ALG II-Empfänger dürfen also 3 Jahre daheim bleiben?

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Beitrag von jacky 12.03.10 - 21:04 Uhr

Habe gelesen, dass ALG II-Empfängerinnen bis zum 3. Geburtstag des Kindes ALG II beziehen dürfen, ohne sich um Arbeit bemühen zu müssen? Wer also ein Kind hat und ALG II bezieht, der darf mit staatlicher Genehmigung quasi 3 Jahre daheim sitzen. Bzw. 2 Jahre, wenn wir mal 1 Jahr Elterngeld annehmen????
Und eine Mutter, die zuvor berufstätig war, muss im Gegenzug sehen, wo sie ihr Kind mit einem Jahr (fals das Geld für 2 Jahre nicht reicht) unterbringt, um wieder arbeiten zu gehen? Das darf nicht wahr sein, oder?

Beitrag von zwiebelchen1977 12.03.10 - 21:10 Uhr

Hallo

Du darfst auch 3 Jahre zu Haue bleiben. Du kannst auch Leistungen beantragen, wenn euer Einkommen nicht reicht. Aber ob du dich dann besser fühlst, musst du wissen.

Jede Mama hat das Recht auf 3 Jahre Elternzeit.

ALGII Empfänger bekommen sogar 300 Euro Elterngeld als Lohnersatzleistung, obwohl sie keinen Lohnausfall haben. und das noch Anrechnungfrei. Das finde ich viel schlimmer.

Bianca

Beitrag von roland.deschain 13.03.10 - 08:55 Uhr

Hallo!

"ALGII Empfänger bekommen sogar 300 Euro Elterngeld als Lohnersatzleistung, obwohl sie keinen Lohnausfall haben. und das noch Anrechnungfrei. Das finde ich viel schlimmer."

Das stimmt nicht ganz so bzw. ist etwas pauschalisiert. Die meisten Leistungsempfänger gehen arbeiten, bekommen aber einen haarsträubend niedrigen Lohn und sind dadurch auf die Aufstockung angewiesen.

Natürlich haben DIE dann auch einen Lohnausfall und ich finde in diesem Fall die 300 € nicht so schlimm.

Ich stimme deiner Meinung dahin gehend zu, dass komplett arbeitslose Empfänger nicht so viel Geld erhalten sollten - denn da ist es doch kein Wunder, dass manch eine Frau zur Gebärmaschine mutiert.

MfG

Beitrag von galeia 12.03.10 - 21:11 Uhr

Ja, das ist so. Auch die berufstätige Mutter kann 3 Jahre Elternzeit nehmen und nach dem Auslaufen des Elterngeldes ALG2 beanspruchen. Das ist auch nicht unüblich. VIele Frauen - insbesondere Alleinerziehende - verzichten auf das Einkommen, um ihr Kind zu betreuen und nehmen dann Hartz IV in Anspruch.

LG H. #klee

Beitrag von hanna0815 12.03.10 - 21:14 Uhr

So schaut es leider aus... du kannst ja als Berufstätige ebenfalls nach 12 Monaten ALGII Empfängerin werden...aber tröste dich- jede Mutter die auch nur annähernd was auf sich selbst hält und ihren Kindern ein gutes Vorbild sein will (vorausgesetzt der Mann allein kann die Familie nicht ernähren), geht nach max 12 Monaten (AE´s 14 Monaten) wieder arbeiten.

Jetzt werden gleich wieder diese Floskeln kommen...bla bla... mein Kind... die prägsamen ersten 3 Jahre blabla...
BITTE, dann sollte man es aber auch selbst finanzieren können!!!

Es ist nicht richtig, sich eine Auszeit auf Kosten des Steuerzahlers zu nehmen... aber zum Glück kann man sich sein Umfeld ja noch jederzeit frei auswählen!

Beitrag von king.with.deckchair 12.03.10 - 21:28 Uhr

"Es ist nicht richtig, sich eine Auszeit auf Kosten des Steuerzahlers zu nehmen..."

Sicher ist es nicht richtig, wenn man das bewusst und geplant tut. Wenn aber das Geld des werten Herrn Steuerzahler weiterhin lustig in Bankensanierungen statt in die Ausweitung von KiTa-Plätzen gesteckt wird, bleibt vielen Müttern nichts anderes übrig, als bis zum dritten Geburtstag zuhause zu hocken - weil es vorher schlicht keinen Rechtsanspruch auf einen KiTa-Platz gibt.

Dieses künstliche Aufgeblase ist echt nicht mehr feierlich. Viele Frauen mit Kindern unter drei im ALG II-Bezug sind eben NICHT wie diem paar Glucken hier, die von den "prägenden ersten drei Jahren" faseln, die ein Kind unbedingt 24/7 bei Muttern zu verbringen habe. Ich habe sehr oft Frauen erlebt, deren Wollen schlicht an der beschissenen Betreuungssituation scheiterte.

Aber Abstempeln geht ja leichter als Differenzieren, gell?

Beitrag von jacky 12.03.10 - 21:42 Uhr

Und auf dem Arbeitsamt würde ich als Frau auch erzählen, dass ich mich ja soooooooooo bemühe, aber leider leider nichts ändern kann.... Schön zu hören, dass die Herrschaften darauf reinfallen. Werde ich mir merken, falls es mich mal betrifft.

Beitrag von mamavonyannick 12.03.10 - 21:48 Uhr

Neid macht häßlich!!!

Beitrag von windsbraut69 13.03.10 - 07:06 Uhr

Ich hab Dir schon mehrfach gesagt, dass Du nicht ausschließlich von Dir ausgehen darfst und ab und an mal ÜBER Deinen Tellerrand hinausschauen sollst.

So wie die regionalen Mietspiegel, sind auch die Menschen sehr unterschiedlich.

Beitrag von gh1954 13.03.10 - 10:42 Uhr

>>>Werde ich mir merken, falls es mich mal betrifft.<<<

Deine Beiträge strotzen vor Neid und Dummheit.

Egel wann, egal in welchem Thread.

Beitrag von letoline 13.03.10 - 09:54 Uhr

Da hast du recht, mit der betreunugssituation.

Ich habe das glück und habe einen platz bekommen, so kann ich im sommer meine ausbildung beginnen, wobei der platz nicht zu 100% sicher ist, da es abhängig davon ist ob die räumlichkeiten fertig werden bis zum sommer, da die dieses jahr auf unter 2 umstellen.

Eine freundin von mir würde dieses jah auch gerne anfangen zu arbeiten, bekommt aber nirgens einen platz (ich hab offenbar den letzten platz in der kita bekommen) frühestens nächstes jahr. Wenigstens ist es bei uns so das eigentlich fast jeder kiga (wovon wir eigentlich einige haben, alleine in unserem stadtteil 5 ) kinder ab 2 jahre nehmen.

nicht jeder bleibt freiwillig 3 jahre zu hause! Meine freundin wäre dann 2,5 jahre daheim, da die kleine im Januar 2 wird und hier nur zum sommerhin aufgenommen wird.

lg daniela

Beitrag von micnic0705 12.03.10 - 22:49 Uhr

Gott sei Dank ist die Betreuungssituation in Deutschland so gut, dass jede Mutter die gerne wieder arbeiten möchte, einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind erhält.

Dieser kostet natürlich wenig bis gar nichts.

Wo lebst Du eigentlich? Wir haben hier bislang eine(!) KiTa im Umkreis von 30 km und die hat eine entsprechende Warteliste. Ich zahle für 120 Betreuungsstunden im Monat schlappe 400 Euro.

Das kann ich mir leisten, da mein Verdienst relativ gut ist, eine Arzthelferin würde da sicherlich zweimal überlegen, ob sie in den 3 Jahren arbeiten geht...

Beitrag von blume82 13.03.10 - 07:20 Uhr

Hallo,

so ist es.

Wir müssten für einen KITA Platz von 8 bis 15 Uhr (wer arbeitet schon zu kurz Vollzeit) 400 € zahlen. Es gibt eine Tagesmutter die gut ist und da zahlst du 5 € die Stunde. Die mit dem JA zusammenarbeiten kannst du vergessen. Und dort dauert es auch sehr lange einen Platz zu bekommen.

Und du musst erstmal einen Platz bekommen. Wartezeiten sind ewig.

LG

Beitrag von king.with.deckchair 12.03.10 - 21:23 Uhr

Ach Gottchen und die nächste Hetz"diskussion", die von jemandem losgetreten wird, der von den rechtlichen Hintergründen null Ahnung hat.

Schatzelein, dass erst ab dem dritten Geburtstag eines Kindes die Kinderbetreuung als "gesichert" betrachtet wird, liegt schlicht an der beschissenen Betreuungssituation in Deutschland. Und vor allem daran, dass es erst ab dem dritten Geburtstag einen RECHTSANSPRUCH auf einen Kindergartenplatz gibt.

Selbst wenn die arbeitslosen Mütter wollen - sie werden in der Mehrzahl der Fälle vor dem dritten Geburtstag des Kindes schlicht keine Betreuung finden. Und keinen, der einen solchen Betreuungsplatz finanziert, damit sie auf die Suche gehen können.

"Und eine Mutter, die zuvor berufstätig war, muss im Gegenzug sehen, wo sie ihr Kind mit einem Jahr (fals das Geld für 2 Jahre nicht reicht) unterbringt, um wieder arbeiten zu gehen?"

Diese Mütter erhalten bevorzugt die raren Betreuungsplätze, kleines Schlauerle.

Ende der Durchsage, mehr ist mir deine blödsinnige Hetze wirklich nicht wert!

Beitrag von jacky 12.03.10 - 21:31 Uhr

Ach ja. Und wo ist das bitteschön Hetze? Keiner, der schon vorher ALG II bezogen hat, wird sich in den ersten drei Jahren doch dann freiwillig von der Couch bewegen! Im Gegenteil. Die meisten werden sich doch kaputt lachen, dass sie 3 Jahre in Ruhe gelassen werden! Besser geht es doch nicht! Während sich die alleinerziehende Mutter nach 1 Jahr wieder auf die Arbeit schleppt, liegt der ALG II-Empfänger im Bett, lacht sich eins, verweist darauf, dass er 3 Jahre nicht arbeiten muss und lacht sich eins! Du bist natürlich mal wieder anderer Ansicht! Aber JEDE Mutter, die nach einem Jahr wieder zusehen muss, wie und wo sie ihr Kind unterbringt und wie sie das alles unter einen Hut bekommt, wird sich darüber aufregen! Dann kann der ALG II-Empfänger sich doch entspannt zurück lehnen! Die nächsten 3 Jahre ist die Knete doch gesichert. Während andere Mütter nach einem Jahr dumm da stehen.

Beitrag von zwiebelchen1977 12.03.10 - 21:33 Uhr

Hallo

Aber gerade die Alleinerziehenden haben es noch schwerer, wieder zu arbeiten.

Bianca

Beitrag von jacky 12.03.10 - 21:39 Uhr

Mir regt auf, dass wenn man vorher schon ALG II bezogen hat, man quasi 3 Jahre abgesichert ist. Man muss sich ja noch nicht mal um Arbeit bemühen in der Zeit, wenn man nicht will! Ein Freifahrtschein! Wenn man vorher arbeiten war, kann man sich entscheiden, ob man 1 Jahr oder 2 Jahre Elterngeld bezieht. Aber da viele Frauen nicht genug verdienen, können sich viele halt das Geld auch nur auf ein Jahr auszahlen lassen. Und müssen dann zusehen, was sie mit einem einjährigen Kind machen. Während sich der ALG II-Empfänger in diesem Fall doch entspannt zurücklehnen und nach 3 Jahren erst wieder bemühen kann zu arbeiten. Ich finde das nicht normal!

Beitrag von mamavonyannick 12.03.10 - 21:47 Uhr

Verstehst du deine Logik? Theoretisch kann die arbeitende Mutter auch 3 Jahre zu hause bleiben und bekommt dann nach dem Elterngeld auch ALGII. Wo ist da dein Problem. Man hat doch nicht weniger Rechte, bloß weil man arbeiten geht#kratz

Beitrag von king.with.deckchair 12.03.10 - 22:36 Uhr

"Theoretisch kann die arbeitende Mutter auch 3 Jahre zu hause bleiben und bekommt dann nach dem Elterngeld auch ALGII"

Nicht nur theoretisch. Ich hatte ganz praktisch eine ganze Reihe Mütter in meinem Kundenbestand, die in einem ruhenden Beschäftigungsverhältnis standen und nach dem Elterngeld ALG II bezogen (manches Mal auch schon während des Elterngeldbezuges). Und nicht wenige sprachen vor und baten darum, ob man ihnen nicht helfen könne, dass sie früher einen KiTa-Platz bekommen...

Beitrag von hanna0815 12.03.10 - 21:44 Uhr

Es spielt nach meiner Erfahrung nur eine untergeordnete Rolle ob alleinerziehend oder Paar.

Jeder KANN sich seine Betreuung sichern. Teilweise sind die Angebote für AE´s sogar besser, die werden auch schon nach dem MuSchu angeboten.
Mann muss es nur wollen.
Ich habe in Berlin und NRW gesehen, das jeder der Betreuung WILL auch Betreuung bekommt. Die muss nicht immer in Form einer VZ KiGa sein. Es kann auch gekoppelt werden mit TaMu´s und LeihOmas etc pp
Aber das ist vielen ja zu anstrengend.

Und ich weiß wovon ich rede, ich bin selbst alleinerziehend und werde mir noch nicht mal 1 Jahr Auszeit nehmen. Denn auch eine langfristige Betreuung will finanziert und organisiert sein.

Ich kann und werde nie verstehen, warum Frauen die etwas für ihre eigene Würde und ihr Kind tun- so verurteilt werden, während alle ALGII Empfänger immer nur verteidigt werden.

Man muss nur für sich Prioritäten setzen.

Beitrag von zwiebelchen1977 12.03.10 - 21:47 Uhr

Hallo

Ich habe ja icht gesagt, das ich es richtig finde. Ich würde auch lieber arbeiten gehen, als vom Staat zu leben.
Aber jeder hat das Recht auf 3 Jahre.
Fürmih und meine Familie. und vor allem für die Würde.

Bianca

Beitrag von silbermond65 12.03.10 - 22:15 Uhr

Ich habe in Berlin und NRW gesehen, das jeder der Betreuung WILL auch Betreuung bekommt.

Ach ja....und weil es da vielleicht so rosig aussieht ist es dann überall so?
Ich habe doch tatsächlich vor meinem ALG 2 -Bezug und bis zum Mutterschutz gearbeitet.
Aber weißt du was? Hier gibt es nicht mal eben genug Krippenplätze und Tagesmütter für alle.
Krippenplätze sowieso schon mal nur halbtags.Darum hab ich mich doch tatsächlich "erdreistet" als fauler ALG 2-Empfänger auch noch das zweite Elternjahr zu Hause zu hocken.Als ich das dritte Jahr dann auch noch beantragen mußte,hatte ich dann doch noch das große Glück einen Halbtags-Krippenplatz für meine Tochter zu bekommen ,damit ich nicht mehr zu Hause hocken muß.
Aber so Klugscheißer wie du haben ja den vollen Durchblick.

Beitrag von king.with.deckchair 12.03.10 - 21:38 Uhr

Jaja, du weißt ja so gut Bescheid über ALG II-Empfänger, du kennst dich aus, du hast den vollen Durchblick, du hast die Ahnung... /ironie

#gaehn

Viel Spaß noch mit deinem einfach strukturierten Weltbild.

Beitrag von mamavonyannick 12.03.10 - 21:40 Uhr

Hallo,

ich bin nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen. Und ich reg mich nicht darüber auf. Ich beneide ALGII-Empfänger in keinster Weise. Es ist meine Entscheidung wieder arbeiten zu gehen. Ich finde es völlig normal und könnte mir nicht vorstellen, 3 Jahre nur bei meinem Kind bleiben zu "müssen".

vg, m.

Beitrag von mamavonyannick 12.03.10 - 21:42 Uhr

Und: Ich hatte natürlich die Möglichkeit, mich entscheiden zu können .Bei uns gibts genug Kita-Plätze