Brauche Rat: Er "hört" eigentlich nie! - lang! -

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von heidi2876 12.03.10 - 22:21 Uhr

Hallo und guten Abend!

Obwohl heute Nachmittag schon ein ähnlicher Beitrag gepostet wurde, möchte ich noch meinen eigenen schreiben.

Wie oben schon geschrieben "hört" mein Sohn momentan eigentlich gar nicht. Er ist mittlerweile 2 1/4 und war schon immer sehr willensstark. Obwohl ich ihm vieles erlaube, er vieles ausprobieren darf und ich in den meisten Fällen auch ruhig bleibe, verzweifel ich langsam.

Eines vorweg: Ich bin Pädagogin und kann durchaus ohne Probleme streng und konsequent sein. Das Problem ist: Es ist meinem Sohnemann egal, wenn ich ihm etwas verbiete oder ihn bitte, etwas sein zu lassen. Wenn nicht gerade Lebensgefahr besteht, darf er vieles machen. Er ist also schon recht selbstständig und kann auch viele Dinge alleine. Er ist manchmal bockig, aber auch das ist okay. Was beruflich prima funktioniert, klappt zu Hause gar nicht.

Was mir Sorgen macht, ist, dass er sich nicht an Regeln hält, macht was er will und auch Strafen eigentlich lustig findet.

1. Beispiel: Wir sind am Wochenende bei meinen Eltern. Dort ist vor einigen Wochen ein Welpe eingezogen, der - genau wie mein Sohn - noch erzogen werden muss. Der Hund liegt schlafend im Körbchen, Mick schlägt ihn oder tritt nach ihm. Egal was man macht oder sagt - das wird noch 20 mal vorkommen an einem Tag.
Wenn der Hund mal nicht im Körbchen liegt, rennt Mick auf ihn zu, hüpft wie wahnsinnig vor ihm rum und der Hund schnappt nach ihm. Erklärungen und Ermahnungen fruchten nicht.
Die zwei müssen sich doch aneinander gewöhnen, also halte ich nichts von absoluter Trennung. Der Arme kann doch auch nicht das ganze Wochenende in seinem Körbchen verbringen... Aber so brüllt Opa ziemlich häufig: Geh ins Körbchen! oder Hör auf, Mick! (Klar, er hat Angst, dass der Hund mal "richtig" zuschnappt und nicht nur spielen will.)#kratz

2. Beispiel: Beim Essen kann Mick einfach nicht sitzen bleiben und hampelt rum (so dass ich ihn manchmal mit einem Schal am Hochstuhl festmachen muss, weil er alle anderen Gurte einfach so aufmacht), bohrt mit dem Finger im Essen (das nehme ich ihm dann weg), schüttelt seine Teetasse bis es spritzt (die nehme ich ihm dann auch weg) oder quiekt so lange rum, bis mein Vater völlig entnervt aufsteht und geht. Dann ist das Geschrei groß: Bopa weg! Bopa weg!
Ich erkläre ihm, warum Opa gegangen ist, dass er sich bei Opa entschuldigen kann und Mick? Er rennt hinterher, sagt "ei" und klatscht meinem Vater eine runter, weil er schon wieder albern wird.

Er ist oft total überdreht; weil er sich so freut, z.T. wenn Gäste kommen (denke mit Schrecken an meinen Geburtstag zurück #schock) oder wenn wir bei meinen Eltern sind. Das verstehe ich ja noch.

Aber was absolut nicht geht, ist alleine die Kita-Haustür aufmachen und schon mal vorrennen. Oder mit einem Spielzeug-Holzhammer die Balkontür bearbeiten. Oder alleine auf die Wickelauflage klettern. Oder gegen die Glasscheiben der Zwischentür hauen, dass man denkt, sie fliegt gleich raus... #heul

Ich hätte noch 1000 weitere Beispiele. :-[ Ich erkläre, bestrafe, bin konsequent ... und total überrascht, wenn er tatsächlich mal auf ein "nein" hört. Strafen fruchten nicht oder kaum: letztens ist er sogar ohne sein Kuscheltier eingeschlafen, weil ich ihm die Zähne abends nicht putzen durfte. Am Tag danach hab' ich ihn daran erinnert und das Putzen war 3 Tage lang okay. Immerhin.

Mich macht das alles wahnsinnig
:-( traurig
#heul verzweifelt
:-[ wütend
#contra hilflos
#gruebel sauer
#zitter ängstlich...

Ich sehe fast täglich, wie es bei größeren Kindern abgehen kann, wenn die Eltern keine Handhabe mehr haben. Den normalen Trotz-Bonus ziehe ich bei uns ja auch ab, aber trotzdem finde ich es beängstigend, wie locker sich mein Sohn über wichtige Regeln - und davon haben wir nicht übermäßig viele - hinweg setzt. Und zwar ohne schlechtes Gewissen!

Das kann nicht normal sein... Obwohl wir immer ein 2. Kind wollten, hat mein Mann schon gesagt, dass das für ihn nicht mehr in Frage kommt. #heul Der "Erstgeborene" schafft ihn. Nur gut, dass Mick auch ganz tolle Seiten hat: Er ist hingebungsvoll hilfsbereit, tröstet andere Kinder, ist immer gut gelaunt, kann auch mal lieb spielen, sich konzentrieren, ist mutig und clever. Aber trotzdem ist es schwierig mit ihm.:-(

Liebe Grüße von einer ziemlich verzweifelten Heidi #kratz

Beitrag von makaluu 12.03.10 - 22:35 Uhr

schau mal in dein postfach
lg marion

Beitrag von hexe112 12.03.10 - 22:46 Uhr

Schade, dass Du nicht hier gepostet hast....vielleicht wären einige andere Mamis dankbar für Tips gewesen... #schmoll

LG
Hexe112

Beitrag von woelkchen1 12.03.10 - 22:56 Uhr

#pro

Beitrag von heidi2876 12.03.10 - 22:57 Uhr

Ich petze mal:

Sie hatte keinen wirklichen Tipp, hat von sich berichtet.

Deshalb: Ich könnte immer noch Ratschläge / Zuspruch gebrauchen! ;-) :-p

Beitrag von makaluu 13.03.10 - 12:19 Uhr

na toll vielen dank du petze:-p:-p:-p:-p:-p
nein ich hab wirklich keien tip
jedes kind ist halt doch anders und ich kann nur sagen alle mamas mit kindern um die zwei jammern wegen dem gleichen
also so schlecht machmas wahrscheinlich nicht aber ja es ist grad extrem anstrengend
bei uns ist der tortz gleich im doppelpack

ach so ja tip ok
seit gestern (gut ist kurz zugegeben) bin ich wieder ruhiger erkläre kurz und prägnant nicht zuviel
bin konsequent und halte das schreien aus
je laute sie werden desto leiser ich und ich höre nicht wenn sie heulend und schreien was von mir wollen

das funktioniert grad sehrgut, sie können shr wohl normal sich artikulieren

es ist genauso anstrengend aber man fühlt sich bei so einer vorgehensweise einfach besser
lg marion

Beitrag von estate 13.03.10 - 00:42 Uhr

Mein erster Sohn ist selbst kein einfaches Kind gewesen in dem Alter. Eigentlich bis zur Schulzeit war es echt anstrengend mit ihm. Aber ich habe gemerkt, dass man bei ihm mit viel reden und erklaeren einfach nicht weitergekommen ist. Ich habs dann immer ganz einfach gehandhabt. Er macht was, was er nicht darf. Ich sage ein Mal er soll aufhoeren mit einer sehr kurzen und knappen Erklaerung. Hoert er nicht, drohe ich Auszeit an. Hoert er immer noch nicht, setze ich ihn in eine Ecke fuer eine gewisse Zeit. In Deinem Fall z.b. "Hau bitte den Hund nicht, weil ihm das weh tut." Hoert er nicht, wird er auf die drohende Auszeit hingewiesen und hoert er immer noch nicht wuerde ich ihn nehmen, in die Ecke setzen und dabei sagen: "Wenn Du dem Hund weh tust, darfst Du nicht mehr mit ihm spielen." Und es dann gut sein lassen. Nicht auf Gekrisch, Geheule und so weiter eingehen. Wenn er weglaeuft und lacht, ihn wieder hinsetzen und den Satz wiederholen. Irgendwann wird er aufgeben. Und wenns ne Stunde dauert bei den ersten paar Malen.
Mein Ratschlag ist wirklich zu versuchen, so kurz und knapp wie moeglich zu sein, nicht zeigen, dass Du dich aufregst. Konsequent sein. Ich druecke die Daumen, dass es bald einfacher wird fuer Dich. :-)

Beitrag von spurv 13.03.10 - 01:50 Uhr

Hallo Heidi!

Mein Sohn ist auch in dem Alter und testet alles aus.Ich finde,in dem Alter nutzen Strafen noch nicht viel.Außer sie wollen etwas mit Absicht kaputt machen,dann nehme ich es auch weg.Wir fahren ganz gut durch Ablenkung,das klappt meistens.Ab und an bockt er rum,dann muß er sich etwas abreagieren und ich mach irgendetwas für ihn spannendes und dann kommt er auch gleich wieder an.Das einzige Verbot,wo er sich meistens dran hält,ist,das er nicht aufsteht,wenn er einschlafen soll.Wenn was ist,liegt er im Bett und ruft #rofl,Keine Ahnung,warum das da klappt. wenn wir draußen sind oder beim einkaufen,will er auch immer ausbüchsen.Da hört er gar nicht.
Bei unseren Großen haben wir immer erklärt,warum sie etwas nicht dürfen,das hatte dann auch seinen Grund und bis jetzt klappt das ganz gut.Auch wenn sich langsam die Pubertät bemerkbar macht.Meine Eltern finden es zwar nicht so toll,daß die Kids so viel Mitspracherecht haben.Aber ich möchte,daß sie sich ernst genommen fühlen.Ich fühlte mich als Kind oft übergangen.Sowas ist nicht so toll.Ich finde,man kann über alles reden und ichließ mich bei besseren Argumenten der Kinder auch mal umstimmen #schein.Aber dafür sind unsere 2jährigen ja noch etwas klein.Versuch einfach ihn abzulenken,so kannst Du größeren Konflikten aus dem Weg gehen.Die kleinen wissen ja auch nicht immer,wohin mit ihrer Wut und finden oft den Weg nicht wieder raus.Bei uns helfen manchmal auch Versprechungen,also z.B. wenn Du mich in Ruhe zu Ende abwaschen laäßt,dann gucken wir gleich ein Buch an oder so.Das versteht er auch langsam.

Kopf hoch,es wird auch wieder besser.Je älter sie werden,desto mehr kann man ihnen erklären,warum sie etwas nicht dürfen.Das klappt z.Z. nur in Ansätzen.
Und wenn das besser ist,freuen wir uns auf die Warum-Phase #rofl.

Das,was Du schreibst,klingt völlig normal.Ist halt ein anstrengender Übergang zum Kigakind.
#liebdrueck
Lg Danie

Beitrag von krossana 13.03.10 - 08:43 Uhr

hallo heidi,
vll. tröstet es dich ein bisschen wenn du weißt das du mit diesem problem nicht allein bist.
meine tochter ist im moment auch sehr bockig und bei jedem nein wir gebrüllt bis der arzt kommt.

ich hoffe im laufe des tages kommen vll. noch ein paar hilfreiche postings. :-)

glg, inga

Beitrag von sabinemaya 13.03.10 - 10:22 Uhr

Hallo,
auch wenn du Pädagogin bist, ich weiß nicht, ob du den Film kennst. Vielleicht hilft das auch das Kind besser zu verstehen und sich selbst. Hier gibt es auch gute Tipps für den Umgang mit solchen Situationen.

http://www.wege-aus-der-bruellfalle.de/warum_dieser_film.php

LG
Sabine

Beitrag von arvid-2007 13.03.10 - 14:23 Uhr

Jaja, manchmal denke ich auch die Ohren an meinem Kind sind nur Dekoration...

Es scheint aber in dem Alter auch eben besonders problematisch zu sein, weil sie ja schon recht viel können, aber die Folgen nicht abschätzen.

Bei uns gibts auch immer mal bessere und total ätzende Tage. Eigentlich helfen bei uns nur zwei Sachen:

ihn rausschicken aus dem Zimmer (zumindest androhen) ist für ihn die Höchststrafe, wenn er nicht immer dabei sein darf

und wenn er etwas verweigert was er tun soll muß ich nur sagen daß ich das dann eben alleine mache
- klappt irgendwie immer, er will ja alles selber machen... (eigenartig ich weiß)

In irgendeinem verzweifelten Moment fand ich mal raus, daß es so mit ihm geht und es funktioniert bisher ganz gut. Vielleicht mußt Du auch mal rausfinden was Deinen Sohn nervt/ was er als Strafe empfindet? Vielleicht wirds ja dadurch etwas einfacher.

Drück uns jedenfalls allen die Daumen!

Gruß Alex

Beitrag von qayw 13.03.10 - 22:37 Uhr

Hallo,

ich würde ebenfalls raten, rauszufinden, was ihn stört.

Ich könnte nach Deiner Beschreibung z.B. vorstellen, daß er immer dabei sein will und Auszeiten in seinem Zimmer oder eine Weile auf einem Stuhl ohne was zu tun, sitzen bleiben zu müssen, nicht mag. Das würde ich konsequent anwenden, egal, was für einen Aufstand das zur Folge hat.
Dem dann am besten so wenig Aufmerksamkeit wie möglich schenken.

Wenn er den Hund ärgert, muß er raus, nicht der Hund ins Körbchen, denn der hat ja nichts falsch gemacht.

Dinge wie Holzhämmer, würde ich ein paar Tage lang einkassieren, wenn damit Unsinn gemacht wird und zwar sofort ohne lange Rede.

Lange reden macht eh wenig Sinn. Er wird wahrscheinlich schon wissen, was er nicht darf. Er will eben nur nicht hören. Daher würde ich mich kurz und deutlich ausdrücken.
Meine Tochter weiß z.B., daß ich desto wütender auf sie bin, umso kürzer ich werde. Die Krönung ist ein "Raus!", aber das hatten wir erst zweimal. ;-)

Außerdem solltet Ihr sehen, daß Dein Sohn viel Bewegung bekommt, um Energie abzubauen.

Zähne putzen klappt bei uns ganz gut, seit wir Merle erzählt haben, daß dadurch kleine Männchen verscheucht werden, die sonst Häuser in die Zähne bauen, was weh tut. Wenn sie jetzt sagt, daß sie nicht putzen will, sagen wir, gut, dann bauen die Männchen eben Häuser und packen die Zahnbürste weg. Im nächsten Moment kommt sie angeschossen und will doch Zähne putzen.

LG
Heike und Merle (wird im Mai 3) und Ole (3 Monate)