...von fremden Mann angesprochen...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 11:37 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Ich muss euch mal erzählen, was heute früh auf dem Weg zum Kiga passiert ist.

Unser Kiga ist auf einem Krankenhausgelände, auf dem es u.a. auch eine Station für Suchtkranke gibt. Das heißt, hin und wieder begegnen einem dort schon etwas komische Gestalten (nicht im Kiga, der eist eingezäunt ;-) ).

Heute morgen kam uns auf einmal ein ungepflegter Mann entgegen. Der sah uns, begann irgendein Lied zu singen und ging zielstrebig auf Roisin zu und wollte ihr die Hand geben. Kann sein, dass er betrunken war, ich weiß es aber nicht.

Ich habe sie schnell an die Hand genommen und sie weggezogen und bin weitergegangen.

Vor der Kigatür habe ich ihr dann gesagt, dass sie fremden Leuten nicht die Hand geben muss. Dass war auch in Ordnung für sie.

Jetzt überlege ich die ganze Zeit, ob und wie ich mit ihr nochmal darüber sprechen soll. Wie erklärt man einer knapp Dreijährigen, wie sie sich Fremden gegenüber verhalten muss?

Will ihr ja auch keine Angst machen.

Warscheinlich war die Situation heute morgen ganz harmlos aber ich mache mir Gedanken, weil eben heutzutage soviel passiert.

Wart ihr schon mal in der Situation? Wie habt ihr euch verhalten?

Gibt es ein gutes Kinderbuch zu dem Thema?

LG Andrea mit Roisin (fast 3) und Fiona (6 Monate)





Beitrag von schachti2005 10.03.10 - 11:42 Uhr

Hi!

Mal ne Frage.
Ihr kommt aber nicht manchmal aus dem Vogtland und der Kindergarten ist in der Stadt beginnend mit einem "R"...
(Sorry, aber will es nicht öffentlich schreiben. Umsonst nennst ja sicher euren Ort in der VK auch nicht. ;-))

Von meinem Mann die kleine Nichte geht nämlich dort und der Kindergarten ist auch auf einem Krankenhausgelände mit so einer Stadion...
Die ist gleich unterhalb vom Kindergarten.
Ich hätte überhaupt Angst meine Kinder dahinzuschicken.
Aber mehr wegen der Umgebung.

LG Sandy

Beitrag von schachti2005 10.03.10 - 11:43 Uhr

Sorry, meinte Station.

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 11:50 Uhr

Hallo!

Nein, wir sind aus Norddeutschland.

Auf diesem Krankenhausgelände gibt es sogar drei ganz tolle Kindergärten aber halt auch diese Entzugsstation.

Die Kigas sind alle eingezäunt und die Kinder halten sich nur beim Bringen und Abholen außerhalb dieses Zaunes auf. Also alles ok für mich.

Menschen mit "bösen Absichten" können einem ja auch überall begegnen und Suchtkranke sind ja auch nicht gleich pädophil.

Ich war nur heute früh das erste mal in dieser Situation und weiß nicht genau, wie ich damit umgehen soll.

LG Andrea

Beitrag von nina_1981 10.03.10 - 11:57 Uhr

Hallo Andrea,
ich war gerad letzte Woche auf einem Infoabend zu dem Thema: "ich gehe nicht mit Fremden mit"
Das erste, was der Polizist gesagt hat, war: "Benutzen Sie ihrem Kind gegenüber NIEMALS das Wort fremd. Kinder können das Wort nicht einordnen und wissen daher nicht, wer fremd ist und wer nicht"
Zum Beispiel sollte natürlich niemand dem Kind anbieten, es mit nach Hause zu nehmen o.ä. Egal ob es der Nachbar (ist der fremd??? oder kennen wir den, weil wir ihn grüßen?), der Onkel (der ist natürlich nicht fremd) oder ein tatsächlich unbekannter Mensch ist.
Am besten hat mir dieser Satz gefallen und den versteht auch deine Tochter: Ich gehe nur mit jemandem mit / spreche mit jemandem wenn Mama und Papa bescheid wissen und es erlauben.
Maximal sollten Kinder mit unbekannten Personen höchstens drei Sätze sprechen, dann die Unterhaltung beenden ("Tschüs, ich gehe jetzt") und natürlich schon vorher einen großen Schritt zur Seite gegangen sein, um Öffentlichkeit herzustellen.
Gut, das ist jetzt für deine 3jährige wahrscheinlich noch nicht so wichtig, aber die Kinder werden ja auch größer, oder?

Grundsätzlich brauchen meine Kinder niemandem die Hand geben, wenn sie das nicht wollen. Und Leuten, die sie nicht kennen, schon mal gar nicht.

Genauso würde ich es der Kleinen erklären. Da kann man sich ruhig mal über die Höflichkeitsfloskeln hinweg setzen. DU hättest dem Mann doch sicher auch nicht die Hand gegeben, oder?

Guck mal bei Amazon, da gibt es ein paar wirklich schöne Bücher zu dem Thema!

Viele Grüße
Nina mit Leonie (6Jahre) und Ben (3 Jahre)

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 12:06 Uhr

Hallo Nina!

Vielen Dank für deine guten Denkanstöße!

Im ersten Moment, war ich total irritiert. Man rechnet ja auch nicht mit so einer Situation.

Das mit dem "fremd" leuchtet mir ein!

LG Andrea

Beitrag von espirino 10.03.10 - 12:04 Uhr

Hallo,

gestern gabs schon ein ähnliches Thema. Ich würde immer einen großen Bogen um undeffinierbare Gestalten machen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=21&tid=2534155#16075085

LG Jana

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 12:11 Uhr

Hallo Jana,

wenn ich von weitem eine "undefinierbare Gestalt" sehe, würde ich auch einen weiten Bogen machen.

Aber das war in diesem Moment wirklich überraschend und nicht vorhersehbar.

Danke für deine Antwort.

LG Andrea

Beitrag von bambolina 10.03.10 - 12:06 Uhr

Hallo Andrea,

wie du unten schon geschrieben hast, muss ein Suchtkranker nicht gleich phädophil sein, schlimmer sind die "seriösen" die womöglich noch im Anzug und Kravatte durch die Gegend laufen...

Es ist schwierig einem knapp 3-jährigem Kind zu erklären, wie man sich Fremden gegenüber zu verhalten hat. Meine Tochter hatte die "Unart" alle Leute anzusprechen, sei es im Supermarkt oder auf der Strasse. Die älteren Damen waren meist sehr angetan von meinem Kind und konnten gar nicht verstehen, wenn ich ihr verbat, ständig fremde Leute anzusprechen.

Ich hab ihr immer versucht zu erklären, dass nicht alle so lieb sind, wie die nette Dame im Supermarkt, sondern dass es manchmal auch böse Menschen gibt. Dass man nie weiß ob die fremde Frau oder der Mann lieb sind, weil wir sie nicht kennen und eben deshalb auch aufpassen muss.
Es hat lange gedauert, aber sie hat es irgendwann verstanden. Inzwischen ist sie 5 Jahre, spricht nicht mehr alle an und begegnet fremden Leuten meist mit einem "gesunden" Misstrauen.

lg bambolina

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 12:16 Uhr

Hallo Bambolina!

Roisin ist fremden Menschen eigentlich nicht so aufgeschlossen und auch eher misstrauisch.

Sie hätte dem Mann mit ziemlicher Sicherheit die Hand auch nicht gegeben aber ich habe das Gefühl, ich muss das Thema vertiefen, damit es auch wirklich nie schief läuft.

Ich bin nicht so sicher, ob sie versteht, dass einige Menschen böse sein können und andere nicht.

Dafür ist sie einfach noch zu klein.

LG und Danke!

Andrea


Beitrag von bambolina 10.03.10 - 12:36 Uhr

Hallo Andrea,

warum sollte sie es nicht verstehen? Es sind auch manche Kinder im Kindergarten böse, weil sie einem z.B schlagen... das versteht sie doch auch?
Du brauchst ihr ja nicht gleich mit Missbrauch oder Entführung kommen ;-)

Bei uns ist ne zeitlang einer mit nem weissen Auto rum gefahren und hat kleine Kinder angesprochen. Das kam nach und nach raus, weil die Kids es daheim erzählt haben und es sich auch unter den Müttern sich rum gesprochen hat.

Ich finde man kann nie früh genug anfangen, den Kleinen zu erklären, dass nicht alle lieb sind.
Dazu passiert einfach zuviel...


liebe Grüße zurück
bamolina

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 12:40 Uhr

Hallo!

Du hast ja grundsätzlich recht. Ich will ihr aber auch keine Angst machen.

Ich muss das ganze nur ihrem Alter entsprechend "verpacken".

LG Andrea


Beitrag von bambolina 10.03.10 - 12:51 Uhr

Du hast es ja schon geschrieben "ihrem Alter entsprechend verpacken" :-) denke dann wird sie auch keine Angst bekommen.

Im übrigen, die Freundin meiner Tochter (fast 4) hat - woher auch immer - Angst vorm bösen Mann. Keine Ahnung, ob sie was von anderen Kindern aufgeschnappt hat...
Aber ehrlich gesagt ist mir ihr Verhalten (vieleicht auch Angst) fremden Männern gegenüber bedeutend lieber wie das frühere eher lockere Verhalten meiner Tochter.

lg bambolina

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 13:05 Uhr

Hallo!

#pro. Das ist mir auch lieber als der allzu unbefangene Umgang mit fremden Leuten.

Danke und eine schönen Nachmittag!

LG Andrea

Beitrag von bambolina 10.03.10 - 15:19 Uhr

dir auch #liebdrueck

Beitrag von kja1985 10.03.10 - 13:12 Uhr

Und du meinst ihr "gesundes Misstrauen" hilft ihr im Ernstfall? Im Ernstfall wird es nicht der Betrunkene vor der Suchtklinik sein, der ihr gefährlich wird, sondern ihr netter Onkel, der immer so schön mit ihr spielt und zu dem sie die Mama ohne Bedenken schickt...

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 13:17 Uhr

Hallo!

Sei mir nicht böse aber ich würde die Diskussion mit dir hier gern beenden.

Ich habe geschrieben, dass nicht jeder Suchtkranke gleich pädophil ist und dass einem Menschen die "etwas Böses" vorhaben überall begegnen können.

Deine Antworten helfen mir leider nicht weiter.

Trotzdem vielen Dank für deine Mühe und einen schönen Nachmittag.

LG Andrea

Beitrag von germany 10.03.10 - 15:21 Uhr

Es ist aber leider wirklich so, dass der Großteil der Täter aus dem Familiären Umfeld stammt!

Wir hatten auch so einen Infoabend im Kiga und der geringste Teil der Straftäter ist fremd.

Es ist schwer Kindern zu erklären das sie mit Menschen de sie nicht kennen, nicht sprechen müssen / sollen und wie man das kindgerecht verpackt weiß ich bis heute nicht.

Mein Sohn spricht zum Glück nicht mit Fremden, er redte generell nur mit jemandem wenn er das grade möchte, außer mit uns natürlich, aber wie ich ihm das klar machen soll das man manchen Menschen antworten soll und anderen nicht... mmmh schwierig..

Ich denke mit guten Büchern kann man sowas eher veranschaulichen.

Beitrag von bambolina 10.03.10 - 15:35 Uhr

Schon klar, dass viele Täter aus dem Familien- oder Bekanntenkreis kommen - wurde auch nie von der TE abgestritten, bzw. der Suchtkranke als böser Mann dargestellt.

Ich denke wir versuchen alle unsere Kinder zu schützen so gut wie es geht - vor Fremden wie auch vor Bekannten. Ein Patentrezept gibt es leider nicht.

Meine Tochter ist mal mit 2 Jahren mit einem für sie fremden Mann mit gelaufen. Es war ein Bekannter von mir (den sie nicht kannte) wir haben uns nur kurz unterhalten, und er meinte zwinkernd - du gefällst mir, magst du mit mir nach Hause gehen. Und sie hat ihre Hand in die Seine geschoben und ist bzw. wäre mitgegangen...

Beitrag von bambolina 10.03.10 - 15:24 Uhr

ist doch egal ob es der nette Onkel oder der Suchtkranke ist - und nein im Enstfall nützt ein gesundes Misstrauen auch nichts - weil man Kinder einfach nicht rund um die Uhr beschützen kann - aber ich tue mein Bestes UM sie zu beschützen...

Übrigens, meinen Kindern bringe ich bei, vor Fremden acht zu geben, ob das ein Suchtkranker oder ein seriöser Banker ist... - sie gehen auch nicht zum netten Onkel neben an zum Spielen, dazu haben sie ihre Freunde.

Beitrag von kja1985 10.03.10 - 12:20 Uhr

Das ist vergebene Mühe, so ein kleines Kind kann sich noch nicht derart abgrenzen und sich "korrekt" verhalten gegenüber Fremden. In dem Alter sind sie so leicht manipulierbar, dass fast jeder Depp sie ohne Gewalt zum mitgehen bewegen kann. Das Einzige was ich meiner Tochter daher einpräge ist dass sie mich vorher immer fragen soll, bevor sie wo hin geht (sie darf mit einer großen Kindertraube alleine raus, die sind alle älter als sie und passen ein bisschen auf). Ich war aber ganz stolz, als sie sich letztes Jahr von einem Nachbarn losgerissen hat. Sie kannte ihn bis dato kaum und er hat sie festgehalten und wollte ihr eine Standpauke halten und sie hat sich losgerissen und ist ganz schnell weggelaufen (und auf dem Weg hingefallen).

Generell beobachte ich wie meine Kinder eine Situation empfinden. Meine Tochter ist sehr offen und nimmt gern Kontakt mit fremden Menschen auf und wenn ihr da mal jemand die Hand reichen will ist das für mich schon okay, wenn er einigermaßen sauber aussieht. Meine Tochter hat da kein Problem mit, wenn ihr der Mensch sympathisch ist.

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 12:31 Uhr

Hallo!

Roisin darf noch nicht allein raus. Wir wohnen in einer größeren Stadt an einer relativ stark befahrenen Strasse. Es schließt sich also aus, dass sie mich fragen muss, ob sie irgendwo allein hin darf oder nicht. Ich würde sie hier auch nicht anderen Kindern anvertrauen.

Ich kann nicht sagen, wie sie die Situation heute früh empfunden hat. Sie war sicherlich genauso irritiert wie ich und hat sich auch erschrocken, weil der Mann so zielgerichtet auf sie zukam.

Ich persönlich würde es auch nicht gut finden, dass sie Menschen, die ihr sympathisch sind, die Hand gibt.

Sie ist einfach noch zu klein, um jemanden einzuschätzen.

LG & Danke für deine Antwort!

Andrea

Beitrag von kja1985 10.03.10 - 12:47 Uhr

Aber was machst du dir denn Sorgen wenn sie eh nicht alleine ist? Wobei ich es übertrieben finde Kontakt zu Fremden grundsätzlich zu unterbinden, ich möchte dass mein Kind seine Offenheit behalten kann und nicht verängstigt und in sich geschlossen durch das öffentliche Leben laufen muss. Das hilft ihr nämlich auch nicht, wenn ihr jemand was Böses will.

Beitrag von purzel2312 10.03.10 - 13:02 Uhr

Hallo!

Ich kann beim besten Willen die Stelle nicht finden, in der ich geschrieben habe, dass ich den Kontakt zu Fremden grundsätzlich verbiete?!

Meine Tochter soll ihre Offenheit gegenüber Anderen behalten und trotzdem ein gesundes Misstrauen entwickeln.

Ich war heute morgen das erste Mal in der Situation, dass jemand Fremdes mein Kind anfassen wollte und es mir nicht recht war. Ich meine nicht, die Omis, die hier mit im Haus wohnen und ihr mal über den Kopf streicheln. Das ist völlig in Ordnung.

Roisin wird wenn sie älter ist selbstverständlich auch allein irgendwohin dürfen.

Mir ist aber wichtig, dass sie jetzt schon weiß, dass nicht jeder herkommen kann und sie anfassen darf.

LG Andrea

Beitrag von suameztak 10.03.10 - 13:50 Uhr

- Wie erklärt man einer knapp Dreijährigen, wie sie sich Fremden gegenüber verhalten muss?

bei uns kommen so kleine Kinder nicht alleine auf die Straße. So sehe ich auch keine Situationen, auf die ich sie vorbereiten müsste. Meine Kinder dürfen Fremde ansprechen (machen sie regelmäßig wenn sie einen fremden Hund streicheln wollen, da wird immer vorher gefragt), die dürfen ihnen die Hand geben. Manchmal verlange ich es sogar, dass sie mit "Fremden" reden und ihnen die Hand geben (wenn wir z.B. zu einem neuen Arzt gehen.)
Im Schulalter wird es sicher anders sein, da werde ich nicht immer dabei sein. Mit 6 kann ich aber auch vieles anders erklären als bei einem deutlich jüngerem Kind.