Das H-Wort steht im Raum

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von nane29 11.03.10 - 10:08 Uhr

Hallo,

wenn ein Kind (wird im Mai 4) auffallend weit ist für sein Alter - vielleicht sogar an der Grenze zur Hochbegabung (laut ihren Erziehern), aber in keinerlei Hinsicht negativ auffällt - im Gegenteil, überall werden ihre sozialen Fähigkeiten gelobt -

dann ist es doch unnötig, sie auf Hochbegabung testen zu lassen, oder?

Sie ist auffällig weit im musischen Bereich (musikalisch, malen) und kann fast alle Buchstaben lesen und schreiben, aus eigener Motivation.
Neulich wollte sie einen Brief an ihre Freundin schreiben. Sie hatte sich folgenden Text überlegt:
"Liebe Mayra, ich bin deine beste Freundin und ich liebe dich vor alles. Von Lena"#hicks#verliebt
Ich stand unter der Dusche, sie saß davor und ich sollte die Buchstaben diktieren. Mit Ausnahme von C und D kannte sie alle und als ich aus der Dusche kam, konnte ich den Brief lesen (wenn auch teilweise etwas wackelig). Da war ich schon baff.

Ihre Erzieher glauben, sie wird mit 4,5 lesen können. Sie hat einen sehr großen Wortschatz und kann sich gut ausdrücken (benutzt z.B. den Genitiv korrekt).

Gestern hat uns ihr Erzieher angesprochen. Sie sei auffallend fit und wir sollten das alle weiter im Auge behalten.
Wenn es sich weiter so entwickelt, evtl. testen lassen, aber jetzt erst mal weiter beobachten.

Wir freuen uns, dass sie begabt und schlau ist, möchten aber, wenn es irgendwie geht, diesen Test nicht machen lassen.

Wann ist denn das überhaupt notwendig und sinnvoll?
Wenn alles gut ist, wenn sie glücklich, fröhlich, voll integriert und sozial kompetent ist, es also keinerlei Grund zur Sorge gibt, keinerlei Verhaltensauffälligkeiten -

kann man dann nicht einfach normal weitermachen, ohne Test?

Wir merken ja auch, dass sie fit ist und unterstützen sie - aber wir wären nie auf die Idee gekommen, dass sie HB sein könnte. Ich dachte immer, die Kinder seien noch viel krasser.

Es steht ja jetzt noch gar nicht an, aber ich mache mir natürlich Gedanken über die Aussagen der Erzieher.

Lg Jana mit Lena + Karl (10 Monate)


Beitrag von tauchmaus01 11.03.10 - 10:23 Uhr

Meine Tochter ist 4 und schreibt seit ein paar Monaten.
Sie hat angefangen eine Geschichte zu schreiben.....

Sie kann schon lange einfache Wörter lesen (auch Quatschwörter wie MUHA oder LAPI )
Am Klavier spielt sie seit sie 3 ist Alle meine Entchen und hat nun das Keyboard für sich entdeckt. Sie hört ein Gedicht einmal und kann es ( eine große Tochter sollte ein Gedicht über Schnirkelschnecken lernen, ich hab es einmal vorgelesen und die Kleine konnte es zum Ärger der Großen gleich)

Und? Ich käme niemals auf die Idee an Hochbegabung zu reden, es ist einfach ihr Interesse und ja, sie wird mit Sicherheit dieses Jahr richtig lesen können und wenn sie nächstes Jahr in die Schule kommt schon um einiges mehr könne als Gleichaltrige.

Sie löst Lükhefte für Erstklässler lockerflockig und ist mit riesem INteresse dabei Englische Wörter zu lernen.....ständig fragt sie"Was heißt Stuhl. was heißt Tisch usw) sie zählt nun auf Englisch bis 13 und mit leichter Hilfe weiter.

Ich finde das mittlerweile nicht mehr so aufregend und mach mir keine weiteren Gedanken, dass kann ich machen wenn sie in der Schule tatsächlich so weitermacht.
Bis dahin betone ich das nicht in ihrer Gegenwart dass sie schon mehr kann als andere und lass es gut sein.

Ich finde es mittlerweile auch gar nicht mehr so ungewöhnlich das Kind in dem Alter interesse an Zahlen haben.

Wenn ein 3 Jähriger alle Automarken am Aussehen erkennt und noch Daten dazu weiß wundert sich keiner, Wenn ein 3 Jähriger schon alle Dinos kennt ist das auch normal........

Mona

Beitrag von nane29 11.03.10 - 10:31 Uhr

Ich sehe das auch so und würde immer denken, dass ja nur dann Handlungsbedarf besteht, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist.

Das beruhigt mich schon mal.

Ich denke auch, dass Lenas Erzieher sehr fähig und geerdet sind und nicht unnötig die Pferde scheu machen werden.
Es ist ihnen halt aufgefallen, dass sie weit ist und sie wollen ein Auge drauf haben. Das ist ja erst mal ok.

Ich habe nur einen Schreck bekommen, als er meinte, dass es in die Richtung gehen KÖNNTE.

Ich bin überhaupt nicht scharf auf so eine Welle und bin mir auch ziemlich sicher, dass ein wirklich hochbegabtes Kind noch in einer anderen Liga spielt.

Danke für deine Antwort!:-)

Beitrag von ilka24 11.03.10 - 11:15 Uhr

Hallo,

warum hast du Angst, dass dein Kind hochbegabt sein könnte. Ich finde es schade, dass es so abgetan wird.

Wir haben in der weitläufigen Verwandtschaft einen hochbegabten jungen Mann, den ich bereits als 5 jährigen kannte.

Und wenn ich das von deiner Tochter lese, finde ich nicht, dass sie in einer "anderen Liga" spielt.

Unsere Tochter wird im April 4 Jahre und ist Meilen von den Fähigkeiten deines Kindes entfernt, sie beginnt lediglich ihren Namen zu kritzeln. Und mein kleines Mädchen ist schon ein kluges Kind ;-)

Also ich finde schon, dass einiges für eine Hochbegabung deiner Tochter spricht.

Gruß
I.

Beitrag von nane29 11.03.10 - 11:49 Uhr

Hm, ein Teil von mir ist natürlich stolz.

eine Anti-Haltung habe ich wahrscheinlich zum einen, weil ich manchmal das Gefühl habe, dass Hochbegabung heutzutage so eine Art "Trend" geworden ist.

Ich habe Angst davor, dass dieser Stempel dazu führt, dass sie allzu schnell nicht mehr unbeschwert Kind sein kann.

Ich habe Angst vor Vorurteilen, Neid, etc., wenn es tatsächlich so wäre und sich das im Bekanntenkreis herumspricht. Dass sie eine Außenseiterrolle bekommt, ach es gibt so viele Klischeebilder#hicks

Ich habe Angst, dass sie auf irgendeine besondere Schule müsste.

In erster Linie habe ich Angst, dass unnötig die Pferde scheu gemacht werden.Aber das liegt ja in unserer Hand.

Ach, da springen viele Gedanken in meinen Kopf - ich habe aber auch keine Ahnung und bin noch nicht gut informiert.

Letztlich ist es sicher gar nicht so wild - denn es geht am Ende ja nur darum, dem Kind gerecht zu werden und ich glaube, dass es meinem Mann und mir gelingen wird, die Balance zwischen fördern und beschützen zu finden.:-)

Danke für deine Antwort!

Beitrag von cahahi 11.03.10 - 10:28 Uhr

Hallo Jana!!

Wofür sollte dein Kind getestet werden? Es gibt doch gar keinen Grund dafür.

Kinder werden getestet bzw. sollten erst getestet werden, wenn es "Probleme" in der Schule gibt. Ohne Grund sollte absolut nicht getestet werden.

Also laß deinem Kind Zeit. Man sollte nur wirklich ein Auge darauf halten und dem Kind das geben, was es fordert. Auf keinen Fall irgenwie stoppen.

LG Carmen

Beitrag von nane29 11.03.10 - 10:35 Uhr

Danke, genau das denke ich auch.

Ich habe gestern einfach einen Schreck bekommen, als er meinte, es KÖNNTE in die Richtung gehen.

Aber ich vertraue Lenas Erziehern auch total, dass sie nicht unnötig Alarm machen, die sind wirklich ganz toll und sehr fähig.

Ich werde mich jetzt mal entspannen und mich einfach freuen, dass Lena sich gut entwickelt. Von Tests lassen wir auf jeden Fall die Finger, das wiederstrebt mir eh total.

Beitrag von espirino 11.03.10 - 10:53 Uhr

Hallo,

#kratz also soweit ich weiß, MUSS niemand sein Kind auf Hochbegabung testen lassen. Ihr könnt das selbstverständlich so weiter laufen lassen. Ich denke es wird erst interessant, wenn sie in die Schule kommt und Gefahr läuft unterfordert zu werden. Aber jetzt schon Pferde scheu machen... #gruebel

LG Jana

Beitrag von nane29 11.03.10 - 11:40 Uhr

Hallo Jana:-)

klar MUSS man nicht und ich werde auch nicht, es sei denn, es gibt dafür triftige Gründe.

Lenas Erzieher meinte nur, dass man einfach aufmerksam sein muss und man im gegebenen Fall den Kindern keinen Gefallen tut, wenn man es untern Tisch fallen lässt.

Eine seiner 3 Töchter war wohl auch ein ziemlicher Überflieger - er hat sie aber nie testen lassen und sie ist ganz normal ihren Weg gegangen und alles war ok.

Ich habe mir nur angefangen, Gedanken zu machen, weil es eben gestern kurz im Raum stand und weil man ja als Eltern alles richtig machen möchte.

Man hat ja schon fast das Gefühl, dass Hochbegabung so eine Art Trend ist und allein deshalb habe ich schon "Anti-"Gefühle.

Ich wollte mich einfach mal schlau machen, unter welchen Umständen so ein Test überhaupt sinnvoll wäre.

Aber momentan finde ich logisch, gar nix zu testen, so lange alles in Ordnung ist und keine Auffälligkeiten vorliegen.

Danke für deine Antwort!:-)
Jana

Beitrag von lisabet 11.03.10 - 11:20 Uhr

Hallo;-),

ertmal möchte ich dich beglückwünschen zu deiner Tochter. Ob HB oder nicht, sehr gescheit ist sie auf jeden Fall! Natürlich musst du keinen Test machen lassen. Sie scheint ja mit sich und ihrer Welt völlig zufrieden zu sein.
Es gibt bei Urbia einen Club der heißt "Hochbegabung Fluch oder Segen". Vielleicht schaust du da mal rein. Da kannst du dir ein Bild über das "böse" Wort mit H machen:-D.

LG Lisa

Manchen Menschen fällt es einfacher andere zu bemitleiden als sich mit ihnen zu freuen.

Beitrag von nane29 11.03.10 - 11:54 Uhr

Hallo Lisa,

danke für deine Antwort:-)

Ich habe einfach noch wenig Ahnung zu dem Thema und im ersten Moment hat es mir Angst gemacht und ein Beschützerinstinkt meldete sich.

Noch ist ja wirklich gar nix los.

Hochbegabung ist heutzutage schon fast ein Anti-Wort und ich will Lena ja weder pushen noch bremsen - wenn uns also irgendwann von kompetenter Seite angeraten wird, sie in ihrem Interesse testen zu lassen - dann würden wir uns damit auch auseinandersetzen.

Ich mach mich mal schlau. Und halte so lange die Füße still, ihr Erzieher sagte ja auch nur, dass wir es im Auge behalten sollten.

LG Jana

Beitrag von braut2 11.03.10 - 11:26 Uhr

Dein Kind kann vieles. Und ich finde es gut, wenn dies im Auge behalten wird. Ein Test ist in dem Alter noch gar nicht aussagefähig. Glaub die werden so ab 6 Jahren durchgeführt. Dennoch würde beobachten wie sie sich in der Schule so tut.
Bei meinem Mann wurde das nie getestet und er ist irgendwann in der Schule zum Klassenkasper mutiert weil ihm langweilig war. Er hat übrigens bei einem speziell konzipiertem Test einen IQ von 137 erreicht, also HB.
Bei unseren Kids merke ich davon noch nix. Sie sind ganz normal- und ich hoffe sie bleiben es auch ;-)

Beitrag von nane29 11.03.10 - 12:00 Uhr

Ja siehst du, irgendwie hofft man, dass sie "normal" bleiben;-)

Wobei ein Teil von mir natürlich auch stolz ist und glücklich über ihre Begabungen.

Mir machen nur einfach die ganzen Klischeebilder Angst, die sofort in meinen uninformierten Kopf springen und ich habe Angst, dass Lena in irgendwelche "Mühlen" gerät.

Naja, noch ist ja kein Grund zur Sorge, sie macht sich rundum toll und ist glücklich.

Ich bin auch beruhigt, dass ihre Erzieher nicht die Pferde scheu machen und irgendwie übereifrig sind, sondern lediglich sagen, wir sollen ein Auge drauf haben.

Die eine Tochter unseres Erziehers war wohl auch ähnlich weit wie Lena. Er hat sie nie testen lassen und sie hat auch so einen sehr guten Weg gemacht. Er sagt, er hätte recht viel Erfahrung damit und ich weiß, er würde uns nicht unnötig irgendeinen Unsinn anraten.

Liebe Grüße
Jana

Beitrag von braut2 11.03.10 - 12:26 Uhr

Also jetzt würde ich mich eh noch nicht verrückt machen. Abwarten wie sie sich entwickelt. Nur halt nicht drüber hinwegsehen. Andere forcieren die HB ihres Kindes unbedingt, das find ich auch quatsch. HB muss nicht immer gleich SEgen heißen.
Ich wünsche meinen Kindern, daß sie intelligent, talentiert, und neugierig sind und bleiben, daß sie immer ihren Weg gehen werden und keine massiven Probleme bekommen.
Eben das, was sich jede Mama so wünscht ;-)

So, jetzt ist grad ganz unintelligent ein Paket von Vertbaudet gekommen, daß ich gleich aufreißen werde und mich freue,weil es wieder neue Kleidchen für die Mädchen sind :-)

Beitrag von nane29 11.03.10 - 12:38 Uhr

Haha, ich erwarte auch in den nächsten Tagen ein kleines Vertbaudet-Paket. Und ein Kleines von 3suisses. Und eins von Next. #schein

Irgendwie haben beide Kinder plötzlich einen Wachstumsschub und ich habe am WE total viele Klamotten aussortiert.

Jetzt ist mein Kauf-Drang auch erst mal befriedigt für die nächsten Monate:-p

Beitrag von braut2 11.03.10 - 13:00 Uhr

So isses. Meine nämlich auch. hosen von 104 ....... nix mehr zu machen. Jetzt gabs ein paar Skinny´s in 110, ein kleidchen und eben kam noch ein Wolfskin-Pulli aus ebay :-)
3suisses.....da hab ich ja schon eeewig nicht mehr reingeguckt. Und Next kenn ich gar nicht. Muss ich gleich mal schauen #schwitz

Beitrag von nane29 11.03.10 - 13:44 Uhr

http://www.nextdirect.com/de/de

Beitrag von braut2 11.03.10 - 14:55 Uhr

schon gefunden
schöne Sachen #danke

Beitrag von fiori_ 11.03.10 - 14:27 Uhr

Hallo,

also ich halte NIX von dieser Testerei vor dem Schulalter.

Bei meinem Sohn wurde das im Rahmen seiner Heilpädagischen Kitabetreuung gemacht, als er 4 war.
Raus kam das er Minderbegabt sei und nur einen IQ von 50 hatte und sich das wohl kaum ändern würde.
Ich war danach total schockiert und wollte es nicht glauben, das er so "dumm" sein soll???

Jetzt geht er in die erste Klasse einer Förderschule und es wurde wieder getestet mit dem Ergebniss das er völlig im Durchschnitt liegt, sein IQ ist jetzt bei 91.

Also mein Sohn hatte schon seine Schwierigkeiten damals, aber man hätte den test nicht machen dürfen, weil Sie damals vieles schon nicht bewertet hat, weil er nicht mitmachte.

Heute hat er eine auffallende Mathebegabung, mit Zahlen konnte er schon immer gut umgehen.
Mal schauen was die Zukunft bringt.

Ich würde deine Tochter weiter fördern, oder unterstützen aber warte mit dem test.
Das ist nicht so wichtig.
LG

Beitrag von lena10 11.03.10 - 15:01 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist ähnlich und wird diesen Sommer mit 5,5 Jahren zur Schule gehen.

Ich werde ihn nicht testen, so lange es keinen Anlass dafür gibt! Im Endeffekt kommt es nicht darauf an, was solch ein Test aussagt, sondern was das Kind im Alltag kann!

LG Lena

Beitrag von natalia73 11.03.10 - 15:08 Uhr

Hallo Jana,
ich kann dir jetzt nur die Geschichte meines Bruders erzählen. Er wurde nie getestet, aber für mich ist er ganz klar HB.
Er konnte mit 2,5 seine erste Wörter lesen, mit 3,5 dann fliessend. Erklärunge meiner Eltern: er hat ja 2 grosse Schwestern, die ihn einiges beibringen.
Er hat nie und niemals für die Schule gelernt. Trotzdem Abitur mit einer glatten 1.
Und mit 26 hatte er seine Doktor in organischer Chemie :-)
Erst bei der Doktorarbeit Verteidigung (sag man das so? Ich weiß nicht, den richtigen deutschen Begriff), als alle Anwesende (da waren extra ein Profesoren aus der ganzen Welt hingeflogen) ihn übermässig lobten, hat meine Mutter gedacht: er ist doch (intellektuell gesehen) etwas ganz Besonderes :-9 Sie hat mich voller Stolz angerufen und erzählt und dann meinte ich: wir (also meine Schwester und ich) haben doch schon immer gewusst, dass er HB ist. Sie meinte nur dazu: nein, ist er nicht. Er war doch nie auffällig in der Schule. Ganz unproblematisch. Tja, so was soll auch geben!
Also hab keine Angst vor einer HB (mit oder ohne Test!!!). Geniesse einfach die Intelligenz und Neugier deiner Tochter :-)

LG,
Natalia

Beitrag von hopsi2005 04.01.11 - 00:59 Uhr

Besteht für euch die besondere Begabung eurer Kinder nur darin, wann sie sich mit Buchstaben und Zahlen beschäftigt haben? Die Realität im Kindergarten sieht doch mittlerweile so aus, dass alle ambitionierten Eltern dafür sorgen, dass sich ihre Vorschulkinder mit Zahlen und Buchstaben beschäftigen. Und jedes Kind, was nicht gerade auf den Kopf gefallen ist, kann bei entsprechender Förderung vor der Schule lesen und schreiben lernen.

Was aber ist, wenn du ein hochbegabtes Kind zuhause hast, dass dir ins Gesicht sagt, nein danke, ich möchte nicht zählen lernen, das finde ich langweilig!

Was ist, wenn das Kind bei der U 8 zum Kinderarzt sagt, ich kann überhaupt nichts malen und es macht mir auch keinen Spaß.

Ein Kind, was dir mit knapp vier Jahren sagt:"Mama, ich möchte, dass du meine Eigenheit respektierst!! Geh aus meinem Zimmer!!"

Und mit 5 sagt sie:"Ich kann dieses Bild noch nicht zuende malen. Ich muss erst noch die schönsten Farben finden und leider kann ich mich noch nicht entscheiden." "Dann mal doch erstmal was anderes!" "Nein, das geht geht nicht, dann geht meine Gefühl für dieses Bild kaputt!"

So erlebe ich die Hochbegabung. Buchstaben und Zahlen spielen eine so untergeordnete Rolle, dass ich das Gefühl habe, sie lernt sie so nebenbei, wenn es so hinten vom Laster fällt. Sie würde sich aber nie freiwillig hinsetzen und Buchstaben üben.

Die Geschichten, die ich über mein Kind erzählen könnte, klingen sehr skurill, und trotzdem sind es gerade diese Sachen, die sie von den anderen Kindern unterscheiden.

Wusstet ihr, dass der Fuß genauso lang ist, wie der Unterarm vom Ellenbogen bis zum Handgelenk? Meine Tochter hat es mir erklärt und es stimmt tatsächlich bei fast jedem Menschen. #aha

Bei allen Untersuchungen beim Kinderarzt hatte ich Probleme, weil sie einfach den Anweisungen der Kinderärztin nicht gefolgt ist. Schon als Baby musste ich mit ihr zum Hörtest, weil sie sich lieber die Brosche von der Ärztin anschauen wollte, anstatt dem Glöckchen hinterherzusehen.

Dann musste ich früh mit ihr zum Augenarzt, weil sie sich die Bilderbücher immer so angeschaut hat, dass sie fast mit der Nasenspitze auf dem Papier klebte. Ihren Augen waren und sind jedoch tiptop in Ordnung. Sie hat halt einen Sinn für Details.#rofl

Wir hatten schon einige Probleme, weil sie einfach immer irgendwie sonderbar war und wir keine Erklärung dafür hatten. An Hochbegabung haben wir auch überhaupt nicht gedacht, aber der Kindergarten hat uns dazu gedrängt, dass sie in einen Integrationskindergarten wechseln soll. Letztlich hat sie sich dort so benommen, weil sie dort total unterfordert war. Sie hätte eigentlich gleich von Anfang an beim Schulkinderprogramm teilnehmen können. Aber es hat ihr keiner zugetraut, da sie ja alles verweigert hat. Sie musste dann getestet werden, weil wir ihr den Verbleib im Regelkindergarten ermöglichen wollten. Und da war sie eben in allen Bereichen mehr als überdurchschnittlich. Allerdings wurde uns dann auch gesagt, wenn man einen verlässlichen dauerhaften IQ-Wert haben möchte, sollte man schon bis zur Grundschule warten, wenn nicht gar bis Ende Grundschule, weil bis dahin die Entwicklung noch heftigen Schwankungen unterliegt.

Meine Mutter übrigens, das sei hier mal erwähnt, konnte vor der Einschulung weder lesen noch schreiben und hat das Gymnasium nach der 10. abgebrochen. Und auch sie hat einen Doktor mit Auszeichnung geschafft. (2. Bildungsweg) Die geraden Lebensläufe sind also nicht wirklich typisch für hochintelligente Menschen. Man sagt, für diese Hochleistungskarrierren sind eher überdurchschnittliche Intelligenzwerte wahrscheinlicher als eine tatsächliche Hochbegabung.

Die Erklärung dafür: Hochbegabte können sich in der Mehrheit schlechter anpassen.