Warum ist das so?

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Forum: Allgemeines

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Beitrag von spinelli 11.03.10 - 12:23 Uhr

Hallo!

Warum werden Hartz4 Empfänger schlechter behandelt als der arbeitende Teil der Bevölkerung?

Ich frage deshalb weil zwei meiner Freunde im Moment auf Wohnungssuche sind. Die eine muss raus weil ihr Vermieter Eigenbedarf angemeldet hat. Die andere möchte näher am Kindergarten der Tochter sein. (bisher 20 km Entfernung einen näheren Kindergarten gibt es nicht)

Beide erzählen mir ständig von ihren Absagen und den blöden Sprüchen der potentiellen Vermieter. "Ach sie bekommen Hartz4? Ja dann hat sich das erledigt. Wir wollen jemanden mit geregeltem Einkommen." oder Was sie sind alleinerziehend und bekommen das Geld vom Amt? Da kann ich mir ja gleich selbst die Miete jeden Monat überweisen." #klatsch Ich frag mich ernsthaft was das soll. Jeder von uns könnte mal in die Situation kommen auf Hilfe vom Staat oder überhaupt von anderen angewiesen zu sein. Warum also benehmen sich die Leute so asozial?
Ich versteh es nicht.

entsetzte Grüße

Spinelli

Beitrag von arkti 11.03.10 - 12:33 Uhr

Nicht überall wird die Miete direkt vom Amt an den Vermieter überwiesen.
Ich denke viele Vermieter haben schon schlechte Erfahrungen gemacht, im Fernsehen sieht man ja auch genug davon.

Beitrag von lieblingstristan 11.03.10 - 14:07 Uhr

Genau, wahrscheinlich schauen die Vermieter alle zu viel (schlechtes) TV.

Beitrag von medina26 11.03.10 - 12:38 Uhr

Hey spinelli,

ich kann dir leider nicht wirklich sagen warum, aber ich war auch mal in dieser Situation. Ich hatte einen befristeten Arbeitsvertrag und wurde Schwanger. Als mein sohn dann da war hatte ich ein Jahr lang Elterngeld und wurde danach automatisch auf ALG2 gestuft. Eigentlich hätte ich das Recht auf ALG1 gehabt, aber da ich niemanden hatte der auf mein Kind aufpassen konnte hatte ich kein Recht mehr dazu. Verstehe ich immer noch nicht, aber egal. Nunja, ich bin kein Mensch der nicht arbeiten will. Im Gegenteil. Ich habe zwei Ausbildungen und hatte auch immer zwei Jobs. Auch jetzt wieder. Trotzdem wurde ich zu der Zeit von sehr vielen Menschen, darunter auch Ärzte (Die mich teilweise nicht behandeln wollten) behandelt wie der letzte Dreck. Bis ich damals auch mein Geld von der Arge bekommen habe, hat es auch fast drei Monate gedauert, sodass ich sogar kurz davor war auch noch meine Wohnung zu verlieren. Das war eine sehr schlimme Zeit für mich, und ich wünsche sie niemandem. Ich habe auch immer gedacht das ist ein Sozialstaat (Wie es ja immer heisst). Aber da habe ich gesehen wie schnell man ohne Essen und Wohnung dastehen kann....leider!

Beitrag von arkti 11.03.10 - 13:13 Uhr

Was gibt es denn an der ALG1 Sache nicht zu verstehen?
ALG1 bekommen Menschen die arbeiten können, wenn du keine Kinderbetreuung hast kannst du nicht arbeiten, hast also keinen Anspruch auf ALG1 weil du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst.

Beitrag von medina26 11.03.10 - 13:28 Uhr

Echt? Darauf wäre ich ja garnicht gekommen #klatsch

Ich dachte eigentlich daran das ich weniger Geld bekomme, weil ich niemanden habe der auf mein Kind aufpasst!

Aber danke für die hilfreiche Info #augen

Beitrag von 96kati 11.03.10 - 12:49 Uhr

Hallöchen!

Ist doch klar, dass Vermieter lieber einen Beamten wollen, als einen Hartz4 Empfänger. Mir würde es ähnlich gehen...
Lieber ein gesichertes Einkommen als dass man wohlmöglich auf seine Miete warten muss!

LG

Beitrag von flogginmolly 11.03.10 - 12:54 Uhr

Hallo,

weil eben viele schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Ein guter Bekannter hat 3 Mehrparteienhäuser, die er Vermietet. In dem einem Leben 5 Familien, in den anderen 2 jeweils 2 Familien. In dem 5 Familien Haus sind 3 ALG2 Empfänger von denen er 2 raus klagen muss weil weder Nebenkosten noch Miete gezahlt werden. Die Arge überweist das Geld an den Mieter und der leitet es nicht weiter.
Das stößt natürlich bitter auf und ein gebranntes Kind meidet das Feuer.
In den anderen Wohnung leben Familien/ Personen die Arbeiten gehen ein geregeltes einkommen haben und auch immer alles zahlen.
Natürlich fallen die positiver auf.
Es ist einfach eine Einstellung zur Zahlungsmoral die manchen oder auch vielen abhanden kommt wenn sie nicht mehr für ihr Geld arbeiten müssen.

LG

Beitrag von peffi 11.03.10 - 13:56 Uhr

Es gibt genug schwarze Schafe und die machen leider allen Hartz 4 Empfängern alles kaputt.
Vermieter haben oft schlechte Erfahrungen mit Mietern, die nicht zahlen. Es ist schwer, diese wieder aus der Wohnung zu bekommen und oft haben diese Mieter dann auch noch die Wohnung ruiniert.
Ich kann Vermieter verstehen.

LEG
Peffi

Beitrag von krokolady 11.03.10 - 14:46 Uhr

hm.....ist das nicht so das die Miete direkt vom Amt an den Vermieter gehen kann?

Bei mir ist das schon ein paar Jahre her....aber als ich mich von meinem Ex getrennt hatte und ne kleine Wohnung suchen musste, war ich auch ne Zeitlang vom Amt abhängig.
Fand dann ne prima Wohnung die auch günstig war.
Der Vermieter sagte ganz klar das er Angst hat wegen seiner Miete und so.....kann ich natürlich gut verstehen - immerhin hatte ich kein Einkommen, und nen Ex der den U-Halt nur zahlte wenn er Post vom Gericht bekam.

Jedenfalls bin ich dann zum amt und hab da nen wisch unterschrieben, ne Art "Abtretung", und das amt hat die Miete direkt an den Vermieter überwiesen, und gar nicht erst an mich.

Ist aber halt schon um die 7 Jahre her.....keine Ahnung ob das jetzt immernoch so läuft.
Vielleicht kann Deine Freundin sich schlau machen beim Amt, ob das so geht.
Somit kann man den Vermietern gleich den Wind aus den Segeln nehmen und halt sagen das die Miete total sicher ist, weil die direkt vom amt aufs Mietkonto geht.

Beitrag von gunillina 11.03.10 - 17:45 Uhr

Ja, das geht immer noch problemlos.
Von daher ist es quasi das "Sicherste", als Vermieter einen ALGII-Empfänger als Mieter zu haben, SOLANG das Amt die Miete direkt an ihn überweist.
Das macht das Amt in der Regel aber nur ungern, weil sie ja die Selbständigkeit des Empfängers wahren wollen.#aha
So ist es zumindest hier in meiner Stadt.
Wenn ich Probleme mit einem Mieter habe, der Geld vom Amt bekommt und seine Miete nicht zahlt, kann ich das recht unkompliziert mit einem Fax an die ARGE erledigen. Dann stellen die Sachbearbeiter um und -zack- kommt die nächste Miete direkt. Dann geht es nämlich um Wohnraumsicherung und Schadensbegrenzung.
Denn Mietschulden muss auch ein ALGII-Empfänger zahlen. D.h., dann muss er ein Darlehen bei der ARGE aufnehmen, um die Mietschulden zu zahlen, dieses Darlehen zahlt er dann in Miniraten bei der ARGE ab (das ist aufwändig).
Das ist bei uns hier Gang und Gäbe.
Wenn nicht das Amt für Wohnraumsicherung die Mietschulden übernimmt. Da ist mir aber nicht ganz klar, unter welchen Voraussetzungen das genau passiert... Das wissen meine Kollegen von der Schuldenabteilung besser.:-)
L G
G

Beitrag von krokolady 11.03.10 - 17:51 Uhr

naja, bei mir gings damals problemlos....was aber sicher auch immer damit was zu tun hat wo man lebt.
Bei mir wars halt keine so große Gemeinde, und die angestellten vom Sozi - über das es damals noch lief - hatten eh nicht viel zu tun.

Und mir wars egal ob ich es dem Vermieter überweise, oder direkt das Amt.

Einerseits wäre es bei einigen Familien sicher bedeutend sicherer das es direkt an den Vermieter geht......kann aber schon verstehen das des ziemlich viel Arbeit macht jeden Monat.