Einer erzieht der andere verwöhnt! :-(

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von marcelina40 10.03.10 - 18:37 Uhr

Ein liebes Hallo Euch allen

Ich war vor ca. 3 Jahren während meiner letzten Schwangerschaft hier rege beteiligt und habe sehr viele gute Ratschläge & Aufmunterungen bekommen.

Vielleicht gelingt mir dieses auch in der heutigen Zeit? Ich hoffe es, denn ich bin etwas mit meinem Latein am Ende 

Bevor ich meinen jetzigen Mann vor 6 Jahren kennen lernte war ich stets mit 4 Kindern nach meiner 1. Scheidung alleinerziehend, eine Powerfrau die im Job stand, alles regelte, veranlasste, organisierte…und auch denkend, in ihrer Erziehung den Kindern gegenüber alles richtig gemacht zu haben.
Bis mein Mann kam!
Wir bekamen vor knapp 3 Jahren unseren Cid, für ihn das 1. eigene Kind.
An und für sich ist mein Mann das genaue Gegenteil von mir: Ruhig, still, leise, geduldig, sanft, sehr zurückgezogen lebend, in sich gekehrt.
Eigenschaften die ich einmal als sehr nützlichen Gegenpol zu mir ansah…denn ich bin der etwas quirligere, lustigere Typ.

Mittlerweile leben wir innerhalb unseres Hauses getrennt seit letztem Jahr , im Juli diesen Jahres erfolgt die endgültige Trennung von Tisch & Stuhl und jeder hat seine eigene Wohnung.
Dafür gab es sehr viele Gründe – einer der wichtigsten jedoch ist die Erziehung unseres gemeinsamen Kindes die immer wieder in den letzten Monaten zu Konflikten führte.

Cid ist und war von Anfang an ein Papa-Kind, denn Papa hatte stets fast mehr Zeit als ich zwischen unseren Arbeitszeiten.
Schon in meiner Stillzeit kümmerte er sich wie selbstverständlich „neben den Stillzeiten“ um ihn – schließlich „kann er das auch“ ( so seine Kommentare)!!!!
Schon damals sah ich die ersten Probleme auf mich zukommen wenn ich z.B. mein Kind bei Fieber oder Schmerzen an mich zog, tröstete und er an kam das er das ebenfalls könne und mir Cid regelrecht aus den Armen riss, stundenlang mit ihm herumspazierte während ER dachte mich SO zu „entlasten“.

Während ich mit meinem Beruf ( bin selbstständig arbeitend 4- 6 Stunden täglich von zu Hause aus) bis heute durchpowere und er im 3-Schicht-Betrieb außerhalb ebenfalls - findet ER trotz allem mehr Zeit für unser Kind in unserer Freizeit als ich selbst.
Stets habe ich mich fast im Alleingang um das große Haus gekümmert, „nebenbei“ um die Sorgen und Nöte der anderen „großen“ Kinder etc…gekocht, gebacken, saubergemacht, groggy abends auf der Couch gelegen, mich mit stressbedingtem Tinnitus herumgeplagt ( bis heute).
…während Cid in den Freizeiten seines Vaters und nach dem täglichen Besuch bei seiner Tagesmutter( täglich 5 Stunden) regelrecht „verwöhnt“ wurde.
Heute fühle ich mich ausgespielt, bewusst und gezielt, denn mein eigener kleiner Sohn lehnt mich ab und schreit nach seinem Vater wenn ich bei der Erziehung „Grenzen“ setze.
Ich werde ausgeschrieen, angeschrieen, weg geschlagen, ignoriert! „Geh weg….“ Ist das wenigste was ich ertragen muß.
Tut weh, sehr weh…

Jeder Tag wird für mich hier zur Hölle – selbst die Tagesmutter ( eine toughe ältere und sehr sehr erfahrene Frau ) erkennt diese Situation haargenau SO.
Sie hat seit Monaten ebenfalls große Probleme meinem kleinen Racker mittlerweile „Herr“ zu werden und hat monatelang an MEIN Gewissen appelliert endlich mit dem Vater zu reden das Regeln & Grenzen wichtig sind – eine konsequente Erziehung unabdingbar ist und sein muß!
Sie selbst kennt natürlich meinen Mann und erkannte sofort die verschiedenen Erziehungsvarianten zwischen uns beiden.
Das unausgewogene Pendel zwischen „haben-wollen und sofort bekommen!

Sage ich „Nein“ – läuft Cid zu Papa – der ihn an sich reißt und ihm gibt was er haben möchte. Tröstet, wenn ich schimpfe, ganz subtil im Hintergrund
Stelle ich eine Regeln auf und Grenzen, bricht der Vater diese.

Einige Beispiele: Cid wirft aus Trotz das Abendessen samt Teller auf den Boden weil er nicht essen mag.
Mein Mann „mault“ ein seufzendes „ Och Ciiiiiiiiiid…“ das war`s. Wischt es auf, neuer Teller und Essen auf den Tisch, 28 .Versuch weiter zu essen!

Ich versuche meinen Sohn endlich „trocken“ zu bekommen. Pullert er ein warte ich stets einige Minuten und versuche ihm ruhig klar zu machen das das ja jetzt nicht so toll ist, so mit nasser Hose nun, es wäre besser vorher Bescheidzugeben?
Mein Mann steht auf, „mault“ ein seufzendes „ Och Ciiiiiiiiiid – und wechselt sofort seine Kleidung.

Ich habe MEIN Ritual abends mit dem zu Bettgehen, lese eine kleine Gute-Nacht-Geschichte mit einkuscheln seiner Schmusetiere (und einem gescheitertem Versuch auch mit mir - während mein Mann eine halbe Stunde nicht aus dem Zimmer kommt weil noch eine Geschichte und noch eine und noch eine…und auch noch das Stofftier rein muß, und jenes und das andere auch noch während er schon in der Tür steht - und letztendlich Papa am liebsten selbst sowieso die ganze Nacht auch noch.

Bei mir bekommt Cid vor dem Zubettgehen natürlich noch etwas zu trinken ,bei meinem Mann nach dem Zubettgehen noch 5 mal nachgereicht.
Da reicht ein lauter Schrei: „Teeeeeeeeeeeeee….“ Und mein Mann eilt!

Sind wir beide nach unserer Arbeit gemeinsam zu Hause, beginnt für mich der „Alltag“, einkaufen, kochen, saubermachen, das übliche eben.
Während mein Mann stundenlang im Kinderzimmer hockt, sanft, still und ruhig und mit Cid brumbrum Auto spielt.
Habe ich mal ein paar Minuten „Luft“ versuche ich auf der Couch zu sitzen und mit meiner Seele runterzukommen, an mich zu denken, zu relaxen, „Aus-zu-Zeiten“, vielleicht mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken.
Und schon kommt Cid angelaufen weil er beschäftigt werden will, stundenlang. Ich bin nicht mehr in der Lage durch Cid meiner Hausarbeit nachzugehen wenn sich mein Mann nicht mehr im Haus befindet und zur Arbeit ist.
Cid fordert 1000 % Aufmerksamkeit.

Wird Cid von Papa gebadet ist das plantschi plantschi – verhasstes Finger/Fußnägel schneiden – DAS macht dann Mama später weil es mein Mann nicht tat.
So, wie ich überhaupt all das tun „darf“ was Cid nicht mag und möchte.

Ständig sehe ich diesen Mann mit Cid auf dem Arm durchs Haus eilen, er wird hier hingeschleppt und dorthin – manchmal muß ich schmunzeln über dieses „Kangu-ruhing“. ( so bezeichne ich es manchmal) denn wenn Cid sagt „Papa Arm“ macht Papa Arm!
Und ich hab mal wieder die Miesepeter-Karte gezogen wenn ich mich stattdessen um Haus und diverse andere Kleinigkeiten des alltäglichen Wahnsinns kümmern muß und meinem Mann den Rücken freigeschaufelt habe/noch tue und nicht mit einem Bauchladen und deren Wünsche vor mir hertragend herumlaufe.

Ich bin also das genaue Gegenteil meines Mannes für Cid – und ich leider sehr unter dieser Situation.
Und frage mich ernsthaft: WIE komme ich mit diesem Kind klar ab Juli? Ich habe ja schon regelrecht Panik was da auf mich zu kommt.
Ich, eine 5-fache Mutter die dachte das sie eigentlich schon in der Lage ist zu „erziehen“ und das alles schon „wuppt“! Die anderen Kinder sind doch auch alle was geworden….

Wird es besser werden und wie begegne ich ab Juli meinem Mann/Cid nach den Wochenenden an denen er bei ihm sein wird?

Wie kann ich endlich wieder Mutter sein???? Eine, die auch anerkannt wird von Cid…?

Wann hört das auf - wenn Mama das Haus verlässt fröhlich zu hören : „Bye bye Mamaaaaaaaaa…Tschüüüüüüüüüüüssssssssss – und wenn mein Mann das Haus verlässt muß ich wirklich mit Gewalt mein brüllendes Kind festhalten das dem Vater, der zur Arbeit geht nicht hinter laufen soll/darf…..

Es ist alles so schwer, ich habe mittlerweile resigniert, überlasse Cid vollkommen meinem Mann wenn er im Hause ist – gehe meiner Wege.
Damit verhindere ich weitere Verletzungen an mir weil ich sie einfach nicht mehr ertragen kann.
Ich freue mich auf den 1.7 aber ich habe auch Angst!








Beitrag von tragemama 10.03.10 - 18:43 Uhr

Ganz ehrlich: Ich finde die Vorgehensweisen Deines Mannes ok. Kann nicht zufällig sein, dass er Bücher von "Jesper Juul" gelesen hat, oder?

Ich würd ihn nichtsdestotrotz rausschmeissen. Oder ist das Euer gemeinsames Haus?

Andrea

Beitrag von marcelina40 10.03.10 - 18:52 Uhr

Warum sollte ich ihn rausschmeissen wenn es O.K. ist?
Verstehe ich nicht, sorry.

Wir haben nur ein Neubau-Haus zur Miete, Ich kann es alleine nicht "halten".

Beitrag von tragemama 10.03.10 - 18:58 Uhr

Für Dich scheint es ja nicht ok zu sein, meine Meinung ist doch da nicht maßgebend. Ich würde an Deiner Stelle an Deiner Eifersucht arbeiten, das scheint ziemlich krankhaft zu sein oder andere Probleme zu kompensieren.

Andrea

Beitrag von widowwadman 10.03.10 - 18:56 Uhr

Ich sehe nicht was dein Mann falsch macht, fuer mich sieht das nach blanker Eifersucht aus.

Beitrag von monab1978 10.03.10 - 19:02 Uhr

Dein Mann klingt nach nem verdammt guten Papa. Schade, dass ihm das zum Verhängnis wird!

Beitrag von marcelina40 10.03.10 - 19:14 Uhr

Schade eigentlich das hier "Eifersucht" in den Raum geworfen wird.
Mir sind die positiven Eigenschaften meines Mannes durchaus klar und ich schätze sie auch.
Aber Kinder brauchen eben trotzdem auch Regeln und Konsequenzen?

Ich empfinde das Verhalten meines Mannes eher als schädlich für mein Kind weil es so kein soziales Verhalten erlernen kann. z.B. im Kindergarten/Schule später.

Beitrag von tragemama 10.03.10 - 19:16 Uhr

Das ist Deine Meinung. Ich finde, dass man Kinder durch Demonstration "erzieht".

Beitrag von bine3002 10.03.10 - 19:56 Uhr

"Ich empfinde das Verhalten meines Mannes eher als schädlich für mein Kind weil es so kein soziales Verhalten erlernen kann. z.B. im Kindergarten/Schule später."

Also wenn man Sozialverhalten lernen kann, dann doch wohl dadurch, dass man sozial und liebevoll behandelt wird. Das scheint dein Mann drauf zu haben.

Beitrag von bine3002 10.03.10 - 19:55 Uhr

Das Einzige, was ich nicht Ok finde ist, dass dein Mann deine gesetzten Grenzen bricht. D.h. wenn Du NEIN gesagt hast, dann sollte er diese Entscheidung mit tragen. Umgekehrt natürlich genauso.

Ansonsten finde ich die Erziehung deines Mannes wirklich toll und deine ein wenig zu verbissen.

Es ist übrigens auch ganz normal, wenn sich ein Kind mal gegen einen Elternteil auflehnt. Das ist bei uns ständig so und zwar im Wechsel: Mal ist Papa blöd und mal die Mama.

Übrigens hat noch kein (kleines) Kind an einem zu viel an Liebe gelitten, an Herumschleppen und Trösten. Viele Kinder sind jedoch verwahrlost und das ist sicherlich viel viel schädlicher. Dein Mann hat eine lockere und liebevolle Art und ich finde das sehr schön.

Beitrag von sterni84 10.03.10 - 19:59 Uhr

Hast Du dir deinen Thread mal genau durchgelesen?

Ich denke jedes Kind wäre froh, einen Papa zu haben, der sich soviel Zeit nimmt und liebevoll und ausgeglichen mit ihm umgeht.

Vielleicht solltest Du deinen Erziehungsstil mehr dem deines Mannes anpassen, anstatt anders herum?

Was ist verwerfllich daran, dass dein Mann Zeit mit eurem Sohn verbringt?

Natürlich solltet ihr euch bei den Regeln einig sein, aber ich sehe kein Problem darin, dass dein Mann euren Sohn anders ins Bett bringt, als Du!

Mir käme nie in den Sinn mich von meinem Freund zu trennen, weil er ZU liebevoll mit unserem Kind umgeht.

Dein Mann scheint ein toller Papa zu sein!

LG Lena

Beitrag von murmel72 10.03.10 - 20:16 Uhr

Hallo,

ich bin nicht der Meinung der anderen Userinnen hier.

Ich denke, dein Mann hat generell ein Problem damit Stellung zu beziehen.
Es sieht fuer mich eher so aus, als erziehe der Sohn den Vater.

Ich bin ganz klar auch fuer Tragen, in den Schlaf begleiten, Trost geben zu jeder Tages- und Nachtzeit. Meine Kinder schlafen beide bei uns im Bett.
Aber dein Mann kommt mir so vor, als haette er einfach kein Rueckgrat oder eventuell auch keine grosse Lust, sich eingehend mit einem trotzenden Kleinkind zu befassen.
Nachgeben ist eben bequemer und vermeidet Konflikte mit dem Kind. SO kommt mir das bei deinem Mann vor.
Nicht so, als ob das sein von ihm bewusst gewaehlter Erziehungsstil waere, sondern eher ein phlegmatischer Charakter.

Klar gefaellt das einem 3jaehrigen erstmal, wenn er bei einem Elternteil voellig freie Hand hat. Ob das aber auf Dauer wirklich einen positiven Effekt hat, wage ich zu bezweifeln.

Dass dein Mann sich gegen deine Entscheidungen stellt und dich vor deinem Kind praktisch auflaufen laesst, finde ich schlimm.

Generell ist es natuerlich auch fuer ihn ein Leichtes, dich den zeitraubenden Alltagsscheiss machen zu lassen, damit er lueckenlos euer Kind entertainen kann.

Aber ich denke, du wirst mit deinem Kind nach einer harten Uebergangsphase gut zusammenraufen.

Alles Gute
Murmel

Beitrag von begilu 10.03.10 - 22:59 Uhr



der Meinung bin ich auch!

Beitrag von pea24 10.03.10 - 20:18 Uhr

Ich kann nicht zu allem etwas schreiben, aber mir fällt auf; du scheinst Dich total überlastet und irgendwie im Rechtfertigunsgzwang zu fühlen, weil du für Cid keine/Kaum Sahnezeiten verbringen kannst, sondern nur die "Böse", Reglementierende bist, deiner Meinung nach.

Kannst du was von der (Haus-)Arbeit abgeben, um auch entspannt brummbrumm spielen oder irgendetwas anderes Schönes mit Cid machen zu können?

Dein Kind liebt dich immer, fast egal, was du tust, auch wenn es manchmal nicht so aussieht. Ganz bestimmt. Ihr werdet ganz sicher gut miteinander zurecht kommen, wenn du vielleicht deine Einstellung änderst (freu dich über den papa, freu dich über Cid) - meine Meinung von außen, von der Ferne. ich drück dir die Daumen!

Beitrag von berry26 10.03.10 - 20:22 Uhr

Hallo,

auch wenn ich anscheinend die einzige bin....
Ich verstehe dich durchaus. Bei uns ist es nicht ganz so "ausgeprägt" wie bei dir aber doch ähnlich. Jonas ist auch ein Papakind. Papa verwöhnt auch sehr gerne und setzt meiner Meinung nach zu wenig Grenzen. Er ist auch derjenige der ihn immer noch durch die Gegend trägt, was ich ehrlich gesagt einfach nicht mehr will und kann. Von Papa bekommt er auch einen Pudding wenn ihm das Essen nicht schmeckt usw.

So ist es klar das Papa natürlich die besseren Karten hat, als die Mama die immer ans Zähne putzen erinnert und von der es nicht ohne weiteres ein Eis gibt wenn vorher das Essen stehen gelassen wurde.

Mein Mann hat auch bis zu seinem 2. Geburtstag mehr Zeit mit Jonas verbracht, da ich Vollzeit arbeiten musste und er mit seinem Studium einfach mehr Zeit hatte.
Seit sich der "Spieß" gedreht hat und Papa die ganze Woche auf Arbeit ist und ich daheim bin, sieht es auch wieder besser aus. Jonas schreit nicht nach seinem Papa, da er weiß das dieser eben arbeiten ist. Dafür hat er mit fast 3 auch Verständnis. Auch der Alltag funktioniert einwandfrei.

Ich denke das sich bei dir das ganze auch sehr schnell einspielen wird. Die Kleinen erkennen auch schnell was sie bei wem dürfen und bei wem nicht.

LG

Judith

Beitrag von bebimupfl 10.03.10 - 20:23 Uhr

Hallo,

zunächst einmal lass dich #liebdrueck

ich kann einfach nicht glauben, was hier manche als antwort zum besten geben...

sorry mit sicherheit ist cid's papa kein schlechter papa und er meint es auch gut und liebt sein kind. ist ja auch sein erstes eigenes. das ist auch gar nicht in frage gestellt. aber so wie er sein kind "erzieht" hat er bald ein verzogenes gör vom aller feinsten..

ich kann dich sehr gut verstehen. es ist nicht besonders toll immer zu allem "nein" sagen zu müssen, was papi erlauben würde und immer der buhmann zu sein - man selbst will seinem kind schließlich nur das beste - und noch dazu von seinem mann hintergangen zu werden in dem er deine entscheidungen missachtet und so noch mehr unmut und hass zwischen dir und deinem kind schafft.

vorallem bringt es auch probleme bei der tagesmutter mit sich und das wird sich von kindergarten bis schule bis ausbildung/studium etc. weiter durchziehen. wenn dein kleiner jetzt nicht langsam zumindest einige grenzen aufgezeigt bekommt, wird er später im leben ganz schöne probleme bekommen.

man kann kinder auch mit viel liebe aber auch mit grenzen erziehen. scheinbar war deine erziehung bisher auch nicht schlecht, denn deine anderen kinder sind ja auch was geworden, oder?

schade, dass eure beziehung scheinbar auch an diesem thema zerbrochen ist. aber vielleicht kommst du als alleinerziehende einfach besser klar. ich hoffe jedenfalls dass sich die situation im juli für dich etwas beruhigt, dass du einfach wieder mama sein kannst und wünsche dir ganz ganz viel kraft für die weiteren monate.

lieben gruß!

sabine

Beitrag von katinka72 10.03.10 - 20:24 Uhr

Hi,

du tust mir wirklich leid, leider sehen hier einige nur den tollen Papa, den dein Partner sicherlich ist...und wo viele hier sicherlich froh wären, wenn sie so jemanden zuhause hätten.

Übersehen wird die Rolle hier als Partner...

Was meines Erachtens fehlt, ist die Wahrnehmung anderer Pflichten. Dir bleibt immer nur die "Drecksarbeit" Haushalt, Nägel schneiden usw., da fehlt scheinbar komplett die Unterstützung durch ihn. Er lässt dir keine Chance, dein Kind ähnlich ruhig und entspannt zu bespaßen...

Das hat nichts mit Eifersucht zu tun...finde ich zumindest...Die vorschnellen Urteile finde ich übertrieben! Meines Erachtens fordert der Partner genau dieses heraus, wenn er auch ein toller Papa ist!

Allerdings frage ich mich: wieso bleibt euer Sohn nicht bei Papa und du nimmst die Rolle der Wochenend- Mama, zumindest eine Zeit lang???? Da hättest du mal Ruhe und Zeit und könntest alle Pflichten vorher und nachher erledigen und Bespaßungsprogramm das ganze Wochenende übernehmen...

Ich wünsche dir alles Gute und einen ruhigen Neustart! Vielleicht wendet sich dadurch einiges zum Guten!

Beitrag von smr 10.03.10 - 20:24 Uhr

Hallo!
Ich unterstütze komplett das Post von murmel72.@ All:
Es geht hier nicht darum, daß die TE froh sein soll, daß ihr Mann ein guter Vater ist.
Ein guter Vater muß auch Grenzen setzen können und das tut dieser Mann nicht, der geht den einfacheren Weg. Es ist ja schön, wenn er sich kümmert, aber das WIE halte ich auch für sehr entscheidend. Wie soll denn dieses Kind fürs Leben lernen? Wie schwer wird der es mal später haben, wenn sich nicht mehr alles um ihn dreht? Hat da hier schon mal jemand daran gedacht?
Die TE ist sicher auch nicht überfordert. Sie hat schließlich allein schon 4 Kinder groß gezogen....sie hat nur auch noch andere Sachen zu tun, während der Mann scheinbar arbeiten geht und sich dann AUSSCHLIEßLICH um den Sohn kümmert.
So, das lag mir auf der Seele. Ich hab das Gefühl, die TE wurde hier vollkommen mißverstanden.

@ TE: leider kann ich Dir keinen Ratschlag geben, außer weit weit weg zu ziehen.
LG
Sandra

Beitrag von widowwadman 10.03.10 - 20:26 Uhr

Weit weit wegziehen, so dass das Kind auf einen Elternteil groesstenteils verzichten muss?

Beitrag von smr 10.03.10 - 20:35 Uhr

Hm, vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen "Ironie off".
Hast natürlich Recht, kann auch nicht die Lösung sein, aber WAS soll man ihr denn raten?
LG
Sandra

Beitrag von marcelina40 10.03.10 - 21:25 Uhr

Liebe murmel72, pea24, berry26, bebimupfl, katinka72 und smr sowie@all:

Ich danke Euch für Eure Meinungen und auch beruhigenden Beistand.
Ihr habt meinen Thread gelesen und meine Probleme erkannt!
Zuerst war ich schon sehr erschreckt über die Erstkommentare und saß die letzten zwei Stunden schon ziemlich selbstzweifelnd hier vor dem PC - und habe so ein klein wenig die Welt nicht mehr verstanden.
Schließlich habe ich meinen Thread offen und sehr herzlich ehrlich geschrieben, dachte, vielleicht etwas nachvollziehbar für einige ( bin ich da wirklich die einzigste??) - was auch geschehen ist.
Danke dafür! :-)

@andere:
Ich verstehe NICHT, warum man mir unterstellt nicht liebevoll zu sein , eifersüchtig oder gar "überlastet".
Da raufe ich mir wirklich die Haare :-(
Und - ich habe meine Gründe zu arbeiten, gewiss. So wie andere tausende Mütter ebenfalls!Egal ob alleinerziehend oder nicht!
Das hat auch nichts mit Rechtfertigung zu tun wenn ich sage das auch ich als Mutter einfach "Auszeiten" benötige - sie sich aber leider in unserer Familie auf solche Art negativ gestaltet.
Und - wer keine Auszeiten benötigt lügt!
Umso mehr freue ich mich doch, das mein Mann DA ist - weil ich sie dann "nutzen" kann, klare Sache!
Aber, nicht vergessen - ich bin auch da wenn er seine Auszeiten hat!!!!
Nur mit dem einen Unterschied das ich meinen Sohn nicht, nur um meine Ruhe zu haben oder aus Konfkliktsituationen heraus , maßlos verwöhne....!!!

Und - natürlich, ja - spiele auch ich mit meinem Sohn und verbringe meine Freizeit mit ihm, soweit er es zu läßt!
Die Betonung liegt jedoch auf letzterem!!!
Ich unternehme auch sehr viel mit den Kindern um selbst mal Abstand zu gewinnen, ein anderes Umfeld zu bekommen als nur zu Hause zu sein, dort zu arbeiten.

Ich sehe es also schon so an das ich "ausgespielt" werde, aus irgendwelchen Gründen oder Selbstproblematik.
Und ich bleibe bei meiner Einstellung das Konsequenzen und Regeln einfach eingehalten werden müssen um später im Leben bestehen zu können.
Alles andere schadet meinem Kind.
Diese Regeln oder Konsequenzen scheinen jedoch mißverstanden worden zu sein, in irgendeiner Form - leider.
Ich bin eine sehr liebevolle Mutter, aber eben auch nur deswegen weil ich meinen Kindern etwas sehr wichtiges in ihrem Leben mit auf den Weg geben möchte und auch muß: soziale Anpassung!
Und ich empfinde meinen Sohn nicht als sozial angepasst - denn er hat schon heute große Probleme im äußeren Umfeld ( siehe Tagesmutter)

Mit beibehaltenem Bock & Trotz im Kindesalter wird es später im Erwachsenenleben nicht besser sondern in der heutigen Welt eher schlimmer.
Das hat gar nichts mit übertriebener Strenge oder sturer Haltung zu tun!

Ich sage es nach wievor: Ich empfinde meinen Mann nachwievor als einen tollen Vater, ganz ohne Neid oder "Eifersucht" - aber irgendwie muß es auch ein "Erziehen" geben.

Wenn das für viele leider auch ein scheinbar sehr großer Störfaktor ist :-(


Beitrag von bine3002 10.03.10 - 21:45 Uhr

"Und ich bleibe bei meiner Einstellung das Konsequenzen und Regeln einfach eingehalten werden müssen um später im Leben bestehen zu können. "

Ja, das stimmt. Aber vielleicht ist das Mittelmaß genau der richtige Weg: Ein strengerer und ein weicherer Elternteil... man weiß es nicht.


Was mich in deinem Posting am meisrten gestört hat war die Aussage (sinngemäß): "Ich versuche meinen Sohn gerade trocken zu bekommen und lasse ihn dann mal kurz in seiner nassen Hose, mein Mann wechselt sie immer sofort." Letzteres hat dabei nichts mit Inkonsequenz zu tun, siondern mit elterlicher Fürsorge. Und ich denke, dass Du vieles so "verdreht" siehst.

Dein Mann mag etwas zu weich sein. Du scheinst aber etwas den Instinkt verloren zu haben und große Angst davor zu haben, ein Kind auch einfach mal Kind sein zu lassen. Und kleine Kinder bocken manchmal.