Kindergartengebühr-welches Einkommen zählt fürs Jugendamt?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von mausi1086 14.03.10 - 09:59 Uhr

Hallo,
ich habe mal eine Frage, vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen. Ich bin Studentin, bekomme Bafög und Unterhalt für mein Kind. Bisher hat das Jugendamt die Kindergartengebühr übernommen, da mein Exfreund zwar selbständig ist, aber noch nicht genug Einkommen hat.
Ich muss Ende Mai einen neuen Antrag stellen. Jetzt stellt sich die Frage, ob das Einkommen meines Ex komplett angerechnet wird oder ob sein Einkommen egal ist und bei mir nur der Unterhalt von ihm noch als Einkommen dazu gerechnet wird?
Beim letzten Antrag wurde es noch angerechnet, aber da waren wir noch zusammen. Er meint, es würde mir nur der Unterhalt noch als Einkommen angerechnet werden.

Vielleicht kann mir jemand helfen!

Liebe Grüße
mausi1086

Beitrag von cliffi 14.03.10 - 12:21 Uhr

natürlich wird der Unterhalt des KV bei dir als Einkommen angerechnet. Also ich musste zumindest alle Unterlagen über ALG II, Unterhalt und Kindergeld abgeben, also wird das schon relevant dafür sein.
Und beim Vater wird das Einkommen logischerweise nach Abzug des Unterhalts auch voll angerechnet, die Unterlagen dafür wird das Jugendamt schon von ganz allein von deinem Ex einfordern. Wenn er den Kita-Beitrag zahlen kann nach deren berechnung, dann muss er es machen, da ja andernfalls die öffentlichen Kassen belastet werden.

Ob ihr zusammen seid oder nicht hat damit nix zu tun, denn wenn es um die Kita-Beiträge geht, hat eben nur was mit dem Einkommen von Mutter und Vater zu tun.

LG Julia

Beitrag von 77ena 14.03.10 - 21:38 Uhr

Hallo,

zu dem, was meine Vorrednerin schreibt, kann ich nur sagen: Bei mir ist es genau gegenteilig (komme aus NRW).

Es wird nur der Unterhalt für mich (Betreuungsunterhalt) und der für mein Kind angerechnet. Das Einkommen meines Ex ist dabei völlig irrelevant (was sollte es auch mit meinem EIN- und vpor allem AUSkommen im Alltag zu tun haben??????

Somiot zahle ich 32 € monatlich, wenn sein Einkommen "eingerechnet" werden würde, würde ich über 400€ zahlen!!! #schock

Also, zum Absatz:
"Ob ihr zusammen seid oder nicht hat damit nix zu tun, denn wenn es um die Kita-Beiträge geht, hat eben nur was mit dem Einkommen von Mutter und Vater zu tun. "

...kann ich nur sagen: In MEINEM Fall (wie gesagt: NRW, Ruhrgebiet) ist das absolut NICHT so...

Alles Gute!

77ena

Beitrag von cliffi 14.03.10 - 22:15 Uhr

Du hast mich mißverstanden.

SEIN Einkommen zählt logischerweise nicht bei DIR mit als Einkommen, aber ER wird genau wie DU überprüft, inwiefern ER die Kita-Gebühren zahlen kann.

So wie DU deine Einkommensverhältnisse offenlegen musst um die Gebühren bezahlt zu bekommen, muss ER es für sich auch tun, da die Kita Gebühren mittlerweile auch vom Vater gezahlt werden müssen, SOFERN er es finanziell kann. Warum sollte das Jugendamt zum Beispiel 100% der Kosten zahlen, wenn die Mutter ALG II bekommt, der KV aber 5000€ Netto im Monat verdient? Nein, in dem Falle würde die Mutter zwar freigestellt sein, aber dafür müsste der Vater eben die 100% Kitagebühren zahlen.

Beitrag von odalina 14.03.10 - 23:28 Uhr

der vater meines kindes wurde noch nie bezüglich kitagebühren vom jugendamt kontaktiert.
weder in der zeit meiner arbeitslosigkeit, noch jetzt. wär das so, wüßt ich das, denn wir haben einen sehr guten kontakt.

komisch, wie unterschiedlich das gehandhabt wird.

Beitrag von 77ena 15.03.10 - 09:57 Uhr

Nein, ich habe dich schon verstanden..
Aber in meinem Fall ist es nicht so, der Kindsvater wurde noch nie kontaktiert bzw. musste irgendwas "offenlegen". Dafür zahlt er ja Unterhalt (für die Kinder) und muss nicht "zusätzlich" noch offenlegen, was er hat und dann evtl. noch die Kita-Gebühren zahlen..
Und er verdient weit über dem von dir genannten Beispielbetrag..
Wo kommst Du denn her? Weil hier in NRW ist es NICHT so. Ich hatte das anfangs nämlich auch vermutet, dass beide "Gehälter" zur Berechnung (bzw. zum "schauen wer was zahlen muss") hinzugezogen werden. Ist aber nicht so, da er mit unserem Haushalt (aus dem der Kita-Beitrag ja fließt) nicht zu tun hat.
Er zahlt Unterhalt, das ist seine finanzielle Pflicht und dieser bezieht sich selbstredend auch auf sein Einkommen (Gott Lob :-p) und damit ist er "raus", was den Kindergarten betrifft.
Wie gesagt: Gott sei Dank, denn sonst wäre es unfassbar, was er bei seinem Einkommen zahlen müsste an Kita-Gebühren. Das wäre faktisch MEHR als der Unterhalt pro Kind!!

Außerdem (um bei deinem Bsp. zu bleiben..): Wenn SIE ALG 2 bekommt und ER aber 5000 netto hätte und das WICHTIG wäre, dann hätte SIE ja auch 414€ Kindesunterhalt (Höchstsatz) und könnte davon ja wohl auch den KiGa zahlen...

LG

77ena

Beitrag von cliffi 15.03.10 - 11:50 Uhr

Der Unterhalt hat nichts mit den kita kosten zu tun, der Unterhalt ist zum LEBEN da, also für die täglichen Dinge wie Essen, trinken, Klamotten usw. NICHT FÜR DEN KITA BEITRAG!!! Seit Mitte 2009 ist das glaub ich erst so, wenn du deinen Antrag das nächste mal stellst, dann frag mal im Jugendamt danach. Wir haben im Jugendamt erst im Dezember den Unterhalt berechnet bekommen und in dem Schreiben steht extra drin, das sich am unterhaltssatz nichts ändert, UND ER KEINE KITA GEBÜHREN ZAHLEN MUSS; auf Grund eines zu niedrigen Einkomms dafür (weil das extra berechnet wird). Ich wohne übrigens in Sachsen-Anhalt, aber soweit ich weiß ist das deutschlandweit so geregelt seit letztem Jahr. Dein Jugendamt verschenkt also quasi Geld, obwohl der Vater es zahlen könnte in deinem Fall.

Und nein, die ALG II Empfängerin kann von dem unterhalt auch nicht die Kita Gebühren zahlen, weil der Unterhalt beim ALG II gegen gerechnet wird, und dieses Geld Grundsicherung zum Leben ist (wie oben bereits erwähnt). Sie muss vom Unterhalt lediglich die beiträge für Essen und Trinken in der Kita selber zahlen, weil das kind das ja auch zu Hause machen würde und es ja zum täglichen Leben gehört.

LG Julia

Beitrag von 77ena 15.03.10 - 13:13 Uhr

"Dein Jugendamt verschenkt also quasi Geld, obwohl der Vater es zahlen könnte in deinem Fall. "

--> Weiß nicht, woher Du das ableitest, ICH zahle doch meinen Kindergartenbeitrag selbst und nicht irgend ein Amt? Wieso verschenken die dann Geld?? #kratz

Egal, die Diskussion ermüdet und in NRW ist es anscheinend nicht so, hatte erst letzten Monat ein Gespräch wegen KiGa-Beitrag für meine 2. Tochter mit dem JA.
Und das Einkommen des Vaters spielt hier nach deren Aussage KEINE ROLLE und er wird auch nicht am KiGa-Beitrag beteiligt...
Außerdem: In vielen Bundesländern ist der Kita-Beitrag auch überhaupt nicht einkommensabhängig, sondern für alle gleich, ob Gutverdiener oder Mini-Jobber...

Beitrag von 77ena 15.03.10 - 13:15 Uhr

"..wenn du deinen Antrag das nächste mal stellst, dann frag mal im Jugendamt danach.."

WELCHEN ANTRAG?? Ich muss Gott Lob keinen stellen...
Bitte verwechsel mich nicht mit einem ALG2-Empfänger! #schock

Beitrag von cliffi 15.03.10 - 20:33 Uhr

Worüber diskutieren wir hier bitte?
Es geht darum, welches Einkommen für das Jugendamt zählt, wenn dieses den Kiga-Beitrag zahlen soll, denn als jemand mit wenig Einkommen kann man die Kostenübernahme beim Jugendamt beantragen. Das tut man durch einen Antrag im Jugendamt!

Gehört deine Kita zur Stadt? Meine ist vom DRK, also quasi privat wenn man so will. Da gibt es feste Beiträge für Halbtags und Ganztagskinder plus Essengeld. Und genau diese festen Beiträge übernimmt das Jugendamt wenn man den Antrag stellt von dem wir hier reden. Wenn deine KITA zur Stadt gehört, dann ist das vielleicht anders...

Aber wenn es um Kostenübernahme vom Jugendamt geht, dann wird das Einkommen des Vater mit einbezogen und dann kann es eben schon sein das die Mutter nichts zahlen muss und der Vater eben je nach Einkommen 50% oder 100% oder eben auch nichts.

Und ich "verwechsle" dich sicher nicht mit einem ALG II Empfänger, aber wenn du schreibst, das du im Jugendamt warst wegen Kita Beitrag, liegt das nahe, wenn ich nach der Rechtssprechung in meinem Fall gehe. Und wenn es für dich so ermüdend ist, dann musst du ja nicht mehr schreiben. Ich stelle hier lediglich das richtig wo unsere Meinungen auseinander driften.

LG Julia

Beitrag von odalina 15.03.10 - 21:57 Uhr

ich leb auch in sachsen-anhalt. aber weder als ich arbeitslos war, noch jetzt, wo ich arbeite, hat man den vater kontaktiert.

und es ist egal, ob städtischer träger oder kirchlich/ privat. wenn das jugendamt zahlt, dann nur den satz, den ein entsprechender städtischer platz kostet.

Beitrag von cliffi 16.03.10 - 10:49 Uhr

Ich diskutier doch hier nicht ewig sinnlos rum! Ich kann euch auch gern das Schreiben vom Jugendamt an den Vater, bzw. das Schreiben vom Jugendamt an mich nach der Berechnung einscannen und hier verlinken!

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Vaeter-muessen-mehr-Unterhalt-fuer-Kleinkinder-zahlen_aid_703171.html

Lest euch alle selber schlau wenn ihr mir nicht glaubt. Wenn euer Jugendamt keine Ahnung davon hat, liegt der Fehler nicht bei mir! Der Artikel dort ist schon von Mai 2009. Also fragt bei eurem Jugendamt nach!
Weiteres könnt ihr euch über Google ja selber raussuchen.

LG Julia

Beitrag von odalina 14.03.10 - 22:11 Uhr

hallo,
ich bin auch allein erziehend u arbeite halbtags.
es wurde NUR mein einkommen angerechnet. kindergeld u unterhalt nicht. vom einkommen werden dann auch noch fahrkosten, hausrat- u haftpflichtversicherung, unfallversicherung fürs kind u riesterrente abgezogen.

vom kv wollt man nichts sehen.

lg
sandra