Freund gestorben - wie kann ich meinem Sohn helfen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von wunschkind8802 13.03.10 - 19:46 Uhr

Hallo und guten Abend,

der Sohn meiner Freundin ist vor 4 Tagen an Hirnhautentzündung gestorben.

Wir haben uns vor 2 Jahren durch die Arbeit kennen gelernt und uns von Anfang an super verstanden.
Auch unsere Jungs....
Wir haben uns nicht oft gesehen, sie hatte wenige Zeit aufgrund ihrer Arbeitszeiten, aber wenn wir uns getroffen haben, war es immer schön und die Kinder hatten Spaß zusammen.

Mein Sohn versteht überhaupt nicht, was los ist.
Er begreift nicht, das er ihn nicht mehr wieder sehen wird und versteht, glaube ich, meine Trauer nicht...
Ich bin den ganzen Tag am weinen, er fragt immer wieder was los ist - erklärt seiner kleinen Schwester wenn die fragt, aber ganz cool und fast lustig das er tot ist und wir nicht mehr hin fahren können zum spielen...

Wie gehe ich jetzt damit um und wie erkläre ich ihm den Tod seines Freundes, so das er es ein bisschen besser versteht?

Danke,
LG Wenke & Kids

#kerze für Dario #herzlich

Beitrag von bessi 13.03.10 - 20:15 Uhr

Hallo Wenke,

das ist furchtbar, was da passiert ist. Vor solchen Dingen hat man als Mutter unterschwellig immer Angst, weil man so machtlos ist und nichts dagegen tun kann.

Du hast mein aufrichtiges Mitgefühl und ich wünsche Dir viel Kraft, dass gut zu überstehen und Deiner Freundin zur Seite zu stehen...

Wie alt ist Dein Sohn? Ich würde mit Deiner Trauer offen umgehen. Wenn Dir zum Weinen ist, dann weine und erkläre Deinem Sohn, warum Du weinst. Weil Dir ...fehlt und weil Du weißt, wie traurig Deine Freundin ist, weil sie ihn nicht mehr sehen kann.

Vor einiger Zeit ist die Katze einer Freundin gestorben, die meine Tochter (4) auch gut kannte und sehr mochte. Sie war sehr traurig. Ich habe ihr gesagt, dass die Katze jetzt im Katzenhimmel ist und mit anderen Kätzchen spielen kann. Das wir sie leider nicht mehr sehen können, sondern nur noch an sie denken und uns vorstellen, wie sie mit den anderen Kätzchen spielt. Das fand Nea toll und sie war nicht mehr ganz so traurig.

Das Dein Sohn Deiner Meinung nach belustigt mit der Situation umgeht ist so denke ich ganz normal. Kinder verstehen das noch nicht so gut und wissen mit Entgültigkeit noch nichts anzufangen. Versuche es ihm kindgerecht zu erklären. Wenn ihr religiös seid, sage ihm doch, dass er jetzt beim lieben Gott ist und über uns wacht und guckt, was wir alles so machen.

Egal was Du sagst, sei ehrlich und verstecke nicht Deine Gefühle. Der Tod gehört zum Leben genauso dazu und Trauer ist gut, denn nur so schafft man es, darüber hinweg zu kommen.

Alles Gute

Bessi

Beitrag von muck.mom 13.03.10 - 20:18 Uhr

Liebe Wenke
es tut mir sehr leid was ihr erleben müsst. Es gibt wohl nichts schlimmeres als sein Kind zu verlieren!
Eine #kerze#stern für den Sohn Deiner Freundin.

Ich kann Dir dieses Buch sehr empfehlen
http://www.amazon.de/Abschied-von-Opa-Elefant-Bilderbuchgeschichte/dp/3770742923/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1268507349&sr=8-1
dort wird sehr schön und kindgerecht auf den Tod eingegangen und verschiedene Sichtweisen und Versionen erzählt. Die einen sagen man kommt zu den Engeln, die anderen in den Himmel bzw. Hölle, oder man wird wiedergeboren, oder, oder... zum Schluss kommen sie zu dem Ergebnis das niemand weiß was nach dem Tod geschieht, das man sich aber vertrauensvoll darauf einlassen kann.
Find ich ganz toll!

Ansonsten ist die Reaktion Deines Sohnes ganz normal. Kinder in dem Alter verstehen die Endgültigkeit des Todes noch nicht und nehmen das meist noch recht locker. Wenn er darüber Witze macht, bedeutet das nicht das er gefühlskalt oder respektlos wäre, sondern ist eine ganz normale kindliche Reaktion auf etwas das er noch nicht verstehen kann. Wenn Kinder in unpassenden Situationen lachen, dann oft weil sie die Erfahrung gemacht haben das uns Erwachsene ihr Lachen glücklich macht und die Situation damit entschärft wird.

Geh einfach so natürlich wie möglich damit um, rede mit Deinem Sohn offen darüber was passiert ist, lass ihn Deine Trauer spüren und sehen und erwarte keine besondere Reaktion von ihm. Es wird wahrscheinlich in ihm arbeiten und immer wieder Thema werden.
Les ein gutes Buch mit ihm zum Thema, z.B. oben genanntes, und nimm ihn einfach in den Arm.
Vielleicht geht ihr auch gemeinsam zur Beerdigung und nehmt Abschied.


Alles Gute für euch! #liebdrueck

Beitrag von vivienmami 13.03.10 - 22:43 Uhr

hallo,
leider kann ich dir nicht helfen.....aber mein mitgefühl aussprechen.mein neffe eht auch auf diese schule und mir geht es seit dem mittwoch nicht mehr aus dem kopf.das ist so schrecklich!!!!!

#kerze

alles liebe für euch und vor allem kraft!!!!!

Beitrag von janamausi 14.03.10 - 07:53 Uhr

Hallo!

Mein Beileid, das ist ja furchtbar...

Kinder verarbeiten den Tod ganz unterschiedlich. Es kann sein, dass dein Sohn es (noch) nicht verstanden hat, dass der Junge tot ist, aber es kann auch sein, dass er es im Moment verdrängt und er (noch) nicht bereit ist, darüber nach zu denken und darüer zu reden und erst in paar Wochen alles aus ihm rausbricht.

Wichtig ist, dass man ein Kind den Tod erklärt, man soll auch dem Kind die Trauer zeigen und wenn Fragen kommen, diese Fragen beantworten. Wichtig ist aber auch, dass man ein Kind nicht bedrängt. Wenn er fast lacht, dann lass ihn und bedränge ihn nicht, dass er doch eigentlich traurig sein müsste. Es wird sicherlich die Zeit kommen, in der er sich anders verhält. Und wichtig ist auch, dass Du ihm deine Trauer zeigst, ihm erklärst das Du traurig bist etc. Aber das muss sich auch "im Rahmen" halten und darf sich nicht über Wochen hinziehen, weil sonst das Kind von der Trauer "erdrückt" wird.

Es muss auch nicht sein, dass dein Sohn weint, sondern die Trauer kann sich auch ganz anders äußern. Ich weiß nicht wie alt dein Sohn ist, aber z.B. kann er schlecht schlafen, wieder anfangen in die Hose zu machen, aggressiv werden etc.

Mein Vater ist vor 1 Jahr gestorben und mir hat der Kinderarzt ganz gute, viele Tips gegeben. Auch Bücher, die kindgerecht den Tod erklärt haben. Auch wenn Du das Gefühl hast, dein Sohn nimmt alles ganz "cool", würde ich dennoch mit dem Kinderarzt sprechen, so etwas ist ein einschneidendes Erlebnis.

Alles Gute
LG janamausi

Beitrag von mirja 08.05.10 - 22:22 Uhr

Hallo, es ist besonders wichtig, ehrlich mit dem Thema Tod umzugehen. Kinder werden mit dem Thema im Großen und im Kleinen konfrontiert und es ist wichtig, dass ihnen gesagt wird, dass der Tod etwas entgültiges ist. Phrasen wie "die Oma ist eingeschlafen..." sorgen nur dafür, dass ein Kind nicht versteht, was passiert ist und dann noch Schlafstörungen bekommt. Kinder sollten auch auf Beerdigungen mitgehen, damit sie sehen, wo der Mensch, den sie vermissen hinkommt. Es ist wichtig, um Abschied nehmen und verstehen zu können.
Ich finde, du machst es schon richtig, indem du deinem Sohn erklärst, was passiert ist, aber versuch es doch noch greifbarer für ihn zu machen. Besucht das Grab des Jungen, hol dir Bücher zum Thema Tod, z.B. "Tabuthema Trauerarbeit: Kinder begleiten bei Abschied, Verlust und Tod" von Margit Franz. Ich war berufsbedingt auf einer ihrer Fortbildungen, du wirst in dem Buch alles finden, was du brauchst! Schön, dass du das Thema nicht wegschiebst, sondern mit deinem Sohn erarbeiten willst, das machen leider nicht alle Eltern! Alles Gute wünsche ich euch noch!