H4 + Unterhalt > ob & wie wird das verrechnet?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.03.10 - 15:53 Uhr

Meine Frage richtet sich an eventuell Anwesende, die alleinerziehend mit Kind derzeit nicht arbeiten können, deswegen einerseits H4 beziehen + Unterhalt für sich selbst und Unterhalt für ihr/e Kind/er vom Ex-Partner erhalten.

Inwieweit berücksichtigt das Amt (ARGE) die gezahlten Unterhaltszahlungen bei der Berechnung des Regelsatzes, den der Empfänger dann erhält?

Oder zieht die ARGE den empfangenen Unterhalt gar nicht ab, der/die Alleinerziehende hätte als zur Verfügung H4-Leistungen + Unterhalt vom ExPartner + evtl noch Kindergeld o.ä. ?

Ganz kurz auch zum Background meiner Frage: Ich habe einen leichten Disput mit meinem Finanzamt, die ohne Angaben des Einkommens der Kindsmutter meines Sohnes, meine Unterhaltszahlungen (an die Mutter) nicht mehr steuerlich anerkennen wollen.

Da weder meine Ex-Partnerin schon gar nicht ihre ARGE mir gegenüber auskunftspflichtig sind, rätsel ich ein wenig.....

Da sie 400 € für sich plus € 409,-- für unseren Sohn erhält, und mir die ARGE-Sätze für 1 Erwachsenen und einem Kind bekannt sind, könnte ich es zunächst selbst ausrechnen. Aber ich weiss eben nicht, ob mein Unterhalt auf H4 für Mutter und Kind angerechnet wird oder nicht.....

(BTW: Meine Ex-Partnerin ist insofern sehr ehrlich und wird die Zahlungen für sich und meinen Sohn auf jeden Fall beim Amt angeben)

Vielleicht findet sich ja jemand hier im Alleinerziehenden-Forum, dessen Konstellation ähnlich ist (Beträge mal aussen vor) und der mir Auskunft geben mag.....

Grüsse

Beitrag von ganya02 11.03.10 - 15:55 Uhr

Hi,

Unterhalt wird genau wie Kindergeld komplett auf die Leistung angerechnet.

lg

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.03.10 - 16:06 Uhr

Danke!!!!

das hiesse nach Adam Riese, was den Regelsatz beträfe, bekäme sie gar kein Geld vom Amt??!! (Sie: 359 Regelsatz / 400,-- = 0, Mein Sohn Regelsatz 218 / 409 = 0)... (Wohngeld etc aussen vor....)

Das würde mich ja jetzt, neben meiner Finanzamtsproblematik, schwer schockieren denn wovon leben die beiden eigentlich?.......

Jetzt komme ich mir ja auch noch richtig schlecht vor.....

Beitrag von mirabelle 11.03.10 - 16:09 Uhr

Du hast den Alleinerziehendenzuschlag und die angemessene Miete in deiner Berechnung vergessen

M.

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.03.10 - 16:21 Uhr

Stimmt, der Zuschlag beträgt, glaube ich 45 €/Monat (man mag mich korrigieren) und die Warmmiete beträgt 500,--.....

Macht alles in allem aber auch nur so 250 €, die sie dann noch vom Amt bekäme.......so kurz im Kopf überschlagen....

Beitrag von cliffi 11.03.10 - 17:51 Uhr

Regelleistung für sie: 359€
Regelleistung fürs Kind: 215€
Alleinerziehendenzuschlag: 129€
Und Kosten für Wohnung sind bei mir beispielsweise 400€, das unterscheidet sich von Landkreis zu Landkreis. DIESE ANGABE müsste dir das Amt aber ohne Probleme geben können, was bei 2 Personen angemessen ist, sofern sie ihre eigene Wohnung mit dem Kind hat?

Dein Unterhalt und das Kindergeld werden zu 100% abgezogen. Eventuell bekommt sie noch 30€ Versicherungspauschale, und die KFZ-Haftpflicht bezahlt, falls sie ein Auto hat.

LG Julia

Beitrag von sol72 11.03.10 - 18:09 Uhr

#kratz ich glaube der Zuschlag für Alleinerziehende ist bei einem Kind geringer. Bin mir aber nicht sicher.

Beitrag von cliffi 11.03.10 - 18:24 Uhr

Ich habe EIN Kind und bekomme den genannten Beitrag, das passt also alles schon so wie ich es geschrieben habe. Alles belegbare Fakten ;-)

Beitrag von cliffi 11.03.10 - 18:29 Uhr

Wohngeld würde sie derzeit nichts bekommen. Aber wieso fragst du wovon sie lebt? Ich meine 809€ Unterhalt plus 184€ Kindergeld ist doch schon mal gar nicht schlecht... Somit wär sie zwar noch nicht kranken und sozialversichert, aber glaub mir, wie anderen die "nur" 200€ Unterhalt fürs Kind bekommen beneiden sie sicherlich irgendwie darum. Aber ich versteh nicht warum sie dir das nicht sagt... Ist doch nix dabei.

Aber wenn du schon 409€ Kindesunterhalt zahlst, musst du ja auf jeden Fall ganz gut verdienen, und darum werden dich noch viel mehr Leute beneiden ;-)

LG

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.03.10 - 18:42 Uhr

Vielen Dank erstmal für Deine ausführlichen Informationen!

Warum sie es mir nicht sagt, weiss ich nicht aber unser Verhältnis ist, sagen wie mal, leicht eingetrübt......

Ihr Amt jedenfalls verweigert mir jegliche Aussage und erteilt keinerlei Auskünfte.

BTW: So gut ist mein Verdienst dann doch nicht.... ich zahle freiweillig zwei Stufen höher ausgehend von der DüTabelle. :-)

Beitrag von cliffi 11.03.10 - 18:56 Uhr

Naja die Verhältnisse sind doch fast nach jeder Trennung irgendwie problematisch... Das kennen wir alle zur genüge, aber das sind ja nun wirklich Sachen die man dem Anderen nicht unbedingt schwer machen muss. Naja kannst du ja nichts für.

Wieviel Geld sie vom Amt bekommt und so, fällt logischerweise unter das Datenschutzgesetz. Ohne ihre Einwilligung dürfen die so Daten nicht rausgeben. Stell dir mal vor es könnte jeder bei deiner Bank deinen Kontostand erfragen. Nur so verständnishalber ;) Also das passt schon das die dir sowas nicht sagen.

Aber denkst du du bekommst den vollen Unterhalt steuertechnisch angerechnet? Weil wenn du freiwillig 2 Stufen höher zahlst, glaube ich kann das Finanzamt auch sagen das sie dir nur den normalen Satz anrechnen. Im Prinzip wirds dir eh nie gedankt das du mehr zahlst. Ich find es ja sehr löblich von dir, und jeder muss das machen was er für richtig hält, aber wenn du irgendwann mal nicht mehr zahlen kannst, wird auch keiner freiwillig sagen: jawoll du hast mal n paar Jahre mehr bezahlt als du musstest, jetzt brauchst du mal n paar Monate gar nichts bezahlen...! Wenn ich an deiner Stelle gewesen wär, dann hätte ich dem Kind lieber öfter mal was sinnvolles gekauft wenn es bei mir wär, oder eben ein Extra-Konto angelegt und da was für später drauf eingezahlt. Das Kind würde dir das irgendwann danken, aber wie gesagt, die Mutter wird dafür nicht irgendwann mal auf Unterhalt verzichten weil du aktuell mehr zahlst als du musst...

LG

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.03.10 - 19:16 Uhr

Nein, das mit den 2 Stufen bezieht sich ja nur auf den Kindesunterhalt und den kann ich ohnehin steuerlich nicht geltend machen. Wäre ja auch unfair, denn andere Paare, die zusammenleben haben ja auch Kosten für ihre Brut und können das nicht geltend machen.

Es ging nur um den Betreuungsunterhalt an die Mutter.

Das mit dem Extra Konto mache ich schon - die Mutter hat auch volle Verfügungsgewalt als Vormund meines Sohnes. Sie alerdings auch Angst, dass das mal das Amt erfährt obwohl ich ihr immer sage, das es das geld unseres Sohnes und der Kontostand ist noch unterhalb des Freibetrages bei H4-Beziehern.....

Und sonstige Sachen gibt's auch....obwohl die Mutter nicht möchte, daß ich zu viel mache, Klamotten- Spielzeugmässig etc.. Ist vielleicht auch der Stolz dabei, nicht ZU viel zu nehmen...ich weiss es nicht.....

Nochmals vielen Dank und schönen Abend!

Beitrag von fibila 11.03.10 - 17:16 Uhr

hallo,
unterhaltszahlung an deine exfrau kannst du steuerlich geltend machen, wenn sie dir dazu anlage U unterschreibt. dazu ist sie verpflichtet, wenn du dich verpflichtest, ihr evt. nachteile auszugleichen.
solange deine exfrau von dir unterhalt erhält, ist sie dir gegenüber auskunftspflichtig (ob sie einkommen hat, ob sie steuer zurück bekommt usw.)
unterhaltszahlung ans kind kannst du nicht absetzen. gruss f.

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.03.10 - 17:27 Uhr

Vielen Dank für Deine Zeit aber leider waren wir nicht verheiratet, deswegen entfällt Anlage U.....

Beitrag von windsbraut69 12.03.10 - 09:24 Uhr

Ganz einfach - Unterhalt/Kindergeld wird komplett zu 100% ohne Freibeträge angerechnet.

LG

Beitrag von mariella70 12.03.10 - 14:42 Uhr

Hi Doc,
netter Versuch des Finanzamtes, aber dir steht der steuerliche Ausgleich über Anlage U zu. Es ist völlig uninteressant, wieviel die Mutter verdient oder nicht nicht verdient, wenn der Unterhalt (EU) mit ihr so vereinbart ist, dann hat das Amt das anzuerkennen. Mein Mann hat damit reichlich Erfahrung, kannst mich gerne für nähere Infos anmailen...möchte hier keine Details veröffentlichen.#schein
LG
Dat kölsche M.