Sprachkurse für Babys

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Forum: Baby

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Beitrag von mamab5 12.03.10 - 14:35 Uhr

Hallo,

heute fand ich bei meinem Zahnarzt ein Flugblatt auf dem eine Frau Englischkurse für Kinder im Alter von 1 bis 14 Jahre anbietet.

Ich war schockiert.

Seid ehrlich: Wer von Euch schickt sein Baby zum Sprachkurs, und vor allem warum?

gibt es auch Exel und Algebra für Babys?

Dürfen Babys nicht mehr Babys sein, und sabbern, im Matsch spielen und mit Brei umherwerfen?

Als Jean Jacques Rousseau damals sagte: "Kinder sind keine Kleinen Erwachsenen" war das eine Revolution. Plötzlich durften Kinder Kinder sein. Scheinbar ist das heute zu veraltet.

Liebe Grüße

mamab

Beitrag von waffelchen 12.03.10 - 14:40 Uhr

Hab mal eine Reportage über diese Englisch-Kurse für Babys/Kleinkinder gesehen und fand das gar nicht schlimm.
Da gings nur um den spielerischen Umgang mit einer anderen Sprache und nicht ums Vokabeln pauken.

In einer Zeit in der enormer Leistungsdruck besteht, insbesondere für Kinder, halte ich solche Kurse aber auch für weniger sinnvoll.
Mein Kind soll so lange es irgendwie geht davon verschont bleiben sich überfordert zu fühlen.

Beitrag von adriane87 12.03.10 - 14:41 Uhr

Du wirst dich wundern... Ich kenne da jemanden..

Als ich vor meiner SS als Babysitter gearbeitet habe, hatte ich ein jungen den kannte ich seit er 2 Monate alt ist...(bis4 Jahre) und seine eltern haben ein Bestattungsunternehmen... der Junge wurde mit 2 1/2 Jahren in ein Deutsch-Englich Kindergarten gebracht... mit strängen Regeln .. Uniform und all was dazu gehört... ich dachte echt ich fall aus allen wolken.. grund war... er soll Englisch lernen, damit er die firma übernimmt *hust*...

Später war der arme Junge so verwirrt das er nicht ein einzigen satz endweder auf Deutsch oder auf Englisch sprach... es war immer ein Misch Masch von DEutsch.. Englisch ...

Bsp. " Ich kann nicht take this" .. am ende musste ich echt 3 mal hin höre und 5 mal überlegen was er mir sagen will

ob das alles so gut ist?????

Beitrag von tykat 12.03.10 - 14:45 Uhr

"Dürfen Babys nicht mehr Babys sein, und sabbern, im Matsch spielen und mit Brei umherwerfen?"

Sehe ich genauso und finde es auch sehr traurig.Es gibt ja auch noch diese wahnwitzigen Zeichensprachekurse für Babys#klatsch
Ich denke auch, ein Kind, das einfach nur Kind sein darf, ist glücklicher.
Klar, Förderung ist wichtig.Aber alles zu seiner Zeit und im richtigen Maße.

LG,Tykat+Tom

Beitrag von juli123 12.03.10 - 14:52 Uhr

Also ich finde zwei Sprachen von Klein auf an eine tolle Sache aber nicht durch so einen Sprachkurs sondern dann nur wenn die Kinder zu Hause zweisprachig aufwachsen...die sprechen beide Sprachen super und bringen auch keine zweisprachigen Sätze raus.
Zu so einem Kurs würde ich meinen Kleinen noch nicht schicken...mit der Schule fängt genug Druck an und bis dahin sollen sie spielen spielen spielen, denn die Zeit bekommen sie nicht zurück...und ich hab vor drei Jahren noch gesagt mein Kind wird voreingeschult...was bin ich froh das ich mich trotz der Reife dagegen entschieden habe#verliebt Céline ist so viel entspannter und fürs Sozialverhalten ist ein Jahr Kiga mehr doch sehr fördernd.

LG
Britta

Beitrag von ephyriel 12.03.10 - 14:48 Uhr

#roflalso MEIN baby kam schon mit abitur in der hand auf die welt#rofl
eure etwa nicht????#rofl

Beitrag von kleenerdrachen 12.03.10 - 15:22 Uhr

Doch, meiner hat die Professur für Quantenphysik schon fast in der Tasche #rofl

Naja, als Miniphysiker testet er am allerliebsten, ob Isaac Newton Recht hatte mit seiner Theorie- bisher konnte er sie trotz größter Anstrengung nicht widerlegen ;-)

Beitrag von marion0689 12.03.10 - 15:02 Uhr

Genauso sehe ich das auch.

Lernen müssen die Kleinen noch schnell genug.

2-sprachig an sich finde ich jedoch echt gut.
Ich bin selber zweisprachig aufgewachsen ( jedoch ohne irgendwelche Kurse, sondern einfach durch die verschiedenen Muttersprachen meiner Eltern )
Und heute bin ich ihnen echt dankbar dass sie mich zweisprachig erzogen haben.

Auch mein Kleiner wir zweisprachig erzogen.
Einfach deswegen, weil er auch viele Verwandte ( Oma, Onkel usw... ) im Heimatland meines Mannes hat.
Warum sollte er es also nicht auch können. Hat mir ja auch nicht geschadet ;-)

Liebe Grüße!!

Beitrag von lea9 12.03.10 - 15:02 Uhr

Ich war selber "Lehrerin" für Kindersprachkurse.

Das Konzept wird oft total falsch verstanden.

Es ist nur eine Krabbelgruppe in einer anderen Sprache. Nix anderes. Es gab keine Vokabellisten oder sonstwas. Man spielt mit den Kindern, es ist eben alles auf Englisch oder Spanisch oder sonstwas. Die Kinder ahmen einfach die Sprache nach, es macht den meisten wahnsinnig viel Spaß. Die anderen kommen eben nicht wieder.

Ich verstehe nicht, warum das immer so niedergemacht wird. Eltern von Kindern, die zweisprachig oder sogar dreisprachig aufwachsen, werden doch auch nicht als verrückt hingestellt. Es haben eben nicht alle so eine natürliche Umgebung.

Sollte jedoch das Konzept anders angewendet werden so mit "echtem" Unterricht, finde ich das auch total bescheuert. Auf alle Fälle. Meistens ist es aber nicht so.

Beitrag von lienschi 12.03.10 - 15:17 Uhr

huhu,

ich denke auch, es kommt drauf an, wie so ein Kurs aussieht.

Gegen spielerisches Näherbringen einer zweiten Sprache ist bei kindgerechter Gestaltung überhaupt nichts einzuwenden.

Die Gegner solcher Konzepte machen halt oft den Fehler sich nicht richtig zu informieren, vorschnell falsche Schlüsse ziehen und dann gleich loszuwettern.

Ich halte auch nichts davon, dass die Kleinen noch vor der Schulzeit richtig "lernen" müssen... aber spielerisch ein paar Wörter aufschnappen und die Klangfarbe der neuen Sprache kennenzulernen macht den Kindern einfach Spaß und hat nicht mit Überforderung zu tun.

lg, Caro

Beitrag von marysa1705 12.03.10 - 16:22 Uhr

Hallo,

die Erfahrung zeigt aber, dass eine zweite Sprache nur dann wirklich gelernt wird, wenn sie ständig gesprochen wird, also zu Hause von den Eltern.

Wenn es die Muttersprache der Eltern ist, dann braucht es dazu auch keinen extra "Sprachkurs".

Wenn nicht - also wenn die Eltern beide nur deutsch als Muttersprache haben - dann bringt auch ein "Sprachkurs" oder eine Krabbelgruppe für Babys in einer anderen Sprache nichts.

LG Sabrina

Beitrag von lea9 12.03.10 - 16:30 Uhr

Wieso gibt es denn nur - Sprache erlernt oder Sprache nicht erlernt?

Mir hat es schon gereicht, wenn meine Kinder die fremden Laute so wunderbar nachsprechen gelernt haben, dass ich sicher sein konnte, sie werden niemals "sis is my broser" oder ähnlich schreckliche Dinge sagen.

Oder überhaupt wenn sie verstehen, dass es überhaupt andere Sprachen gibt. Dass andere Menschen anders sprechen. Dass man sich verstehen kann, auch wenn man die andere Sprache nicht oder nur wenig beherrscht.

Kinder können soviel lernen. Ich finde, das wird viel zu einseitig betrachtet.

Beitrag von marysa1705 12.03.10 - 17:04 Uhr

Aber doch nicht mit einem Jahr! #kratz

Ich denke, ein Kind sollte zuerst seine Muttersprache(n) richtig beherrschen.
Und dass ein Kind nicht "sis is my broser" sagt, das hängt ja sicher nicht von einem Baby-Sprachkurs ab. ;-)

LG Sabrina

Beitrag von lea9 12.03.10 - 18:08 Uhr

Na klar hängt das u.a. davon ab. Das Gehör ist vor allem in den ersten Lebensjahren fähig, alle Laute der Welt zu hören und richtig nachzusprechen. Schließlich weiß das Baby ja nicht, ob es in China, Russland oder Amerika zur Welt kommt. Je älter man wird, umso schwerer wird das. Selbst Menschen, die viele Jahre im Ausland leben, sprechen oft noch mit Akzent, weil dieses Zeitfenster eben nur in den ersten Jahren so optimal besteht (wenn sie nicht in jungen Jahren schon ausgewandert sind oder ein sehr sehr gutes Gehör haben).

Kinder können zwei, drei vier oder sogar fünf Sprachen parallel lernen (in bestimmten Teilen der Welt ist das so mit 4 oder 5 Sprachen). Sie müssen keine Sprache zuerst beherrschen. Das ist Schuldenken -->Ich brauch ein Sprache, damit ich die andere lernen kann (sonst klappt das ja mit den Vokabeltabellen nicht). Zweisprachige Kinder legen keine Vokabeltabellen an, sondern vernetzen die Sprachen im Gehirn. Dazu gibt es interessante Studien.
Im Gegenteil, besser nicht die eine Sprache zuerst richtig können, dann kommt man gar nicht in den Versuch, es zu "übersetzen".

Wie gesagt, ich stimme völlig darin überein, dass kein Kind bei 45min in der Woche eine Sprache lernt. Aber darauf kommt es nicht an. Jeder Kontakt zu einer anderen Sprache ist sinnvoll, je mehr, desto sinnvoller, aber deswegen kann man ja nicht gleich sagen, dass es nichts bringt.

Ich habe in den letzten 3 Jahren bestimmt annähernd 200 Kinder begleitet. Manche haben weniger davon profitiert, manche mehr. Bei keinem Kind war es "sinnlos" in meinen Augen. Die meisten waren davon fasziniert, dass es andere Sprachen gibt. Sie haben die Gemeinsamkeiten und Unterschiede erfahren können, sie haben gelernt, sich zu verständigen (ich habe nie Deutsch gesprochen) und mich zu verstehen (Blickkontakt, Gesten etc.) ohne PERFEKT zu sein. Viele haben sich für zu Hause Bücher und CD's gewünscht, manche Eltern haben erzählt, sie würden im Schlaf bestimmte Wörter sagen, manche haben Englisch gesungen beim Spielen usw....

Was es versaut, sind Eltern, die ihre Kinder unter Druck setzen, sie Wörter wiederholen lassen oder fragen, was sie denn heute gelernt haben. Diese Kinder haben schnell keine Lust mehr und fühlen sich wie in der Schule.

Beitrag von marysa1705 12.03.10 - 20:49 Uhr

Ich bin ganz Deiner Meinung, dass Kinder auch schon im ersten Lebensjahr sehr von einer anderen Sprache profitieren können.

Entscheidend ist aber eben das ständige Umgeben sein von der Sprache. Denn aus der Hirnforschung weiss man, dass Kleinkinder zwar eine zweite Sprache schnell erlernen können, aber eben auch sehr schnell wieder verlernen, wenn der alltägliche Nutzen nicht gegeben ist.

Und bei einem Kurs, der einmal pro Woche 45 Minuten dauert, ist das einfach nicht gegeben.

Ich bin selbst absolut für Vielsprachigkeit, auch unsere Kinder wachsen so auf.
Wichtig sind aber drei Punkte:
- Ständiger Umgang mit den Sprachen.
- Am besten personale, weniger gut temporale Zuordnung.
- Die Sprache ist die Muttersprache der erwachsenen Person.

LG Sabrina

Beitrag von lea9 12.03.10 - 18:19 Uhr

Dazu fiel mir gerade noch ein - es gibt seltene Fallstudien, in denen Kinder (fast) keiner Sprache ausgesetzt waren, weil sie z.B. vernachlässigt wurden oder bei Tieren aufwuchsen (ja gibts wirklich, sind bei Wölfen groß geworden glaub ich) - diese Kinder haben selbst bei intensiver Betreuung nie richtig das Sprechen gelernt, weil eben diese Verknüpfungen im Gehirn nicht mehr nachzuholen waren. Ich lass es mal bei dieser profanen Erklärung, wenns dich interessiert, schieb ich gerne die Theorie per PN nach :).

Beitrag von josili0208 12.03.10 - 18:49 Uhr

Doch. Es bringt etwas. Es geht ja gar nicht darum, dass die Kleinkinder Englisch lernen, sie lernen ja auch beim Babyschwimmen sogesehen "nichts", jedenfalls kein schwimmen ;-) Aber es erweitert den Horizont ganz sicher und das ein oder andere Wort bleibt sicher hängen und irgendwann kommts dann in der Schule oder im Urlaub wieder.

Beitrag von lea9 12.03.10 - 19:14 Uhr

Guter Vergleich. Bin ich gar nicht drauf gekommen.

Beitrag von marysa1705 12.03.10 - 20:54 Uhr

Meiner Meinung nach nicht wirklich vergleichbar, weil es beim Babyschwimmen ja ganz andere Ziele gibt und es gerade NICHT um's Erlernen von Schwimmen geht, sondern um Förderung des Gleichgewichts und Kräftigung der Muskulatur.

Wie ich auch schon in meiner anderen Antwort geschrieben habe, weiss man aus der Hirnforschung, dass kontinuierlicher Kontakt mit der Sprache wichtig ist und nicht ein Kurs mit 45 oder 60 Minuten pro Woche.
Ist der alltägliche Kontakt nicht gegeben, verlernen nämlich Kleinkinder eine andere Sprache sehr schnell wieder.

LG Sabrina

Beitrag von suzi1981 12.03.10 - 15:11 Uhr

Hallo mamab,
ich gebe dir grundsätzlich vollkommen Recht: Babys sollten wirklich babys sein dürfen..das mit dem englisch Sprachkurs finde ich auf dem ersten Blick irgendwie auch übertrieben.

Ich persönlich kann drei sprachen fließend sprechen: türkisch, arabisch und deutsch..ganz ehrlich, ich möchte am liebsten, dass mein Sohn auch alle drei Sprachen lernt. Ich weiß aber noch nicht genau, wie ich das anstellen soll. Ehrlich gesagt sprechen wir nun zwei Sprachen mit ihm..die dritte (türkisch) lassen wir erstmal außenvor...

ABER auch meine Eltern haben es auch geschafft mir alle drei Sprachen beizubringen- und das ohne Kurse oder sonst irgendwelche Hilfen...hmm im Prinzip wäre das ja dann auch zu viel für uns gewesen, denn ob man nun zuhause zwei oder drei Sprachen spricht oder eben in so einem Kurs...ist das nicht das selbe??#gruebel

Wenn man als Eltern nur eine Sprache spricht, finde ich es EIGENTLICH gut, dem Kind noch eine zusätzliche Sprache beizubringen..andererseits weiß ich nicht ob diese Kurse dann doch nicht wirklich zu viel des guten sind...
keine Ahnung..#schwitz schwieriges Thema

Beitrag von lea9 12.03.10 - 15:19 Uhr

"denn ob man nun zuhause zwei oder drei Sprachen spricht oder eben in so einem Kurs...ist das nicht das selbe?? "

Eben. Das ist total das selbe. Wichtig ist nur, dass der Kurs genauso abläuft, wie es zu Hause laufen würde. Einfach zusammen rumhängen und spielen und dabei quatschen. Mehr nicht. Genau das ist es, was wirkt.

So sollte es auch in der Schule gemacht werden. Aber sag das mal jemand den Lehrern. Die lieben ja ihre Grammatikübungen :).

Beitrag von suzi1981 12.03.10 - 15:23 Uhr

Hallo Lea,
ich überlege die ganze Zeit, wie ich auch die dritte Sprache einbringen kann :) Bist du ausgebildete Lehrerin??

Ich hab schon versucht türkisch noch nebenher zu "erwähnen" ;) weiß nicht ob ich das lieber lassen soll..
vielleicht hast du ja einen Tip! ;)

Liebe Grüße

Beitrag von lea9 12.03.10 - 15:26 Uhr

Wer spricht denn bei euch welche Sprache?

Beitrag von suzi1981 12.03.10 - 15:28 Uhr

also ich spreche alle drei Sprachen und mein Mann sprich arabisch und deutsch ;)

Beitrag von lea9 12.03.10 - 15:34 Uhr

Man sagt halt immer, am besten ist die Kombination eine Person - eine Sprache.

Du könntest immer Türkisch sprechen, dein Mann immer arabisch, ihr zusammen immer deutsch, das wäre dann die Familiensprache. Oder sowas. Je nachdem, welche Kombi euch am besten zusagt, womit ihr euch am wohlsten fühlt. Oder ihr jeder seine Sprache, zusammen dann arabisch, die Großeltern türkisch. Irgendwie so.

Es gibt also immer die personengebundene Sprache, dann die Familiensprache (wie wird gesprochen, wenn alle zusammen sind) und die Umgebungssprache (in Dtld. meistens deutsch).

Klaro ;)? Da gibt es auch ein Buch dazu. Ich weiß nicht mehr, wie der Titel heißt. Ich werd nachher mal googeln.

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