Sohn kuschelt Fremde!

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bane77 10.03.10 - 11:52 Uhr

Hallo,

mein Sohn (4) macht mich noch wahnsinnig und ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.

Er kuschelt einfach mit wildfremden Menschen: er drückt sich ganz fest an sie oder klammert an deren Arm fest.

Er bekommt sicher zu Hause genug Zärtlichkeiten. Ich weiß nicht woher er das hat. Das hat er schon mit 1 Jahren gemacht, als andere Kinder in der Fremdelphase waren. Eine Zeitlang war es dann wieder weniger und jetzt wieder mehr.

Jetzt ist er ja schon alt genug, und ich erkläre ihm dann, dass man nur Mama, Papa und die Großeltern so kuscheln darf und das andere Menschen das nicht wollen.

Aber am nächsten Tag hat er das schon wieder vergessen... Er ist dann wieder zu sehr in seiner Welt und denkt da gar nicht daran.

Mir ist das echt total unangenehm.

Ich fühl mich total hilflos und weiß echt nicht weiter.

lg Bane

Beitrag von 17876 10.03.10 - 11:58 Uhr

Wie meinst du das, er kuschelt mit anderen Leuten? Ist es auf der Straße, oder beim Einkaufen? Oder nur Bekannte von euch?

L.G.

Beitrag von bane77 10.03.10 - 13:11 Uhr

Also es ist nicht so, dass er einfach Leute auf der Straße überfällt. Sondern einfach wenn jemand nett zu ihm ist.

Eine andere Mutter, die ihn beim Kinderturnen anspricht.
Väter bzw. Mütter von ihm bekannten Kindern.
Onkel, Tanten etc. Bekannte, die zu Besuch sind.

Beitrag von 3erclan 10.03.10 - 14:31 Uhr

Hallo

dann sind es doch aber keine Fremde!!!!!!!!

Welches Kind knuddelt nicht mit ONkel,TAnten usw.

Ich werde jeden MOrgen wenn ich meinen im Kiga abgebe von seinem besten Freund als Mausi angesprochen und mal geschmust.

Mein ehemaliges Babysitterkind kuschelt auch total gerne mit mir obwohl ich sie nicht mehr betreue.

Finde Fremde was ganz was anderes.

lg

Beitrag von 17876 10.03.10 - 17:17 Uhr

Also wenn es nur Bekannte sind, die du eben schon genannt hast, finde ich es nicht so schlimm! Mein Sohn macht das auch gelegentlich, habe mir aber nichts bei gedacht!;-)

Beitrag von sandra1610 10.03.10 - 12:17 Uhr

Ich will dir ja jetzt keine Angst machen.... aber aus psychologischer Sicht ist das ein eindeutiges Anzeichen für eine gestörte Mutter-Kind-Bindung :-( Auch, dass er das getan hat, als er eigentlich fremdeln "sollte". Man erkennt das eben genau daran, dass Kinder sehr distanzlos sind, und das geht dann schon über das normale Maß von Aufgeschlossenheit hinaus - Kuscheln mit Fremden ist leider NICHT normal und das merkst du ja auch selber, indem es dir unangenehm ist.
Wie ist euer Verhältnis denn sonst so, bzw. wie war die erste Zeit nach der Geburt? Gab es Probleme?

lg, Sandra

Beitrag von bane77 10.03.10 - 13:16 Uhr

Hallo,

ich bin Dipl.Psychologin. Ich kenne mich auch mit dem Thema aus.

Bei ihm ist das aber nicht so einfach. Er ist auch hochbegabt.
Er war einfach schon als ganz kleines Baby anders als andere.

Ich hab auch noch ein zweites Kind, bei dem ich bzgl. Bindung auch nichts anders gemacht habe. Das jedoch charakterlich völlig anders ist.

Ich habe keine Ahnung woher es kommt, ich denke nicht, dass es eine fehlende Mutter-Kind-Bindung ist. Er hat auch eine sehr liebevolle Vater-Bindung und ganz enge Beziehung zu Oma und Opa. Ich glaube nicht, dass es etwas mit dem Thema Mutter-Kind-Bindung zu tun hat.

Die Frage ist eher, wie kann ich ihm beibringen, dass er sich nicht so verhalten kann, da es für andere Menschen unangehm ist!

Beitrag von nanny7600 10.03.10 - 14:23 Uhr

Wenn du Dipl. Psych. bist,müsstest du dich doch mit dem Thema bestens auskennen....
versteh nicht wieso du hier Rat suchst...

nanny7600

Beitrag von sandra1610 10.03.10 - 15:19 Uhr

Das hab ich mir auch gedacht ;-)

Beitrag von erdwuermchen 11.03.10 - 10:48 Uhr

Wenn unter den gekuschelten Bekannten Menschen sind, die das unangenehm finden, dann sollten sie das deinem Sohn selber vermitteln. Sprich mit ihnen darüber, denn wenn du ihm das sagst und die anderen das aber nicht signalisieren, dann bist du unglaubwürdig.

Das "Nichtfremdeln" was mit einer gestörten Mutter-Kind-beziehung zu tun hat, ist völliger blödsinn. Ich kenne einige Kinder die kaum oder gar nicht gefremdelt haben.

Wenn dein Sohn das richtig fremden Personen gegenüber nicht macht, dann unterscheidet er gut zwischen Menschen die fremd sind und Menschen die du kennst. Wenn du signalisierst, dass du Menschen ein gewisses Vertrauen entgegen bringst, warum soll er das dann nicht tun. Und die Mama vom Kumpel aus dem Kindergarten kuscheln ist doch völlig normal. Sein Kumpel macht das ja auch!

Was wichtig ist, dass wir unseren Kindern bei bringen nicht mit fremden mitzugehen und Fremden zu vertrauen.

Ich werde mir dafür bald folgendes Buch kaufen.

http://www.amazon.de/Pass-auf-dich-Fremder-anspricht/dp/3865590241/ref=pd_sim_b_5

Ich habe schon von der Reihe

http://www.amazon.de/Zauberer-Windelfutsch-loswird-kleiner-Stabpuppe/dp/3930299364

und bin sehr begeistert gewesen.

Vertrau deinem Sohn und besprecht das Thema eher aus kindlicher Sicht.

Und was ich noch wichtig finde, vor allem für deinen Sohn, wenn er soviel zutrauen hat. Keine Taschen und Rucksäcke wo sein Name draufsteht. Wenn ein Kind auf der Straße mit seinem Namen angesprochen wird, dann geht es davon aus, das der Mensch ihn kennt und es hat mehr Zutrauen, als wenn es einfach so angesprochen wird.

Beitrag von skbochum 10.03.10 - 15:59 Uhr

Da schau mal einer an!!!!

Da gehen einige Eltern jahrelang mit ihren Kindern zum Psychologen und bei Urbia findet sich jemand ganz flott, der mit ein paar Fortbildungen einen Versuch der Diagnose nach einem Eröffnungstreat stellt!

Nicht, dass nicht alles sein kann was du schreibst, aber ich persönlich kenne keine Profis, die nach so wenig Infos solche Vermutungen in den Raum stellen würde!

Beitrag von unipsycho 10.03.10 - 20:47 Uhr

Laos ich kann verstehen, dass du das jetzt geschrieben hast. Ich habe kürzlich in einem Buch auch davon gelesen und da habe ich auf meinen Sohn geguckt und mich gefragt, wie um Himmels Willen ich mein Kind so schädigen konnte!?! Mein Sohn verhält sich so, wie der von bane77.

Und ich bin mir GANZ sicher, dass hier keine seltsame Mutter-Kind-Bindung vorliegt, weil die ersten Jahre absolut unspektakulär verlaufen sind.

Mein Sohn fremdelt nicht. Hat er nie getan. Gut, er hat mal nen Anflug von Schüchternheit, wenn ihm Personen zu "polterig" sind, aber die überwindet er schnell und er versichert auch jedem, dass er ihn "ganz sehr lieb" habe. #augen

Ich finde es bedenklich mit solchen Äußerungen, wie deinen um dich zu werfen. Das ist einfach Dynamit. Wenn ich hier im Forum rumlese, dann fallen mir auch viele Sachen auf, aber ich versuche erst mal zu forschen, bevor ich diagnostiziere.
Geh bitte verantwortungsvoll mit solchen Vermutungen um. Frag dich, wie es dir ginge, wenn dir einer sagen würde, dein Kind sei gestört.

Beitrag von nanny7600 10.03.10 - 12:37 Uhr

Hi...

Das war bei meinem Sohn genauso...bei ihm wurde eine Distanzstörung diagnostiziert...was allerdings in KEINEM Falle mit einer gestörten Mutter-Kind Bindung zutun hat ;-)

LG nanny7600

Beitrag von sandra1610 10.03.10 - 12:59 Uhr

Es ist sehr wohl ein Anzeichen für eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung! In eurem Fall war es vielleicht nicht die Ursache, aber es KANN die Ursache sein! Also behaupte nicht, dass es in keinem Fall so ist.
Ich bin Erzieherin und habe einige Weiterbildungen, Seminare, Kurse zum Thema Entwicklungspsychologie gemacht, weiß also schon wovon ich spreche.

lg

Beitrag von nanny7600 10.03.10 - 13:03 Uhr

Vielleicht KANN es eine Ursache sein...es ist aber nicht in jedem Falle so.

nanny7600

Beitrag von unipsycho 10.03.10 - 21:10 Uhr

Hallo!

Die Psychologie ist sooooooo ein weites Feld, deswegen gibt es auch ein PsychologieSTUDIUM und diverse weiterbildende Studiengänge.
Es gibt etwas Charakteristisches für die Psychologie:
Alle wissenschaftlichen "Erkenntnisse" die es heutzutage gibt, beruhen auf Theorien, die bis jetzt noch nicht widerlegt wurden.
Psychologische Theorien lassen sich nicht verifizieren, man kann sie nur stärken, indem man versucht sie zu falsifizieren. Misslingt der Versuch, kann man davon ausgehen die Theorie sei wahr, damit hat man aber keinen BEWEIS geführt!
Es gibt immer wieder wissenschaftliche Revolutionen, wo allgemeingültiges Wissen komplett über den Haufen geworfen werden kann - man denke nur an den Streit heliozentrisches vs. geozentrisches Weltbild.

Wenn das meine Schwester in ihrem BWL-Studium gelernt hat, dann müsstest du das in deinen Erzieher-Kursen ebenfalls gelernt haben!

Wie ich schon sagte: psychologisches Wissen ist dazu da, verantwortungsbewusst verwendet zu werden. Wenn Nanny bereits eine Diagnose in der Tasche hat, dann lass es gut sein.

Beitrag von bane77 10.03.10 - 13:17 Uhr

Danke für deine Antwort.

Wäre schön, wenn du mehr erzählen könntest. Auch gerne per pn. Macht er jetzt eine Therapie? Wie sieht die aus?

Beitrag von unipsycho 10.03.10 - 21:01 Uhr

Hallo!

Also ich weiß noch aus meiner Kindheit (heute manchmal auch noch), dass ich recht schnell zu Fremden Vertrauen gefasst habe. Da ich damit oft auf die Nase gefallen bin, bin ich heute schon fast soziophobisch... Mein Sohn zeigt sich jetzt so, wie deiner. Ich hab das immer darauf zurückgeführt, dass ich schon nach 5 Monaten wieder arbeiten gegangen bin und unsere Tagesmuttis oft gewechselt haben und wir den Kleinen auch mal bei Freunden untergebracht haben.

Mir macht das auch ein bisschen Angst, dass er zu Fremden so vertrauensseelig ist, aber das mehr, weil ich dann mit diesen Leuten in Kontakt treten muss und Angst habe, sie könnten schlecht von mir denken.
Ich lasse ihn erst mal so, wie er ist. Weil ich möchte, dass er ein offenes Verhältnis zu Fremden hat, weil meins nun mal sehr "gestresst" ist.