Geburt von jetzt auf gleich und ich bin Grippekrank...

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von lachris 12.03.10 - 18:26 Uhr

Hi,

Annika Lea ist am 26.02.2010 um 7:34 Uhr geboren.

Während es mir die gesamte Schwangerschaft hervorragend ging, musste ich mir eine Woche vor ET Halsschmerzen einfangen, die sich lästigerweise eine Woche hinzogen.

Donnerstag den 25.02. (ein Tag nach ET 24.02.) freute ich mich, denn die Halsschmerzen waren wie weggeblasen. Dafür bekam ich Nachmittags um 16:00 Uhr einen super Anfall von Schüttelfrost und legte mich erst mal ins Bett.

Da ich noch keinerlei Anzeichen zur Geburt gehabt hatte (keine einizge Wehe - nichts) hoffte ich darauf, dass die Kleine noch ein paar Tage abwarten würde bis ich wieder gesund sein würde - Pustekuchen.

Ich hatte auf eine erholsame Nacht gehofft, in der ich das Fieber (mittlerweile 39,5) wieder loswerden konnte. Diese war mir jedoch nicht gegönnt.

Ab 20:00 Uhr hies es alle 20-30 Minuten auf Toilette. Das war schon mehr als stressig, da das alles von dringend benötigtem Schlaf abging. Jeder Blick zur Uhr bestätigte mir, nein - es ist immer noch nicht morgen...

Ab Mitternacht ging es dann los. Alle drei Minuten aufs Klo. Immer nur für ein paar Tröpfchen und mit dem leichten Gefühl, dass da was nach unten drückt.

Dann fingen die Wehen an, zunächst ganz leicht, dann immer stärker.

Waren das schon richtige Wehen? Oder nur Übungswehen. Man was ging es mir besch...en. Ich war krank, ich wollte keine Geburt.

Also las ich noch mal schnell im schlauen Buch nach. Drinnen stand Wehen dauern etwa 1 Minute und kommen regelmäßig etwa alle drei Minuten.

Schön alle drei Minuten war gegeben. Eine Minute pro Wehe bei Weitem nicht. Ich hatte ca. 10 - 15 Sekunden (ein Glück).

Im GBVK hatten wir besprochen, dass es erst dann richitge Wehen seien, wenn man nicht mehr in der Lage wäre in einem Buch zu lesen.

Hatte ich aber gerade gemacht.

Also wohl doch nur Übungswehen??? Aber alle drei Minuten und der Schmerz immer schlimmer. Aber eben nur 10- 15 Sekunden... Egal - also Nachts um 4:00 ab ins KKH.

Gerade fertig angezogen, war mir schlecht.

Schlecht - davon hatte im GBVK niemand was gesagt. Jedenfalls erst mal gebrochen. Und bei dem ganzen Druck erst mal schön in die Hose gemacht (nein, war kein Fruchtwasser - sondern eindeutig Urin - wo der noch herkam nach sovielen Toilettengängen - keine Ahnung).

Also wieder neu angezogen, Tasche geschnappt und vom Freund ins KKH gefahren worden. Immer mit dem Gedanken, die schicken Dich eh gleich wieder heim.

Im KKH angekommen, war meine erste Frage nach einem Einlauf, da ich das Gefühl hatte, es würde was quer stecken...
Auf der Toilette angekommen, brauchte ich auch gleich wieder einen Eimer. Oh man, wie bei einer Magen-Darm-Grippe, alles gleichzeitig (Details erspare ich Euch)...

Danach sollte noch ein ctg gemacht werden, aber mit den Wehen alle drei Minuten und ich wollte nur noch auch die Toilette, keine Chance.

Wieder von der Toilette zurück, ein schneller Blick (Tast) der Hebamme auf den Muttermund - wie schon 6 cm geöffnet. Allerdings das Kind noch nicht gesenkt. Dennoch ab in den Kreissaal. Herzlichen Glückwunsch Ihr Kind kommt heute.

Zum Glück war alles leer außer uns dreien war an diesem Morgen noch keiner da. Also halbnackt über den Flur, mobiles ctg angelegt und - ab zur nächsten Toilette.

Sitzball, Gebärhocker, Seil und Co, dass alles war mir herzlich egal, ich wollte von der Toilette nicht mehr runter. Und die Schmerzen waren mittlerweile richtig schlimm.

Während die Hebamme das Bett bereitete, fingen bei mir auf der Toilette die Presswehen an. Die waren echt der Hammer. Irgendwo meinte ich gelesen zu haben, das man nicht in jedem Fall gleich mit dem Pressen beginnen dürfte, auch das war mir herzlich egal.

Dann versuchten die Hebamme und mein Freund mich davon zu überzeugen, mich doch aufs Bett zu legen, aber ich wollte von der Toilette nicht mehr runter. Auch der entsetzte Ausspruch der Hebamme: Aber Sie wollten doch Ihr Kind nicht auf der Toilette bekommen, alles war egal.

Keine Ahnung wie die beiden mich doch noch in das Bett bekommen haben. Jedenfalls lag ich für die nächsten Presswehen drinnen.

Zwischendrin auch noch der Hebammenschichtwechsel. Aber zum Glück haben es die Beiden mit ihrer Schicht nicht so genau genommen und ich hatt zwei Hebammen zur Seite.

Dann ging es plötzlich ganz fix, wenige Presswehen später (ich hab dabei den gesamten Gebäudekomplex zusammengeschrien) haben die Hebammen die Fruchtblase aufgestochen und die Kleine flutsche nur so raus.

Nur leider war das Fruchtwasser grün und die Kleine atmete schlecht.

Also nix mit: das Kind schön auf den Bauch der Mama legen...

Sie kam erst mal unter den Beatmungsschlauch und der Notarzt wurde gerufen. Dann ging alles ganz schnell. Der Notarzt kam, ich durfte die Kleine für 30 Sekunden anschauen und schon ging es mit ihr auf die Intensivstation.

Alles in Allem war ich also etwa zweieinhalb Stunden bis zur Geburt im KKH. Mein Fieber war zu dem Zeitpunkt wie weggeblasen. Drei Stunden nach der Geburt, konnte ich die Kleine in der Intensivstation besuchen. Die Atmung war zum Glück wieder in Ordnung, aber mit grünem Fruchtwasser ist wohl nicht zu spaßen, daher gabs erst mal Antibiotika und sie war dort erst mal zur Beobachtung.

Kaum war ich aus dem Zimmer der Intensivstation draußen, bekam ich einen Anfall von Schüttelfrost. Und der gesamte grippale Inkekt kam raus. Zwei Tage lag ich quasi ausgeschaltet im KKH. Meine Kleine nur 200 Meter weiter in der Kinderklinik, aber ichwar zu schwach um sie zu besuchen.

Irgendwie hatte ich mir das mit der Geburt alles ganz anders vorgestellt...

Aber nun sind wir seit einer Woche zu Hause und gesund und munter.

Nur das Stillen klappt nicht so dolle.

Aber Hauptsache gesund.

VG lachris mit Annika Lea