wer von euch hat ein altes Bauernhaus? Schönes Wohnen oder Fass ohne B

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von anja-g 09.03.10 - 11:02 Uhr

Hallo!

Wir haben gerade die Möglichkeit ein schönes altes Bauernhaus Bj 1887 zu kaufen. mit sehr großem Grundstück. ES wurde im Laufe der Zeit immer renoviert und modernisiert und auf den ersten Blick ist nicht viel zu machen.

Nun hat uns aber der Bruder der Verkäuferin angesprochen und meinte, er wolle keinen Ärger mit uns und deshalb ehrlich sein: es müsse das 3-Kammer-System erneuert werden (es gäbe auch schon eine Frist seitens der Gemeindeverwaltung), die Isolierung sei total miserabel, an der Wetterseite zieht bei starkem Regen Feuchtigkeit in die Wand was man auch auf den Tapeten dann sieht #schock und der Heizungsfachmann hätte vor einigen Wochen gesagt dass die Heizungsanlage in absehbarer Zeit komplett erneuert werden müsse.

Beim Gespräch am Sonntag mit der Verkäuferin hat sie uns zwar von einem Setzriss in einer Wand berichtet und dass die Isolierung nicht die beste sei, aber das Haus einen Energieausweis bekommt und der Energie-Fritze zufrieden war mit den Werten. Zu der Heizung meinte, sie dass sie schon älter sei aber keine Mängel hätte. Zum 3-Kammer-System hat sie gar nichts gesagt.

wir waren eigentlich überzeugt dass wir es kaufen, aber nach dem Gespräch vorhin überkommen mich arge Zweifel.

Wie sind eure Erfahrungen mit so alten Häusern? Schönes Wohnen auf dem Lande oder ein Fass ohne Boden?

Gruß, Anja

Beitrag von wilma.flintstone 09.03.10 - 11:29 Uhr

Hallo Anja,

das kommt ganz auf den Einzelfall an.

Unseres ist von 1920 und super...

Meine Empfehlung, nimm Dir einen Gutachter und geht mit ihm durch, danach denke ich solltet Ihr ein gutes Gefühl für das Haus bekommen und was es wirklich wert ist. Es muss schon immer mal was gemacht werden, das ist klar, dafür ist es halt auch gebraucht (aber bei einem neuen Haus fängt das auch irgendwann an).

Zum Energiepass: Den bekommt jedes Haus, jede Wohnung die Frage ist nur mit welcher "Note" sprich mit welchen Werten :-)

Gruß W.

Beitrag von miau2 09.03.10 - 13:03 Uhr

Hi,
nimm dir jemanden mit, der sich richtig auskennt- im Zweifel würde ich tatsächlich ein paar Hundert Euro in einen Gutachter investieren.

Entfernte Bekannte haben ein altes Fachwerkhaus. Es ist beides. Wunderschönes Wohnen, einfach nur toll. Und - gleichzeitig ein Fass ohne Boden, sie haben ewig renoviert, ausgebessert. Nur - sie können es sich leisten.

Aber das Haus ist der Wahnsinn...Teile vom Mauerwerk durch Glaseinsätze ersetzt, innen war total entkernt worden, eine sehr offene Aufteilung (man guckt vom Wohnzimmer an der Galerie vorbei bis in die Dachbalken), riesengroß...

Nichts für uns, denn ein Fass ohne Boden könnten wir uns nicht leisten.

Ich würde bei einem alten Haus auf jeden Fall in einen Gutachter investieren, wenn ich privat niemanden hätte, der sich wirklich auskennt. Und der MICH berät, nicht den Verkäufer, und der gegenüber dem Verkäufer absolut keine Interessen hat.

Ich meine - es kann ja auch noch andere Gründe für den Anruf geben...wenn ich mal an die Erbstreitigkeiten in meiner Familie zurückdenke - vielleicht will der liebe Mensch, der Euch die ganzen "Informationen" gegeben hat auch einfach seiner Schwester eins auswischen? WER Euch nicht alles gesagt hat ist halt die Frage...

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von tinaxx 09.03.10 - 13:09 Uhr

Hallo!

Ein solches Haus würde ich nie ohne Gutachter kaufen! Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich als Fass ohne Boden entpuppt, ist einfach zu hoch.

Viel Erfolg wünscht
Tina.

Beitrag von ladymarian 09.03.10 - 13:22 Uhr

Hallöchen!

Wir haben vor 4 Jahren ein Bauernhaus aus dem Jahr 1888 gekauft. Bis auf den Dachstuhl und den Aussenmauern war alles neu zu machen.

Strominstallationen, Dach, Böden, Innenputz, Wasserinstallationen usw.
Wenn man so ein Projekt in Angriff nimmt, macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, nur oberflächlich zu renovieren und nach 5 Jahren wieder von vorne zu beginnen, wenn man eigentlich seine Ruhe haben will.

Ohne Fachmann würde ich ausserdem keinen Kaufvertrag unterschreiben, sonst kann man böse auf die Schn...ze fallen.

Ich bereue es nicht, mit meinem Mann das Haus gekauft zu haben, auch wenn es wirklich sehr viel Energie und Nerven gekostet hat und unsere Ehe auf eine arge Beziehungsprobe gestellt hat.
Dafür ist es jetzt umso schöner! :)

LG, Anita

Beitrag von linnie73 10.03.10 - 13:16 Uhr

hallo,
Ich schließe mich der Mehrheit mit dem Gutachter an, habe vor einem Jahr ebenfalls ein Bauernhaus von vor 1900 für 160 000 gekauft. Maklerin und die alte Hausherrin versicherten dass die Hauptstützbalken usw. in den 80er Jahren komplett neugemacht wurden sind. Hab das geglaubt da das haus in den 80er grundrenoviert wurde (sah man auch am Wohnstil--> grünes Bad usw..)
Nach Monaten fing alles mit einem Rohrbruch im Bad an, ich konnte weder waschen noch baden noch sonst was ohne das alles aus einen unnützen Ablauf im Boden wieder rauskam. Ich entschloß mich das ganze Bad zu renovieren und dann kam eins nach dem anderen. Sobald Tapete oder Fliesen runter sind kommt das Grauen hervor:-(( Ich hab dann die Balken kontrollieren lassen und alles war komplett faul und von Holzwürmern zerfressen. Die Vorbesitzer hatten auf den Treppen und im ausgebauten Dachboden Teppich verlegen lassen um die dicken Löcher zu verstecken.
Schlußfolgerung des Gutachters: Grundsanierung in Höhe von mind. 200 000 euro inkl. neuer Heizung und Stall.
Nur das Dach war gsd in gutem Zustand.
Also lieber Gutachten sonst wirds ne sehr lange und teure geschichte.Aber ansonsten, wohnen auf dem Hof ist echt klasse:-)
LG