Zweifel an d. Beziehung..., total im Zwiespalt, sorry lang

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von dragulassister 14.03.10 - 08:22 Uhr

Hallo, ich habe mittlerweile ein großes Problem, was meine Beziehung angeht. Trotz sehr langer Überlegung und sehr langes Nachdenken, dass sich mittlerweile über 1,5 Jahre hinweg zieht, kann ich keine Entscheidung treffen.

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, ich erzähl jetzt einmal von vorn, manche konnten vielleicht schon manche Beiträge von mir lesen, und nu steh ich halt vor einem Riesenproblem. Also ich hatte eine sehr schwierige Kind bzw. Jugendzeit, geprägt von Alkoholismus, regelmäßige Ohrfeigen, Magersucht-und Bulimie. Ich muss das leider erzählen, damit man meine Geschichte nachvollziehen kann. Krank wurde ich mit 11 als ich 17 war, hatte ich noch Bulimie, da lernte ich meinen jetzigen Freund kennen, der mir sehr aus dieser schweren Zeit half, damals war ich langsam auf den Weg der Gesundung aber war immer noch im alten Muster meiner Krankheit gefangen, da ich für mein Leben keine Perspektive fand, und er war meine Perspektive wieder richtig gesund zu werden. Durch meine Kindheit hatten wir schwierige Zeiten von anfang an, dadurch, was sich später rausstellte ich auch an Verlustängsten litt, und alles was mir lieb und kostbar war, dermaßen festhalten wollte, aus Angst das zu verlieren, hatten wir regelmäßig Streit, das dahin führte, dass wir von seinen Eltern, bei denen ich fast schon wohnte, rausgeschmissen wurde.
Mit 23 ging ich auf Anraten von mehrern Freunden zum Psychater und ließ meine komplette Geschichte aufarbeiten, was ich bis heute nie bereut habe, da ich mittlerweile das ganze gut verarbeitet hab und meine Denkweise enorm geändert hat. In dieser Zeit, war ich sehr viel arbeiten in der Gastronomie und hatte kaum noch Zeit für andere Sachen, durch meine enorme Eifersucht damals, schmuste mein Freund fremd, ob mehr passierte, weiß ich bis heute nicht, wills aber auch nimmer wissen. Für mich war das damals sehr schwer, nicht weil es passiert ist, das kann man nicht vorher sehen, nein, dass was andere Leute behauptet haben, ich hätte mich in dieser Zeit fast schon aufgegeben und wäre rückfällig geworden, er ist dann auch nach einem heftigen Streit kurzfristig zu seinen Eltern gezogen, ich hab ihn dann zurückgeholt, weils mir ohne ihn so mies ging. In dieser Zeit hab ich mich aber sehr gefühlsmäßig von ihm entfernt, das war mir damals aber nicht so bewußt, aber ich wollte wahrscheinlich nie wieder enttäuscht werden, und hab mich in eine Art 'Schutzmauer begeben.

So, das ganze ist schon ne Zeit her, mittlerweile sind wir 12 Jahre zusammen, und seit geraumer Zeit läuft immer weniger zwischen uns, das geht aber von mir aus. Wir verstehen uns seit dieser Sache wirklich enorm gut, wir hatten kaum noch Streit, aber die Gefühle sind irgendwie anders. Manchmal empfind ich für ihn, sowas wie für einen Bruder oder so, er ist als Mensch für mich extrem wichtig, aber ich zweifel, ob sie als Partner noch reichen. Jetzt war er auf Montage, anfangs dachte ich, ich komme ohne ihn nicht klar, aber leider muss ich sagen, dass das Gegenteil der Fall ist. Vielleicht liegts aber auch daran, dass ich den Kopf beruflich und unseren bevorstehen Umzug so voll hatte, um ihn kaum zu vermissen. Aber früher wo ich im Internat war, war das anders, da waren die Schmetterlinge wieder da, wenn ich ihn sehen konnte, diesmal ist das aber nicht so der Fall, ich bin teils so gereizt, warum?

Ich frage mich das so oft, ob die Beziehung schon kaputt ist, oder ob das normal ist, ich muss dazu sagen, dass ich mich auch teils so langweile, wir haben auch keinen großen Freundeskreis mehr, er ist nicht mehr so sozial wie früher, was Gesellschaft betrifft, er sagt immer, er mag die meisten Menschen nicht, ja und er trinkt dann ganz gern gemütlich sein Bier und sitzt auf der Couch schaut entweder fernsehen oder zockt, das ist sein Alltag, aber so Discomäßig passiert fast gar nix mehr, das war früher ganz anders, er meint ich hätte ihn oft ausgebremst, mag sein, dass ich auch viele Fehler gemacht hab, aber so ist das auf Dauer auch nix mehr für mich, mir ist das irgendwie zu langweilig, was sagt ihr dazu, ist das normal nach so langer Zeit, dass man dieses Herzklopfen nicht mehr hat, ich hab auch manchmal das Gefühl einiges verpasst zu haben.

Auch ist er vom Aussehen und von seiner Einstellung älter geworden, wo ich mich manchmal frag, wo ist dieses hübsche Gesicht von damals hin, und willst du eweig mit ihm zusammen sein, und jemals eine Familie mit ihm gründen. Ich bin jetzt 28 und kann mich nicht dazu entschließen, warum nicht, er war doch mal die absolute Nummer 1 in meinen Leben, ich hätte alles für ihn getan, alles einfach, und warum würde ich jetzt nicht mehr alles für ihn tun, wie seht ihr das?

Beitrag von gustav-g 14.03.10 - 10:21 Uhr

Wahrscheinlich habt ihr einander oft gekränkt und in letzter Zeit keine Zuneigung mehr geschenkt. Er hat vermutlich resigniert und bemüht sich nicht mehr um dich.

Wir Menschen entwickeln uns bis zum ca. 30. Lebensjahr viel rascher als danach. Da können große Unterschiede entstehen. Du willst noch in die Disko, er nicht mehr.

Redet offen miteinander über eure unerfüllten Wünsche.