Wie verhalten - Aggressivität bei Nikotinentwöhnung

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von dochlieberinschwarz 11.03.10 - 17:37 Uhr

Hallo!

Brauch mal eure Hilfe:

Mein Mann hat gestern aufgehört zu rauchen und ist heute ziemlich aggressiv. #aerger

Wir müssen dann noch einkaufen, aber ich sollt jetzt schon mal losfahren, Wasser und 2 Bier kaufen, weil er durch die Rauchentwöhnung angeblich Verstopfung hätte (wegen einem Tag mal nicht groß #hicks #augen)

Naja, alles halb so wild, aber ich - und er weiß das auch - kaufe ihm kein Bier, weil er ein Alkoholproblem hat und wegen einer einzigen Flasche Wasser fahr ich nicht los, wenn wir nachher ohnehin müssen ...

So, naja, jedenfalls hat er mich da jetzt beschimpft und beleidigt. Wir haben 2 kleine Kinder. Ich bin also absichtlich ruhig geblieben. Habe mich gesammelt, ihm eine Flasche mit kalten Wasser gefüllt, bin ins Arbeitszimmer, wo er gerade Musik macht und fragte ihn, ob ihm das kalte Wasser und eine Umarmung helfen würde. Sagte ihm auch, dass ich gern für ihn da bin und ihn in seinem Vorhaben unterstütze, allerdings nur mit den Dingen, die der Rauchentwöhnung dienen und dass ich da unmöglich - auch unter diesen Bedingungen - eine Ausnahme machen kann, da Bier ja die Lust auf eine Zigarette steigert.

Kenn das immerhin - hab selbst lange geraucht, bin aber seit 1,5 Jahren komplett rauchfrei - vorher nur in SS.

Naja ... nun hab ich Angst, dass er wieder ausrastet.

Versuche ruhig zu bleiben und lasse mich durch seine Beleidigungen nicht provozieren, aber ich denke, er ist heut nicht grad sehr berechnend. Hab Angst, dass ich doch was Falsches sag oder so und er austickt ...

Wie soll ich mich denn verhalten außer ruhig zu bleiben?
Er wird sich nachher ganz sicher Bier kaufen und dementsprechend auch Lust auf Kippen bekommen. Er hatte letztes Jahr schon mal aufgehört - das gleiche Spiel - da ist er dann abends nach etwa 6 Bier durchgedreht, weil ich nicht losfahren wollte, um Kippen zu holen. Und das würde ich auch dieses Mal nicht tun.

Kann ihn unter diesen Umständen sehr schlecht einschätzen.
Was würdet ihr tun?

Will auch net einfach zu ner Freundin oder so, weil ich denke, dann würde er grade wieder rauchen - nicht, dass ich sein Wachhund wäre, aber allein wüsste er ja auch nix mit sich anzufangen und würde wohl welche kaufen.

Jetzt grad, wenn er sich so verhält, wäre es mir lieber, er würde weiter rauchen #aerger Aber ich wäre ja froh, wenn der Dunst endlich weg wäre (raucht in Arbeitszimmer und manchmal in Küche)

Sorry für mein Umherschweifen. #hicks

LG

Beitrag von miriamama 11.03.10 - 17:47 Uhr

Also ich denke, dass es mit dem aufhören wirklich nur klappt, wenn man es selbst möchte. Ich selber rauche zwar nicht und mein Mann auch nicht, aber meine Oma hat vor ein paar Monaten aufgehört und bei ihr war es wirklich nur der eigene Wille. Wir haben schon vorher oft versucht sie zum aufhören zu bringen, aber es hat alles nix genützt...

Beitrag von lieberdochinschwarz 12.03.10 - 08:18 Uhr

Hm, er WILL es ja SELBST.
Ich hab selber geraucht, weiß, dass man sich dazu nicht zwingen lässt. Hab auch aus freien Stücken aufgehört, anders gehts auch nicht.

Er will jeden Tag aufs Neue aufhören.

Nachdem er gestern Abend nochmal richtig bösartig wurde, bin ich nach langem Auf-Mich-Einreden doch zur Tankstelle gefahren und hab ihm welche gekauft - besser als wenn er ausrasten würde.

Naja, er hat sich dann auch für sein Verhalten entschuldigt und nachdem er die halbe Schachtel geraucht hat, hat er die restlichen Zigaretten zerstört und weggeworfen. Heute Abend will er sich das Video von Allen Carr ansehen. Als er das erste Mal mit Rauchen aufhörte, half das Buch von Allen Carr ....

Mal sehen ;-)

LG Mandy

Beitrag von mirabelle 11.03.10 - 17:59 Uhr

Kauf Deinem Mann Nikotin - Pflaster.

Kalter Entzug funktioniert nicht ( oder nur bei sehr sehr disziplinierten Menschen ) und ist unnütze Quälerei.

Dann gibt es auch keine Stimmungsschwankungen


Wenn das Rauchen an sich fehlt ( als meditative Athemübung gesehen ) dann fahr in den nächsten Headshop und hol nikotinfreien Tabak. Der läßt sich gut Rauchen. Ich dreh mir damit auch hin und wieder eine wenn ich Raucher - Besuch habe und mitrauchen möchte oder im Stres bin.



M. 10 Monate Ex- Raucher

Beitrag von lieberdochinschwarz 12.03.10 - 08:22 Uhr

Hm, aber dann wäre er ja auch noch Raucher und diese Abhängigkeit will er nicht mehr. Würde er nikotinfreien Tabak kaufen (wüsste gar nicht, wo hier ein Heashop wäre, aber gibt ja google), würde er ja auch rauchen. Spielt ja dann fast keine Rolle ob mit oder ohne Nikotin ... In dem Buch von Allen Carr stand wohl auch drin, dass man sich KEINEN Ersatz suchen soll.

Und beim ersten Mal hat er es ganz einfach ohne weitere Hilfsmittel geschafft. #schein

Mal sehen, er will sich heut Abend das Video von Allen Carr ansehen. Vielleicht klappt das, wenn nicht, will er am Montag zu seiner Diabetesärztin und sich Champix verschreiben lassen. :-)

LG

Beitrag von mirabelle 12.03.10 - 10:10 Uhr

Ich halte vom Carr gar nichts.

Na klar bleibt Dein Mann Raucher - bis zum Lebensende.
Er wird niemals Nichtraucher , sondern lediglich Ex - Raucher.

Das sollte sich Dein Mann mal ganz deutlich bewußt machen!

Ich nutze den nikotinfreien Tabak , als krücke um nicht wieder Rückfällig zu werden, denn anders als Nikotin hat man beim Kräutertabak kein Suchtpotential.

In menen 10 Monaten als Ex-Raucher , habe ich diese Krücke so ca. 8 mal genutzt. Ich habe also keine Sucht mit einer Zwangshandlung ersetzt.

Mit sovielen Selbstbeschränkungen, die sich Dein Mann auflegt wird er vermutlich wieder scheitern.

Denn er vernachlässigt komplett, das er einen physischen wie psychischen Entzug durchmacht.

Von Champix kann man nur abraten. Es hat extrem viele Nebenwirkungen und es gab schon Überlegungen die Zulassung wieder zurückzuziehen. Es gab sogar einige Suizide, wobei der Verdacht besteht, das Champix diese forciert hat. Sicherstes Mittel bleibt die ausschleichende Nikotinsubstitution.

Nebenbei bemerkt, ich habe Pharmazie studiert, kenne mich also ein bischen aus.

http://www.gesundheitsspiegel.de/?p=140

M.

Beitrag von lieberdochinschwarz 12.03.10 - 10:47 Uhr

Oh, das wusste ich nicht, denn der Vater meines Mannes hat es dank Champix geschafft und berichtet, keine Nebenwirkungen verspürt zu haben .... #schein

Hab einen Headshop bei uns ausfindig gemacht. Die Möglichkeit bestünde also. Mal sehen, ob mein Mann diese annehmen möchte ;-)

#danke aber für den Tipp

Beitrag von witch71 11.03.10 - 19:59 Uhr

Ich bin eher der Typ für klare Worte.
Bei mir gäbe es eine direkte, freundliche, aber sehr bestimmte Ansage.

"Ich finde es schön, dass Du mit dem Rauchen aufhören willst. Was ich nicht schön finde ist, dass Du seitdem äusserst aggressiv und motzig bist. Ich denke, auch wenn es schwer fällt, kannst Du Dich ein wenig zusammen reissen. Ich habe keine Lust, eine Woche lang jeden Tag Mäuschen zu spielen, um Dich nicht zu reizen. Wenns ein Problem gibt, dann sag mir das, aber wie ein normaler Mensch.

Und übrigens: Wenn Du jetzt sofort Wasser haben willst, haben wir genug Hähne in der Wohnung. Wie man die bedient, weisst Du ja.." :-D

Beitrag von lieberdochinschwarz 12.03.10 - 08:25 Uhr

Hm, genauso oder so ähnlich waren meine Worte auch ;-)

Er hat sich abends für sein Verhalten entschuldigt. Dennoch war der Tag für mich gelaufen. Außerdem war er dann noch so extrem aufgebracht, dass ich doch zur Tanke fuhr und Kippen holte. Besser als die ganze Nacht angebrüllt zu werden. Mich ärgert eben jetzt nur, dass der ganze Stunk von gestern Nachmittag (er wollte mich in seinem Ärger sogar aus der Wohnung werfen #augen) nun völlig für die Katz war, denn nun steht er heut wieder am Anfang #aerger

Wenn er es nun doch nicht ohne Hilfe schafft, will er Montag zum Arzt und sich Champix verschreiben lassen. Mal sehen ....

Beitrag von breeze86 11.03.10 - 21:48 Uhr

Also für mich hört sich das so an als würde dein agressiver Mann, der ein Alkoholproblem hat udn mit dem Rauchen aufhört dir Angst machen.
Das ist nicht ok. Weder das Alkproblem, noch die Agressivität.

Zit.:
"Er hatte letztes Jahr schon mal aufgehört - das gleiche Spiel - da ist er dann abends nach etwa 6 Bier durchgedreht, weil ich nicht losfahren wollte, um Kippen zu holen."

Geht gar nicht. Wenn das so weiter geht schnapp dir deine Kinder und sag ihm du gehst sonstwohin (Hotel, Eltern, Freundin) bis er sich wieder wie ein normaler Mensch verhält.

In der Apotheke gibts Pflaster, Kräuterzigaretten, Plastikzigaretten und Kaugummis - dort solltet ihr mal einkaufen gehen!

Glg, Breeze

Beitrag von lieberdochinschwarz 12.03.10 - 08:31 Uhr

Ja, da hast du leider nicht Unrecht #schmoll
Ja, in solchen Momenten macht er mir Angst und vor allem den Kindern. Hab ihm gestern Abend nochmal gesagt, dass ich dieses Verhalten nicht dulden kann, weil ich bzw. wir als Eltern eine Verantwortung den Kindern gegenüber haben und wenn er das nicht einsehen will und weiter mit den Türen knallt und rumbrüllt, müsste ich eben gehen. Da meinte er patzig, die Kinder bleiben aber hier #klatsch Hab ne klare Ansage gestartet und gemeint, dass das ganz sicher nicht der Fall sein wird, weil er in diesem Zustand sogar schon fast eine Gefahr für sich selbst wäre. Er versucht mich dann immer in irgendeine Abhängigkeit zu stellen und nahm den Autoschlüssel weg. Da konnte ich mir ein Lachen kaum verkneifen und fragte ihn, ob er denkt, ohne Auto wüsste ich nicht weiter (wie er) ... #schein Die Bushaltestelle is vor der Tür und der Bus fährt direkt bis vor den Hauptbahnhof :-p

Nee, er hat sich beruhigt und sich entschuldigt. Ich hoffe, dass er es schafft, ohne dass jemand drunter leiden muss.

Beitrag von kenne ich auch 11.03.10 - 21:48 Uhr

Hallo,

Du kannst wirklich nur abwarten und ihn in Ruhe lassen. Ich kenne das auch und habe genau dieselben Erfahrungen gemacht wie Dein Mann, vor allem, was die Verstopfungen angeht. Geh ihm am besten aus dem Weg. Ich würde an Deiner Stelle auch auf das gemeinsame Einkaufen verzichten um ehrlich zu sein. Ich habe bei meinen (leider vergeblichen) Versuchen ganz aufs Einkaufen verzichtet. Wenn ich etwas brauchte, bin ich nur mit einem Zettel gegangen, damit ich ja nicht irgendwelche unsinnigen Dinge (wie Zigaretten) kaufe.

Liebe Grüße und vor allem gute Nerven!

Beitrag von lieberdochinschwarz 12.03.10 - 08:37 Uhr

Danke für die Tipps.

Würde auch allein einkaufen gehen, was mir im Allgemeinen sowieso lieber ist, denn typisch Frau brauch ich ne ganze Weile dafür, weil ich Preise vergleich #klatsch Ich steh bald ne Ewigkeit vorm Wurstregal und kann mich kaum entscheiden. Das bringt meinen Mann natürlich auf die Palme. Da rennen wir auch nur durch die Gänge, damit wir schnell wieder draußen sind und nix Unsinniges kaufen. Leider vergessen wir dann trotz Zettel manchmal irgendwelche Dinge. Ging mir nur darum, dass ich alle letzten Einkäufe getätigt hab und er nun auch mal mit Bezahlen dran wäre. Soweit so gut .... mit dem Rest - ist natürlich logisch!

Er meinte auch, ich solle doch bitte mal 2 Wochen ne Ausnahme machen und entgegen meiner Ansage mal Bier holen, damit er an der Kasse keine Kippen kauft.

Naja, ich lass mit mir reden, aber andererseits muss ER mal die Verantwortung für SEIN Leben und Handeln übernehmen. Bisher verhält er sich eher wie ein Kind und das nervt mich. Ist immerhin kein anderer dran schuld, wenn er sich doch Kippen gekauft hat ;-) ER muss die Disziplin aufbringen, denn ER will aufhören zu rauchen ...

Schafft er es doch nciht von allein, will er sich Champix verschreiben lassen. Hast du das schon versucht????

LG

Beitrag von raucher 24.11.10 - 14:32 Uhr

Hallo dochlieberinschwarz ,

das ist wieder mal wieder typisch, dein Mann hoert auf zu rauchen, um seine Gesundheit zu verbessern und seinem Leben mehr Energie zu geben und anstatt ihn zu unterstuetzen und ihm dabei zu helfen schreibst Du hier ne Mail in der 356 das Wort ICH vorkommt.

Das viel beschriebene Einfuehlungsvermoegen von Frauen stoesst regelmaessig an seine Grenzen, wenn sich die Materie zu weit von diesem ICH entfernt.

Nix fuer Ungut, aber bei Aggressivitaet versucht man eben mal den Mann nicht zu nerven... tut ihm halt mal was Gutes, versucht Ihn auf gute Gedanken zu bringen, usw... Stell Dir einfach vor es ginge um dICH, Du waerest aggressiv und deprimiert, was wuerdest Du Dir dann wuenschen, dass Dir Dein Patner sagt, dass Du ihm auf den Sack gehst und bitte deswegen wieder das Rauchen anfangen sollst?

Auf lange Sicht profitiert Ihr beide davon. Rauchen macht teilweise unfrei, arm aber vor allem krank bzw. in die umgekehrte Richtung, wenn man aufhoert.

Gruesse Dein
Raucher