Wechsel in Waldorfschule nach der Grundschule? Erfahrungen??

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von schnuputor 09.03.10 - 15:12 Uhr

Wenn ich schon mal in anderer Sache im Forum bin, möchte ich gleich eine zweite Frage los werden, die mich schon lange beschäftigt:

Hat hier jemand Erfahrungen gemacht mit dem Wechsel auf die Waldorfschule nach der 4. Klasse? Und inwieweit findet dann die Empfehlung (Haupt-, Realschule o. Gymnasium) Berücksichtigung?

Unser Sohn "paßt" unserer Meinung nach nicht so recht in die Regelschule. Obwohl wir sicher keine Vorzeige-Waldorf-Eltern wären #augen, könnten wir uns vorstellen, daß er dort gut aufgehoben wäre. Gibt es irgendwelche Probleme bei einem doch recht späten Wechsel? Er ist jetzt in der 2. Klasse, fühlt sich wohl dort und wir wollen ihn nicht rausreißen. Aber wenn ohnehin ein Schulwechsel ansteht... Wie sind Eure Erfahrungen? Werden solche Kinder überhaupt gerne genommen? Ist es vielleicht sogar keine Seltenheit und Sorgen unbegründet? Gibt es hier andere untypische Waldorfeltern, die sich trotzdem irgendwie arrangiert haben?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Beitrag von shorty23 09.03.10 - 16:24 Uhr

Hallo,

ich habe damit keine eigenen Erfahrungen, aber das Kind unserer Nachbarn ist nach der 3. oder 4. Klasse in die Waldorfschule. An der Schule machen sie wohl regelmäßig zur 5. Klasse eine eigene Klasse (mit 25-30 Schülern) aus staatl. Schulen auf. Das heißt, das ist überhaupt keine Seltenheit!!! Das Kind der Nachbarn fühlt sich dort sehr wohl. Ihr großer Bruder ist auf einem staatl. Gymn. fühlt sich dort auch wohl ...

Ich würde an eurer Stelle mal zum Tag der offene Tür der Waldorfschule gehen und auch mal zu einem Gespräch dort gehen, die können euch bestimmt am besten sagen, wann ein Wechsel am besten ist bzw. geht usw.

Übrigens finde ich, dass die "typischen" Waldorfeltern zumindest bei den Waldorfschulen, die ich hier kenne, eine Minderheit sind. Unsere Nachbarn sind überhaupt keine "typischen" Waldis und das Kind fühlt sich trotzdem wohl und den Eltern geht es auch gut damit (Mutter ist übrigens Lehrerin an einer staatl. Schule!).

LG

Beitrag von gunillina 09.03.10 - 17:14 Uhr

Bekannt von uns haben das gemacht, sie sind sehr zufrieden. Das eine Mädchen (Zwillinge) kam gut in der Regelschule zurecht, das andere hatte eher andere Begabungen, als Leistungen auf Druck zu erbringen (sehr ehrgeizige Grundschule hier bei uns...). Nun ist eben eine zur Waldorfschule gewechselt, die andere aufs Gymnasium, alles ist hübsch, alle sind glücklich.
Aber der Wechsel war schon ein Aufwand, denn es muss na klar auch Platz in der neuen Klasse sein.
Ich bin manchmal auch am überlegen, ob es für unseren Großen evtl. auch eine Möglichkeit wäre. Ich behalte unsere Waldorfschule vor Ort im Auge, so viel steht fest.
Ich bin also gespannt auf weitere Antworten!:-)

Beitrag von schnuputor 09.03.10 - 18:52 Uhr

Danke für Deine und die anderen Antworten. Klar, daß eine naserümpfende Frage nach den "typischen Waldorfeltern" kommen mußte #schein. So genau kenne ich die ja auch nicht. Hatte zu meiner Schulzeit eine Freundin aus der Waldorfschule und die Mutter hat sich auch zu Hause strikt an die Vorgaben gehalten (kein Fernsehen, keine Filzstifte, keine Comics etc.). Das ist aber auch schon über 20 Jahre her (upps, bin ich schon so alt #kratz). Naja. Jedenfalls wollte ich mich hier im Forum schon mal vorab etwas informieren. So ein Infotag hat ja noch Zeit, nächstes Jahr dann sicher. Unser Sohn kann jedenfalls unter Druck auch nicht arbeiten, braucht viel Zuspruch und Bestätigung. Er interessiert sich nicht für Fußball, vielmehr für Musik, Kunst, Basteln u.a.. Ich denke dann oft an das zurück, was meine damalige Freundin so in der Schule gemacht hat und denke, daß er gut in das System reinpassen würde. Unsere Tochter hingegen ist ein ganz anderer Typ Mensch. Bei ihr könnte ich es mir nun gar nicht vorstellen, in die Waldorfschule zu kommen.

Also nochmal danke. Und wer noch was zu schreiben hat: Nur zu! Aber es soll sich bitte niemand angegriffen fühlen #hicks.

Beitrag von gunillina 10.03.10 - 06:48 Uhr

Guten Morgen!
Schnell, bevor der Tag richtig losgeht: Bei uns ist es so, dass die Klassen in der Waldorfschule sehr groß sind, über 30 Kinder. Das schreckt mich ab.
Ich kann nur von mir ausgehen, ich war früher in so einer klitzekleinen Schule mit 12-18 Kindern in einer Klasse, es war ein Traum.
Da finde ich es schon recht schwierig, einzuschätzen, wie es in einer Klasse mit mehr als 30 Kindern läuft.
Sowieso muss ich mir auch erst einmal den ganzen Ablauf näher anschauen...
Also, schade, dass hier nicht mehr Antworten gekommen sind, vielleicht kommt ja noch etwas dazu...
Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung!
G#liebdrueck

Beitrag von diegute 09.03.10 - 17:24 Uhr

Hallo,

was sind typische Waldorfeltern?

Wer kann mir das erklären?

Lg diegute

Beitrag von polly1 10.03.10 - 14:26 Uhr

;-) Vegan, Vegetarisch, Vollwertig, Pädagogisch, Ökologisch, Biologisch, Homöopatisch, Ungeschminkt in Outdoorkluft oder selbstgefilzter Tunika ...

Beitrag von bipi168 22.04.10 - 23:16 Uhr

*looooooooooooooooooooool* geil und wie wahr ;-)

eine untypisch-wildhaarefärbende-fleischfressende-unökologische waldorfmutter

Beitrag von abenteuer 09.03.10 - 19:03 Uhr

Huhu.
Eine ehem. Mitschülerin von mir war auf einer Waldorfschule. Sie wechselte nach der 10. Klasse auf eine Gesamtschule, da die Lehrer der Waldorfschule daran zweifelten, dass sie überhaupt den Hauptschulabschluss schafft.
Anna (so hieß das Mädel) wollte nicht 12 Jahre zur Schule gehen, um dann keinen Abschluß zu haben. Da es keine Noten etc. gab, war sie damals wohl sehr faul. Sie erzählte oft, dass sie keinen Grund fürs Lernen gesehen habe.

Auf der Gesamtschule dagegen bemühte sie sich. Schon bald wurde sie besser und besser. Am Ende der 10. Klasse erhielt sie die Berechtigung für die Oberstufe. Dort machte sie dann auch mit mir ihr Abitur.
Soweit ich weiß studiert sie heute Jura.

Was wäre wohl aus ihr geworden, wäre sie auf der Waldorfschule geblieben? Sie meinte übrigens, dass ihre damaligen Mitschüler dort auch nicht grade motiviert waren etwas zu lernen...

lg abenteuer

Beitrag von eriks_mama 10.03.10 - 05:13 Uhr

was soll das den heissen??????

Was wäre wohl aus ihr geworden,wenn sie Walddorfschülerin gebleiben wäre???#schock

Jedem seine Meinung über Waldorf-auch ich bin noch nicht sicher ob diese Schule was für meine Kinder ist-aber dieser Satz schockiert mich echt.
Was stellst Du Dir denn vor???Meinst Du damit ist vorprogrammiert dass aus diesen Kindern nichts wird?

Meine Cousine war Waldorfschülerin-ist heute erfolgreiche im Gartenbau tätig(Botanischer Garten) und ach ohhhh Schreck mein Internist(Arzt!!!!!) war auch Waldorfschüler.

Immer dieses Vorurteil aus allen Waldorfschülern kann nicht werden oder die kämen im normalen Leben nicht zurecht usw. usw-oder machen den Eindruck als wären sie "nicht ganz dicht".....
Ich rege mich nicht darüber auf weil ich heisse Waldorf Verfechterin bin-im Gegenteil bin mir ja selber noch nicht mal sicher.....
Aber gerade deswegen informiere ich mich ja erstmal und schaue mir Leute in meinem Umfeld an-erst dann kann ich auch urteilen;-)

Trotzdem allen noch einen wunderschönen Tag-lg susi

Beitrag von gunillina 10.03.10 - 06:45 Uhr

Na, sie hat doch nur eine Situation, einen Fall beschrieben, den sie als Mitschülerin sehr subjektiv gesehen hat.:-)
Wir müssen uns jetzt nur die richtigen Informationen raussuchen, die wir an der Waldorfschule interessiert sind...#schwitz
Ausserdem ist ohnehin JEDE Waldorfschule anders. Je nach Leitung und Umsetzung des Konzepts.
Friede:-)!

Beitrag von cashmere0815 10.03.10 - 14:36 Uhr

Hallo,
unsere Tochter ist seit diesem Schuljahr auf eine Waldorfschule. Sie besucht dort die 4.Klasse. Wir haben uns nach langem Kampf dazu entschlossen, weil sie den Druck der Regelschule überhaupt nicht gewachsen gewesen war. Wobei sie vom Schulstoff her immer 1 Jahr im voraus gewesen sind, da ja 5 Kinder in der Klasse hätten springen könnnen, weil sie so intelligent sind, aber es nicht getan haben. Die anderen 20 Kinder mussten halt mithalten.
Ja, nun ist das Schuljahr noch nicht ganz zu Ende und wir überlegen ernsthaft, sie evtl. auf eine Gesamtschule zu schicken. Meine Tochter, die ziemlich lernfaul ist, sagt von sich aus, das sie den Eindruck hat, sie würde dort nicht viel lernen. Das Gefühl haben wir auch. Dann sind da noch andere Eindrücke/Gefühle, die uns nicht sonderlich gefallen. Das bekommt man beim Probeunterricht leider nicht mit, wobei meine Tochter nur an einem Tag "getestet" wurde. Normalerweise sollen die Kinder 7 bis 14 Tage hospitieren.
Ich kann Dir nur sagen, hör Dich im Umkreis um....und lass auf jeden Fall Deinen Sohn hospitieren. Und frag ihn nach seinem Eindruck und lass Dir den Unterrichtsablauf schildern! Ganz wichtig! Waldorfschule ist nicht gleich Waldorfschule! Wir haben versucht unsere Tochter an einer anderen Waldorschule anzumelden, da wir mit dem Konzept konform gehen. Aber gute Waldorfschulen sind restlos überfüllt und man steht auf Warteliste. Ich muss dazu sagen, unsere Schule befindet sich im Aufbau, aber die Schüler kommen und gehen. Es ist eine hohe Fluktuation und das hat auch seinen Grund. Leider!

Beitrag von schnuputor 10.03.10 - 14:56 Uhr

Danke für Deinen Beitrag, den anderen auch schon mal. Ist ja alles nicht so einfach. Wie bekomme ich denn raus, ob es eine "gute" Waldorfschule ist? Wir leben im Landkreis Augsburg. In Bayern ist der Unterrichtsstoff eh ganz schön straff. Unser Sohn ist auch nicht besonders lernwillig, Hausaufgaben, das Nötigste eben, mehr nicht. Und in den Lernzielkontrollen haut er - wohl vor Nervosität - lauter Fehler rein. Zum Glück ist das nicht in allen Bereichen so. Aber dennnoch denke ich, daß er mehr drauf hat, als er zeigen kann. An unsere Grundschule ist eine Hauptschule angeschlossen. Schon deshalb hagelt es natürlich Hauptschul"empfehlungen", weil sie ihre Schule vollbekommen wollen. Da bekommt man schon etwas Panik. Im Freundeskreis spiegelt sich das auch schon wieder. Man muß sich beinahe schon "schämen", wenn man sich sein Kind aufs Gymnasium wünscht. Dann hört man sowas, wie "ach nee, da muß das Kind ja mit dem Zug fahren..."... So sieht es hier aus.

Beitrag von cashmere0815 10.03.10 - 17:21 Uhr

hmm...ich wohne in NRW und hier ist es genau andersherum. Ziel der Eltern ist es, ihr Kind auf´s Gymasium zu schicken, egal wie. Die Kinder werden gedrillt bis zum geht nicht mehr. Die Eltern verlangen das ja regelrecht und die Lehrer spielen mit. Nachmittags ist keine Zeit mehr zum Spielen, weil ja noch gepaukt werden muss. Nichts gegen Kinder, denen das Lernen in den Schoß fällt. Die sollen ruhig auf´s Gymnasium gehen. Ich habe aber soviel mitbekommen mit anderen Eltern...da wird bei den Hausaufgaben nur rumgeschrien und das Kind drangsaliert...Hauptsache Gymnasium. Das wollte ich nicht. Meine Tochter war auch schon fertig mit den Nerven und wir auch, deshalb Waldorfschule. Deshalb meinte ich ja, die Schulform ist für sie ideal. Sie ist dort glücklich und ausgelassen. Aber die Schule....hmm na ja. Wir versuchen es weiter, sie auf eine andere Waldorfschule zu bekommen oder aber Gesamtschule.
Ja, wie bekommt man raus, ob es eine gute Schule ist?! Schwierig....setz Dich mit der Schule in Verbindung und frag an, ob Du dort hospitieren kannst...wenn nicht, dann aber Dein Kind. Regulär wird das eigentlich eh schon gemacht. Außer bei uns. Ich habe nach 3 monatigen Schulbesuch durch Zufall 1/2 Stunde am Unterrichtsgeschehen teilgenommen und war über den Unterricht bzw. Nicht-Unterricht entsetzt. Als ich meine Tochter zu Hause gefragt habe, ob das ständig so sei, hat sie das bejaht und mir einige Geschichten erzählt. Da sträuben sich mir wirklich die Nackenhaare. Nochmal würde ich meine Tochter dort definitiv nicht anmelden. Das Problem ist, sie nehmen jedes Kind an, da es ja eine Schule im Aufbau ist. Aber die Qualität leidet darunter, so dass viele ihre Kinder schon wieder von der Schule genommen haben.
Dein Sohn wird wahrscheinlich 1-2 Wochen Probeunterricht dort machen (alte Schule gibt dafür frei) und dann lass Dir wirklich zu Hause alles haarklein von ihm erzählen über das Unterrichtsgeschehen und das Sozialverhalten. Und dann bist Du im Bilde.
Wenn ich überlege, dass mein Sohn eine Hauptschule besucht, wo überwiegend Migrationskinder sind, dann kann ich da nur positives von berichten. Davor hatte ich ursprünglich am meisten Angst...die ganzen Vorurteile etc. Es gibt dort auch hin und wieder Probleme, aber so massive wie auf dieser Waldorfschule bei weitem nicht. Und da habe ich im Leben nicht mitgerechnet.

Beitrag von miriamarla 31.05.10 - 10:35 Uhr

hallo,
ich empfehle ihnen das buch von
Thekla Thome mit dem Titel "WALDORFSCHULE? WALDORFSCHULE!"
Auch mein Sohn ist nach der 3. Klasse in eine Waldorfschule gewechselt.
Er ist inzwischen in der 7. Klasse und ich bin mir sicher, dass er in der Oberstufe die Abschlüsse machen wird, die er auch nach 12 Jahren purem Stress auf der staatlichen Schule machen würde. Nur hatte er die Chance seinen Blickwinkel zu erweitern. Er hat viele Dinge gelernt und verinnerlicht, die im staatlichen SChulsystem auf der Strecke bleiben.
Nur Mut.