AD(H)S QB Test. Wer hat ihn schon machen lassen ?

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Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von claudia.1970 11.03.10 - 19:02 Uhr

Hallo

Mein 11jähriger Sohn hat ADHS und bekommt derzeit 20mg Medikinet retard ( morgens )

Als er mit den Medikamenten anfing wurden seine schulischen Leistungen schlagartig besser und Marco konnte sich auch endlich aktiv und konstruktiv am Unterricht beteiligen.
Er hat es innerhalb eines halben Jahres geschafft seine Noten so zu verbessern das er es auf die Realschule geschafft hat obwohl man zum Halbjahreszeugnis noch eher eine Förderschule in Betracht gezogen hat seitens der Grundschule.

Jetzt ungefähr 1 Jahr seit Beginn der Medikation wird seine Leistung wieder deutlich schwächer und seine Konzentration im Unterricht ist fast bei 0.
Er ist auch wieder total unmotiviert und "schlampig" geworden.

Die Kinderärztin hat mir nun empfohlen diesen QB Test bei Marco machen zu lassen.
Danach könnte sie genauer sagen ob die Medikation noch ausreichend ist oder ob er eine höhere Dosis braucht ect.
Dieser Test würde sehr viel Aufschluss geben.

Hat jemand diesen Test schon machen lassen ? Und was bringt er wirklich.
Da er nicht von der KK übernommen wird und 48 Euro kostet, würden mich Erfahrungen anderer interessieren ob sich das wirklich lohnt oder nur Geldmacherei ist.

LG
Claudia

Beitrag von saskia33 11.03.10 - 20:25 Uhr

Mein Sohn hat auch ADHS und bei ihm hat irgendwann auch das 20iger Retard nicht mehr ausgereicht!
Er ist in der Schule dann auch wieder auffällig geworden !
Wir haben dann nach Überlegungen auf 30 erhöht und es ist wieder besser geworden!

Was ich damit sagen will ist wenn er sich in seinem Verhalten verändert hat könnte es sehr wohl daran liegen das das Medikament so nicht mehr ausreicht.

Bin der Meinung das es nur Geldmacherei ist ;-)

P.S Wir haben jetzt wieder auf 20 umgestellt um zu schauen ob es so auch geht #schwitz

lg sas

Beitrag von sushi25 12.03.10 - 07:51 Uhr

Hallo Claudia,


mein Sohn hat auch ADHS und bekam vor Jahren mal Medikinet 20 mg Retard jetzt bekommt er 50 mg Equasym retard und noch ander Medikamente da er nicht nur ADHS hat.

Mein Sohn wurde auch xx mal getestet usw... aber von so einem Test habe ich a noch nie was gehört und b glaube ich auch das es nur Geldmacherei ist. Rede mit der Kinderärztin oder auch mal mit einem Kinderpsychater und gebe ihm nach Absprache 5-10 mg mehr Medikamente denn diese gehen ganz klar auch nach Körpergewicht es kann gut sein das die Dosierung zu niedrig ist und er deshalb die Probleme wieder hat.

Wenn du magst können wir und gerne auch über VK austauschen.

GlG

Sushi

Beitrag von herzensschoene 14.03.10 - 19:42 Uhr

hallo claudia,

ich arbeite schon viele jahre mit adhs kindern zusammen. von so einem test habe ich noch nie etwas gehört. kannst du ihn näher beschreiben?

maren

Beitrag von claudia.1970 16.03.10 - 17:30 Uhr

Hallo

Kann ich nicht da wir den Termin erst im April haben. Es ist wohl ein auf Computer basierender Test.

Gib mal bei google QB Test ein, da wirst du vieles finden an Informationen.

Mir gings hier bei der Frage ja um persönliche Meinungen aber scheint hier leider gleich 0 zu sein.

Beitrag von herzensschoene 16.03.10 - 17:50 Uhr

hallo,

ich halte den test zwar nicht für schlecht aber überflüssig. man kann auch, um die genaue dosierung zu ertesten, das kind vor und eine halbe stunde nach der tabletteneinnahme einen text lesen lassen und es abfragen, wie es den sinn des textes erfasst hat.

wichtig finde ich aber auch, dass man das kind genau fragt, wie es sich mit der dosierung fühlt. das ist doch der beste indikator. kinder können das sehr gut einschätzen, ob ads medikamente wirken oder nicht.

und ganz ehrlich gesagt finde ich die kompetenz einer kinderärztin reicht nicht soweit, um ads ausreichend zu diagnostizieren und zu behandeln. diese krankheit gehört in die hand eines kinderpsychiaters.

viele grüße maren

Beitrag von claudia.1970 17.03.10 - 17:37 Uhr

Hallo

Also noch kurz zur Antwort auf deinen Beitrag

ADHS wurde bei meinem Sohn von einem Kinderpsychologen festgestellt und er war dort 1 Jahr in Behandlung.

Da aber meine Kinderärztin spezialisiert ist auf ADHS und auch eine Kinderpsychologin in ihrer Praxis hat ( 2mal die Woche ) habe ich den alten Kinderpsychologen links liegen lassen zumal ich mit seiner Art auch überhaupt nicht klar kam und nicht fand das die Besuche dort meinem Sohn wirklich helfen.

Ich denke das mein Sohn bei der Kinderärtzin schon in sehr guten Händen ist und dieser QB Test den sie seit neuestem anbietet ist ja auch nur ein Teil dessen was gemacht wird bei ihm.

Also ich würde ihr die Kompetenz um ADHS nicht absprechen.

LG
Claudia

Beitrag von herzensschoene 17.03.10 - 18:49 Uhr

wenn du mit der ärztin zufrieden bist ist es doch schön.

wir haben nur immer wieder die erfahrung gemacht, dass wir kinder mit der diagnose adhs auf die station bekamen, die von einem kinderarzt festgestellt wurde, aber garnicht stimmt.

ich hattte auch keine zweifel, dass dein sohn adhs hat. denn wenn medikinet hilft, ist es auch adhs.

liebe grüße maren

Beitrag von claudia.1970 18.03.10 - 12:14 Uhr

Hallo

Naja bei Marco wurde ADHS ja nicht von der KiÄ festgestellt.
Das wurde von einem Kinderpsychologen festgestellt bei dem wir auch 1 Jahr in Behandlung waren.
Erst dann habe ich die Behandlung bei dem Psychologen abgebrochen weil sie absolut nichts brachte und der Psychologe unter aller Würde war.
Das ich dort überhaupt 1 Jahr geblieben bin kann ich bis heute nicht verstehen denn wie ich im Nachhinein erfuhr hat er einen mehr als schlechten Ruf und selbst das Jugendamt hier rät davon ab diesen Kinderpsychologen aufzusuchen.

Aber naja das liegt hinter uns.

Jetzt warten wir bis April und dann sehen wir weiter

LG
Claudia

Beitrag von amorvincitomnia 14.03.10 - 19:44 Uhr

Ich verstehe nicht, warum Ihr nicht einfach in den Ferien mal probehalber die Dosis erhöht und ein, zwei Tage in der Schule testet? Ist doch klar, dass die Dosis gelegentlich angepasst werden, die Kinder wachsen doch und entwickeln sich. Von dem Test habe ich noch nie gehört. Im Prinzip handelt es sich doch bei einer Überprüfung der Dosis um eine erweiterte Diagnose? Und die übernimmt doch die Kasse. Ganz ehrlich: Ich würde am Montag direkt die Krankenkasse anrufen und nachfragen, was die dazu meinen. Ist es sinnvoll, bezahlen sie sicher dazu. Ist es Quatsch, werden sie Dir die Gründe dazu mitteilen.

Viel Glück,
Barbara

Beitrag von moja9901 17.03.10 - 14:14 Uhr

Hallo Claudia,

Dein Beitrag ist zwar schon ein paar Tage her, aber ich antworte trotzdem mal.
Zum ersten, von dem besagten Test habe ich noch nie was gehört.
Ich kann Dir nur schildern wie die Situation bei uns ist:
mein Großer ist auch 11 Jahre alt und bekam bis vor kurzem morgens 10mg Medikinet und mittags noch mal 5mg Medikinet.
Er kam im September in die Realschule und es lief nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten.
Ich spreche jetzt nicht nur von den Noten sondern auch vom "Rahmenprogramm".
Eben die üblichen Probleme die ADHS so mit sich bringt, ständiges vergessen von Sachen und HA, Gruppenarbeit in der Schule usw. Die Probleme kennst Du ja sicher alle.
Nach intensiven Gesprächen mit den Lehrern und dem KiA sind wir zu dem Schluss gekommen es einfach mal mit einer höheren Dosis zu versuchen.
Jetzt nimmt er momentan morgens 15mg und mittags immernoch 5mg. Und siehe da es wirkt. Das bestätigen auch die Lehrer. Vermutlich waren einfach die Anforderungen der neuen Schule zu groß.
Was ich damit sagen will, ich denke dass ausprobieren niemandem schadet und es einen Versuch wert ist.
Vorraussetzung ist natürlich dass Du einen guten Draht zum KiA und auch zu den Lehrern hast.
Ich stehe mit den Lehrern von meinem Sohn in ständigem e-mail Kontakt und somit bin ich der Meinung dass die Beurteilung derer mehr aussagt als irgendein Test am Computer.
Die arbeiten jeden Tag mit meinem Kind und können das sicher ganz gut einschätzen. Ich muss dazu sagen dass seine Lehrer alle sehr viel Verständnis für ihn zeigen und ihm mit aller Kraft versuchen zu helfen.

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen und wünsche Dir noch alles Gute mit Deinem "besonderen" Kind. Sie haben ja durchaus auch ihre guten Seiten, zum Glück;-)

LG moja

Beitrag von vonni1974 19.03.10 - 12:51 Uhr

Hallo

Da Dein Sohn bereits 11 Jahre alt ist, ist wirklich anzunehmen, daß die Medikation nicht mehr ausreicht.
Mein sohn ist 9 Jahre. Er bekommt morgens 20 mg Retard und Mittags nochmal 5mg unretadiert, weil bei ihm sonst der Rebound-Effekt extrem stark ist.

Die morgentliche 20 mg sind schon ziemlich knapp, aber da er gerade mal 27 kg können wir nicht weiter erhöhen, die nächste Stufe wären 30 mg, aber dazu sollte er erstmal 30 kg wiegen.

Bei Medikenet sagt man, daß man pro Kilo 1 mg geben sollte. Also wenn Dein Sohn ca. 30 kg wiegt, benötigt er auch 30 mg, sonst kann keine ausreichende Wirkung gewährleistet sein.

LG

Beitrag von claudia.1970 19.03.10 - 18:21 Uhr

Hallo

Also Marco ist 148 cm groß und wiegt 43 kg.
Wenn also stimmt das man pro kg 1 mg bekommt dann hätte er defintiv viel zu wenig.

Als es bei ihm festgestellt wurde vor knapp 2 Jahren da bekam er erst 10 mg retard aber die brachten garnichts. Dann wurde auf 20 mg retard erhöht und bei Bedarf mittags für die Hausaufgaben nochmal 10 mg unretadiert.

Seit er auf der Realschule ist, also seit ca 1/2 Jahr wird es mit ihm kontinuierllich schlimmer und auch die Noten gehen rapide in den Keller.
Für die Hausaufgaben reicht die Konzentration überhaupt nicht mehr und auch zuhause ist er ziemlich auffällig.

Aber ohne Zustimmung der KiÄ will ich natürlich die Dosis nicht erhöhen und die möchte erstmal den Test abwarten.

Also heisst es abwarten bis April.

LG
Claudia

Beitrag von vonni1974 22.03.10 - 09:45 Uhr

Also eine Erhöhung der Medis muss definitiv unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Das machst Du völlig richtig. Es wird auch wieder nur in kleinen Schritten erhöht. Erst 5 mg mehr und sehen wie er reagiert, dann nochmal 5 mg usw.

LG

Ivonne

Beitrag von minimind 21.03.10 - 16:45 Uhr

Hallo Claudia

Ich habe selbst, als fast 50jährige Erwachsene, noch immer AD(H)S.

Wenn es deinem Sohn mit den Medis so gut ging dann ist das eine tolle Sache.
Trotzdem solltest du immer bedenken: die medis helfen zwar- aber sie HEILEN nicht.

Das AD(H)S bleibt bestehen- immer!
Also solltest du dich jetzt dringend mit dem "anderssein" auseinandersetzen!

Wenn er jetzt wieder "schlampig" wird: hast du die "gute" Zeit genutzt um Strukturen positiv einzuführen? Ist seine gute Schulleistung (hoffentlich)übermäßig gelobt worden oder ward ihr einfach froh das er endlich funktioniert und alles endlich normal wird?

ADHS heisst immer:
bohrende Langeweile bei immer wiederkehrenden Abläufen. Phlegma wenn kein Kick da ist. Schlamperei wenn keine Struktur da ist. Kämpfen gegen die innere Unruhe (wenn sie nicht medimäßig runtergepegelt wird)

Gib ihm Anreize, gib ihm Neues. Erfolg kann z.B. Kick sein: höher, weiter, schneller= pures ADS positiv umgesetzt.

Aber eins kannst du vergessen: das mit Medis oder mehr Medis aus ADS ein biederes, braves, konventionelles Leben ensteht. Also: ran ans Thema.

liebe Grüße

Petra