Trotzphasen...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lunaninchen 10.03.10 - 18:32 Uhr

Hallo!

Meine Tochter, 5Jahre, hat jetzt seit ca einem Halben Jahr. Eine mega trotzphase. Wenn sie ihren Willen nicht kriegt, dann schreit sie alles zusammen, stampft, springt, ist frech, und wenn man sagt Nein kommt "ICH WILL DAS ABER JETZT HABEN, AAAAHHHHHHHHHH" In einer Tonlage da fallen einem die Ohren ab. Und sie ist sooo frech. Wir wollen jetzt auch umziehen und da sagte sie, keine ahnung wie sie drauf kam, "ich will das papa stirbt" Und sie haut und tritt...

Ich krieg hier noch die kriese. Bin auch im 6 monat schwanger. Und ich komme bei ihr nicht mehr weiter. Selbst wenn ich sie in ihr Zimmer schicke, da schreit sie das ganze zimmer zusammen. Und bei mir klingeln schon die Nachbarn was ich mit meinem Kind mache.
Ich weiss ich bin streng und konsequent. Was mir viele ankreiden. Aber ihr verhalten kann und will ich nicht durchgehen lassen.

Was mir auch dolle zu schaffen macht, wenn sie sich waschen soll. Sie will sich nicht waschen. Da gibts auch immer ein mega theather ich will mich nicht waschen, das mache ich nicht.
Ich hab auch schon auf den rat meiner freundin gehört, die immer meint, wenn sie nicht will dann lass sie. Sie muss ihre eigenen erfahrungen machen. Das funktioniert bei ihr nicht.
Also hab ich sie machen lassen und sie musste sich nicht früh und abends waschen. Hab das mal einen Monat mitgemacht und sie hat sich sogar gefreut, sich nicht waschen zu müssen. Ich hab Ihr sogar gesagt, sie stinkt wenn sie sich nicht wäscht und das dann keiner mit ihr spielen will. Aber das interessiert sie nicht. Sie will sich nicht waschen aber gewaschen werden.

Wie macht Ihr das mit euren Kindern wenn sie trotzig sind?

Habt Ihr ein paar Tipps für mich wie ich mich verhalten soll?

Und vorallem, was kann ich machen damit ich mich nicht allzu doll aufrege. Ich hatte schon vorzeitige wehen in der 18ssw.


LG Anika

Beitrag von pat2010 10.03.10 - 19:24 Uhr

Hallo,
schau mal was ich da gefunden habe, viellecht hilfst

Der Umgang der Eltern mit der Trotzphase beim Kind

Während Ihr Kleinkind der Trotzphase verfallen ist, sollte man seinem Kind, die Wutausbrüche, die es gelegentlich haben wird, nicht nachtragen, weil es sich sonst zurückgewiesen fühlt und es noch mehr verunsichern wird. Man sollte versuchen kleine Brücken einzubauen, wenn das Kind aus dem Trotz nach dem Wutanfall nicht mehr herausfindet. Kleine Ablenkungen sind da gar nicht so schlecht. Jedoch sollte man während eines akuten Wutanfalles nicht versuchen, dass Kind zu beruhigen, denn es hat seine Gefühle in diesem Moment einfach nicht im Griff. Achten Sie aber darauf, dass das Kind nicht frech wird, oder weisen Sie es darauf hin, falls es soweit kommt und weisen Sie es in die Schranken. Bestehen Sie darauf, dass das Kind die Regeln des Zusammenlebens in der Familie einhält. Billigen Sie ihrem Kind viel Selbstständigkeit zu, um sein Selbstbewusstsein und sein Selbstwertgefühl zu stärken.


Die Trotzphasen der Kinder in der Sprachentwicklung
Kinder drücken sich im ersten Fragealter von ca. 1,5 Jahren mit ihrem geringen Wortschatz von etwa 50 Wörtern alle ihre Bedürfnisse und Wünsche aus. Wenn die Eltern mit „ja“ antworten, wird dies vom Kind als positiv bewertet. Antworten die Eltern mit „nein“ dann wertet das Kind diese Antwort als negativ und wird trotzig. Da das Kind noch nicht mit Worten ausdrücken kann, was sein eigentliches Ziel ist, versucht es, durch die auf ein geäußertes Bedürfnis folgende Trotzreaktion, die nötige Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. Allerdings tritt dies nicht bei allen Kindern in diesem Alter auf. Mama, warum ist der Stuhl auf dem Bild blau und nicht rot? Warum heißen Wolken Wolken? Warum ist die Banane krumm? Wieso? Weshalb? Wie? Wozu? Tausend fragen und man weiß meist nicht, was man eigentlich darauf antworten soll. Diese zweite Fragephase beginnt meist ab 4. und 5. Lebensjahr, wenn die Kinder einen fortgeschrittenen Wortschatz besitzen. In dieser Phase widersprechen die Kinder Ihren Eltern oft und werden bockig, stur.

http://www.baby-zeit.de/themen/erziehung/trotzphasen.php

Pat2010
mit Yannick *2007 & Marie Chantal *2004

Beitrag von pocahontas60 10.03.10 - 21:00 Uhr

Hallo Anika

Ja, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Ich habe im Moment auch so ein Exemplar hier. Vielleicht nicht ganz so extrem(noch nicht#zitter)aber es reicht;-)
Wenn sie etwas absolut nicht möchte wird hier auch gebrüllt. Oder Türen geknallt....sie hat mich einmal richtig feste getreten in ihrer Wut. Da habe ich mich zu ihr runtergebeugt und ihr ganz klar zu verstehen gegeben, dass man so etwas nicht macht. Aber auch in einer Tonlage, die sie vorher nicht von mir kannte. Jetzt nicht angebrüllt aber schon sehr laut. Da konnte man doch merken, dass es in ihrem Köpfchen klick gemacht hat. Getreten oder gehauen hat sie seitdem nicht mehr. Brüllen kann sie heute noch gut aber da sage ich ihr direkt, wenn sie der Meinung ist so rumzuschreien kann sie sofort in ihr Zimmer gehen. Kommt dann auch öfter mal vor. Wenn sie sich beruhigt hat kommt sie wieder raus. Mir hat man auch mal gesagt, wenn sie sich ihr Haare nicht waschen lassen will- Lass sie doch, wird sie schon merken wenn die Haare vor Dreck stehen.....Super, das ist doch das was sie will...ne, ne. Haare werden gewaschen und basta. Sie hat auf mich zu hören und nicht umgekehrt. Ist halt sehr anstengend aber es wird besser. Ich merke schon manchmal, dass es fruchtet. Klar, wenn sie schlecht drauf ist lasse ich sie auch in Ruhe. Dann tobt sie sich aus und gut ist. Sie weiß halt nicht wohin mit ihrer Wut. Wenns jetzt aber aus Trotz ist, weil sie etwas nicht bekommt oder etwas nicht machen möchte dann werde ich halt auch etwas lauter und sage ihr wo es langgeht. Aber auch nur einmal. Z.b. beim Essen....wir essen Abendbrot und sie sagt mir, dass sie Frischkäse aufs Brot möchte und nach 3 mal reinbeissen doch lieber Salami....pech, entweder wird das Brot mit dem Käse gegessen oder es gibt nichts mehr. Punkt. Riiiiesen Aufstand aber sie hat es verstanden und ißt ihr Brot auf.
Ich sag ja, hoffentlich wird´s nicht wieder schlimmer...aber im Moment glaube ich eher, dass es besser wird#schein Schaun wir mal!

Tja, einen guten Rat hab ich sicherlich nicht#kratz Bin ja selbst in der Testphase. Aber auf jeden Fall konsequent bleiben und ihr zeigen wer das Sagen hat. Und nicht so viel diskutieren- spornt zumindest uns zum Wettbrüllen an. Daher habe ich das ganz schnell sein gelassen. Nicht gut für die Nerven.

Alles Gute
poca

Beitrag von jazzbassist 11.03.10 - 12:53 Uhr

Eigentlich endet die Trotzphase irgendwann im 4. Lebensjahr. Neurologisch ist das dadurch bedingt, dass der präfrontale Cortex dann soweit ausgeprägt ist, dass er in der Lage ist, Gefühle, die ein Mensch (oder ein Kind) wahrnimmt, filtern zu können. Ohne diese Filterfunktion ist es fast unmöglich, ein einwirkendes Gefühl verarbeiten zu können. Bei Kindern äußert sich das dann dadurch, dass es zu einer Gefühlsüberflutung kommt, die für ein Kind unverarbeitbar ist. Wir nennen das dann Trotzanfall.

Von daher wird die Trotzphase (wenn wir eine Entwicklungsstörung ausschließen wollen) nicht der Grund für das Verhalten ihrer Tochter sein.

Sie kann natürlich dennoch Trotzen, dann ist es aber nichts entwicklungsbedingtes mehr, sondern ein reines Erziehungsproblem. Kinder verhalten sich auch nach einer Trotzphase noch so, wenn sie irgendwann einmal festgestellt haben, dass sie so - früher oder später - einmal ihren Willen durchgesetz bekommen haben oder aber, dass sie zumindest die Mami damit in Rage versetzen können. Dann würde man es Machtkampf sprechen - das Kind demonstriert also, dass es stärker ist als die Mama. Kinder machen das nicht mit böser Absicht, sie wollen dadurch hauptsächlich Aufmerksamkeit erlangen.

Wenn Sie jetzt im Einleitungssatz geschrieben haben, dass ihre Tochter sich so seit etwa einem halben Jahr verhält und zwei Abschnitte weiter unten, dass Sie im 6. Monat schwanger sind, würde ich da als objektiver Dritter jetzt einfach mal unterstellen, dass Ihre Tochter Eifersüchtig ist und deshalb nach Aufmerksamkeit ringt. Dabei ist es völlig egal, ob wir als objektive Betrachter feststellen, dass ihre Tochter genügend Aufmerksamkeit bekommt oder nicht; ihre Tochter ist da schlechtweg anderer Meinung. Das wäre zumindest ein ziemlich klassisches Verhaltensmuster.

Kinder lieben es, im Mittelpunkt zu stehen und Aufmerksamkeit, Anerkennung o.vgl. zu bekommen. Ihre Tochter war hier 4-5 Jahre alleinige Thronherrscherin; diesen Posten sieht sie gefährdet; und diese Angst ist für diese Altersgruppe nichts ungewöhnliches. Sie merkt, dass in sehr vielen Lebenssituationen nun nicht mehr sie im Mittelpunkt steht, sondern plötzlich ihr Geschwisterkind - und das ist nicht mal auf die Welt gekommen. Sei es, wenn die beste Freundin zum Kaffee kommt, ob das Telefon klingelt, ob es die Verkäuferin hinter der Wursttheke ist oder andere Mütter auf den Spielplatz. Es werden Namen ausgedacht, Zimmer eingerichtet und bei allem merkt ihre Tochter: Ich bin nicht mehr der Mittelpunkt der Erwachsenenwelt; wobei doch gerade Kleinkinder schon von der Gesellschaft gelernt haben, eigentlich immer im Mittelpunkt zu stehen. Also versucht sie sich anders wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Hier hilft es natürlich, sehr viel mit Kindern darüber reden und hauptsächlich, die Kleinen reden zu lassen und auf deren Gefühle, Probleme und Sichten einzugehen und dabei auch aufrichtig zu bleiben. Natürlich weiß sie, dass, wenn das Geschwisterkind dann mal da ist, dieses die meißte Aufmerksamkeit bekommt; ihre Tochter weiß auch - völlig unabhängig davon, was sie behaupten - dass unter ihrem Bett Monster sind. Sie würden ihr also Angst machen, wenn Sie hier nicht aufrichtig sind, denn dann muss sich ein Kind fragen, warum Mama plötzlich lügt. Worüber freut sich ihre Tochter am meisten über das neue Geschwisterkind?, worüber an wenigsten?, wovor hat sie am meisten Angst?, welchen nutzen sieht ihre Tochter von dem Geschwisterkind? Helfen Sie ihr auch, die Vorteile zu finden, die "große Schwester" zu sein. Was wäre für sie richtig toll, wenn das Geschwisterkind da ist - was wäre richtig doof? Je weniger Unsicherheit ein Kind hier verspürt - und Kinder verspüren sehr viel Unsicherheit - des so weniger wird es sich in den Mittelpunkt drängen müssen. Viele Eltern machen das ganz automatisch - aber es sei hier trotzdem erwähnt: Beziehen Sie sie in allem mit ein: Der Namensfindung, die Tapete des Kinderzimmers, das Babyspielzeug, der Ultraschall. Stillen sie jederzeit ihren Wissensdrang; denn alles, was Kinder nicht verstehen, macht ihnen Angst; und bei einer Schwangerschaft gibt es sehr viele Dinge, die Kinder in diesem Alter nicht verstehen.

Etwas weiteres, was ungemein hilft, ist, wenn ein Kind immer noch ab und an die alleinige Aufmerksamkeit der Eltern bekommt. Es ist ganz schrecklich für ein Kind, mit der Mama zu spielen und dann dabei unterbrochen zu werden, weil das Telefon plötzlich klingelt und die Mama der besten Freundin eine Stunde lang erzählt, wie es beim Ultraschall war. Das schafft Eifersucht. Lassen Sie in so einer Situation einfach mal den Anrufbeantworter rangehen. Auch, wenn Sie mit ihrer Tochter mal alleine etwas unternehmen - z.B. auf den Spielplatz mit ihr gehen; ihre Tochter also erkennt: "Das ist meine Mama-Zeit", versuchen Sie - auch wenn es auf dem Spielplatz bei anderen Müttern schwer fällt - mal nicht so sehr auf das Baby einzugehen. Denn selbst, wenn ihre Tochter weit weg schaukelt und nichts hören kann, sieht sie, dass sie wieder einmal nicht im Mittelpunkt steht; obwohl es ihre Mama-Zeit ist. Das schafft Eifersucht mit der Folge, dass sie anderswie versuchen wird, Aufmerksamkeit zu erlangen.

Das Problem bei Eifersucht ist, dass sie rein charakterbedingt ist. Sie können dagegen mit Erziehung wenig anrichten - das ist ein ganz langwieriger Prozess, eine Persönlichkeit anzupassen, der viele Jahre und viele Höhen und Tiefen bedarf und so ganz nebenbei passieren wird, ohne dass sie dafür aktiv etwas tun müssen. Viele aktive Erziehungsmaßnahmen wirken sich daher auch kontraproduktiv aus. Von daher ist es eigentlich ziemlich egal, ob sie streng oder konsequent sind oder ein Verhalten zurecht nicht dulden können. Es geht einzig darum, ihre Tochter zu erziehen; und dazu sollte man sich für den Weg entscheiden, der in der jeweiligen Situation funktioniert und nicht sechs Monate lang einen erfolglosen Gaul reiten in der Hoffnung: "Irgendwann muss sie es doch begreifen." So funktionieren Kinder nicht; Kinder lernen Mathematik nicht, weil sie es doch irgendwann von alleine begreifen werden; sie lernen es nur, wenn man es ihnen beibringt.

Was man bei einem Trotzanfall machen sollte, ist, einfach nicht darauf einzugehen und es vollständig zu irgnorieren. Kein trösten, kein beruhigen, kein schimpfen. Irgendwann beruhigt sie sich wieder von ganz alleine und dann können sie sie trösten und ihr erklären, dass die Mami sie noch immer lieb hat, auch wenn sie gerade mal nicht das bekommen hat, was sie wollte. Das mag 2-3 Tage lang erschreckend anstrengend sein; aber, sobald ein Kind feststellt, dass es dadurch nichts erreicht (nicht mal eine wütende Mama, die sie dann ins KiZi bringt), wird das ziemlich schnell nachlassen. Der Tipp wäre hier also #cool bleiben - auch wenn sie befürchten, dass die Nachbarn dann wieder klingeln. Aber die werden sich in den letzten 6 Monaten dran gewöhnt haben, dann halten Sie drei weitere Tage auch noch durch. Denn jedes Mal, wenn ihre Tochter bemerkt: "Mama ist wieder auf 180zig" - hat sie ihre Mission erfüllt: "Machtkampf gewonnen - Tochter: 1, Mama: 0".

Einem Kleinkind es sich selbst zu überlassen, ob es sich wäscht oder nicht, ist einfach eine Überforderung für ein Kind in so jungen Jahren und hat nichts mit Erziehung sondern Kapitulation zu tun. Ich würde damit noch 3-4 Jahre warten, entweder, bis sie ein sicheres Gefühl haben, dass es klappt, oder sie plötzlich merken, dass ihre Tochter so groß ist und sie aus dem Badezimmer verbannt, wenn sie unter der Dusche steht. Dann sind Kinder auch alt genug, diese Verantwortung alleine zu tragen. Ich finde es auch äußerst fragwürdig, sich hier mit einem 5-Jährigen Kind auf einen Machtkampf einzulassen. Warum wollen Sie unbedingt, dass sie sich selbst wäscht, wenn sie in einem Nebensatz erwähnen, dass es problemlos klappt, wenn sie gewaschen wird? Klar - man könnte hier 6 Monate lang einen Machtkampf betreiben; vielleicht ist es für die Nerven aber wesentlich entspannender, wenn man das wieder selbst in die Hand nimmt. Ich finde es zumindest nicht ungwöhnlich, dass Eltern ein Kind in diesem Alter noch waschen. Ich würde ihnen hier einfach raten, darauf zu warten, bis ihre Tochter vom "ich bin schon ein großes Mädchen und kann mich selbst waschen"-Eifer gepackt wird oder zumindest nicht mehr will, dass man sie wäscht. Ich würde Ihnen zumindest abraten, es hier auf einen Machtkampf ankommen zu lassen, wenn es ohnehin schon 1000 andere Baustellen gibt, die sie belasten. Dann würde ich die, die ich selbst aufgebaut hat, ersteinmal außenvor lassen. Erst Recht, wenn es Baustellen sind, die die Zeit ganz von alleine korrigieren wird, wenn ein Kind Schamgefühl entwickelt und Selbstständigkeit erlangen möchte.

Beitrag von lunaninchen 11.03.10 - 13:13 Uhr

Luna wäscht sich jetzt seit dem sie Ihrem 4. Geburtstag hatte selber. Weil sie das so wollte. Ich war sehr froh über diesen entwicklungsschritt und möchte nicht das dies dazu führt das sie wieder einen schritt zurückgeht.

Wir ziehen jetzt bald auch um, wenn ich mich jetzt genau errinnere, hat sich bei der Zimmerwahl alles verschlimmert. Das sie sich so gegen alles wehrt. Wir ziehen in eine 4 raumwohnung. Und sie sollte sich ein zimmer aussuchen. Das sie dann ganz stolz gemacht hat. Aber leider wollte sie keines der beiden kinderzimmer als ihr zimmer, sondern das schlafzimmer. In der wohnung sind alle Zimmer vom Flur aus betretbar. Ausser das schlafzimmer kann man nur über die Stube betreten. Und sie will absolut nicht eines der Kinderzimmer, sondern nur das Schlafzimmer. Wir haben ihr ruhig erklärt das es nicht geht. Da wir ja ein größeres Bett haben und unser Kleiderschrank auch viel größer ist und das es in ein kleineres Zimmer nicht passt, aber sie jeden früh mit zu uns ins bett kommen kann etc. Wir haben ihr gesagt das sie sich tapete und alles für ihr zimmer selber aussuchen darf. Und auch so einrichten darf wie sie will. Aber das wurde nicht angenommen und sie knatzig aus dem zimmer raus und hat sich in flur gestellt bis wir fertig waren mit ausmessen. Wir ziehen wahrscheinlich zum 1.Juni um. Aber wenn es daran liegen sollte. Kann ich das ja nicht ändern und ihr das schlafzimmer überlassen. Und dann in ein zimmer stecken was sie nicht will ist auch doof

Und ich sage ja auch nicht "los geh dich waschen" sondern "würdest du dich bitte waschen gehen" Darauf hatte sie nie gemeckert und ist immer gegangen mit der aussage "ja liebe mami" Und ich hab sie jedes mal gelobt und sie durfte sich aus der süßigkeitenkiste was aussuchen. Also das sie einen anreiz hatte. Nach dem sie dann aber angefangen hatte, das sie das nicht mehr gründlich macht. Am anfang hatte sie sich immer viel mühe mit gemacht und sich zeit gelassen. Und nimmt sie kaltes wasser, obwohl es warmes wasser gibt. Packt den lappen einmal kurz ins wasser, ringt aus und geht mit geht ruck zuck nur einmal über alle stellen so das über all nur ein kleiner streifen mal mit dem lappen benetzt wurde und rennt dann sofort wieder raus. Und ich gehe jetzt schon immer mit ins bad damit wir das gemeinsam machen und sieht das ich das auch gründlich mache, selbst da macht sie diese katzenwäsche. Und da kann ich sie ermutigen und alles aber das klappt nicht. Und sie weiss genau das es die belohnung erst gibt wenn sie es ordentlich macht. Und eincremen tu ich sie immer nach dem Gesicht waschen und da nehm ich sie auch auf den schoß.

An dem Baby liegt es nicht, denke ich zumindest. sie war bei allem dabei. Vom Test angefangen, sie ist jedes mal bei der Ultraschalluntersuchung dabei. Sie war dabei als wir kinderbettchen gekauft haben, sie durfte auch sachen aussuchen die wir füs baby kaufen. etc selbst da wird sie mit einbezogen und nach der geburt auch weiterhin. Es gab nur einmal frust ihrer seite als ein doc sagte es sieht aus wie ein Junge, weil sie eine schwester will. Und den ärger gibts wenn es keine schwester wird, weiss leider immernoch nicht was es wird.



LG Anika

Beitrag von jazzbassist 11.03.10 - 13:53 Uhr

Kinder können sich glücklicherweise nicht zurückentwickeln; sie werden weder das Radfahren noch einmal verlernen noch das Schwimmen, wenn sie es einmal gelernt haben. Kinder agieren aus Angst und Unsicherheit heraus durchaus mal unselbstständiger, als sie könnten. Weil die Mami, wenn sie das erstmal wieder übernimmt, diese fehlende Sicherheit zurückgibt; das hilft Kinder immens. Viele Eltern stoßen auf dieses Phänomen erstmals, wenn ein Kind dann plötzlich in die Grundschule kommt und Angst vor den vielen großen Veränderungen hat, die mit dieser Umstellung der Lebenssituation einherkommen. Kinder reagieren auf Veränderungen in der Regel sehr allergisch - sei es ein Umzug, ein neues Geschwisterkind, die Grundschule oder andere Dinge, die unweigerlich das ganze Leben umkrempeln. Kindern fehlt hier einfach die Erfahrung, die Konsequenzen solcher Umstellungen einschätzen zu können; dinge, die für uns selbstverständlich sind, machen einer 5-Jährigen Angst.

Ich würde meinem Sohn (11) die Zimmerwahl auch nicht überlassen - wir ziehen Ende des Monats um. Wenn es nach ihm ginge, wäre sein Kinderzimmer eine 85qm³ Einliegerwohnung geworden. Mit 11 ist er natürlich wesentlich kooperativer als eine 5-Jähriger. Ich finde es schön, dass sie ihr die Wahl zwischen den zwei freien Kinderzimmern gelassen haben. Solange Sie diese Zimmer noch nicht einrichten müssen, würde ich ihre Tochter erst einmal nicht mehr darauf ansprechen. Dann gibts da auch kein Theater mehr; falls es das doch gibt, nicht darauf eingehen. Sie haben ihr erklärt, dass das Schlafzimmer (zu Recht) nicht geht; Thema erledigt. Wenn irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo die Zimmer eingerichtet werden müssen, würde ich sie erst dann noch mal fragen, ob sie sich für eines der beiden Zimmer entschieden hat oder nicht. Wenn nicht, entscheidet die Mama und diese Entscheidung ist dann entgültig; sonst wechselt ihre Tochter immer zwischen den zwei Zimmern :-p Wenn beide Zimmer nicht gleich groß sind, geben Sie Ihr einfach das größere. Das können Sie Ihr nämlich ein leben lang vorwerfen :-p Das ist ein ganz tolles Mittel für die Pubertät und Eifersuchtskämpfe ;-)

Ich würde das Waschen gar nicht belohnen; da es für ein Kind etwas selbstverständliches sein sollte - ein Naturgesetz. Wie, dass die Woche 7 Tage hat; auch dafür muss man ein Kind nicht belohnen. Entweder macht sie es selbst und ordentlich - oder die Mami nimmt das wieder alleine in die Hand. Die Belohnung wäre hier dann indirekt, ein großes Mädchen zu sein und es selbst tun zu dürfen. Von daher würde hier ein: "Komm, die Mami wäscht dich jetzt" reichen, solange es einfach noch nötig ist. Wenn Sie wollen, dass sie sich mal gründlich selbst wäscht, machen Sie sie einfach dreckig. Ziehen Sie sie aus, setzen sie in die Badewanne und drücken ihr Körperfarben in die Hand und lassen sie damit mal ein paar Minuten vor einem Spiegel rumexperimentieren. Wenn Kinder den Erfolg sehen, klappt es viel leichter. Aus der Bruder/Schwester Sache würde ich vor ihr kein Geheimnis machen. Auch das hat etwas mit Unsicherheit zu tun, auf die Kinder alles andere als gut reagieren. Selbst wenn man weiß, dass ein Kind dann nicht so erfreut darüber reagiert. So hat sie dann wenigstens noch 3 Monate Zeit, sich auf einen kleinen Bruder einzustellen.

Beitrag von lunaninchen 11.03.10 - 14:04 Uhr

wenn ich denn selbst wüsste was es wird, erst hies es mädchen, dann ein junge, und beim letzten mal kann man nicht eindeutig erkennen. Ich bin mir sicher das es ne menge unsicherheit bringt weil man immer was anderes gesagt bekommt. Und dann doch nicht weiss was es wird. Aber wenn ich es selber nicht weiss, kann ich sie ja auch nicht anlügen. Sie hat ja alles mitbekommen bei jeder Untersuchung.