Sensibelchen ... was kann ich tun? Achtung lang ...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von gabi2211 10.03.10 - 22:12 Uhr

Hallo !

Mein Sohn Lennard ist am 07.07.07 geboren, also etwas mehr als 2,5 Jahre alt. Seit einigen Wochen erlebe ich ihn immer mal wieder in absoluter Panik.

Folgende Situation:
Wir sind in der Krabbelgruppe und eine Mama sagt zu ihrem Kind z.B. "Komm Lea, wir gehen jetzt gleich"
Ich weiß dann schon was passiert. Lennard beobachtet genau ob Lea auch wirklich gleich zu ihrer Mama geht, wenn nicht, sagt er ihr, dass sie hingehen und ihr spielzeug weglegen soll. Tut sie es noch immer nicht und die Mama sagt ein 2. Mal "Komm jetzt Lea" verfällt Lennard in Panik und weint bitterlich. Er versucht dann Lea zu ihrer Mama zu bringen und ist kaum mehr zu beruhigen ! Er rennt dann zu der Mama und sagt ihr, dass die Lea mit will, rennt zu Lea und sagt ihr, sie soll zur Mama gehen usw.

Anfangs fand ich das total süß, aber hey, mittlerweile ist das echt extrem !

Lennard wurde noch NIEMALS alleine gelassen, auch kennt er den Spruch "Komm jetzt oder die Mama geht alleine" von sich nicht, weil er immer sofort kommt, wenn ich ihm rufe.

Ich hab keine Ahnung was ich da machen kann !? Früher - bevor irgendjemand anderes geht - schon nach Hause gehen !?

kennt das jemand? Hat jemand nen Tipp ?
Morgen werd ich auch mal in der spielgruppe fragen, in die er - übrigens problemlos - einmal die Woche ohne mich geht. Die ersten 3-4 mal hat er geweint, als ich weg bin, aber er fragt immer, ob ich ihn wieder abhole undwenn ich JA sage, ist alles ok.

LG Gabi mit Lennard


Beitrag von begilu 10.03.10 - 22:28 Uhr

Ach Gottchen, das hört sich voll süß an, wie besorgt er um Andere ist.

Er ist halt ein sozialer kleiner Bua und ist um seine Mitmenschen besorgt.
Das ist eine gute Eigenschaft, die Du schätzen solltest. Sei stolz auf ihn!!!!

Beitrag von gabi2211 10.03.10 - 22:30 Uhr

Das ist ja einerseits auch süß und zeugt von sozialer Kompetenz ! Aber hey, das ist so extrem, dass alle immer total perplex sind. Man könnte da mit dem schluchzenden Kerlchen fast mitweinen ! :-(

Beitrag von begilu 10.03.10 - 22:36 Uhr



Ja, das glaube ich Dir! Mehr wie gut zureden wirst Du wohl nicht machen können. Ich weiß ja nun nicht, was genau ihn da in Panik versetzt. Hatte er vielleicht eine Geschichte vorgelesen bekommen, wo es um eine Trennung ging? Gibt ja solche Kindergeschichten, auch über Tiere... Oder ein Lied?

Beitrag von gabi2211 10.03.10 - 22:38 Uhr

Sein Lieblingsbuch ist "Wo ist Mami". Da sucht ein kleines Äffchen im Wald seine Mama und ein Schmetterling bringt es zu verschiedenen Tieren, die alle nicht seine Mama sind. Aber am Ende finden sie die Mami und all freuen sich und sind glücklich.

Kann sowas ein Auslöser sein !?!?

Beitrag von begilu 10.03.10 - 22:45 Uhr


warum nicht? Er ist auch in diesem Buch bemüht, die Mamas der jeweiligen Tiere zu finden: Vielleicht beschäftigt ihn das ja und verbindet es schon mit der realen Welt....
Erscheint mir sinnvoll und wenn es auch noch das absolute Lieblingsbuch ist, setzt er sich damit auch auseinander.

Beitrag von sunflower.1976 10.03.10 - 22:50 Uhr

Hallo!

Mein Sohn (wird im Juni 5) war und ist teilweise genauso. Okay, er hat bei solchen Situationen nicht geweint, aber man hat gemerkt, dass er sich unbedingt um das andere Kind kümmern wollte.
Er hat beim Mutter-Kind-Turnen von sich aus anderen Kindern, die hingefallen sind, hochgeholfen, selbst mitten im Wettlauf hat er solche Stürze bemerkt und ist zu dem Kind hingelaufen. Er nimmt kleinere Kinder aus dem Bekanntenkreis bei Spaziergängen an die Hand, wenn die Eltern dem Kind sagen, dass es auf dem Weg bleiben solle und nicht näher an den See gehen darf usw.

Früher hat es ihn belastet, wenn das andere Kind nicht so reagiert hat, wie er es sich das vorgestellt/gewünscht hat.
Ich könnte mir vorstellen, dass es bei Deinem Sohn ähnlich ist und er deswegen weint. Er muss ja erst lernen, mit seinen Gefühlen (und denen anderer Leute) umzugehen. Daheer denke ich, dass es sich irgendwann gibt, dass er weint, weil das andere Kind anders als gedacht reagiert.
Mein Sohn akzeptiert es mittlerweile, wenn auch nicht immer gerne. Einfach weil er gerne für andere da ist (ohne dass er dazu aufgefordert wird!).

Eher gehen würde ich in der Krabbelgruppe nicht. Nur in diesen Situationen kann er lernen, damit umzugehen. Unterstütze ihn, geh zu ihm, erkläre ihm, dass die Mama sich immer um ihr Kind kümmert usw.

Ich finde es eine tolle Eigenschaft, die sich nur noch "verfeinern" muss.

LG Silvia

Beitrag von silsil 11.03.10 - 08:31 Uhr

Hallo,

ich glaube das liegt am Alter. Meine Tochter ist ähnlich, nimmt jeden in Schutz und paßt auf Kleinere auf. Letztens hatten wir Besuch und der Kleine 1,5 J. hat ständig, unbemerkt von mir, an unseren Fadenvorhängen rumgespielt. Meine Tochter wußte, daß sie das nicht darf, und hat das auch dem Kleinen gesagt. Nur der kleine Racker hat nicht auf meine Tochter gehört. Auf einmal fängt sie bitterlich zu weinen an und schluchzt ein verzweifeltes "Mami, der Kilian darf das doch nicht,, und der hört nicht und dabei darf er das doch nicht......".

In der Spielegruppe fängt sie momentan beim Aufräumen immer zum Weinen an. Sie möchte mithelfen, die anderen Mamas, (haben hauptsächlich noch kleinere Kinder) sind das noch nicht so gewöhnt, und nehmen ihr wohl Spielzeug ab, damits schneller geht, und meine kann da natürlich von der Schnelligkeit nicht mithalten. Spätestens wenn der Staubsauger kommt, fängt sie zu weinen an.

Ich hab gelesen, du hast das Buch "wo ist Mami" erwähnt. wir haben das Buch auch, ich finde es auch total schön, aber momentan habe ich das Buch verbannt. Ich merke, daß es meine Kleine viel zu sehr beschäftigt, sie hat nachts wieder damit angefangen, nach uns zu rufen um wieder in den Schlaf begleitet zu werden.

So toll ihre soziale Kompetenz ist, ich mach mir auch so meine Gedanken, wie schwer sie es haben wird, wenn sie so sensibel ist.

Ich würde, nicht eher aus der Spielegruppe gehen, aber ihm immer wieder erklären, das Mamas nicht einfach so gehen, und Kinder manchmal nicht folgen, (macht er ja sicher auch nicht immer ;-)) . Solche Erklärungen helfen bei meiner Kleinen ganz gut um mit den Situationen zurecht zu kommen. Meistens erzählt sie mir dann alles nochmal und schließt mit dem Satz "manchmal ist das einfach so" ;-) Wenn dann wieder mal so eine oder ähnliche Situation ist, erinnert sie sich daran und erzählt mir meine Erklärung nochmal.

lg
Silvia