Brauche euren Rat - wie verhalten sich eure 2 1/2 jährigen???

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von robul 12.03.10 - 16:49 Uhr

Hallo,

ich bin langsam echt am Ende. Unser Sohn wütet nur noch rum. Er ist ein sehr aktives Kind was immer Beschäftigung braucht. Wenn er draußen ist, dann ist alles gut (aber wir können unser Leben ja jetzt nicht komplett nach drau0en verlagern).

Nun zu unserem Problem:
Er ist seit einigen Wochen so ziemlich gegen alles. Es fängt früh beim Zähneputzen an - ein einziges Gebrüll und Getrete.
Mit kurzen Erholphasen sieht der Tag dann so aus --> auf den Boden spucken, mit Absicht ein Glas Apfelsaft auf den Boden schütten, Spielsachen umherwerfen, Bücher zerknicken, "verbotene Dinge" wie auf den Tisch klettern, an den Blättern einer Pflanze ziehen... provokativ tun.

Er hat eigentlich einen festen Tagesablauf (Kinderkrippe), wir versuchen ihm Grenzen zu setzen, aber auch sich auszuprobieren zu lassen...
Ich weiß auch, dass er jetzt in dieser berühmten Trotzphase ist, aber so wie sich unser Sohn benimmt, höre ich es von keinem anderen aus dem Freundeskreis.

Wir sind nervlich langsam echt am Ende! Habt ihr noch einen guten Tip?


Liebe Grüße,
robul

Beitrag von sophie112 12.03.10 - 17:11 Uhr

Hallo.

Meine Tochter ist genauso alt wie dein Sohn. Und auch wir haben Trotzphasen. Aber mal im Ernst, meine Tochter würde nie auf die Idee kommen Apfelsaft mutwillig runter zu schütten, herum zu spucken oder sonst was. Da ist meiner Meinung nach schon eher in der Erziehung was falsch gelaufen. Sorry. Ich erziehe meine Tochter sehr liebevoll aber dennoch konsiquent. Ohne wenn und aber. Sie weiß genau was sie darf und was nicht. Und das hat meiner Meinung nach nichts mit "testen nach Grenzen" zu tun. Denn meiner Meinung macht ein Kind 1x sowas und dann nie wieder. Und das meine ich OHNE KÖRPERLICHE Gewalt an zuwenden.
Ich würde ab sofort sofor handeln und maximal 1x ermahnen. Fliegt Spielzeug herum: weg nehmen und spätestens wenn er keins mehr hat wird er aufhören.Wirft er Apfelsaft um: aufwischen lassen. Egal wie lang es dauert und kleine Strafe (bsp. Abends keine Geschichte).

LG Sophie

Beitrag von robul 12.03.10 - 17:21 Uhr

Hallo Sophie,

ich sehe das ganz genauso wie du. Selber aufwischen findet er gut und lustig. Wenn das Spielzeug weg ist, tja dann ist es halt weg, auch nicht so schlimm...
Wir sind echt konsequent und lassen uns nicht auf der Nase herumtanzen, aber die gewünschte Wirkung zeigt es eben nicht.

Lg robul

Beitrag von sophie112 12.03.10 - 18:06 Uhr

Hmm. Und was macht er wenn das KiZi leer ist? Findet er das dann immer noch lustig? Habt ihr nicht alltägliche Dinge die ihm wichtig sind? Die ihr dann weg lassen könntet? Du kennst doch dein Kind am Besten. Ich wollte dich auch wirklich nicht angreifen. Aber ich bin mir halt sicher, dass ein 2,5jähriges Kind verstehen muss, wo eine Grenze zu sehr überschritten wird. ...

Beitrag von bine3002 12.03.10 - 17:30 Uhr

"Da ist meiner Meinung nach schon eher in der Erziehung was falsch gelaufen."

Die Erziehung beginnt doch aber gerade erst. Und es gibt Kinder, die sind erziehungsresistenter als andere.

Beispiel:
Meine Tochter ist eher ein braves Kind, war dafür aber ein sehr anstrengendes Baby. Ich erziehe sie nicht anders als meine Freundin ihre Tochter erzieht. Diese ist jedoch ganz anders als meine Tochter, viel sturer und auch experimentierfreudiger, dafür war sie ein ruhiges Baby. Während es meiner Tochter genügt, eine Erklärung zu bekommen, muss das andere Mädchen Dinge grundsätzlich erstmal ausprobieren. Sie zuppelt Tapete ab, sie pinkelt mitten ins Esszimmer, sie wirft Saft runter usw. Sie macht Dinge, die meine Tochter niemals machen würde. Und wie gesagt: Sie wird 100%ig genauso erzogen wie meine Tochter, nur fruchtet es einfach (noch) nicht so.

Man kann das nicht so pauschalisieren.

Beitrag von sophie112 12.03.10 - 18:03 Uhr

Erstmal vorab, ich Pädagogin und weiß durchaus von was ich rede. ;-) Und ich gebe dir sicherlich recht. Es hat auch was mit der Mentalität des Kindes zu tun. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass ein Kind grundsätzliche Dinge wissen und verstehen muss.
Und auch hier: Mein Kind würde 1x Tapete abzupfen. Dann nie wieder. Wenn die Grenzen ganz klar abgesteckt sind wird es diese nicht so einfach und permanent überschreiten. Meine Tochter bekommt auch beim Einkaufen Wutanfälle. Aber nachdem ich 2x über sie drüber gestiegen bin und sie nicht beachtet habe hat sie das nicht mehr getan. Als sie dann wieder zugänglich und für Erklärungen bereit war habe ich ihr es liebevoll und ruhig erklärt. Und sie hat es verstanden.
Und als Strafen sehe ich bei uns kleine diinge, die ihr enorm viel bedeuten und wichtig sind. Zum Beispiel Abends Buch vorlesen. Schon das ankündigen dieser Strafe reicht völlig aus. Aber ich sage das natürlich nicht bei jeder Kleinigkeit. Man muss ja immer noch bedenken, dass wir hier von 2jährigen Kindern reden die durchaus probieren müssen.

LG Sophie

Beitrag von tragemama 12.03.10 - 19:02 Uhr

Ich kann dieses Grenzen-Gefasel nicht ausstehen. Glaubst Du echt, man muss Kinder durch Druck in eine Form pressen? Das mit dem Ignorieren bei Wutanfällen bei Einkaufen: Toll, dass das bei Euch klappt. Bei uns nicht. Kinder sind unterschiedlich. Wart mal ab, bis Du mehrere hast.

Andrea

Beitrag von sophie112 12.03.10 - 19:11 Uhr

Wer lesen kann ist klar im Vorteil!!

Beitrag von 1und1macht3 12.03.10 - 21:08 Uhr

Als ich noch kein Kind hatte, dachte ich auch wie du: dass es NUR an der Erziehung liegt - tja, heute sehe ich ein, dass das eine sehr sehr einfache Denkweise ist... die aber natürlich nicht zwangsläufig falsch sein muss ;-)
Jedes Kind ist anders, reagiert anders, hat einen stärkeren Willen als gleichaltrige Kinder, usw.
Meine Tochter (2 1/2) steckt auch in der Trotzphase und bei uns läuft es auch nicht so krass ab wie bei der TE - trotzdem denke ich nicht, dass das an meiner "tollen" Erziehung liegt, sondern einfach an ihrem Wesen.
Ich bin bei meiner Tochter auch konsequent, aber es gibt einfach Kinder (hab ich im Bekanntenkreis), denen das sowas von Wurscht ist, dass sie sich einfach was anderes suchen. Ich denke, da hilft nur professionelle Hilfe und keine klugen Ratschläge - nichts für ungut!

Beitrag von tragemama 12.03.10 - 17:33 Uhr

Meine Griße ist z.Zt. auch so. Ich versuche, ruhig zu bleiben (manchmal durchaus schwierig). Meistens hilft es, sie abzulenken, also von etwas völlig anderem zu reden oder ihr etwas zu zeigen. Im "schlimmsten" Fall setze ich sie in ihr Zimmer - natürlich ohne Zuschließen, sie kommt dann auch gleich wieder, kuschelt sich dann an usw. Liebesentzug (keine Geschichte oder so) finde ich unangebracht. Ich liebe sie ja trotzdem. Nur das, was sie gemacht hat, ist nicht ok - und das darf sie ruhig merken.

Andrea

Beitrag von sophie112 12.03.10 - 18:09 Uhr

Was hat denn "keine Geschicchte am Abend" mit Liebesentzung zu tun??? Ich kuschell genau so mit ihr und rede nochmal über den Tag. Und auch darüber warum es eben jetzt keine Geschichte gab. Ich singe ihr ihre Lieder vor und küsse sie genauso, als wäre nix gewesen. Vollkommener Quatsch...

Beitrag von tragemama 12.03.10 - 18:47 Uhr

Ich seh das halt so. Dieses abends im Bett gemeinsam lesen ist unser schöner Tagesabschluss, warum sollte ich uns das nehmen?

Andrea

Beitrag von tabea33 12.03.10 - 20:24 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist jetzt auch fast 2 1/2. Sie geht auch in die Krippe und ich merke sehr deutlich, dass sie meine absolute Aufmerksamkeit am Nachmittag möchte.

Sie ist ein richtiger Engel, wenn ich alle meine Handlungen auf sie ausrichte. Das heißt nicht, dass ich nur mit ihr spiele. Es geht eher darum, dass ich sie in alles einbeziehe. Sehr anstrengend das ganze, aber dafür habe ich es herrlich ruhig am Nachmittag. Klar tickt sie auch mal aus, aber in erträglichem Rahmen und nur für Sekunden. Etwas auskippen oder kaputt machen kam so gut wie nie vor.

Wir sind quasi die ganze Zeit im Gespräch (schau mal hier... bring mir mal... was hast du denn da ... gehst du einkaufen... koch mir bitte mal einen Kaffee... oder sie zeigt und erzählt was). Und ich meine wirklich die ganze Zeit. Jede Minute, bis sie ins Bett geht. Es fällt mir aber nicht schwer, ich habe mich einfach daran gewöhnt und mag es sogar.

Sobald ich einfach meinen Stiefel durchziehe (Einkaufskorb ausräumen, ohne mit ihr zu reden oder gar Zeitung lesen), dann geht der Stress los. Ich denke, die Kinder wollen einfach Aufmerksamkeit. Einige Meinungen gehen allerdings dahin, dass man die Kinder verzieht, wenn man ihnen zuviel Aufmerksamkeit gibt. Finde ich persönlich nicht. Meine Tochter ist sozial kompetent, hört auf mich und ich kann überall mit ihr hin. Schadet also bislang nicht. Wenn sie allerdings alleine spielt, lasse ich sie natürlich in Ruhe, klar (wann soll ich sonst Zeitung lesen?). Leider kommt das nicht so oft vor.

Die Situation beim Einkaufen ist bei uns auch die, dass ich ein klasse Kind habe, wenn sie mir helfen darf (wo sind denn die Äpfel? Hilf mir suchen!) und sie durchdreht und unbedingt was anderes als ich will, wenn ich zu lange irgendwelche Dinge anschaue.

Über das Thema "Grenzen setzen" denke ich nie nach. Sie darf ziemlich viel ausprobieren und wenn ich etwas gefährlich finde (Straße, am Schrank hochziehen) dann ist der seltene strenge Tonfall genug. Aber vielleicht habe ich auch nur ein sehr braves Kind? Andererseits erlebe ich viele Mütter, die alle zehn Minuten "nein" rufen. Wegen solcher Kleinigkeiten wie aus der Packung geräumter Teebeutel oder weil das Kind mal die Stereoanlage anfasst. Je ruhiger man bleibt, um so weniger interessant ist die Sache. Meine Tochter durfte alle Vasen anschauen und anfassen. Seit diesem Tag (war vor über einem Jahr) rührt sie den Schrank nicht mehr an. Ist langweilig. Hätte ich panisch "nein" gerufen (Grenze???), müsste ich das jetzt wahrscheinlich jeden Tag wiederholen. Ich entscheide so: Lebens- oder größere Verletzungsgefahr? Wenn nein, darf es probiert werden. Ich bin ja dabei.


Ansonsten helfen nur gute Nerven. Viel Glück!

Gruß Tabea

Beitrag von alischa06 12.03.10 - 20:43 Uhr

Hallo,

ich sehe es genauso! Bei uns läuft das auch so ab mit meinem Sohn. Er wird in absolut alles einbezogen und wir sind eigentlich jeden Vormittag unterwegs. Kinderturnen, Krabbelgruppe, Waldgruppe. (Ab nächster Woche beginnt die Eingewöhnung für zwei Vormittage in der "Waldvorkindergartengruppe".)

Fällt bei uns vormittags etwas aus, dreht Ilija zuhause auch völlig auf und macht nur Unsinn. Ist er aber ein wenig ausgepowert und darf ansonsten den Rest des Tages bei allem und jedem mitmischen und helfen, dann ist er ein richtiger Engel. #verliebt

Kinder brauchen einfach Beschäftigung. Und damit meine ich nicht, dass man als Mutter den halben Tag mit dem Kind spielen muss, sondern das Kind muss lernen, mit in den Alltag einbezogen zu werden.

Meine Freundin "beneidet" mich immer um meinen "braven" Sohn. Sie hat eine Tochter (4 Monate älter als Ilija) und die ist auch eher die, die ständig provoziert.

Meiner Meinung nach liegt das an Folgendem:

1. Sie ist vormittags in der Krippe und beansprucht entsprechend die Mutter am Nachmittag komplett.

2. Meine Freundin hat schon immer wahnsinnig viel mit ihr gespielt (ist also wirklich fast den ganzen Tag mit ihr am Boden rumgekrochen und hat alles abgebrochen bzw. liegengelassen wegen der Kleinen).

3. Sie lässt ihr allgemein zu viel durchgehen. Z.B. ist sie in unserer Krabbelgruppe die einzige, die im Restaurant mit den Schuhen auf dem Stuhl stehen darf, im ganzen Restaurant rumlaufen darf (also den Kellnern ständig im Weg steht) und bei den anderen Gästen um Essen bettelt. #schock

Fakt ist auch, dass sich die Kleine bei ihrer Oma (Mutter meiner Freundin) nicht halb so aufführt wie bei ihrer Mutter. Aber sie ist auch einfach viel strenger mit ihr...

Von Strafen halte ic h nichts, von Konsequenz dafür umso mehr.

Abends nicht vorzulesen hat für mich nichts mit dem "schlechten" Verhalten am Nachmittag zu tun. Das ist rein willkürlich und hat nichts mit einer logischen Konsequenz zu tun wie z.B. wenn Du nicht Zähneputzen willst, gibt es auch nichts Süsses mehr. Wenn Du auf den Boden spuckst (was mein Sohn übrigens momentan auch öfter versucht, weil er das gerade neu für sich entdeckt hat), dann hast Du keinen Durst und ich nehme das Getränk weg. Wenn Du absichtlich was umschüttest, wischst Du auf und bekommst in Zukunft wieder Deine Trinklernflasche (am Besten die auslaufsichere), bis Du gelernt hast, dass man sein Getränk nicht einfach auf den Boden schüttest.

Und im Idealfall bleibt man dabei auch noch ganz ruhig! :-p

So, ist ein bißchen lang geworden.

Wünsche Euch allen viel Glück mit Euren Kleinen.

LG

Andrea mit Ilija (05.05.08)