefühlen freien lauf zu lassen. Wenn du merkst es ist alles wieder gut, kurzen Knutsch und Kuschel und dann aufräumen spielen. Wenn er dann in den nächsten Anfall fällt wieder von vorn. Er wird das Spiel nicht ewig spielen. Geduld ist super wichtig in der Erziehung.....

Noch wirft er vielleicht auf den Boden und mit kleinen Sachen und ich hoffe, dass dies auch bleibt aber es kann sich auch steigern und wenn er grad nix kleines zur Hand hat, wird er eben auch was größeres nehmen, wenn es gerade da liegt.

Beitrag von mugelz 08.03.10 - 22:02 Uhr

Hallo,

das mit dem Lachen als Beschwichtigung hab ich auch schon gehört, aber warum macht sie dann weiter Chaos?? Ich glaube ja auch nicht das da eine böse Absicht dahinter steckt, dafür ist sie definitiv zu klein. Sie hört momentan sowieso überhaupt nicht.

LG
mugelz

Beitrag von jenny133 08.03.10 - 22:03 Uhr

Hm, mir ist grade gekommen: Kann ich ihn auch mit zu nem Kissen nehmen, wenn ich merke, das er anfangen will mit Sachen zu werfen? Oder in schnellstmöglich davon eben weg ziehen. Ich versuchs einfach das nächste mal.

Beitrag von schwarzesetwas 08.03.10 - 21:35 Uhr

Bin mit meinem Großen (übermorgen 3) fast durch mit dieser Phase, dafür gleitet meine Kleine (1,5 Jahre) so langsam rein. :-)

Wenn Werfzeit angesagt war: Einfach ins Kinderzimmer schicken und rumwerfen lassen. Manchmal müssen Sachen auch 'geübt' werden.
Zumal es auch ein wenig aus dem Anfall raushilft... ;-)

Hilft das grad nicht: Ein fiktives Tier erfinden (wir haben einen Bock), der sich grad eingenistet hat und miese Stimmung macht. Tier rausschicken bzw. ausm geöffneten Fenster schmeißen.

Schimpfen macht es meist noch schlimmer, ist aber einfach in unserer Natur.
Hab auch so oft den Kopf in die Kissen hauen müssen, um wieder klarzukommen.
Bin auch manchmal einfach ehrlich und sage ihm, dass ich nicht mehr weiter weiß bzw. meine Ruhe kurz brauche.

Vielleicht konnte ich Dir ein wenig helfen.

Lg,
SE

Beitrag von jenny133 08.03.10 - 21:43 Uhr

Räumst du das Zimmer dann auch wieder alleine auf? Mir ging das halt heute auf den Keks, das ich dann wieder Ordnung machen muss. Deshalb hab ich dann losgeschimpft, weil ich ihm schon den halben Tag hinterher räumen musste :-(

Beitrag von florimama 08.03.10 - 21:48 Uhr

Aber man muss eben als Mama auch immer wieder Aufgaben erledigen, die einen vielleicht nerven, ist eben so und vergeht auch wieder. Außerdem lasse ich auch mal an einem Abend, wo ich wirklich keinen Bock mehr habe das Spielzeug liegen. Schiebe dann das Spielzeug nur beiseite und räume erst am nächsten Tag auf. Einmal passt das schon und das Kind wird auch nicht gleich zur Schla****....

Beitrag von schwarzesetwas 08.03.10 - 22:03 Uhr

Es kommt drauf an.
Wird neues Spielzeug gewollt, muß das alte erst wieder weggeräumt werden.

Wenn die Kinder am Abend allerdings supermüde sind, mach ich das auch (noch) allein, weil ich nicht möchte, dass sie mit schlechter Stimmung ins Bett gehen.

Oder aber: Ich laß es liegen.
Bekomm schon Ärger, wenn ich die Holzeisenbahn mal kurz wegpacke. Manchmal muß man auch etwas lockerer werden und Kinder Kinder sein lassen.

Beitrag von fuchsu 10.03.10 - 13:30 Uhr

Hallo,

das kommt mir auch bekannt vor. Mein Großer ist 21 Monate, und kann das auch schon...
Jetzt lese ich das Buch "Kinder fordern uns heraus", und seit ich mich danach richte, ist alles wirklich sehr viel entspannter! Es wird keine Methode festgelegt, wie man Kinder behandeln soll, sondern der psychologische Hintergrund erklärt und Beispiele aus dem Alltag geschildert. Ich kann das Buch nur empfehlen!
Probier es aus, so teuer ist es nicht.

LG, Uta

Beitrag von specialrose 11.03.10 - 18:56 Uhr

Hallo Melanie,
du solltest versuchen, auf keinen Fall mit deinem Sohn zu diskutieren. Klare kurze Nein mit einer Begründung sind besser. Versuche ihm interessante Alternativen zu geben. Oder binde ihn bei kleinen Aufgaben mit ein, so dass er sich schon etwas "größer" fühlt. Vielleicht langweilt er sich und wirft dann frustriert Dinge um sich. Und versuche ruhig zu bleiben und nicht los zu brüllen, auch wenn es schwer fällt. Die Kleinen gucken sich so viel von uns ab :o).
Die Trotzphase wird sicher vorbei gehen.
Dir noch starke Nerven.
Liebe Grüße,
Rose

Beitrag von august2004 12.03.10 - 23:26 Uhr

Sachen rumwerfen, geht ja gar nicht.
Hab 3 Kinder u. das hat keines gemacht.

Bei mir gäbs sofort beim 1. Mal eine "Auszeit", zur Strafe ins Gitterbett oder (ohne Spielzeug) in den Laufstall.
Rausholen erst nach Ende des "Anfalls".

Da machst Du 2-3 mal, dann hat Dein Zwerg das kapiert.

Beitrag von njmuench 03.04.10 - 13:37 Uhr

Das findi ich eine krasse Reaktion. Kinder müssen doch zuerst einmal lernen was richtig oder falsch ist und da sie kein kognitives Gedächtnis in der Vortrotzphase und keine richtiges Gedächtnis in der Trotzphase haben, gibt es halt täglich diese Wiederholungen.

Läufst du auch davon und lässt sie dann alleine?

Beitrag von august2004 03.04.10 - 23:37 Uhr

>> Kinder müssen doch zuerst einmal lernen was richtig oder falsch ist
Genau das habe ich meinen Kindern sehr effektiv beigebracht, habe viele der oben angesprochenen „Probleme“ nicht bzw. sehr kurz.

Kein Gedächtnis? Das haben sie sehr wohl.
Zweimal „Auszeit“ nach Spielzeug werfen, dann werfen sie kein Spielzeug. Wo kann da die Rede sein von „keinem Gedächtnis“? Wie merkwürdig, oder?

>> Läufst du auch davon und lässt sie dann alleine?
Ich laufe nie davon, stelle mich jeder Situation "aktiv".

Bei manchen Eltern/Kindern bei Alltagsbegegnungen stellt sich eher die Frage, wer wen erzieht...
Ich zeige meinen Kindern durch eine „Auszeit“ Grenzen u. inakzeptables Verhalten, altersgerecht natürlich.

Meine Kinder werden von Nachbarn/Freunden gelobt, dürfen zum Spielen gern wieder kommen. Wobei ich sagen muß, manche „Monster“ (Scherz!) anderer Eltern möchte ich nicht für geschenkt haben ;-)

Beitrag von tschiep0 14.03.10 - 14:35 Uhr

Das kenne ich auch,

aber bei mir weiß mein Sohn, dass er damit nichts wird. Es gibt dann eine Auszeit auf der Treppe.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass er das braucht. Er sagt manchmal schon freiwillig, dass er auf die Treppe will. Danach wird dann noch mal in Ruhe drüber gesprochen. Wenn er sich ausgebockt hat.

Spielzeug das er durch die gegend schmeißt nehme ich konsequent weg für den Tag oder auch länger. Diskutieren tue ich mit ihm eigentlich nie.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass er auch nur damit aufmerksamkeit will. Er macht es oft wenn ich gerade keine Zeit habe z.B koche oder putze...

Vielleicht hilft dir das ja. Du bist nicht alleine :-D


LG
Tonia mit Mika 2 1/2