Amnioninfektsyndrom

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von mami20088 08.03.10 - 22:36 Uhr

Hallo Ihr Lieben :-D
möchte mich vorstellen und hab auch gleich mal ne Frage an Euch. Also ich heiße Sarah, bin 31 und habe eine Tochter die im Juni 2 Jahre wird. Sie ist in der 26+3 geboren. Nun zu meiner Frage. Als ich damals im KH gefragt habe was denn nun der eigentliche Grund für die FG war, wurde mir gesagt, dass ich eine Entzündung an der Gebärmutter hatte. Allerdings steht in dem gelben U-Heft bei Erkrankung der Mutter: Amnioninfektsyndrom. Ich hab auch schon gegoogelt und hab gelesen dass das eine Infektion der Eihäute ist?! Hmmm... Wer kann mir mit dem Begriff noch weiterhelfen bzw. hatte das schon jemand von Euch? Bin über alle Antworten dankbar.
Liebe Grüße, Sarah

Beitrag von icewoman82de 09.03.10 - 09:13 Uhr

Hi,


Das Amnioninfektionssyndrom beschreibt eine Infektion der Eihöhle, Plazenta, Eihäute und eventuell des Fetus während der Schwangerschaft oder Geburt mit Gefahr der Sepsis für das Kind.

Es stellt einen klinischen Notfall dar.

Mögliche Erreger der Infektion können beta-hämolysierende Streptokokken, Escherichia coli, Staphyloccus aureus, Staphyloccus epidermidis, Listeria monocytogenes, Klebsiella, Pseudomonas aeruginosa, Mykoplasmen, Chlamydien oder Gonokokken sein.

Das Amnioninfektionssyndrom zeigt sich durch Fieber über 38°C, erhöhte Entzündungsparameter ohne andere erklärende Ursache (CRP > 2.0 mg/dl oder Leukozytose > 16000 / mm³) und fetale oder maternale Tachykardie. Hinzu kommt ein Uteruskantenschmerz und übelriechende Abgänge, fötid riechendes Fruchtwasser.

Als Therapie steht eine sofortige Geburtseinleitung, Kardiotokografie-Dauerüberwachung, kurzfristige Temperaturkontrollen und eine intravenöse antibiotische Therapie an. Die antibiotische Therapie kann mit Mezlocillin oder Clindamycin, bei Penicillinallergie mit Cefuroxim oder Clindamycin durchgeführt werden. Sie muss über die Geburt hinaus fortgesetzt werden, bis die Entzündungsparameter nicht mehr relevant sind.


LG

Beitrag von meerjungfrau72 09.03.10 - 09:21 Uhr

Hallo Sarah,

ich hatte das auch als Diagnose bei meinen Zwillingen (kamen dann in der 29.SSW). Viel findet man dazu nicht im Netz, ich weiß leider auch nicht mehr, als Du schon geschrieben hast.

Habe hier noch mal einen Link, da steht im zweiten großen Absatz ein bisschen zum AIS, vll. hast Du das ja noch nicht gelesen.

http://www.chirurgie-portal.de/gynaekologie/vorzeitiger-blasensprung.html

LG, meerjungfrau72