Meine Mama ist vor knapp 2 Wochen gestorben

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von mucki288 09.03.10 - 21:30 Uhr

Am 18.2.10 wurde ich nachts um 2 Uhr vom Krankenhaus angerufen,dass meine Mama soeben verstorben ist...

Seitdem steht meine Welt still und nichts ist mehr wie es war!

Wir haben 4,5 Jahre mit ihr gelitten, gekämpft, gehofft und gebetet.

Immer wieder habe ich mit den Ärzten angelegt, habe gedroht, genervt und ihnen gezeigt, dass ich den allergrössten Einsatz erwarte und verlange... Obwohl man uns schon beim Ausbruch der Krankheit im Aug. 2005 keine Hoffnung mehr machte, hat meine Mama es allen gezeigt und überlebt!
Ich war damals ganz frisch schwanger und sie lag fast meine gesamte Schwangerschaft im Koma .. aber sie überlebte,weil sie ihren Enkel noch sehen wollte.
Danach kamen viele weitere Rückschläge, sie war durch die Ersterkrankung so geschwächt, dass sie auch für andere Dinge anfällig wurde, bzw. ihr Körper war durch die Schwere der Erkrankung so geschwächt, dass immer mehr neue Dinge dazu kamen. Sie lag seit 2005 jedes Jahr für mehrere Monate im KH. Immer näher am Tod als am Leben. Aber sie hat es immer geschafft.
In der Zwischenzeit hatte ich 2008 und 2009 3 Fehlgeburten, meine psychische Verfassung wurde aufgrund dessen immer schlechter. Die ständige Sorge um meine Mama und dann auch noch 3 verlorene Kinder, das war alles zuviel für mich...
Am 28.12. kam meine Mama wieder ins KH -- Lungenentzündung, bei ihrer vorgeschädigten Lunge schon fast ein Todesurteil. An Silvester dann Lungenversagen, Koma, und erstaunlicherweise 3 Wochen später...auf dem Weg der Besserung. Dann plötzlich eine offene TBC, mit Antibiose gut im Griff...
Am 16.2. wurde sie von der Intensiv auf die Normalstation verlegt, es gehe ihr so gut, die Werte seinen stabil, jetzt geht es nur noch um die Mobilisierung..
Am 17.2. sagte ich noch zum Arzt, meine Mama gefällt mir gar nicht, sie war total schwach, konnte fast nicht reden, schwitzte so stark, einfach erbärmlich...
Er sagte nur, keine Sorge, es sei alles unter Kontrolle.
Darauf habe ich mich verlassen - und nur 8 Stunden späte ist sie gestorben!!!!

Hätte ich nur wieder mehr Druck gemacht!! Ich fühl mich so schuldig! Sie ist weg, kommt nie wieder, ich hab keine Mama mehr, nie wieder ! Und alles nur weil ich keine Kraft mehr hatte für sie eine Rückverlegung auf die Intensiv rauszuschlagen. Nein, ich dachte mir, dann red ich halt morgen mit dem Oberarzt... Es ist so schrecklich !!!!
Wie kann man so einen Verlust nur überleben?? Ich vermisse sie so unendlich !!! Und ich habe ihr am letzten Tag zwar gesagt, dass ich sie lieb habe, aber sie war "so weit weg" ich bin mir nicht sicher, ob sie es gehört hat...
Ich wollte immer bei ihr sein, wenn sie stirbt und nun ist sie nachts allein im KH gestorben!! Das werde ich nie überwinden, ich fühle mich so schlecht!!

Sorry für den langen Text, es ist nur alles so schrecklich...ich musste mir das mal von der Seele schreiben...

Traurige Grüße
Sabine

Beitrag von frederike05 09.03.10 - 21:48 Uhr

Liebe Sabine!

Mein herzliches Beileid, es tut mir so leid was passiert ist und ich kann Dich so gut verstehen. Ich musste meine Mama im August gehen lassen, Sie war erst 57 Jahre.

Ich habe meiner Mama auch noch gesagt, obwohl Sie auch nicht mehr bei Bewusstsein war, dass ich Sie ganz doll lieb habe und das Sie eine ganz tolle Mama und Oma war, glaub mir, auch Deine Mama hat Dich gehört.

Meine Mama ist auch gegangen als Sie ganz alleine war, glaub mir, Sie wollte das so.

Lass Deiner Traurigkeit und Deinen Tränen freien Lauf, wann immer Dir danach ist, mir hat das geholfen.

Weißt Du meine Mama ist in einer Vollmondnacht gestorben und die Psychologin hat da zu mir gesagt, dass oft die Menschen in einer Vollmondnacht gehen, aber genauso gut werden Babys in einer Vollmondnacht geboren und ich habe erfahren, dass ich schwanger bin, als Vollmond war. Vielleicht schickt auch Deine Mama Dir einen Krümel.

Ich #liebdrueck Dich ganz doll.

#kerze für Deine Mama
#kerze für meine Mama

Beitrag von arkti 09.03.10 - 22:38 Uhr

So ähnlich geht es mir auch, nur das es bei mir mein Papa war.
Ich wollte auch bei ihm sein, aber es ging so schnell das die Nachtschwester vom Hospiz nicht mehr anrufen konnte.
Sie war dann bei ihm.
Ich komme damit und mit einigen anderen Dingen die vorher im Krankenhaus passiert sind bis heute nicht klar.
:-(

Beitrag von connie36 10.03.10 - 08:30 Uhr

hi
es tut mir sehr leid um deine mutter, und um deinen verlust mit ihr.
aber du darfst dir nicht sagen, du wünschtest du hättest mehr druck gemacht.
es hätte das unvermeidliche nur hinausgezögert. du bist enttäuscht, das sie alleine bzw. du nicht bei ihr warst, ich bin mir sicher, sie wusste das du für sie dagewesen wärest.
viell. war es für sie auch einfacher, "endlich" aufzugeben als sie alleine war.
das wird wohl immer etwas bleiben, das wir nie zu 100% herausfinden können.
denke an deine mama, wie sie gekämpft hat, und nie aufgeben hat. jetzt hat sie ihre ruhe.
wünsche dir ganz viel sonnenschein.
conny

Beitrag von nala22 10.03.10 - 15:59 Uhr

Hallo Sabine,

das ist normale Trauerbewältigung die Du gerade durchlebst...Wut, Hass, Verzweiflung alles scheint schier überzukochen, die Emotionen hat man garnicht im Griff.
Dieser unendliche Schmerz, jeder Mensche der Jemanden Liebes verliert spürt dies.
Ich habe auch erst vor Kurzem meine Omi verloren und ich habe mir auch Vorwürfe gemacht, wäre ich doch mehr auf sie eingegangen, hätte ich ihr doch mehr geholfen.
All dies geht einem durch den Kopf und man sieht Dinge die man gemacht hat und Dinge die man hätte lieber machen sollen.
Aber das Leben ist nun einmal sehr hart und nichts im Leben läuft planbar.
Man muss es akzeptieren wie es gelaufen ist auch wenn man es sich anders gewünscht hätte.
Ich denke Deine Mutti wusste das Du sie liebst und das Du alles getan hast, was in Deiner Macht stand.

Meine Omi wurde auch aufgegeben...für mich aufgegeben, aber die Ärzte wussten was sie tun, auch sie sind nur Menschen und können keine Wunder vollbringen, dass ist schmerzlich diese Einsicht, aber es ist die Realität.

Es tut mir sehr Leid für Dich, seine Eltern zu verlieren ist mit das Schlimmste im Leben.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und das Du bald über die schönen Dinge mit Deiner Mutti wieder lachen kannst.

Stille Grüsse!

Beitrag von saphira_2004 11.03.10 - 11:07 Uhr

Hallo Sabine....

Ich weiß wie du dich im moment fühlst,

wenn man doch nur die Zeit zurück drehen könnte....

Ich habe am 13.2. meinen Bruder verloren... er und seine Frau waren mitten in der Nacht mit einem Taxi auf den Weg ins KKH (schlimme Magendarmgrippe)...plötzlich bekam er einen Herzinfarkt...
Meine Schwägerin macht sich auch Vorwürfe... warum sie kein Krankenwagen gerufen hat....
Sie fragt sich immer wieder WARUM?????
Woher soll man wissen das es sooooo schnell zu Ende geht!!!

Ich habe innerhalb von 5Jahren 2liebende Personen aus meiner Familie verloren!
Ich bin nicht mehr ICH.. weil ein Teil von mir fehlt.. das können auch meine Kids nicht ersetzen...

Meine Mam ist 2005 von uns gegangen.... sie war sehr erkrankt... es tut heut noch sehr sehr weh..
Ich habe es aktzeptiert... es war besser für sie... bevor sie sich über den heissen Sommer gequält hätte!

Klar du machst dir jetzt Vorwürfe... da du in dem mom an dich gedacht hast... und warst der Meinung"Morgen kläre ich das"
aber in einpaar Jahren, wirst auch du dir eingestehen, das es genau die Zeit für sie war, nachdem was sie durchgemacht hat!

Mitfühlende Grüße Ivonne