Körperliche Gewalt unter Geschwistern

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von weltraumreise 10.03.10 - 21:05 Uhr

Hallo alle zusammen,

ich wende mich heute mit einem für mich wirklich echt belastenden Problem an Euch und hoffe, hier vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß zu bekommen.

Kurz zur Ausgangssituation:

Wir haben zwei Söhne. Der Kleine ist 9 Monate der "Große" 2,5 Jahre alt, wobei der Kleine zwar recht mobil ist aber ansonsten ein ganz ruhiges Gemüt besitzt. Unser großer Sohn ist aufgeweckter aber auch kein Rabauke - er steckt seine Nase am liebsten den ganzen Tag in irgendwelche Bücher und puzzelt für sein Leben gern. Bis auf die üblichen Trotzanfälle haben wir mit unserem Großen auch keinerlei Auseinandersetzungen.

In den letzten Wochen habe ich aber leider mehr und mehr das Gefühl, dass mir die Situation zwischen den Kindern entgleitet. Der Große beginnt massiv körperliche Gewalt gegen den Kleinen anzuwenden. Es begann, als der Kleine mobil wurde und somit an die Spielsachen des Großen gelangte. Der Große hat ihn dann weggeschubst oder auch mal nach ihm gehauen. Ich habe ihm immer wieder erklärt, dass wir uns nicht hauen und auch nicht schubsen. Ich habe natürlich vollstes Verständnis für die Situation des Großen und versuche nach wie vor, den Kleinen anderweitig zu beschäftigen, wenn der Große mal mit seinen Bauklötzern baut etc. einfach, damit der Kleine das nicht kaputt machen kann. Ich habe dem Großen auch Alternativen angeboten, z.B. auf der Couch zu lesen oder am Tisch zu puzzeln - einfach Orte, an denen er "sicher" vor seinem kleinen Bruder ist.

Nun nehmen die "tätlichen Übergriffe" des Großen mittlerweile aber ein Ausmaß an, dem ich nichts mehr entgegenzusetzen haben. Er schubst seinen Bruder täglich mindestens ein Dutzend Mal aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung. Der Kleine sitzt z.B. im Wohnzimmer auf dem Boden, der Große rennt an ihm vorbei - zack - umgeschmissen. Der Kleine kann sich natürlich noch nicht abfangen und knallt mit dem Hinterkopf ungebremst auf den Boden - das Geschrei könnt ihr Euch ja sicherlich denken... Das Ganze hat uns vor kurzem sogar einen Besuch beim diensthabenden Bereitschaftsarzt eingebracht, da der Kleine mit dem Hinterkopf auf eine Kante geknallt ist und eine riesige Beule hatte...

Der Kleine ist natürlich am Großen interessiert und krabbelt ihm hinterher, was momentan eigentlich fast immer darin endet, dass der Große teilweise mit Füßen nach ihm tritt oder mit der Hand nach ihm schlägt. Er zieht auch an den Haaren etc. pp. Heute saß der Kleine im Hochstuhl und der Große geht hin und zieht wie ein Wilder an seinem Arm. Mich schockiert dieses Verhalten total, vorallem da es ihm überhaupt nichts ausmacht, wenn der Kleine anfänt zu weinen oder zu schreien.

Ich bin momentan fix und fertig mit den Nerven. Ich habe es wirklich lange Zeit versucht, in Ruhe mit ihm zu reden, ihm zu vermitteln, dass wir nicht hauen, treten usw. Es bringt nichts. Ich bin momentan so gefrustet, dass ich ihn teilweise anschreie, wenn er wieder auf den Kleinen losgeht, was ich eigentlich überhaupt nicht möchte - und was auch in keinster Weise etwas bringt - es interessiert ihn nämlich nicht. Er reagiert auch gar nicht wenn ich sage, er soll aufhören - er lässt erst von dem Kleinen ab, wenn ich dazwischen gehe.

Ich habe keine Ahnung, wie das noch weitergehen soll. Wie gesagt, würde es sich um eine handvoll Zwischenfällte in einer Woche handeln, wäre das für mich vollkommen normal aber wir hatten allein heute schätzungsweise 20 solcher Auseinandersetzungen, die natürlich mit dicken Tränen seitens des Kleinen und mittlerweile vollkommener Frustration meinerseits geendet sind.

Vielleicht habt ihr ja wirklich ein paar Denkanstöße für mich.

Liebe Grüße

Beitrag von schwarzesetwas 10.03.10 - 21:35 Uhr

Da bin ich ja mal gespannt auf die Antworten der 'Experten'.

Hab an und an, auch dieses Problem.
Allerdings sind meine exakt 6 Monate älter.

Mir fällt auf, dass mein Großer dieses Verhalten an den Tag legt, wenn er müde ist.
Leider schläft er mittags meist nicht und ab mittag kippt seine Laune einfach.

Was ich auch merke: Umso liebevoller ich mit dem Großen umgehe, umso besser geht er mit der Schwester um.
Allerdings bringt es alles nichts mehr, wenn er übermüdet ist.
Leider muß die Schwester dann drunter leiden.

Aber wie ein Kind in den Schlaf kriegen, wenn es nicht schlafen will?!
Überlege schon, dass ich ihn morgens gegen 6.00 wecke, damit er mittags schläft und ausgeglichener ist.

Hat er nämlich nach ner schlechten Nacht mittags geschlafen ist alles wunderbar.

Hat es bei euch was mit Müdigkeit zu tun?

Lg,
SE

Beitrag von faridari 10.03.10 - 21:46 Uhr

Hallo!!

Meine Jungs sind 2 Jahre auseinander sind aber mittlerweile 4 und 2 Jahre alt und sie spielen meistens ganz lieb miteinander.Wir hatten das Problem auch weil der Kleine auch immer dazwischen ging wenn der Große gerade spielte.Die Großen sind da in der Situation die immer zurückstecken müssen und daher kommt dann natürlich die Wut auf den Kleinen. Du mußt irgendetwas finden das mit beiden geht ( Lego,mit Kuscheltieren spielen, wir haben viel getanzt oder einfach nur rumgeblödelt)wo einfach beide auf ihre Kosten kommen.Mach noch so lang es geht mit dem Großen alleine was damit er sieht das er wichtig ist . Beim Kochen oder Wäsche aufhängen usw...
Es wird schon alles die ersten 1-2 Jahre sind nicht einfach aber dann wird es umso schöner!!!

Ps:Konsequent das hauen unterbinden das darf er einfach nicht!!

Lg

Beitrag von mimi08152004 11.03.10 - 00:00 Uhr

Hi

Ich bin vllt ein schlechter Ratgeber, denn meine beiden sind
a) weiter auseinander
b) nie so extrem aneinander geraten zumindest nicht so dauerhaft oder grundlos

Aber ich glaub, dein großer hat grade jetzt, wo der kleine Bruder mobil wird einfach extreme ...nennen wir es besitzensängste

Bislang war das Baby ja keine soooo große Bedrohung, es hat viel geschlafen, war einfacher zu handeln, man konnte es mal wo ablegen etc..und auf einmal kommt dieser Wurm daher und will alles, was sonst nur ihm gehört hat auch haben

Es ist sicher schwer, den Konflikt zu lösen aber

erstens mußt du ihm immer wieder klar machen, dass man durch hauen, schubsen etc nicht weiterkommt

zweitens mußt du den Konflik lösen wg dem spielen..
wie wäre es denn, wenn du zB mit ihm was fürs Baby aussuchst, was zum spielen, was ihr noch nie hattet?
Die Idee mit dem Spielen ausser Reichweite ist auch sehr gut, verfolge das weiter, das hab ich auch schon oft gemacht. Oder bestimmte Sachen in die Schlafzeit des Baby legen, wenn das organisatorisch geht!

Natürlich reagiert der 2,5 jährige auch nicht unbedingt nur auf Worte
Du mußt shon immer am Ball sein, SOOO viel Verständnis, dass alles nur durch Worte geht, das klappt halt dann doch nicht. Ich sehs bei mir auch, mein 2 jähriger reagiert auch eher auf mein Handeln als auf meine Worte, da sind sie mit 4 jahren viel weiter

Bleib nur am Ball! Das wird schon.
#liebdrueck

Beitrag von any1978 11.03.10 - 08:34 Uhr

Morgen,
ich kenne das zu gut meine Mädels sind schon älter und haben einen größeren abstand 2,5 und 6 Jahre . Hier mußte ich nur den Raum verlassen ,da hat auch schon eine der beiden geweint#aerger es war für mich echt die Hölle!! Hab so viel versucht Reden,Meckern,Strafen nix hat gefruchtet irgendwann bin ich durchgedreht hab jedes einzelne Spielzeug gekenzeichnet (rot für die Große und grün für die Kleine)das Zimmer des jeweils anderen durfte nicht mehr betreten werden und ich habe ihnen verboten zusammen zu spielen#rofl und ihre Stühle am Tisch hab ich soo weit wie möglich auseinander gestellt ! Mir war schon bewußt das das total blöd ist aber ich war am ende.
Nach einer Stunde waren meine beiden Motten schon total am verzweifeln ;-) sie haben heimlich und ganz leise zusammen gespielt (warscheinlich der reiz des verbotenem#rofl) Seit dem ist echt gut mit schlagen und schubsen ,sie steiten zwar manchmal immer noch wie die Kesselflicker aber es artet nicht mehr sooooooooo extrem aus!!
Wünsch dir das du auch ne lösung für deine Jungs findest weil so eine situation raubt einem echt den letzten Nerv!

Beitrag von frauke131 11.03.10 - 11:46 Uhr

Kenn ich alles, was Du schreibst! So, ihr dürft heute nicht mer zusammenspeilen, wenn hr Euch haut- zack, schon hatten sie einen gemeinsamen Feind und liebten sich wieder!

Beitrag von wemauchimmer 11.03.10 - 09:05 Uhr

Es ist ein Junge, er ist 2,5, er kommt jetzt voll in die Trotzphase, d.h. er testet alle Grenzen aus.
Mit Aggressionen gegen sein Geschwisterchen ruft er interessante Reaktionen bei der Mama hervor. Das ist spannend und wird daher ausgiebig untersucht.
Du mußt ihm klare Grenzen aufzeigen. Er darf dem Baby nichts tun, sonst gibt es unangenehme Konsequenzen. Ist er dagegen freundlich zum Baby, wenden sich die Eltern ihm zu, spielen mit ihm und widmen ihm Aufmerksamkeit.
Jedes Kind braucht Grenzen, Jungs brauchen deutlichere Grenzen und zwar je intelligenter sie sind, umso mehr.
LG

Beitrag von frauke131 11.03.10 - 11:44 Uhr

Meine Kinder sind genau 1 Jahr und 24 Tage auseinander und jetzt 7 und 8 Jahre alt!
Hauen, treten und schreien ist unter Geschwistern "normal". Mit keinem auf der Welt kann man so umgehen, denn ein Bruder bleibt immer Bruder (bzw. Schwester). Die Hemmschwelle liegt deutlich tiefer als bei "fremde" Kindern und man hängt mehr aufeinander. Die können sich bis aufs Blut streiten und sind dann wieder die herzallerliebsten Geschwister.

Dein Großer ist erst 2,5. Er kann seine Gefühle nicht so in Worte fassen. Im Gegenzug ist er sich seiner Taten noch nicht so bewusst. Er testet und lässt sicher die Eifersucht an ihm aus. Und die Unsicherheit, ob er denn immer noch wichtig ist.

Nur mal zum Verständnis:Geschwister sind eifersüchtig und denken immer, sie kämen zu kurz. Und das ist wichtig, denn so entwickelt man ein gesundes Gefühl dafür, dass man selbst wichtig ist! Wer behauptet, seine Kinder gingen immer lieb miteinander um, macht sich etwas vor.

Dann frage ich Dich, wie willst Du vernünftig mit Deinem 2,5 Jährigen reden, glaubst Du er hört Dir zu?

Gib dem Großen mehr "Rechte", als dem Kleinen, damit er merkt, dass es toll ist, der Große zu sein. Die Rechte kann er nur haben, wenn er sich entsprechend benimmt und seinen Bruder nicht malträtiert. Gibt ihm aber auch die Möglickeit,allein zu spielen und zwar so, dass der Kleine nicht rankommt! Wenn er den Kleinen haut, sag kurz, dass das nicht geht und nimm ihn aus der Situation weg. Tröste den Kleinen demonstrativ und ignoriere den Großen. Wer schlägt, bekommt nicht noch Aufmerksamkeit dafür!

Geh mit deinem Sohn viel raus, dass er sich austoben kann, sorg für Kontakt zu Gleichaltrigen, mit denen er sich messen kann.

meine waren in dem Ater längst im Kg und das hat sicher einiges abgefangen.

Beitrag von weltraumreise 11.03.10 - 13:35 Uhr

Euch allen erstmal vielen lieben Dank für die netten Antworten und Anregungen. Ich habe mich auch einfach nochmal selbst genau beobachtet und denke, dass ich wahrscheinlich wirklich einfach zu viel rede. Er ist ja erst 2,5 Jahre alt und wenn ich sehe, dass er sich mal wieder auf den Kleinen stürzt dann sage ich, dass er aufhören soll - was er natürlich nicht macht und dann wiederhole ich mich nochmal und nochmal und nochmal und werde natürlich immer lauter bis ich irgendwann schreiend dazwischen gehe. Ich werde jetzt versuchen, immer sofort dazwischen zu gehen - dann habe ich mich selbst noch nicht so hochgeschaukelt und kann die Situation wieder im ruhigen Ton klären.

Mal sehen obs fruchtet... Wie gesagt, sie sollen ja ruhig auch ihre Konflikte untereinander austragen dürfen und der Kleine muss natürlich auch lernen, die Grenzen des Großen zu akzeptieren. Aber so wie das hier mittlerweile ausgeartet ist, dass der Kleine in 90 % der Fälle wirklich ohne Grund angegriffen wird, dass kann ich so einfach nicht dulden.

Vielen Dank nochmal an Euch alle für Eure netten und aufbauenden Worte.

Liebe Grüße

Beitrag von mel-t 11.03.10 - 20:05 Uhr

Ich kann nur sagen, viel loben, wenn er nett und freundlich mit dem Kleinen umgeht. Wenig Aufmerksamkeit nach Attacken, denn dann kannst Du nicht mit ihm spielen, du musst ja den Kleinen trösten. Immer wieder erklären, wenn der Kleine dich stört, sag mir Bescheid, ich hol ihn dann, ich geb dir dann Dein Spielzeug wieder, ....

Viel mehr kannst Du nicht machen.

Beitrag von weltraumreise 11.03.10 - 20:23 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe ihm auch schon gesagt, dass er, wenn der Kleine ihm mal wieder "zu nahe kommt", ganz laut "Mama bitte helfen" rufen soll. Aber so richtig klappt das noch nicht. Und wenn der Kleine Spielzeug klaut oder ähnliches habe ich ja schon Verständnis dafür, wenn er ihn dann angeht oder so. Das ist zwar eigentlich auch nicht in Ordnung und das erklär ich ihm auch aber für mich in der Situation völlig nachvollziehbar. Mir geht es ja eigentlich nur um diese permanenten grundlosen Angriffe aus heiterem Himmel. Der Kleine kann auch ganz friedlich in einer Ecke sitzen und mit sich alleine spielen und dann geht der Große trotzdem hin, um ihn zu schubsen, hauen etc. pp. Das ist ja das, was mich so fertig macht...

Liebe Grüße

Beitrag von snoopster 12.03.10 - 08:37 Uhr

Hallo,

meine Beiden sind 20 Monate auseinander, zwei Mädels.
Die Große wird bald 3, die Kleine ist 14 Monate.

Meine Große macht das auch ab und an, dass sie halt der Kleinen demonstrieren muss, wer hier die Stärkere ist, und wer das Hausrecht hat....

DAnn hab ich mal irgendwo gelesen, dass es am einfachsten wär, nicht den Täter zu bestrafen, sondern das Opfer zu trösten.
Also wenn die Große der Kleinen was getan hat und die daraufhin weinte, dann hab ich sie hochgenommen und getröstet.
Der Großen hab ich nur gesagt, dass das nicht schön war, dass sie jetzt weint, und dass sie das lassen soll. Mehr Aufmerksamkeit hat sie nicht bekommen....
Gänzliches Ignorieren des Täters (auch wenn es da drin stand) finde ich selbst furchtbar, meine Ma hat das oft so gemacht, einfach nich tmehr mit mir geredet und mich links liegen gelassen, und schlimmer gehts nicht, finde ich, von daher hab ich ihr schon erklärt, warum jetzt die KLeine in meinen Armen ist.
Wenns der Großen leid tat hab ich sie natürlich auch in den Arm genommen.

So, ich hoffe, Du weißt, worauf ich hinaus will... auch wenns ein wenig lang geworden ist und spät kam.

LG Karin

Beitrag von qayw 12.03.10 - 16:22 Uhr

Hallo,

ich würde dem Großen nochmal nahe legen am Tisch oder sonstwo unerreichbar für den Kleinen zu spielen. Wenn er das nicht will, muß er damit leben, daß der Kleine an seine Sachen geht.

Wenn er haut o.ä. würde ich ihn sofort in sein Zimmer schicken oder befördern. Da dürfte er dann bleiben, bis er sich wieder benimmt.

Meine Tochter war 2 1/2 als Ole kam und hat ihn bisher einmal gehauen, weil sie wollte, daß ich mit ihr spiele und nicht den Kleinen stille.
Daraufhin habe ich ganze vier Worte laut und streng ausgesprochen: "Ab in Dein Zimmer!"
Bei sowas diskutiere ich nicht mehr mit ihr. Sie weiß, daß sie nicht hauen darf und daß ich umso kürzer werde, je wütender ich auf sie bin.
Sie ist dann auch brüllend auf ihr Zimmer verschwunden. Später habe ich nochmal ruhig mit ihr über die Sache gesprochen, und seitdem (2 Monate her) war sie auch nicht mehr absichtlich groß zu Ole.

Ich kann verstehen, daß das für die Älteren nicht einfach ist, aber hauen geht gar nicht. Das muß erstmal klar sein.

LG
Heike

Beitrag von vinci73 13.03.10 - 16:12 Uhr

Hallo
Ich möcht Dir nur ganz kurz Mut machen.
Bei uns war es mindestens genau so schlimm.
Meine beiden Jungs sind 16 Monate auseinander. Mittlerweile wird mein grosser 3 Jahre und der kleine 19 Monate. Seid der Kleine etwa 9 Monate alt war gingen die "Streitereien" los. Es war definitiv in der Wohnung nicht auszuhalten. Wenn beide wach waren hab ich mich aus der Wohnung gemacht. Und selbst bis ich draussen war, war ich total fertig. Bin überhaupt kein Schreityp und schon gar kein Klapps Befürworter. War total am Ende und habe meinen grossen dann angeschrien und an ganz schlimmen Tagen auch mal unsanft vom Kleinen weggenommen. Eine absolut verrückte, schlimme und soooo anstrengende Zeit..... #schmoll
Seit etwa fünf Wochen ist bei meinem grossen Sohn ein Licht aufgegangen. Am Morgen wenn er aufwacht fragt er als erstes wo der kleine ist (vorher wenn er ihn irgendwo gehört hat ist er ins Wohnzimmer und hat die Tür vor seiner Nase zugemacht). Im Karusell "muss" er neben ihm im Flieger sitzen, wenn der kleine ausgeschlafen hat will der grosse ihn mit mir aus dem Bett nehmen, sie machen Blödsinn miteinander usw. Ich muss nicht mehr fluchtartig die Wohnung verlassen sondern kann mal was im Haushalt erledigen und die Beiden beschäftigen sich miteinander bzw. ich kann mit den Beiden mal spielen (ging bis vor kurzem gar nicht)Ich bin jetzt soooo glücklich und es tut mir unheimlich gut zu sehen, wie die Beiden miteinander umgehen.
Ich wünsch Dir ganz dicke Nerven und dass sich das Blatt bald wendet.
Ganz liebe Grüsse
Vinci

Beitrag von weltraumreise 14.03.10 - 22:01 Uhr

Hallo Vinci,

vielen lieben Dank für Deine Antwort. Natürlich kann mir keiner sagen, dass es bei uns auch so harmonisch veraufen wird wie bei Euch aber Deine Zeilen haben mir auf jeden Fall wieder etwas Mut gegeben, am Ball zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Vielen Dank dafür.

Liebe Grüße