Erziehung, wie macht ihr das.....HILFE!!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von kuschl23 09.03.10 - 14:34 Uhr

Hallo,

wie macht Ihr das mit der Erziehung Eures Kindes.

Also unser Sohn ist 3 1/2 Jahre alt und hat momentan irgendwie eine schwere Phase. Er sagt das Wort mit A....., er spuckt einfach auf den Boden und trotz rum.

Wenn wir jetzt zu Hause sind und er was macht, wie handhabt ihr es dann, wenn der Papa was sagt auf seine Art der Erziehung, es Euch als Mutter aber so nicht passt. Misch ihr euch in den Konflikt mit ein oder sagt ihr es später zu euerm Partner, wie ihr es gerne hättet?
Ich weiß momentan nicht, wie wir es am besten handhaben sollten.
Wir kriegen uns in die Wolle wegen der Erziehung unseres Kindes.
Mein Partner meint, dass er es regeln sollte, weil er einfach momentan einen besseren Draht zu unserem Sohn hat.

Habe echt das Gefühl, als ob mir die Erziehung aus dem Ruder läuft, weil er auf mich überhaupt nicht mehr hört mein Sohn.
Das tut echt in der Seele weh, das er nicht auf mich hört. Ich glaube echt, das er mir nicht mehr mag.

Habe manchmal aber auch das Gefühl, dass mein Partner mich nicht unterstütz, wenn ich was sage, was er aber nicht so sieht.

Bin echt ratlos.

Lg Kuschl

Beitrag von simone_2403 09.03.10 - 15:02 Uhr

Hallo

Warum setzt du dich nicht mit deinem Mann zusammen und klärt das wie sich jeder für sich die Erziehung eures Sohnes vorstellt.

Unstimmigkeiten in der Erziehung gibt es immer mal,bei uns ist es aber ein absolutes NoGo den Partner just in dieser Situation darauf hin oder zurecht zu weisen.Das wird dann gemacht wenn das Kind nicht n der Nähe ist.Es gibt keine Vorhaltungen sondern es wird gesagt was man vieleicht hätte anders gemacht oder oder oder .

Du hast das Gefühl das dich dein Partner nicht unterstützt,er hat vieleicht das Gefühl das du seine Autorität untergräbst.Sprecht erst mal Gemeinsam darüber was euch wichtig ist und wie ihr das dann GEMEINSAM umsetzen könnt.

lg

Beitrag von espirino 09.03.10 - 15:14 Uhr

Hallo,

also in der Theorie sollte es schon so sein, daß Mutter und Vater sich über die Grundlinien einer Erziehung im Vorfeld einig sind und bei Unstimmigkeiten diese später in Abwesenheit des Kindes mit dem Partner besprechen.

In der Praxis siehts zumindest bei uns auch manchmal so aus, daß ich Einschränkungen meines Partners den Kindern gegenüber teilweise nicht nachvollziehen kann oder zu kleinlich finde. Manchmal kann ich dann auch nicht an mich halten, ihn direkt (auch vor den Kindern) darauf hinzuweisen, daß ich seine Reaktion jetzt übertrieben finde. Ich hab auch schon oft versucht ihm im Nachhinein zu erklären, wieso ich bestimmte Sachen mit den Kindern lockerer handhabe. Ich möchte keine Drillsoldaten, sondern Kinder mit denen man verhandeln und denen man etwas erklären kann und die ggf. auch eine eigene Meinung vertreten.
Manchmal versteht er mich, manchmal nicht. Meistens aber werden wir uns vor den Kindern auch wieder einig. Ich hab ihm jedenfalls gesagt, daß er 10 Sekunden länger überlegen soll, ob er jetzt gleich "Nein" sagt und ich werde mich nicht postwendend einmischen.

Das Problem bei euch besteht scheinbar darin, daß dir dein Partner die Erziehung komplett aus der Hand nimmt. Ich denke aber, es ist so, daß einer der beiden Elternteile irgendwie das Heft in die Hand nehmen muß, trotzdem das Kind vor beiden Respekt haben sollte. Ihr solltet euch darauf einigen, daß jeder seine Konflikte mit dem Kind selbst austrägt. Heißt, wenn du ein Problem mit eurem Sohn hast regelst du das mit allen Konsequenzen und hat dein Partner eins, regelt er das. Euer Sohn wird den Unterschied zwischen euch sehr bald einzuschätzen wissen. Grundlegende Sachen sollten aber tatsächlich zwischen euch abgesprochen sein.

LG Jana

Beitrag von jazzbassist 09.03.10 - 15:34 Uhr

Ich antworte Ihnen als Mann jetzt einfach mal, wobei ich unterstelle, dass ihr Mann in Ihrer Erziehung eher einen autoritären Ton trifft und sie lieber andere Ansätze verfolgen würden? Entspräche zumindest dem Klischee :-p

Grundsätzlich ist es natürlich sehr empfehlenswert, wenn beide Partner sich schon vorher im klaren darüber sind, wie sie Ihren Sohn erziehen wollen. Es ist wesentlich leichter, vorher über mögliche Erziehungsansätze zu diskutieren, als erst genau dann, wenn der Kleine dann wirlkich mal das A-Wort sagt (was er im übrigen im Kindergarten aufgeschnappt haben wird und es völlig normal ist, dass er es verwendet). Im letzteren Fall fehlt einfach die notwendige Objektivität; denn, dass Kinder immer mal etwas auffressen, ist ziemlich normal. Die Ursache dafür ist also nicht, dass in der Erziehung bisher etwas falsch gelaufen ist. Kinder durchlaufen in ihre Entwicklung sämtliche Phasen, die für und Eltern schönen und die für uns weniger schönen. Das können wir nicht verhindern; sondern nur das beste daraus machen.

Wenn die Erziehungsansätze beider Eltern gänzlich auseinander gehen, würde ich empfehlen, sich langsam anzunähern. Sie könnten in eine Buchhandlung fahren und 2 Erziehungsbücher kaufen. Eines, wo eher Autorität in der Erziehung im Mittelpunkt steht und eines, wo eher versucht wird, mit ganz anderen Ansätzen an Erziehung ranzugehen. Nach der obigen Annahme würde ich Ihnen empfehlen, dass Sie sich dann das Buch mit dem Autoritären Ansatz durchlesen, und ihr Mann das Buch, wo eher andere Ansätze im Vordergrund stehen. Machen Sie sich einfach objektiv schlau, wo ihr jeweiliger Partner bei seinem Erziehungsansatz steht.

Erziehung wird sich nämlich immer genau im Mittelteil von beiden Wegen abspielen; daher ist es ziemlich wichtig, dass beide Elternteile zumindest auch mal die anderen Ansätze gelesen haben. Es wird hier nämlich kein Richtig oder Falsch geben, es wird nur einen Weg geben, mit dem Ihr Sohn einfacher klarkommt als mit anderen Wegen - Kinder sind hier aber völlig unterschiedlicher Natur. Dann würde ich mich einfach abends bei einem Glas Rotwein hinsetzen, und gucken, wie man beide Wege am besten unter einen Hut zaubern kann. Denn bei den meisten Schwierigkeiten in der Erziehung lassen sich beide Ansätze ziemlich schön miteinander kombinieren. Wir machen uns einfach zu nutze, dass das A-Wort nun mal nicht nur einmal fällt, sondern häufiger. Völlig unabhängig davon, ob die Mami es mit Erklärungen versucht oder der Papi eher mit Schimpfen und Fernsehverbot. Völlig objektiv betrachtet scheint also keiner beider Wege so wirklich zu funktionieren :-p

Meine Frau und ich haben es so gemacht, dass wir, wenn ihr ein Prolem festgestellt haben (sei es z.b. Schimpfwörter) wir einfach mal gemeinsam am Abend überlegt haben, wieso unser Sohn das plötzlich tut. Kann er mit den Wörtern eventuell noch nichts anfangen und kennt ihre Bedeutung nicht so richtig? Will er damit nur Aufmerksamkeit erlangen? Versucht er seine Grenzen zu testen? Denn mit Respektlosigkeit hat es nichts zu tun; ein 3-Jähriger kennt das Wort nicht einmal. Schlagen Sie ihre beiden Erziehungsbücher auf! Es gibt für jedes kindliche Verhalten eine Begründung, wenn man die gefunden hat, ergibt sich der Rest eigentlich von selbst. Ein Kind, dass das tut, um Grenzen zu testen, sollte man diese Grenzen natürlich setzen. Ein Kind, dass das tut, um Aufmerksamkeit zu bekommen, kann man mit ganz anderen Ansätzen viel besser erziehen, da sich der andere Ansatz eher kontraproduktiv auswirkt.

Wenn wir gemeinsam der Meinung waren, des Rätsels Lösung gefunden zu haben, haben wir am Kalender einfach einen Termin ausgemacht, bis wann z.B. eine Phase wieder vorbei sein sollte und dann haben wir den abgesprochenen Ansatz verfolgt. Wenn man dann am Termin angelangt ist, weiß man, ob das Problem gänzlich verschwunden ist, zumindest Besserung in Sicht ist; vielleicht hat sich auch gar nichts geändert oder gar noch verschlimmert. Dann sollte man ehrziehungstechnisch einen anderen Weg anschlagen oder dies zumindest in Erwägung ziehen. Wenn man also vorher meinte, dass ist nur eine Phase, die mit gut zureden, Aufmerksamkeit, belohnen etc. lösbar ist und keine Besserung eingetreten ist, sollte man versuchen, einem Kind entsprechend klarere Grenzen zu setzen. Gerade bei so klassikern wie Schimpfwörter, Trotz etc. werden Sie hier im Forum tausende Erklärungen und Möglichkeiten finden, ein Kind erziehen zu können. Machen Sie sich das einfach zu nutze. Sie können nicht alle Probleme mit Autorität lösen; sie können nicht alle Probleme demokratisch lösen.

Ansonsten dürfen Sie ihren Partner (oder Sohn) natürlich jederzeit aus einer Situation rausnehmen, wenn sie merken, dass das gerade in die Hose geht. Das ist wesentlich besser, als wenn ein Kind des unterlassens wegen unter etwas leidet. Das hat nichts mit dem Untergraben von Autorität zu tun; das ist einfach rational. Ein Kind weiß ohnehin, welchen Elternteil es fragen muss, wenn es einen Hund haben will und welchen Elternteil es fragen muss, wenn es abends länger aufbleiben muss. Sie und ihr Partner sind halt 2 völlig unterschiedliche Individuuen und sie brauchen nicht immer als eine Einheit aufzutreten. Ein Kind will von beiden Elternteilen nur geliebt werden und sieht seine Aufgabe nicht darin, ihnen in den Rücken zu fallen.

Der Maßstab ihrer beiden Überlegungen sollte natürlich immer das Wohl des Kindes und seine Entwicklung sein.

Beitrag von marion2 09.03.10 - 18:42 Uhr

Hallo,

wenn mir etwas total gegen den Strich geht, sage ich das sofort. Wir diskutieren sogar vor den Kindern ;-)

Warum auch nicht? Es ist nicht schlimm, festzustellen, dass Eltern 2 Menschen mit 2 Meinungen sind.

Gruß Marion

Beitrag von plda0011 10.03.10 - 15:12 Uhr

Hallo,

also erstmal finde ich, dass jedes Kind anders reagiert, deshalb ist es schwer allgemeingültige Regeln festzulegen.

Bei meinem Sohn hat es gefruchtet Sachen wegzunehmen.

Er hat sehr viele kleine Autos, mit denen er ständig gespielt hat. Eine Zeitlang hat er immer wieder "Scheiße" gesagt und irre laut rumgeschrien (nicht weil er Schmerzen hatte oder so, sondern weil er's halt konnte). Da hab ich ihm immer eins der Autos weggenommen. Das hatte zwar keinen direkten Bezug zur Tat (sollten Stafen ja eigentlich haben) aber es war immer dasselbe und er kannte es schon.

Die Autos wurden auf dem Schrank gesammelt und am nächsten morgen zurückgegeben mit der Erinnerung "Nicht Schreien! Nicht blödes Zeug sagen!"

Das ging soweit, dass er irgendwann mal aus seinem Zimmer kam, mir ein Auto gab undgesagt hat "Ich hab Scheiße gesagt!" ;-)

Ich bin dabei meistens ruhig geblieben, als hätte das nichsts mit mir zu tun und als fände ich es jetzt auch schade, dass die Autos weg müssen, aber dass es eben halt so sei... Hat geklappt.

Wenn er irgendwem weh tut, muss er 3 Minuten weg (Wer andren wehtut, muss alleine bleiben - hat sogar Bezug *gg*) - in sein Zimmer oder so.

Wenn mein Mann zu Hause ist und in einem Konflikt mit Fabian steckt, mische ich mich eher nicht ein, auch wenn ich es anders geregelt hätte. Wenn es mich zu sehr stört, spreche ich später mit ihm. Gaaanz selten bin ich auch schon dazwischen, dann muss aber was ziemlich schief gehen (meine Ansicht nach).

Ist halt schwierig, wenn ihr ganz unterschiedliche Vorstellungen habt. Wie ihr euch da zusammenraufen könnt, müsst ihr selbst rausfinden befürchte ich...

lg