Ich muss es einfach mal schreiben...

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von mirai 12.03.10 - 11:59 Uhr

Hallo ihr lieben,

seit September 09 bin ich hier als Stille Mitleserin aktiv habe mich aber nie getraut zu schreiben.
Das werde ich jetzt nachholen.
Ich bin 22 und bin seit 4 Jahren mit meinem Freund zusammen.
Wir sind jetzt auch Verlobt...
Trotzdem überfällt mich an manchen Tagen diese Trauer, denn im September 09 habe ich ein Sternchen in der 5-6 SSW gehen lassen...
Aber ich erzähle etwas genauer...
Im September hatte ich einen Routine Termin beim FA, sie hat mir dann unterbreitet das ich Schwanger war.
Ich wusste garnicht wohin mit diesen Gedanken, denn es kam völlig ungeplant...
Am selben Tag bin ich dann um einkaufen zu gehen wieder aus der Wohnung im 4. Stock gegangen und umgeknickt...
Die 1. beiden Treppen bin ich hinunter gefallen und habe mir wie durch ein Wunder nichts getan.
Aber ich musste dafür mit meinem Baby zahlen...
Als ich im Krankenhaus war hat es angefangen heftig zu Bluten ich hatte schlimme schmerzen...
Danach nur noch die Erkenntnis, mein Bauch ist leer....
Ich hab geweint und geschrien ich wollte es nicht glauben...
Und als mein Freund dann kam habe ich ihm erzählt wieso ich so traurig bin.
3 Monate haben wir Pause gemacht in denen ich Still und zurückgezogen war...
Dann wollten wir es versuchen, wir wollten gezielt ein Baby doch auch heute noch, 7 Monate danach habe ich diese Traurigkeit in mir.
Ich weiß nicht, vielleicht konnte ich es nicht richtig loslassen...
Wenn ich Frauen sehe die Schwanger sind, kommt es mir immer wieder hoch...
Ich möchte ein Baby aber ich weiß nicht ob die erneute Schwangerschaft diesen schmerz lindern würde.
Ich glaube ich hätte Angst wieder zu fallen...

So jetzt habe ich mir das alles mal von der Seele geschrieben.
Es musste einfach raus.

Gruß
Mirai+ #stern (5. SSW)

Beitrag von morgaine01 12.03.10 - 12:30 Uhr

Hallo Mirai!
Ich hoffe,ich trete Dir nicht zu nahe,aber ich selber bin in Psychotherapie,zwar nicht wg meiner jetzigen Situation,aber ich weiß,wie gut es mir tut.
Ich kann mir bei meinem Therapeuten alles von der Seele reden,er hat mir schon unendlich viel helfen können bei meinem Lebensmanagement.
Ich geh mal davon aus,dass Du nicht wirklich viel über dieses Thema reden kannst,wennst Glück hast,ist Dein Mann verständnissvoll,aber auch er kann keine Therapie ersetzen.
Bei uns Ösis gibts Psychotherapie auf Krankenschein,viell.solltest Du Dich mal damit auseinandersetzen,denn Deine Seele leidet vor sich hin
Fühl Dich von mir verstanden und#liebdrueck
Patricia+Family+#stern

Beitrag von mirai 12.03.10 - 12:52 Uhr

Ich danke dir ersteinmal für deine Antwort.
Mein Mann ist sehr lieb und verständnisvoll da habe ich sehr viel Glück.
Ich bin wegen einem anderen Problem bereits in Therapie aber irgendwie habe ich das Bedürfniss den Therapeut zu wechseln, weil ich nicht merke das ich verstanden werde.
Ich fühl mich bissl allein...
Aber aufjedenfall werde ich mich nach einem neuen Therapeuten umsehen...
Und Hoffentlich hilft es dann wenigstens einbisschen.

Mirai + #stern (5. SSW)

Beitrag von morgaine01 12.03.10 - 16:32 Uhr

Hallo nochmal!
Leider passiert das öfter,dass man mit seinem Therapeuten nicht richtig harmoniert.Ich würde an Deiner Stelle auf Dein Gefühl hören und mir einen Neuen suchen.Vielleicht kannst Du mit einer Frau besser reden,probiers aus,denn wenn die Wellenlänge stimmt ist eine Therapie echter Seelenbalsam.Mein lieber Therapeut hat mich sehr oft wieder aufgebaut und das ist einfach unbezahlbar.
Allesalles Liebe,
Patricia

Beitrag von hannah.25 12.03.10 - 14:37 Uhr

liebe mirai,

es tut mit sehr leid, dass du dein baby verloren hast. es ist traurig, wenn man liest, wie nah eben freud und leid liegen können. lass dich fest drücken! #liebdrueck


ich versteh deine angst vor einer erneuten schwangerschaft und vor allem einer erneuten fehlgeburt sehr gut. ich glaub, niemand, der das erleben musste, kann je wieder unbeschwert an eine schwangerschaft rangehen.
aber du darfst nicht vergessen, dass es leidr ein unfall war, wieso du die fehlgeburt erlitten hast. das sollte dir mut für die nächste schwanegrschaft geben. immerhin ist das risiko doch so viel geringer.

eine erneute schwangerschaft wird dir nicht dein baby ersetzen, was du verloren hast. das kann kein kind der welt. aber es kann dir neuen mut und neue hoffnung geben. du wirst immer um deinen stern trauern und an ihn denken. aber das ist vollkommen normal.

ich denke, es wird dir schon gut getan haben, einfach mal alles aufgeschrieben zu haben.

ich wünsch dir alles erdenklich gute!! #klee

liebe grüße
hannah mit #stern niklas und #stern sarah im herzen

Beitrag von mirai 12.03.10 - 15:25 Uhr

Ich danke dir für deine Antwort.
Deine Worte geben mir etwas von meinem Mut zurück.
Ich bin schon etwas leichter, da ich es einfach mal geschrieben habe.
Vielen Dank dir #liebdrueck

Gruß
Mirai + #stern (5 SSW)

Beitrag von hanni2007 12.03.10 - 15:44 Uhr

Hallo
Erst einmal tut es mir sehr Leid was geschehen ist.Aber versuche nicht dir die Schuld zu geben,das euer Krümel gegangen ist.
Ich habe mein Baby im Dez 2009 in 7./8.Woche verloren.
Nun kann es sein das ich wieder ss bin.Habe erst am 22.3 NMT.Aber dieses Angstgefühl das es wieder passieren kann ist da.
Ich glaube es gehört dazu.Das verlorene #stern ist nicht zu ersetzten.
Ich wünsche dir alles Gute

Miri

Beitrag von mirai 12.03.10 - 15:50 Uhr

Ich danke dir für deine Antwort.
Ich glaube nicht das die Angst verschwindet...
Aber man sollte versuchen das sie nicht zu groß wird.
Ich habe gerade viel Angst...
Besonders diese Angst vor dem Fall...
Nach meiner FG hatte ich oft den Traum von diesem Tag aber in Slowmotion...
Das war schlimm aber ich glaube meine Seele wollte mir damit helfen es zu verarbeiten.
Ich drücke dir die Daumen das du wieder Schwanger bist und hoffe für uns das diese Angst nicht zu groß wird...

Gruß
Mirai + #stern (5. ssw)

Beitrag von hannah.25 12.03.10 - 17:19 Uhr

liebe mirai,

ich denke schon, dass allein das schreiben was geholfen hat. wenn du weiter reden magst, wir sind hier alle sehr gern da und versuchen zu helfen. wir wissen eben, wie du dich fühlst. #liebdrueck

und auch deine angst kenn ich nur allzu gut. versuch, diese angst nicht allzu groß werden zu lassen,. klar hast du angst vor einem erneuten sturz.
aber du solltest auch sehen, dass es eben ein unfall war, was eine erneute schwangerschaft doch einfacher in vielerlei hinsicht macht, besonders was eben deine gesundheit angeht.

ich wünsch dir alles, alles gute!! #klee

liebe grüße
hannah mit #stern niklas und #stern sarah im herzen

Beitrag von froehlich 12.03.10 - 21:17 Uhr

Liebe Mirai,

lass Dich drücken. Nein, klar: die Angst vor einer weiteren Fehlgeburt wird Dich wahrscheinlich bei Deiner nächsten Schwangerschaft begleiten, das war bei mir (und anderen) ebenso....das muss man akzeptieren... . Man kann aber trotzdem lernen, gut damit zu leben. Vor allen Dingen: sieh zu, daß Du diese Gedanken an den Fall aus dem Kopf kriegst!!!!! Das war ja nun wirklich ein Unfall, wie er nicht dauernd und ständig passiert. Sag: ist es denn überhaupt erwiesen, daß Du Dein Baby wegen des Falls verloren hast, oder ist das Deine eigene Interpretation?! Was haben denn die Ärzte gesagt? Meiner Erfahrung nach sind die Kleinen in einer intakten Schwangerschaft viel robuster, als man es immer annimmt und befürchtet.

Sieh mal: mit meinem ersten Sohn war ich in Afrika als Entwicklungshelferin schwanger - da musste ich mit dem Landrover über die dollsten ungeteerten Löcherpisten brettern, bin oft mit diesen kleinen Maschinchen geflogen, war mangelernährt und und und... . Aber nichts konnte diese Schwangerschaft erschüttern und Joschka kam gesund und munter zur Welt. Bei meiner zweiten Schwangerschaft war alles geregelt, ich habe SEHR aufgepasst und keinen Arzttermin ausgelassen - und trotzdem hatte ich in der 12. Woche eine Fehlgeburt. Weisst Du: da steckst Du einfach nicht drin. Ich denke, ein Kind, das kommen soll, kommt auch. Und noch ein Lichtblick und eine Ermutigung für Dich: bei meiner dritten Schwangerschaft war ich zwar nicht mehr entspannt (siehe oben) und ich war mit 42 weiß Gott auch keine "junge Mutti" mehr und wir lebten in Vietnam (was auch kein Schleck war) - aber da ging wieder alles gut und unser kleiner Spatz kam im Juni 2009 völlig komplikationslos zur Welt. Kopf hoch! Das wird.

Das Wichtigste, denke ich, ist: KEINE Schuldgefühle!!!!! Hol Dir notfalls professionelle Hilfe.

LG, Babs

Beitrag von nadineriemer 13.03.10 - 10:40 Uhr

Die Angst kann ich gut nach voll ziehen und wirklich nehmen kann dir niemand diese Angst.Meine kleine kam viel zu früh in der 27Woche zur Welt und starb nach drei Tagen.Ich habe immer gesagt das ich es nie wieder versuchen will um so eine Erfahrung nicht normal machen zu müssen.Mein Glück war das ich wirklich Hilfe hatte und traurig sein durfte.Mein Umfeld hat einfach für mich und mit mir reagiert und ich konnte immer wieder darüber sprechen.Niemand hat gesagt,es reicht doch jetzt und meine Tochter steht sogar bei Bekannten mit im Kalender um immer an sie zu denken.Nimm dir Zeit die du brauchst,auch um zu trauern und irgendwann kommst du an dem Punkt wo du wieder bereit bist.

Nadine mit Sternenkind Laura-Sophie