Ich brauch mal moralischen Beistand!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von maeuschen1980 10.03.10 - 15:42 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich weiß eigentlich nicht was ich suche, ists ein guter Rat oder einfach nur mal Zuspruch, oder vielleicht auch nur, dass ich mich mal auskotzen kann!

Ich bin so dermaßen genervt. Meine fast 6-jährige Tochter treibt mich zum Wahnsinn. Ich finds ja eigentlich toll, dass sie in mancherlei Hinsicht schon so richtig "groß" ist. Aber manchmal fehlen mir echt dir Worte:

Bestes Beispiel -> Vor knapp zwei Wochen durfte sie mittags mit einer Freundin mitfahren, ich kam nach dem Arzttermin mit der Kleinen zum Kaffee nach. Wir saßen im Esszimmer und haben für den Kindergartenosterbasar gebastelt während die Kinder im Gästezimmer einen Film gucken durften. Sicher haben wir nicht wirklich aufgepasst was die Zwerge da machen, aber das was dann folgte war der Hammer. Die Kinder haben doch glatt aus dem Schlafzimmer meiner Freundin sämtliche Wäschekörbe mit Schmutz-, frisch gewaschener und gebügelter Wäsche geholt und alles, aber wirklich alles im Gästezimmer auf dem Boden verteilt. Meine Freundin hat einen Tobsuchtsanfall bekommen (was ich auch verstehe) und zu einem Rundumschlag ausgeholt. Wir haben danach dann alle unsere Kinder nochmal zur Seite genommen und mit ihnen geredet. Weil ich so entsetzt war (meine Kinder gehen sonst nie in fremde Schlafzimmer, geschweige denn holen sich fremde Wäsche), habe ich meine Töchter zu einer Woche Fernsehverbot verdonnert. Ich weiß, war nicht die richtige Lösung, weils mit dem "Vergehen" ja an und für sich nichts zu tun hatte. Aber mir ist nichts besseres eingefallen.

Drei Tage später haben meine Beiden beide Kinderzimmer bei uns zu Hause komplett ausgeräumt, sämtliche Spiele, Lego, Playmobil, Bücher, CDs, einfach alles aus den Regalen und Kisten. Das Chaos war enorm, einige Schachteln kaputt und an ein Mithelfen meiner Töchter beim Aufräumen nicht zu denken. Ich habe geschlagene 2 1/2 Stunden damit zugebracht, zwei Kinderzimmer wieder in Ordnung zu bringen. Das Ende vom Lied: Ich habe sämtliche Spiele und Spielsachen aus den Kinderzimmern in den Keller verbannt. Gebracht hats bis jetzt noch nichts, ausser das es um 98% weniger zum Aufräumen ist.

Meine Große ist ein Ausbund an Energie und hat wirklich nur dumme Ideen (meistens zumindest)#schwitz. Egal was man mit ihr ausmacht, sie hält sich nicht daran und mein Nervenkostüm ist eigentlich schon nicht mehr vorhanden. Ich könnte den ganzen Tag nur rumbrüllen, weil ich nicht mehr weiter weiß. Manchmal habe ich das Gefühl, das alles außer Kontrolle gerät und ich habe keine Ahnung, wie das weitergehen wird.
Das die Kleine in der Trotzphase ist, das ist mir klar, damit kann ich irgendwie besser umgehen, weil ich weiß, dass das irgendwann vorbei geht. Aber bei der Großen weiß ich mir keinen Rat.

Was mich auch irgendwie ankäst, ist, das meine Emilie kein Bitte und kein Danke sagt, zum Mithelfen muss ich sie anhalten, sie teilt nicht (vor allem nicht mit ihrer Schwester), sie lügt mich an. Eigentlich setze ich das voraus in dem Alter, wir leben ihr das schließlich auch vor. Meine Kleine macht das alles von selber, warum also nicht die Große.

So, danke fürs Zuhören und auskotzen lassen. Jetzt gehts mir irgendwie besser.


LG

Julia mit Emilie (*11.06.04) und Lilliana (*17.12.06)

Beitrag von mansojo 10.03.10 - 15:56 Uhr

Hallo,

oh was ein Chaos

das erste was mir einfiel Dein Kind ist nicht ausgelastet

mein Großer war auch so ein Energiebündel
in der Zeit brauchte er nur 6-8h Schlaf

wir haben 4x die Woche mit ihm Sport gemacht
da brauchte er dann ca 9h Schlaf

vieleicht lenkt ihr die kreative Ader Eurer Tochter ein wenig?

was die Unordnung in ihrem Zimmer angeht
es ist ihr Zimmer

wir haben mit Jonas eine Grundordnung vereinbart(keine Klamotten außerhalb des Schrankes,Schulsachen im Regal)
alles andere ist sein Ding

liebe Grüße Manja

Beitrag von maeuschen1980 10.03.10 - 16:07 Uhr

Hallo Manja,

ich weiß nicht, ob sie unausgelastet ist. Wir sind viel unterwegs bei Freunden, wenns das Wetter zulässt sind wir draußen (dann fährt sie Rad, Inlineskates), wir waren oft beim Schlittschuhlaufen oder Schwimmen die letzten Wochen.

Die Unordnung an sich wäre nicht das Problem, aber wenn ich das Zimmer aufräume finde ich Reste vom Pausenbrot, angebissene Wurst- oder Obststücke, wobei eigentlich ausgemacht ist, das die Kinder in der Küche sind, wenn sie was essen. Die Klamotten vom Vortag liegen herum, wobei sie einen Wäschekorb hätte und auch weiß wie man den benutzt. Und was ich besonders schlimm finde, ist, dass sie nicht auf ihre Sachen aufpasst. Wenns kaputt ist, ist ja nicht so schlimm. Dann kommt der Satz: "Des brauch/wollte ich eh nicht mehr!"

Manchmal wünsch ich mich ganz weit weg, a la i want to go to riu! ;-)

Danke für deine Antwort!

LG