Zyklop wohnt über mir

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von foppa 09.03.10 - 05:10 Uhr

Hallo Ihr lieben Leute,

es sind gerade kurz vor 5 Uhr morgens (!) und ich sitze hier vor meinem Rechner und koche.

Über mir ist jemand neu eingezogen, der einen unheimlichen Lärm beim Gehen macht (Parkett). Der Unterschied zu den verschiedenen Vormietern ist deutlich zu hören. Darauf hin habe ich ihn freundlich angesprochen, ob er etwas vorsichtiger gehen könnte.

Irgendwie hat er sich aber nie daran gehalten :-(. Deshalb nahm ich - insbesondere wenn ich (nebenberuflich) studierte, einfach Oropax. Heute morgen dann bin ich von seinem Getrampel noch vor dem Morgengrauen wachgeworden. Er ist durch die ganze Wohnung gerannt, hat auf die Lichtschalter gehauen (Haus ist sehr hellhörig) und ich wäre beinahe aus dem Bett gefallen.

Als ich gerade die Treppe hochging, um ihm einen Zettel vor die Türe legen wollte, kam er mir schon mit gepacktem Koffer, Anzug, Mantel, hochglänzenden Schuhen etc. entgegen. Ich habe ihn kurz begrüßt und ihn dann angesprochen, hab ihm gesagt, dass ich von seinem lauten Gegehe wach geworden sei, ob er denn, wie bereits gefragt, nicht ein wenig Rücksicht nehmen könne. Daraufhin er: "normales Gehen muss möglich sein". Ich meinte (auch in Kenntnis der Vormieter), dass ich sein Gehen durchaus nicht als normal empfände und es durchaus möglich sei, sich rücksichtsvoller zu bewegen ...warum er sich nicht erst die Straßenschuhe mit den Ledersohlen anziehe, kurz bevor er aus dem Haus gehe. Kurzum: er war patzig, und es kamen Äußerungen wie "geht" nicht, "ich kanns nicht ändern..." etc. Während er noch weiterging habe ich ihm hinterhergerufen, dass das sehr wohl ginge und ich ja auch aufhören könnte, Rücksicht zu nehmen, von wegen Musiklautstärke und so...Aber er ist einfach weitergegangen.

Ich glaube, er ist einer jener speziellen Managertypen, die auch im Berufsleben auf niemanden Rücksicht nehmen.

Sicherlich hätte ich noch freundlicher sein können. Die Ansprache war etwas vorwurfsvoll. Aber ich war viel zu schlaftrunken, hochgeschreckt (mein Herz pochte noch) und wütend, um vorher meine sonst üblichenSamthandschuhe anzuzuziehen. Ehrlich gestanden hätte ich mich umgekehrt wirklich geschämt, wenn mich jemand auf so ein Verhalten aufmerksam gemacht hätte.

Eigentlich sind Drohungen überhaupt nicht meine Art, aber so etwas Verbohrtes habe ich noch nicht gesehen.

Tja, jetzt ist das Kind wohl in den Brunnen gefallen...und ich werde jetzt wohl gar keine Ruhe mehr haben.

Vielleicht habt Ihr ein paar Tipps, was ich tun kann.

Sorry, dass ich Euch soviel zugetextet habe...#aerger

Boaaah....

Liebe Grüße
Foppa #gaehn

Beitrag von foppa 09.03.10 - 05:13 Uhr

Nachtrag...
Die Idee, mal Musik laut zu machen, ist eigentlich nicht wirklich meine Art. Außerdem habe ich 2 #katze#katze, deren empfindlichen Ohren ich das nicht zumuten möchte...

Beitrag von gunillina 09.03.10 - 06:48 Uhr

Es ist nie zu spät, das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen.
Du könntest die Flucht nach vorn ergreifen und dich in einem ruhigen Moment für dein Auftreten entschuldigen und dann erklären, was genau so laut zu sein scheint.
Andererseits muss der Vormieter kein Massstab sein, wer weiss, vielleicht sind die immer auf Filzpantoffeln durch die Wohnung geglitten und waren sowieso ruhig. Nun ist jemand anderes eingezogen, der auch anders lebt.
Sicher ist das alles schwer, aber solang die Böden von der Trittschalldämmung her okay sind, kann man nur wenig machen (auch rechtlich).
Ausser sich aneinander gewöhnen.:-)
L G
G, die das als das Los von Bewohnern von Mehrfamilienhäusern sieht.

Beitrag von foppa 09.03.10 - 09:31 Uhr

Danke, liebe Gunillina, für Deine Einschätzung :-).
Ich denke, die Situation war in der Tat ungünstig: ich gereizt und überfordert, er gerade offensichtlich auf dem Weg zu Flughafen. Ich hatte jetzt schon mehrere Vormieter bzw. den Eigentümer über mir wohnen. Da hat man auch immer etwas gehört, aber das war im Rahmen.

Ich werde mich allerdings nicht daran gewöhnen, nachts aus dem Schlaf gerissen zu werden. Ich könnte natürlich umziehen, doch habe ich die Wohnung leider gekauft, und da macht man das nicht so schnell...

Wenn ich umziehe, dann nie wieder mit jemandem über mir :-).

Herzliche Grüße
Foppa

Beitrag von rosaundblau 09.03.10 - 06:58 Uhr

Dein Nachbar hat recht, auch wenn das Haus hellhörig und der Bodenbelag Parkett ist, normales gehen muss möglich sein, auch mit Straßenschuhen.

Beitrag von katzeleonie 09.03.10 - 07:34 Uhr

Hatten wir in der alten Wohnung auch. In den Ruhezeiten haben wir extra Rücksicht genommen, ansonsten mußten wir normal laufen können und unsere Tochter konnten wir auch nicht an die Decke hängen. Und die untendrunter haben sich aufgeregt. Da kann man nichts machen. Leben müßen wir, nicht unser Problem, wenn das Haus hellhörig ist.

Jetzt haben wir unser Haus und ich muß mich nicht mehr mit solchen Leuten rumärgern, die denken wir sind absichtlich laut.

lg

Beitrag von foppa 09.03.10 - 09:37 Uhr

Ich unterstelle niemandem absichtliches Handeln.

Dass man Kinder nicht abstellen kann weiß ich. Aufgrund der Hellhörigkeit bekomme ich den Lärm des hin- und herlaufenden Kleinkindes UNTER mir auch mit. Aber das stört mich nicht so sehr. Mich stört mehr, dass der Mann seine Ehefrau regelmäßig zusammenschreit und schlägt.

Ingesamt aber denke ich, dass auch Familien mit Kindern das Ihnen mögliche tun können...zumindest indem die Elten selbst Hausschuhe statt Straßenschuhe tragen und ihren Kindern mit gutem Beispiel voran gehen. Auch finde ich es gar nicht schlecht, Kindern - sofern sie selbst alt genug sind - das Wesen von Rücksichtnahme zu erklären, nämlich dass man nicht der Zenit der Welt sind, sondern in einer Gemeinschaft lebt...aber das ist nur meine Meinung.

"Nicht unser Problem, wenn das Haus hellhörig" ist. So kann man das natürlich auch sehen: Nach mir die Sinflut.

Ich möchte andere an meiner Stelle sehen, wenn sie von Trampeln, Türenschlagen etc. noch vor Dämmerung aus dem Schlaf geschreckt werden.

Foppa

Beitrag von katzeleonie 09.03.10 - 11:06 Uhr

Mehr als Rücksicht kann man nicht nehmen, auf dem Kopf kann man nicht laufen und deswegen wiederhole ich: Es kann nicht das Problem Deines Oberdrübers sein, wenn das Haus hellhörig ist. Er muß und darf sich normal bewegen. Und das hat null mit "Nach mir die........ zu tun. Würdest Du dort oben wohnen, würdest Du den, der unter Dir wohnt, stören.

Wenn Dir das nicht gefällt empfehle ich nach oben zu ziehen oder Dir ein Haus zu kaufen.

Übrigens nochmal: Wir und auch unser damals 1 jähriges Kind nahmen Rücksicht, trotdem waren die Leute genervt.

Anja

Beitrag von foppa 09.03.10 - 09:28 Uhr

Normales Gehen ist relativ.
Ich hatte inzwischen drei verschiedene Eigentümer/Mieter über mir. Er ist der erste, der einen solchen Lärm macht. Es geht nicht um Recht haben oder nicht Recht haben, sondern um Rücksichtnahme. Die steht zwar nirgendwo festgeschrieben, sollte aber ungeschriebenes Gesetz sein...besonders um 4.45 Uhr morgens...

Beitrag von windsbraut69 09.03.10 - 09:33 Uhr

Tauscht doch die Wohnungen, dann hast Du Ruhe!

Sorry, aber solange er nicht absichtlich hüpft und springt, kannst Du ihm doch nicht vorschreiben, wie er "normal" zu gehen hat.

Gruß,

W

Beitrag von carrie23 09.03.10 - 12:18 Uhr

Für ihn wird es normales Gehen sein.
Was willst du tun?
Er ist im Recht solange er keine Partys veranstalltet und laut Cha Cha tanzt kannst du nix machen.
Entweder du gewöhnst dich dran oder du ziehst aus.
Wir haben auch solche Trampeltiere über uns und ja man gewöhnt sich dran.

Beitrag von foppa 09.03.10 - 12:49 Uhr

Danke für Deine Antwort.
Ich werde mich niemals daran gewöhnen, jeden morgen unsanft wach gemacht zu werden mit Trampeln und Türenknallen (er steht vor mir auf). Um 4.45 Uhr morgens war heute das Maß für mich voll. Indem man Rücksichtslosigkeit still hinnimmt, erhebt man sie in den Bereich der Normalität...und so scheint es zu sein: Rücksichtslosigkeit IST heutzutage normal. Das ist es wohl, woran ich mich gewöhnen muss, nicht an das Getrampel.

Beitrag von carrie23 09.03.10 - 13:23 Uhr

Sorry aber was nützt es dir zu streiten?
Genau gar nix, denn davon hört das Getrampel nicht auf, im Gegenteil.
Dafür schreien meine Kinder manchmal und da ich ihnen nicht den Mund zukleben kann, müssen die Nachbarn damit klar kommen.
Ich kann mich nämlich nicht mit einem Knapp zwei jährigen Kind hinsetzen und ausdiskutieren warum es nicht so laut kreischen darf.

Beitrag von windsbraut69 09.03.10 - 14:06 Uhr

Entschuldige, aber wenn Du vom Geräusch des Lichtschalters hochschreckst und noch 30 min. später Herzklopfen hast, bist vielleicht nicht Du als das Maß aller Dinge zu werten...

Es ehrt Dich, dass Du für Deinen Nachbarn das leise Abrollen auf der Fußsohle trainierst, aber Du hast keinen Anspruch darauf, dass das ganze Haus das ebenfalls tut, damit Du nicht aus dem Bett fällst. Genau so wenig kannst Du den Nachbarn angemessenes Schuhwerk aufdiktieren.

Gruß,

W

Beitrag von foppa 09.03.10 - 15:58 Uhr

Hallo Windsbraut,

ich bin vom Trampeln hochgeschreckt, von Dingen, die auf den Boden geknallt wurden, vom Türenschlagen...wohl nicht vornehmlich vom Lichtschalter.

Nein, ich habe keine Ansprüche.
Nein, ich diktiere niemanden etwas auf.

Ich bitte.
Ich frage.
Ich hege die Hoffnung, dass es einen Kompriss, eine Lösung geben könnte. Und hier hatte ich mir ein paar Ratschläge gewünscht...Nicht erwartet habe ich, dass man mir nur Applaus zollt. Aber etwas Konstruktives...das hätte ich wirklich gewartet. Auch ein paar differenziertere Antworten als "Du kannst nicht erwarten dass"....

Zum Beispiel hätte mich eine Erklärung dafür interessiert, warum man so etwas nicht erwarten kann. Aber Erklärungen sind hier nicht gekommen.

Aber wie so oft hier im Forum wird jemand, der Hilfe sucht, als Projektionsfläche benutzt.

Indem man rücksichtslose Krachmeier verteidigt, hat man zugleich ein Alibi für eigenes rücksichtsloses Verhalten. Letzeres ist auf jeden Fall leichter zu bewerkstellen als das Üben in Mühe, Mitgefühl und Achtsamkeit.

Zumindest über VK habe ich ein paar kluge, wertvolle Tipps und Anregungen erhalten, die mir wirklich geholfen haben, die Situation noch einmal in einem anderen Licht zu sehen.

In diesem Sinne klinke ich mich jetzt hier aus.

Gruß,
Foppa


Beitrag von glu 09.03.10 - 09:05 Uhr

Und der hat ein Auge mitten auf der Stirn #schock

Beitrag von foppa 09.03.10 - 09:45 Uhr

Genau DER ist das....

und der frisst jeden Tag mindestens 10 Glus #schock #zitter

Beitrag von diebina 09.03.10 - 09:47 Uhr

... auf den Teil der Geschichte habe ich auch gespannt gewartet... :-D

Beitrag von kimmy1978 09.03.10 - 12:54 Uhr

Ich habe jetzt auch die ganze Zeit beim Lesen auf den Zyklopen gewartet. Aber nix....#kratz

Beitrag von sugar653 09.03.10 - 09:14 Uhr

Hallo,
Dein Nachbar hat recht. Wenn ich hier wegen unseren Nachbarn nur noch durch die Wohnung schleichen müsste, dass wäre ja schrecklich.
Das mit lauter Musik zu vergleichen finde ich nicht gut. Ich hätte auch patzig reagiert wenn ich im Treppenhaus aufgehalten werde und so runtergeputzt werde, nur weil ich in meiner Wohnung die Frechheit besitze zu gehen.
Mietet Euch ein Haus indem ihr alleine seid. Wenn man in einer Gemeinschaft lebt muss man die normalen Geräusche der Nachbarn akzeptieren und ich finde Du solltest Dich entschuldigen.
Liebe Grüße
Nicole

Beitrag von foppa 09.03.10 - 09:41 Uhr

Das Gehen mit lederbesohlten Straßenschuhen auf Parkettboden, das Türenknallen etc. um 4.45 Uhr morgens ist keine Normalität, sondern Rücksichtslosigkeit. Das sind andere Geräusche als die normalen Geräusche, die ich in diesem Haus sonst noch so höre.

Im übrigen lebe ich in einer Eigentumswohnung.

Beitrag von similia.similibus 09.03.10 - 09:44 Uhr

Das sehe ich auch so. #pro Die Gesellschaft scheint immer rücksichtsloser und empathieloser zu werden. :-(

Beitrag von foppa 09.03.10 - 09:48 Uhr

Genau, und diese Rücksichtslosigkeit und Empathielosigkeit scheint heute zur Normalität zu gehören, wie man den Reaktionen einiger User hier sieht. :-(

Beitrag von windsbraut69 09.03.10 - 14:09 Uhr

Ja, Du scheinst Dich ja auch sehr um Dich selbst zu drehen...

Beitrag von glu 09.03.10 - 09:56 Uhr

Ich glaub nicht das es was mit Rücksichtslosigkeit zu tun hat wenn man in der eigenen Wohnung Schuhe trägt! Das muss ich mir ja nun wirklich nicht vorschreiben lassen!

lg glu