mein Sohn

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von dennis1982 12.03.10 - 20:07 Uhr

Hallo,

bin neu hier. Und habe ein Problem....

Mein Sohn 7 wohnt seit Januar bei mir, er hat vorher bei seiner Mutter gelebt, da ist einiges schief gelaufen in Sachen Erziehung.
Z.b. hat er dort jeden Tag ein Arschvoll bekommen.

Wir, meine Partnerin und ich versuchen es ganz ohne Gewalt, da wir davon nichts halten, aber langsam treibt er uns in den Wahnsinn.

Er lügt, haut andere Kinder, hat auch schon einmal Geld von uns geklaut. Ist sehr undankbar, wir verbringen sehr viel Zeit mit ihm und er ist im Fußballverein, versuchen ihn fast jeden Wunsch zu erfüllen und wenn er sauer ist kommt immer: Ihr tut gar nichts für mich! Wir haben einen Kinderwunsch, was er mitbekommen hat und seid dem ist hier Holland in Not. Er sagt immer: Ich will kein Baby, ich bin extra hier her gezogen, weil ich meine Ruhe will! Dann hätte ich auch bei Mama bleiben können ( die hat insg. 4 Kinder) Wenn ihr ein Baby bekommt, zieh ich aus! Babys nerven, dann zieh ich wieder zu Mama! Wenn ihr mir einen Nintendo Dsi kauft, dann dürft ihr ein Baby sonst nicht!

So läuft es bei uns nun fast jeden Tag, wir haben immer versucht ihn alles in Ruhe zu erklären, aber langsam haben wir keine Geduld mehr dafür.

Und er glaubt, das man das ganze Geld geschenkt bekommt und dafür nichts tun brauch, da seine Mutter Harz 4 bekommt. Wir versuchen gerade ihm bei zu bringen, das man für Geld etwas tun muss.

Wie würdet ihr euch verhalten? Wart ihr schon mal in so einer Situation?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Dennis

Beitrag von knutschkugel4 12.03.10 - 20:23 Uhr

#schock


he der kleine erpresst euch


klar das er neben der rolle ist -wenn er eigentlich nur gewalt erleben musste
aber ich denke ihr solltet euch nicht ihm anpassen - sondern er muss lernen wie es ist in ne famile zu leben


evtl. mal mit dem kia darüber sprechen




und -euren kinderwunsch - steckt nicht wegen ihm zurück
wenn deine partnerin schwanger ist - bezieht ihn voll mit ein -sprich zimmer fertig machen - einkaufen
es gibt auch kurse für werdende geschwisterkinder


liebe grüße dany

Beitrag von dennis1982 12.03.10 - 20:34 Uhr

Uns ist klar, das er sich erst eingewöhnen muss usw. und wir stehen auch im ständigen Kontakt mit seiner Lehrerin, sind jetzt mit ihm bei einer Familienberatungsstelle es hat sich dadurch schon einiges gebessert, aber es gibt immer wieder diese Rückschläge :-( Hoffe dass das bald aufhört...

Danke

Beitrag von sandra7.12.75 12.03.10 - 20:25 Uhr

Hallo

Ich würde es mal mit einer Erziehungsberatungstelle probieren.

lg

Beitrag von dennis1982 12.03.10 - 20:31 Uhr

Wir sind bei einer Familienberatungsstelle ;-) Danke

Beitrag von anira 12.03.10 - 21:17 Uhr

Hallo,

denk dran er kennt nur schläge das ist das umfeld was er kennt und krnaker weise sich wohl fühlt
er kennt das einfach so
er tut alles um zusehen wann ihr zu schlägt

geht mit ihm auch zum Kinder psychologen und sucht auch hilfe für euch ihr müsst nun auch ersmtla lernen eltern zu sein

Beitrag von juliane1978 12.03.10 - 21:18 Uhr

Hallo,
ich denke er gibt nur das weiter, was er die letzten 7 Jahre gelernt hat. Ich persönlich würde ihm mal nicht mehr jeden Wunsch von den Augen ablesen und versuchen seine Erpressungen zu ignorieren. Wegen dem Baby würde ich erst wieder mit ihm sprechen, wenn es nicht mehr zu ändern ist ;-)
Ich glaube ihr braucht sehr viel Geduld und wahrscheinlich würde Euch eine gemeinsame Erziehungsberatung nicht schaden.
LG,
Juliane

Beitrag von connie36 13.03.10 - 09:11 Uhr

ganz ehrlich, du sollst dir keinen freund anschaffen, sondern deinen sohn erziehen. er ist kein erwachsener, du musst ihm konsequenzen aufzeigen.
vor allem diese erpressungschiene, er scheint ja mit gewissen dingen damit schon erfolg gehabt zu haben, sonst würde es nicht derart ausufern.
auch zu dem satz" wir geben ihm alles was er will"
warum?
ich bekomm doch auch nicht alles was ichwill. woher soll er es denn lernen.
er braucht grenzen. er ist ein kind!
es ist toll, das ihr euch so mit ihm beschäftigt, und er jetzt uach im fussball usw. ist, aber konsequenz und das schliesst sich doch nicht aus.
er ist erst 7, mir drängt sich die frage auf, was wird, wenn er mal so richtig in die pubertät kommt?
ich denke auch mal ein termin bei einem kinderpsychologen auszumachen, wäre nicht das verkerteste, dort würdet ihr auch ratschläge und tips bekommen, wie mit gewissen situationen umzugehen ist.
ausserdem muss er selber auch einiges verkraften. ich denke wenn diene ex frau noch einige andere kinder hat, dann konnte er im grossen und ganzen wahrscheinlich bisher tun und lassen wie es ihm beliebte. für ihn ist es wahrscheinlich auch nciht leicht, alles zu verarbeiten.
drücke euch die daumen
lg conny

Beitrag von gismomo 13.03.10 - 11:02 Uhr

Dass ihr bei einer Familien/Erziehungsberatung seid, finde ich gut.

Dein Sohn scheint in ziemlich üblen Verhältnissen aufgewachsen zu sein. Kein Wunder, dass er sich jetzt so benimmt. Von heute auf morgen ändert sich sein Verhalten nicht, ihr braucht viel Geduld.

Ich würde mich von seinen Sätzen gar nicht groß beeindrucken lassen. Klar dass er es mit verbaler Erpressung versucht. Da würde ich gar nicht groß drauf eingehen, auch nicht groß rumdiskutieren. Einmal erklären, warum ihr etwas so handhabt, und gut ist.

Es ist nicht seine Entscheidung, ob ihr ein Baby bekommt oder nicht. Ebensowenig ist es seine Entscheidung, wo er wohnt. Ihr erzieht ihn, nicht umgekehrt!

Außerdem solltet ihr seine Bedürfnisse nicht mit seinen Wünschen verwechseln - das ist der entscheidende Unterschied! Wenn er bisher wenig Achtung und Liebe bekommen hat (und sein Verhalten deutet darauf hin), dann benötigt er genau das, und keinen neuen Nintendo. Das bedeutet: Er braucht klare Ansagen und Regeln. Dazu ein sehr konsequentes Verhalten von eurer Seite und viel Zeit.

Ein Beispiel: Die Regeln gelten - es wird nicht geschlagen (weder Kinder noch Erwachsene schlagen), man gibt nur das Geld aus, was man hat - wenn man einen größeren Wunsch erfüllt haben will spart man darauf (achtet auf sein Taschengeldverhalten und setzt da an), etc.

Diese Regeln werden eingehalten, ohne dass ihr euch emotional erpressen lasst. So einfach, wie er sich das vorstellt, wird es ja wohl für ihn nicht sein, zwischen seiner Mutter und euch hin- und herzuwechseln. Er lebt jetzt bei euch und da hat er sich an die Regeln zu halten. Ich würde ruhig und gelassen darauf bestehen und ihn daran erinnern - ein Satz dazu, mehr nicht. Und dann würde ich, wenn er anfängt zu lamentieren, auf "Durchzug" schalten, also gar nicht mehr zuhören. Gar nicht auf eine Diskussion einlassen. Er muss merken, dass ihr die Regeln aufstellt und diese nicht verhandel- oder diskutierbar sind.

Gleichzeitig würde ich darauf achten, welche Dinge ihm wirklich gut tun und Freude bringen - also Aktivitäten, die ihm wichtig sind und ihn positiv fördern. Diese würde ich nutzen, um ihn positiv zu bestärken - also loben, wie fair er sich beim Fußballspiel verhalten hat. Oder wie ordentlich er die Hausaufgaben macht. Irgendetwas wird es ja wohl an seinem Verhalten geben, was er gut macht - da kann man ansetzen!

Man kann ja auch mal beiläufig nebenbei erwähnen, wie sehr man sich als Kind selber einen großen Bruder gewünscht hat und wie schade, dass man keinen gehabt hat. Wo große Brüder einem doch so toll das Fußballspielen hätten beibringen können (natürlich noch nicht als Baby, aber dann später). Da hat ein Kind echt einen Vorteil, wenn es einen Super-Fußballspieler als großen Bruder bekommt!

Positives Verhalten bestärken, negatives Verhalten ignorieren, dazu klare Regeln und Konsequenz, plus viel Geduld - das scheint mir der richtige Weg zu sein. Und bleibt in Kontakt mit der Erziehungsberatung, da kann man vieles konkret ansprechen, was den Rahmen hier sprengen würde.

Vergesst nicht: Er ist sieben Jahre lang vernachlässigt worden, das kann man nicht in wenigen Wochen korrigieren. Also gebt ihm und euch Zeit und seid nicht frustriert, wenn euer konsequentes Verhalten nicht gleich anschlägt.

lg
K.

Beitrag von angi05 13.03.10 - 12:43 Uhr

Hallo!

Das ist doch mal eine hilfreiche Antwort!

Ich bin zwar nicht betroffen, aber selten bei Urbia so einen hilfreichen Beitrag gelesen ohne Vorwürfe und Geschwafel#blume

Gruß Angi05

Beitrag von gunillina 13.03.10 - 12:57 Uhr

Sehr schön.
Da kann Dennis doch etwas herauspicken.
Und gesagt ist auch so gut wie alles.:-)

Beitrag von dennis1982 14.03.10 - 04:10 Uhr

Wow :-)

Danke für diese ausführliche Antwort. Das ist echt der Hammer, vielen Dank für die Mühe und wirklich guten Tipps.

Dennis

Beitrag von manavgat 13.03.10 - 13:00 Uhr

Ich kenne das.

Mein Stiefsohn, damals 4, kam in meinen Haushalt und nichts war wie vorher. Er hatte auch extreme Gewalterfahrung und provozierte bis aufs Messer. Für ihn war Gewalt Aufmerksamkeit.

Ich würde Euch empfehlen eine gute Familientherapeutin hinzuzuziehen. Ihr geht sonst kaputt. Alle.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von ballroomy 13.03.10 - 13:05 Uhr

Hallo Dennis,

Du hast ja schon einige Antworten bekommen.

Ich habe noch einen Literaturtipp für Euch.

Und zwar die "Familienkonferenz" von Thomas Gordon. (Gibt es z.B. bei amazon.de)
Das Buch ist wirklich sehr gut und könnte Euch eine große Hilfe sein.

Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von gunillina 13.03.10 - 13:07 Uhr

Die Schreiberin vor mir hat schon fast alles wichtige gesagt, finde ich. Gismomo oder wie sie heisst...#kratz Egal.

Ich denke, ihr solltet vielleicht auch noch mit einem Kinderpsychologen sprechen. Fragt in eurer Erziehungsberatungsstelle nach.
Wenn dein Sohn wirklich so einen schweren Anfang hatte (und die ersten 7 Jahre sind nunmal mit die Wichtigsten, rein entwicklungstechnisch gesehen), braucht ihr professionelle Hilfe, um gut mit der Situation umgehen zu können. Also ein Handwerkszeug, dass euch in bestimmten Situationen weiterhilft.

Ich persönlich denke auch, dass dein Sohn nicht mit entscheiden soll, ob ihr noch ein Kind bekommt.
Trotzdem würde ich damit noch abwarten, denn wenn er noch nicht gefestigt ist in seinem Vertrauen zu euch (es hört sich für mich so an, als wäre er noch nicht richtig angekommen bei dir, sondern als würde er immer noch um seinen Platz in der Familie kämpfen. Ein Baby bringt ihn dann quasi in Gefahr. Denkt er.)
Wenn er wirklich so ein "schwerer Fall" ist, wie du es schilderst, wäre es weder für eure Beziehung noch für beide Kinder gut, jetzt an Nachwuchs zu denken.
Habt ihr noch ein wenig Zeit, ich würde abwarten und den Großen so stark machen, dass er auch MIT dem Geschwister sicher ist, dass er zu euch gehört.
Wobei ich IHN da nicht in die Entscheidungsfindung einbeziehen würde.

Alles Liebe euch!

G#liebdrueck

Beitrag von dennis1982 14.03.10 - 04:15 Uhr

Danke Euch allen :-)

Am Mittwoch hat er wieder einen Termin bei der Familienberatungsstelle und wir haben nun vom Kinderpsychologen einen Fragebogen zugeschickt bekommen. Ich denke auch, dass wir das alleine nicht lösen können, da es heute auch nicht wesentlich besser war :-(

Lg, Dennis