Verzweifelt

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von soverzweifelt 13.03.10 - 21:41 Uhr

Hallo

Ich muss einfach mal mein Problem von der Seele schreiben, weil ich nicht mehr weiß was ich tun soll.

Ich bin verheiratet, zusammen haben wir drei kleine Kinder, ein eigenes Haus, welches mein Mann von seinen Großeltern "geschenkt" bekommen hat. Mein Mann hat sich letztes Jahr einen Wunsch erfüllt und seinen Schreinermeister gemacht und danach eine tolle Arbeit als Meister bekommen. Ich kümmere mich um die Kinder, da die mittlere erst 3 ist und die jüngste erst 1 1/2 Jahre alt ist und keine Oma in der nähe ist, die Zeit hätte sich um die Kinder zu kümmern, damit ich meinen erlernten Beruf ausüben kann, bin ich zu Hause. Nach Aussen hin wirken wir wie die perfekte Familie. Doch innen drin sieht es ganz anders aus.

Mein Mann hat ein Alkoholproblem! ich würde sagen, er ist ein Alkoholiker, seit einigen Jahren. Er belügt mich ständig, trinkt heimlich und schnell und ist danach so agressiv das er keine Rücksicht mehr kennt und mich vor den Kindern beschimpft, Stühle um schmeisst, mich vor den Kindern belässtigt, obwohl ich ihm immer anflehe er soll das lassen, wenn die Kinder wach sind. Ich versuche das Problem von den Kindern fern zu halten so gut es eben geht. Ach ja mein Mann trinkt Bier, also keinen Schnaps wie es oft von Alkoholikern angenommen wird und er trinkt immer erst nach der Arbeit am Abend und am Wochenende fängt er leider oft schon Mittags an. Zu Hause kriegt er nichts mehr auf die Reihe, am Gesellschaftlichen Leben nimmt er gar nicht mehr Teil. Vor den Kindern verkriecht er sich regelrecht. Er sagt er sei ein toller Papa. Ich seh das anders, er war ein toller Papa!

Er selbst findet ich über treibe und will ihn in eine Schiene drängen und ihm etwas nach sagen, welches nicht stimmt! Er sagt, er trinkt wie jeder Mann sein Bier nach der Arbeit. Aber 8 oder mehr Flaschen Bier jeden Abend sind doch nicht normal und dann noch auf kurze Zeit getrunken.

Ich bin wirklich verzweifelt. Ich will ihm Helfen und weiß nicht wie! Da er sich ja nicht helfen lassen will. Er sagt ich sei an allem Schuld. Aber ich trinke doch nicht, sondern er. Warum bin dann ich Schuld?? Probleme lösen sich doch nicht durch Alkohol. Ich finde einfach keinen Zugang mehr zu ihm, es ist als würde er mich hassen und verabscheuen, aber ich will doch bloß da er mit dem trinken aufhört. Ich will ihm wieder vertrauen können und ich möchte wieder diese Liebe zu ihm spüren und ich möchte überhaupt wieder den herzensguten Menschen haben, den ich mal kennen gelernt habe. Und er soll endlich wieder der Vater sein, den seine Kinder brauchen.

Trotzdem spiele ich mit dem Gedanken mich zu trennen, der Kinder wegen und weil ich es nervlich einfach nicht mehr packe. Ich habe langsam das Gefühl, selbst krank zu werden. Ich fühle mich in allen Dingen des Alltags allein gelassen, ich fühle mich einsam und ich bin unglücklich.

Wie um alles in der Welt können wir das Problem lösen? Wie bringe ich ihn vom Alkohol weg? Und wie kann ich ihm die Augen öffnen, das das leben ohne Alkohol viel Lebenswerter ist? Und warum um alles in de Welt bin ich Schuld, an seiner Sucht?

Sorry für diesen langen Text.

Beitrag von dore1977 13.03.10 - 21:49 Uhr

Hallo,

Du bist nicht Schuld daran das er trinkt !
Niemand möchte gern hören, einsehen das er abhänig ist von irgendwas.
Du kannst ihm nicht helfen ! Er muss selbst einsehen das er Mist baut und wen er auf dem richtigen Weg ist kann Du ihn unterstüzen.

Wieso Du Schuld bist an seiner Sucht ? Weil es so schön praktisch ist nicht selbst verantwortlich für seinen Mist zu sein. Laß Dir da nicht s einreden !

Es stimmt übrings nicht das jeder Mann abend s sein Bier trinkt. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern wann mein Mann das letzte mal überhaupt etwas getrunken hat. Ich bin nicht sicher glaube aber das es vor Weihnachten 1! Glühwein war.

LG dore

Beitrag von gh1954 13.03.10 - 22:04 Uhr

Hast du ihn mal gefragt, woran du schuld bist?
Er scheint ja doch zu sehen, dass er ein Problem hat.

Ich schließe mich meiner Vorschreiberin an, DU kannst ihm nicht helfen, solange er nicht einsehen will, dass er Hilfe braucht.

Glaube nur nicht, dass deine Kinder nichts merken, ich würde so schnell wie möglich da weggehen, denn es wird schlimmer werden.

Beitrag von soverzweifelt 13.03.10 - 22:23 Uhr

Ich würde für die Kinder weg gehen, weil ich nicht möchte das sie mit soetwas aufwachsen. Aber wie soll ich das anstellen. Ich habe keinen eigenen Cent Geld, das mein Mann der allein verdiener ist. Ich habe keine eigenen Möbel. Ehrlich gesagt habe ich gar nichts. Wovon soll ich das Leben mit drei kleinen Kindern bezahlen. Und wie soll ich einen Job finden, wohin sollen die Kinder? Das einzige was ich bis jetzt in erwägung gezogen habe, wäre eine Beratung, wie ich das leben mit den Kindern finanziell bewältigen könnte. In 1 1/2 Jahren würde die kleinste in den Kindergarten kommen, erst dann könnte ich mir einen Job suchen.

Sehen Alkohol Kranke jemals ein, das sie Hilfe brauchen?

Beitrag von gh1954 13.03.10 - 22:30 Uhr

Dass du dich beraten lassn willst, ist doch ein Anfang.

Ganz mittellos bist du nicht, nur weil dein Mann Alleinverdiener ist, gehört ihm nicht alles allein, sußerdem hast du Anspruch auf Unterhlt für dich und die Kinder.

>>>Sehen Alkohol Kranke jemals ein, das sie Hilfe brauchen?<<<

Ja, oft aber erst, nachdem sie falelngelassen worden sind.

Beitrag von sternchen68 13.03.10 - 22:10 Uhr

hallo
ich gebe dir einen super guten RAT nimm deine kinder und gehe.ich habe es damals fast 10 jahre mit gemacht und habe auch immer zu ihm gestanden.er wird sich nicht ändern aber du.weisst du irgendwann bist du koalkoholikerin(die trinken aber selber nicht)du fängst an zu lügen(es klingelt und du sagst mein mann hat keine zeit!!!)wei du dir nicht eingestehen willst das er betrunken auf der couch liegt.du gehst daran kaputt,wenn du noch mehr wissen willst dann schreibe mich mal an.
lg heike,die heute der glücklichste mensch der welt ist

viel kraft

Beitrag von sandra679 13.03.10 - 22:24 Uhr

hallo,schreib mich mal bitte an, ich möchte das jetzt nicht hier schreiben

lg Sandra

Beitrag von marlie 13.03.10 - 22:26 Uhr

Hallo,

das meiste ist ja schon gesagt worden. Mir ist aber noch etwas sehr wichtig:
Mach dir bitte klar, dass deine Kinder viel mehr mitbekommen, als du glaubst. Auch, wenn du versuchst, es von ihnen ferzuhalten. Sie spüren die Aufregung und deine Angst, die aggressive Stimmung ganz genau und können es -und das ist das Schlimmste- nicht einordnen! Das Elternhaus, das Ruhe und Geborgenheit bieten sollten, gibt es dann nicht.

Meine Mutter hat sich scheiden lassen, als ich sechs und meine Schwester dreieinhalb Jahre alt war. Von Geburt an hatten wir einen Vater, der Alkoholiker war. Ich kann mich nur an wenige Begebenheiten aus dieser Zeit erinnern, aber die ständig angespannte Athmosphäre und die Angst und Sorge meiner Mutter kann ich heute noch spüren. Wir Kinder hatten nie ein sicheres Zuhause. Das ist furchtbar.

LG

Beitrag von ***** 14.03.10 - 08:21 Uhr

Hallo,

du tust mir wirklich leid. Und deine Kinder erst. Für Kinder sind trinkende Eltern ein Alptraum. Ich weiss wovon ich rede. Mein Vater ist bis heute "funktionierender Alkoholkier". Meine Mutter ist co-abhängig. Sie droht ihm schon seit Jahren, ihn zu verlassen, aber es ist klar, dass sie das nie macht. Jetzt ist es mir egal, aber damals hab ich mir das gewünscht.

Durch die angespannte Atmosphäre zu Hause, Stereitereien waren ich und mein Bruder ziemlich unsicher als Jugendliche. Ich habe bis heute Probleme, eine normale Beziehung zu führen. Ich habe einfach Angst.

Wenn sich bei euch nichts tut, würde ich Schluss machen. Vielleicht wird er dann kapieren, dass er ein Problem hat.

Alles Gute

Beitrag von janamausi 14.03.10 - 15:12 Uhr

Hallo!

Ich finde es schlimm, deinen Beitrag zu lesen, weil Du machst dich selbst klein.

<<obwohl ich ihm immer anflehe er soll das lassen, wenn die Kinder wach sind. <<

<<Er sagt ich sei an allem Schuld. Aber ich trinke doch nicht, sondern er. Warum bin dann ich Schuld?? <<

<<Ich finde einfach keinen Zugang mehr zu ihm, es ist als würde er mich hassen und verabscheuen, aber ich will doch bloß da er mit dem trinken aufhört.<<

Nicht Du bist Schuld, sondern er! Warum lässt Du dir das Gefallen und versuchst auch noch, ihm alles Recht zu machen?

Alkoholiker - und ich finde schon das er einer ist - schaffen es erst sich zu ändern, wenn sie am Boden sind und selbst merken, dass es so nicht weiter geht. Das passiert aber nicht, wenn Du ihm alles Recht machst und alles hinnimmst.

Ehrlich gesagt würde ich dir auf alle Fälle erstmal zu einer Trennung raten, schon alleine zum Schutz! Es geht absolut nicht, dass sich jemand vor den Kindern so daneben benimmt!

Du schreibst immer nur, dass Du ihm helfen willst etc. Alles dreht sich um ihn. Aber helf erst mal dir und den Kindern!

LG janamausi