Wenn sie übers grüne Tuch gucken, werf ich sie mit dem Skalpell ab :-D

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von mon.chichi 11.03.10 - 20:59 Uhr

Hallo,

ich hatte direkt nach der Geburt meiner Tochter Phoebe Marie für mich schonmal einen Teil des Geburtsberichts geschrieben aber dann nicht fertig bekommen. Hat mich einfach zu sehr mitgenommen.
Nun ist er endlich fertig und ich möchte ihn euch nicht vorenthalten. :-)
Habe auch immer sehr gerne die Berichte hier gelesen.
Ist zwar nun schon fast 2 Jahre her, aber es geht ja um die Erfahrung die man gemacht hat und die verjährt ja nicht ;-)

Vorsicht lang! #bla

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13. Mai.08 Das wäre der Stichtag gewesen. Aber Phoebe wollte sich ja partout nicht drehen und presste ihr Köpfchen schön unter meine Rippen.
7. Mai.08 Diesen Geburtstag hat praktisch Frau Dr. G. für die Kleine ausgewählt. Der Grund war recht simpel: Mittwochs war Operationstag. Ich hätte zwar lieber den 6. gehabt, aber nun denn.

Wir sollten recht früh im Krankenhaus sein. 6 Uhr glaube ich. Dort wurde nochmal ein Ultraschall gemacht um zu gucken wie die Kleine liegt. Welche Überraschung – falsch herum. Die Vorbereitungen, Spritzen, CTG wurde alles schon am Vortag gemacht und da wurden wir auch über die Narkose aufgeklärt.
Auf der Babystation (Kreissaal) waren alle sehr nett und das lustige war, dass Frau B. die Nachsorgehebamme von meinen mittlerweile erwachsenen Brüdern gerade Dienst hatte und mich versorgte. Später war sie dann auch bei Phoebes Geburt dabei.
Nachdem wir nach dem Ultraschall noch kurz auf dem Gang gewartet hatten, konnten wir die Tasche und uns in einen Kreissaal verfrachten. Dort stand schon ein Bett für mich bereit und ich musste alles ausziehen und einen schicken grünen Krankenhauskittel und so blöde Thrombosestrümpfe anziehen. Allerdings waren diese die besten des ganzen Aufenthalts. Denn danach hab ich nur noch alte, blöd rutschende bekommen.
Das Wetter war super: blauer Himmel! Und der Radiomensch prophezeite uns auf der Fahrt ins Krankenhaus einen schönen 28 Grad warmen Tag. #sonne
Nachdem ich schick war wurde ich an ein Tropf mit Flüssigkeit gehängt, damit ich nicht austrockne, da ich ja nüchtern erscheinen sollte. Wir haben uns in gespannter Vorfreude die Zeit vertrieben und der Zeiger der großen runden Uhr im Raum, bewegte sich weiter und weiter...
Hm, wann war der OP Termin? 7 Uhr oder um den Dreh glaube ich. Dann hieß es allerdings, wir müssen noch bis 9 - 10 Uhr warten, da die OP vor uns länger dauere.
Da saß ich nun auf meinem Bett, mein Mann daneben auf einem Stuhl, betrachtete den tollen blauen Himmel und dachte mir, wenn du das nächste mal hier herein geschoben wirst, hast du dein Baby auf dem Arm.
Während des Wartens hat im Kreissaal nebenan (oder gegenüber) eine Frau ganz schlimm geschrienen und gejammert vor Schmerzen. #schock Das war schon heftig mit anzuhören. Auch wenn ich nie ein Kaiserschnitt wollte - da war ich plötzlich doch ein wenig erleichtert. Aber da ich wusste das meine Schmerzen nach der OP kommen, hielt sich das in Grenzen. Aber ich muss sagen ich war recht positiv eingestellt und wir waren guter Dinge. Es war alles so unwirklich. Und das wir schon in ein paar Stunden unsere Maus in den Armen halten sollten, konnte man sich gar nicht richtig vorstellen.
Mein Mann musste mir versprechen, dass ich sie als erstes sehe (nachdem ich wieder im Kreissaal war) und kein Besucher. Da ich ja noch zugenäht werden müsste und er mit der Kleinen gleich in der Kreissaal kommen sollte. Tja...soweit die Theorie...

Dann kam der Moment. Ich wurde im Bett raus geschoben. Aus der Babystation, in den Aufzug und oben in den OP-Vorraum. Ich habe gehofft, das keine anderen Patienten am oder im Fahrstuhl sind. Ich finde das so peinlich, wenn man da so angestarrt wird. So weit ich mich erinnern kann, war aber keiner da.
Die Schwestern verstrickten mich in Smalltalk. Ich vermute mal sie wollten gucken ob ich stabil bin, oder gleich vor Aufregung umfalle. Sie haben gefragt was es wird und das übliche blabla. Sie waren aber alle sehr nett. Nur die Narkoseärztin mochte ich nicht. War leider nicht die nette vom Vorgespräch. Schlimm war sie nicht, aber auch nicht auf Anhieb sympathisch wie der Rest. Die hat die ganze Zeit meinen Nachnamen falsch ausgesprochen...grrr. :-[
Die Schwester die für mich zuständig war - blond, liebes Gesicht, beruhigende Stimme - hat ihren Job super gemacht.

Dann musste ich mich auf die OP-Pritsche setzten, die übrigens total schmal war. Vielleicht 1/3 von einem normalen Bett. Darauf musste ich mit dem Po recht weit nach vorne rücken. Aus dem Fenster in meiner Blickrichtung hatte ich einen wahnsinns Ausblick über die Stadt, da wir oben im Gebäude waren und das Krankenhaus auf einer Anhöhe steht.
Dann kam der Moment, vor dem ich komischerweise gar keine Angst hatte. Die Spinalanästhesie. Ich dachte mir: naja lässt du die Leute mal machen.
Die Narkoseärztin sagte: nun wirds kalt. Daraufhin strich sie mir die auserkorene Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel ein, nachdem ich ein grünes Tuch mit einer Öffnung auf den Rücken angelegt bekommen habe. Alles im sitzen versteht sich.
Dann sollte ich einen Buckel machen. Die gute Frau sagte dann was von wegen speckigem Rücken, deshalb wäre es schwieriger mit dem Stechen. Ich war aber ganz cool und hab gar nicht darauf reagiert. Ich hab so was gedacht wie: quassel mich nicht voll, mach einfach dein Job.
Als die Nadel dann anscheint den Nerv traf war das wie ein Schlag auf den Musikantenknochen ohne die Schlagschmerzen und es zuckte im linken Bein. Weh getan, hat wie gesagt gar nichts. Noch nicht mal den Einstich an sich habe ich gemerkt. Aber es wäre mir auch egal gewesen. Ich bin da mit der selben Einstellung hin wie zum Zahnarzt: jagt mir so viele Spritzen rein, wie ihr wollt, Hauptsache ich bin dann betäubt.
Mein Mann war während den ganzen Vorbereitungen nicht im OP. Der musste sich umziehen.
Dann musste ich mich schnell ein bisschen zurücksetzten, bevor es zu sehr wirkt und die Narkoseärztin hat Tests gemacht ob es schon betäubt ist, in dem sie in mein Bauch gepiekst hat. Das erste mal spürte ich noch, aber beim 2ten Pieks spürte ich schon nichts mehr und es war soweit.

Das grüne Tuch wurde vor mir ausgebreitet und plötzlich war mein Mann da. In einem verwaschenem pinken OP Anzug, der ihm zu kurz war (er ist 1,90m groß). Schick schick. ;-)
An meiner linken Hand befand sich eine Braunüle, die ich vorher schon im Kreissaal gelegt bekommen hatte, in die die Narkoseärztin mir bei Bedarf irgendwas rein spritzen konnte.
Ich sollte sagen, wenn mir komisch wird. Und ob mir komisch wurde! Erstmal musste ich eine aufsteigende Panik unterdrücken. Was für ein ekliges Gefühl. Denn wenn man seine Beine, Füße, Zehen bewegen will und das aber nicht geht, da man noch nicht mal spürt, ob man diejenigen überhaupt noch besitzt, das ist ganz schlimm! Ich hab dann zu mir gesagt: nein mon.chichi du willst sie gar nicht bewegen und konnte mich dadurch soweit beruhigen, dass ich einfach los gelassen habe und nicht mehr versuchte sie zu bewegen.
Da lag ich also nun. Vor mir das grüne Tuch. Links neben mir ausgestreckt mein Arm. Ich glaube der war festgemacht, bereit die Wundermittelchen der Narkoseärztin aufzunehmen.
Rechts neben mir saß mein Mann mit seinem lila Häubchen. Wo war eigentlich mein rechter Arm? Ich weiß es nicht mehr.
Dann wurde mir tatsächlich komisch. Ganze zwei mal während der Operation. Ich bekomme die Reihenfolge nicht mehr richtig hin, aber es war einmal bevor Phoebe da war und einmal danach.
Ich glaube davor war mein Kreislauf dabei zusammenzubrechen. So hat es sich auf jeden Fall angefühlt. Ganz komisch. Ich habe versucht mein Körper von alleine wieder stabil zu bekommen, nachdem ich sagte, mir ginge es nicht gut, aber keine Chance. Als ich der guten Frau das zweite mal kurz hintereinander sagte, mir ist komisch, meinte eine der Schwestern zur Narkoseärztin, ihr (also mir) wäre komisch...ach ne...und sie gab mir endlich was. Das wirkte nicht sofort, aber recht bald und ich war wieder ganz entspannt.
Dann begann die Operation. Frau Dr. G. sagte: 9.37 Uhr erster Schnitt. Kurz darauf wurde an mir rumgeruckelt und sie meinte: 9.39 Uhr das Baby ist draußen (oder so was in der Art).
Ich meine, ich wusste ja, dass die Ärztin gut und schnell ist, aber so schnell? Wow, ich war begeistert.
Phoebe machte ihren ersten Stinki an frischer Luft. Ich glaube beim raus ziehen, oder draußen, ich weiß es nicht und ich will auch gar nicht wissen wo es gelandet ist. Das sah da bestimmt aus wie auf einem Schlachtfeld. Aber dafür war ja das grüne Tuch da.

Übrigens: mein Mann wurde im Vorgespräch mit ihr angedroht, solle er auf die Idee kommen sich aufzurichten um übers Tuch zu spicken, würde sie ihm mit dem Skalpell abwerfen. #rofl Und sollte im schlecht werden, solle er sich auf dem Boden legen. Im würde dann irgendwann geholfen, sobald das Kind und ich versorgt wären.
Ich muss jetzt noch grinsen, wenn ich an das Gespräch denke. Die Frau war echt super sympathisch und unglaublich kompetent. Alleine schon wie gerade sie geschnitten hat. Da gibt es wohl ganz andere Narben...ein Glück habe ich mir sie ausgesucht. Da bin ich heute noch froh drum. Aber ich merke schon, ich weiche ab.

Dann war es soweit und Phoebe wurde uns kurz über das grüne Tuch gehalten. Ich sah einen kleinen rosafarbenen Kopf. Das ging recht schnell, dann wurde sie auch schon geschnappt und in den anderen Raum zu den Kinderärzten gebracht. Die Hebamme ging mit.
Ich konnte irgendwie gar nichts denken, mein Kopf war komisch leer und gleichzeitig dachte ich aha...das ist sie also...so sieht sie also aus...so rosa...so weich...so habe ich mir ihr Gesicht gar nicht vorgestellt (lustigerweise hatte ich mir vorher rein gar kein Gesicht vorgestellt, deshalb war der Gedanke auch so bizzar).

Dann wurde ich genäht. Was auch total schnell ging. Allerdings hatte ich gar kein Zeitgefühl mehr, ich wusste nur dass es schnell ging. Klingt paradox, aber so war es.
Zu dem Zeitpunkt war mir in keinster Weise bewusst, dass irgendwas nicht stimmte. Ich weiß gar nicht, ob mein Mann das klar war. Aber ich glaube schon, weil er den Trubel im anderen Zimmer hörte.
Ich dachte alles ist ok... #gruebel
Plötzlich wurde mir furchtbar übel und mein Kreislauf war wieder gefühlt am zusammenbrechen. Mir wurde das zwar angekündigt, aber es war total ätzend. Schlimmer als beim ersten mal. Ich versuchte krampfhaft gleichmäßig zu atmen, um so die Übelkeit und den aufsteigenden Brechreiz zu unterdrücken und mich wieder stabil zu bekommen. Das dauerte dann ein bisschen, bis wahrscheinlich die erneute Spritze anfing zu wirken. Keine Ahnung was ich da bekommen habe. Währenddessen japste ich wie ein Fisch im Trockenen und hatte wieder ein leichtes Panikgefühl, da ich auf keinen Fall brechen wollte.
Mein Mann habe ich kaum wahrgenommen, aber ich war dankbar, dass er an meiner Seite war. Ich wusste ja, dass er mit Phoebe eigentlich schon in den Kreissaal gehen würde, solange ich genäht würde. Darum war ich froh über jede Sekunde, in der ich nicht alleine sein musste. Etwas komisch kam es mir allerdings doch vor, dass er so 'lange' da saß. Im nach hinein weiß ich natürlich auch warum.

Mir ging es mittlerweile wieder gut.(Vielleicht ging es mir auch erst nachdem die Hebamme kam so schlecht. Wie gesagt, da ist die Chronologie futsch. Aber gehen wir einfachmal davon aus, dass es so herum war. Also weiter:) Dann kam die Hebamme in den OP und sagte zu uns, sie hätte aus dem Zimmer, in dem die Ärzte mit Phoebe waren, raus gehen müssen, weil sie es hatte nicht ertragen können, wie doll an ihr herum gemacht wurde. #schock
Da machte es langsam klick. Ich dachte: was machen die denn da? #zitter Unterbewusst habe ich auch die ganze Zeit auf ein Schrei von ihr gewartet. Denn als sie raus geholt wurde war sie ganz ruhig.
Der kam dann auch irgendwann aus dem Nebenzimmer. #schrei Wann kann ich nicht mehr sagen.
Dann lief alles ganz schnell ab, aber trotzdem wie in Zeitlupe. Ich weiß nicht mehr wer es uns sagte, auf jeden Fall meinten sie ihr Apgarwert (1/6/9) wäre sehr schlecht gewesen und sie wollte nicht richtig atmen. Sie haben auch noch andere Dinge gesagt glaube ich, aber das weiß ich nicht mehr. Ist wie eine Art Schleier darüber. Ich weiß nur noch, dass sie gesagt haben, ich könne sie nochmal kurz sehen und dann muss sie zur Überwachung auf die Babyintensivstation gebracht werden. Mein Mann könne sie begleiten.

Da wurde mir bewusst, dass ich nicht bei ihr sein kann, so wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir drei im Kreissaal, nachdem ich aus dem OP käme... #heul
Wie gesagt, mein Mann war natürlich dann bei ihr und da war ich auch sehr froh drum, aber sie war so lange in meinem Bauch und dann Knall auf Fall weg von mir, das war schon hart.
Als sie sie nochmal kurz zu uns gebracht haben, wurde sie mir vor das Gesicht gehalten. Ich weiß noch wie jemand gesagt hat, ich könne sie ruhig anfassen. Im nach hinein lustig, aber ich war so gebannt und irgendwie dachte ich meine Arme seinen noch fest, so dass ich gar nicht auf die Idee kam. Sie hatte so zarte und weiche rosige Haut. Ganz warm. Das war ein toller Moment!
Leider ging er viel zu schnell rum. Am liebsten hätte ich sie gar nicht mehr hergegeben, aber sie musste ja weg. Zwar dauerte es länger als der kurze erste Blick übers Tuch, aber ich denke mal es war vielleicht gerade mal eine Minute. Genau sagen kann ich es allerdings nicht mehr.
Dann brachten sie sie weg und mein Mann ging mit.

Frau Dr. G. hatte mich in Rekordzeit genäht, so dass ich gar nicht mehr lange im OP bleiben musste.
Vom OP wurde ich in ein Zimmer gefahren und an so eine Art Schleuse geschoben. Keine Ahnung ob ich da schon in einem Bett lag oder nicht. Wenn, dann weiß ich nicht mehr, wie ich da rein gekommen bin.
Andauernd fragte mich jemand ob es mir gut ging und wieder wurde gesmalltalkt. Wahrscheinlich um mich abzulenken.
Ich wurde dann in diese Schleuse geschafft. Das Prinzip kann ich gar nicht mehr genau erklären. Ich habe so etwas wie ein queres vörderbandähnliches Teil in Erinnerung. Aber wie auch immer, ich lag nach der Schleusenprozedur in dem angrenzenden Raum in einem neuen Bett.
Mit dem wurde ich den selben Weg wie zuvor, mit dem Fahrstuhl runter, in den Kreissaal gefahren.

Dort bekam ich noch Infussionen (oder hatte ich die noch dran?) und schaute aus dem selben Fenster wie vor der OP in den blauen Himmel. Noch immer ohne Baby bei mir. #heul
Ob mein Mann schon da war, oder kurz danach in den Kreissaal kam, weiß ich gar nicht mehr. Ich war auf jeden Fall froh, dass er da war. Er erzählte mir kurz, was sie mit der Kleinen gemacht hatten. Nachdem er eine weile bei mir war, ist er wieder zu ihr gegangen.

Ich wurde dann irgendwann auf die Frauenstation verlegt. Bei dieser Aktion kam mein Mann glaube ich gerade wieder (oder ging er danach erst wieder zur Kleinen? Ich weiß es nicht mehr).
Wir hatten uns ja extra ein Einzelzimmer mit Papabett ausgesucht, in dem wir zu dritt hätten sein können. Zu dritt waren wir dort ja dann leider bis ich mich entlassen habe nicht, aber ich war sehr froh, das mein Mann auch in der Nacht bei mir war.
Die Pflegeschwester schob mich mit dem Bett erst in ein Dreibettzimmer. Währenddessen sagte ich ganz perplex: wie kein Einzelzimmer? Daraufhin meinte sie, davon wisse sie gar nichts, sie müsste mal gucken ob noch eins frei wäre.
Es war zum Glück noch eins frei. Irgendwie wurde unsere Anmeldung bei der Rezeption nicht an die Station weitergegeben. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob ich das ertragen hätte, in der Situation in einem Mehrbettzimmer zu liegen, mit den ganzen frisch gebackenen Mamis und ihren Babys, plus deren Horden von Besuchern.

Mein Mann kam dann irgendwann wieder aus der Kinderklinik mit den ersten Bildern von der Kleinen.
Sie lag in einem Bettchen und hatte Elektroden aufgeklebt und ein Sauerstoffsättigungsmesser um das Füßchen, um sie zu überwachen.
Erst war ich noch recht lange betäubt und dann ließ sie allmählich vom Bauch abwärts nach.
Ich hatte den Drang meine Beine zu bewegen und konnte es kaum abwarten, bis die Narkose weg war.
Mit nachlassen der Betäubung kamen natürlich auch die Schmerzen und ich dachte mir: och nööö wie nervig, hoffentlich gehen die bald wieder weg. Mehrere Tage damit zu verbringen hatte ich keine Lust. Man konnte sich auch nur schlecht bewegen, weil man ja die Bauchmuskeln nicht wirklich benutzten konnte. Aber ich bekam glaube ich auch Schmerzmittel in die Infusion.
Aber soweit ich mich erinnere waren die Schmerzen am nächsten Tag schon wieder ok. Interessant wie schnell so was verblasst. Unfassbar eigentlich. Wollte ich früher nie glauben.

Noch am selben Abend bin ich dann aufgestanden. Das war doof, weil man sich nicht gerade aufrichten konnte ohne Schmerzen. Aber man soll ja wohl auch aufstehen. Vielleicht für den Heilungsprozess? Keine Ahnung, bin ja kein Mediziner... Egal, auf jeden Fall meinte die Schwester (die auch auf der Frauenstation übrigens alle sehr nett waren), wenn ich zu Phoebe rüber in die Kinderklinik will, muss ich ja notgedrungen aufstehen. Und davon hätten mich keine zehn Pferde abgehalten. Ich hatte schon die ganze Zeit die Schwestern gefragt, wann ich aufstehen könnte um rüber zu gehen.
Mein Mann schob mich dann mit dem Rollstuhl durch den Tunnel in die Kinderklinik.

Und ab da begann ein 16 Tage langes neues Kapitel unserer Familiengeschichte, die wir im Krankenhaus und in der Kinderklinik verbrachten...


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Ich hoffe der Bericht hat euch gefallen. Meiner Tochter geht es seit sie nach 16 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen wurde prima. Ein Glück! #herzlich
Im Krankenhaus hatte sie immer wieder Blutsauerstoffabfälle weil sie zu flach geatmet hat und wurde überwacht.
Sie wurde auf alles erdenklich mögliche durchgecheckt - nichts! Sie ist kerngesund. Eine Erklärung für das alles haben wir nie bekommen. Dann mussten wir sie 1 Jahr lang an einen mobilen Überwachungsmonitor schließen. Aber es war zu hause nie wieder was! Unglaublich. Ich denke sie wollte einfach nur heim ;-)

Und zu guter letzt noch die Geburtsdaten:

Phoebe Marie
07.05.2008 (40. SSW)
Größe: 3590g
Gewicht: 50cm
KU: 36,5cm KU

Viele Grüße und an alle die die Geburt noch vor sich haben: viel Glück! #klee

mon.chichi #sonne

Beitrag von tine.79 11.03.10 - 22:32 Uhr

Wow, wirklich sehr schön geschrieben:-). Schade das es nach dem KS so schlimm war. Meine Maus wurde mit der Saugglocke geholt und auch direkt weggebracht, bekam sie aber nach 15 min. wieder. Die Herztöne waren abgefallen und sie schon so Tief im Becken, also nix mit KS (zum Glück, wäre nämlich wohl ne Not Sectio geworden). Und nachdem ich sie wieder bekam, schmiß es mir den Kreislauf und dann war sie wieder weg#schmoll. Ihr ging es aber auch gut und niemand weiß warum die Herztöne letztendlich abgefallen sind....
lg Tine

Beitrag von mon.chichi 11.03.10 - 23:27 Uhr

Danke :-)

Ja es ist so zwiespältig, einerseits möchte man gerne wissen 'warum?', andererseits ist man einfach nur froh, wenn nichts schlimmes gefunden wird und es den Mäusen gut geht.

Ich hoffe dir ging es danach auch gut? Saugglocke klingt gruselig #schock Aber man malt sich das wahrscheinlich schlimmer aus als es ist ;-)

Viele Grüße,
mon.chichi

Beitrag von tine.79 12.03.10 - 23:17 Uhr

Hallo#blume
ich hatte zum Glück eine sau gute PDA und nichts gemerkt. Auch nicht als sie mich danach fast 45 min. zusammen geflcikt haben. Das meinten auch die Ärzte und die Hebi das ich Glück hatte das die PDA so gut gesessen hat :-).
Also Saugglocke mit PDA is ok, aber danach bitte Mausi auf Bauch legen damit ich sie knuddeln und knutschen darf.........
lg Tine

Beitrag von abigale09 12.03.10 - 18:27 Uhr

HAMMER*
ich bin total in deine Geschichte eingetaucht und habe immer noch einen Kloß im Hals! Als ich dann gelesen habe dass es der Kleinen dann wieder gut ging und sie nie wieder irgendwas hatte kamen mir richtig die Freudentränen*
super geschrieben!!!
lg Abby

Beitrag von mon.chichi 12.03.10 - 22:04 Uhr

Ui :-D
Vielen vielen Dank für dein Lob!! #danke
Freut mich sehr, dass es dir gefallen hat.

Schönen Abend noch,
mon.chichi #stern

Beitrag von gioia12 15.03.10 - 13:04 Uhr

Hallo,

auch von mir ein dickes Lob- du hast einen sehr feselnden Bericht geschrieben. Schön, dass deine Maus ganz gesund ist!

Für mich war die Geschichte besonders bedeutend- mein ET war nämlich der 14.5 und unser Kleiner kam wegen BEL am 06.05 zur Welt, bei uns ist nämlich am Di OP-Tag! Ich hatte das Gefühl du würdest meinen Geburtsbericht schreiben- GsD entfiel bei mir der Teil "Kinderklinik".

Euch 3 weiterhin alles Liebe!
Gioia

Beitrag von mon.chichi 15.03.10 - 16:53 Uhr

Hihi das ist ja lustig! Beide Tage um 1 Tag versetzt und auch BEL #freu
Zufälle gibts...

Vielen Dank für dein Lob! #danke

Euch auch alles gute!
mon.chichi