gibt es ein Anrecht auf eine Umschulung oder Ausbildung?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von brummeli67 14.03.10 - 12:05 Uhr

Hallo, an alle Mitleser!
Ich selbst bin Erzieherin und in einem festen Job.

Trotzdem möchte ich für jemanden wissen, ob man als Hartz 4-Empfänger ohne eine Ausbildung ein Recht drauf hat, z.B. eine Ausbildung oder Umschulung zum Lagerarbeiter oder sonstiges zu machen?
Wenn man also schon älter ist und ansonsten kaum eine Chance hat, in einen festen Job zu kommen, auch weil man die 30 schon um einiges überschritten hat.
Hat jemand Ahnung, wie es rechtlich aussieht? Oder ist derjenige dem Sachbearbeiter der Arge ausgeliefert?

Vielen Dank für ernsthafte Antworten.
Sabine

Beitrag von king.with.deckchair 14.03.10 - 12:48 Uhr

"der ist derjenige dem Sachbearbeiter der Arge ausgeliefert"

Man, wenn ich das schon wieder lese! #augen Sachbearbeiter bei ARGE sind entgegen der Mär NICHT in der großen Mehrzahl in Gutsherrenmanier agierende Dummbrote, deren einziger Lebenszweck es ist, Menschen zu quälen!

1. Nein, es gibt keinen Rechtsnaspruch, es ist eine Ermessensleistung. Womit wir bei

2. wären: Der Sachbearbeiter KANN eine "Umschulung" genehmigen, er KANN sie aber auch ablehnen. Wobei "kann" nicht heißt "Sachbearbeiter KANN machen, was er will (und Kund ist ihm "ausgeliefert")", sondern, dass er - ggf. im Rahmen entsprechender ermessenslenkender Weisungen - sein Ermessen pflichtgemäß auszuüben hat. Das heißt, er muss sowohl bei Bewilligung als auch bei Ablehnung die Gründe genau darlegen, warum er eine "Förderung der beruflichen Weiterbildung" (so heißen dieses Leistungen) ablehnt.

3. Hier sind Gesetzestext und Weisungen zu den fbW:

http://www.agentur-fuer-arbeit.de/zentraler-Content/HEGA-Internet/A05-Berufl-Qualifizierung/Publikation/HEGA-09-2009-Aenderung-FbW-Anlage.pdf

Beitrag von brummeli67 14.03.10 - 13:36 Uhr

Also:

1. ganz ruhig bleiben!!! Denn ich kann nicht wissen, was du den ganzen Tag zu lesen bekommst, dass dich meine Frage gleich auf 100 bringt. Zum anderen ist es auch dein Problem, was du alles zu lesen bekommst.
Ich bekomme in meinem Job den ganzen Tag auch viel zu hören ... ;-).

2. Ich habe nicht über irgendwelche Märchen, die über Arge-Sachbearbeiter kursieren, gesprochen und mir ist auch egal, welche davon im Umkreis sind. Du kannst gern alle Sachbearbeiter und Ämter dieses Landes in Schutz nehmen und meinen, dass sich alle genaustens an die Gesetze und Vorschriften halten.
Dass die Realität anders aussieht, weiß sogar ich... Obwohl ich noch nie Hartz 4 Empfänger war (aber ich habe schon mal einen Monat Arbeitslosengeld erhalten).

3. Danke für den noch sachlichen Teil deiner Botschaft, mit dem ich sogar etwas anfangen kann!

Und nun noch einen aufregungsfreien Sonntag.

Sabine

Beitrag von litalia 14.03.10 - 13:13 Uhr

einen RECHTSANSPRUCH gibt es sicher nicht!

Beitrag von xenotaph 14.03.10 - 17:57 Uhr

wenn man sich das selbst finanziert (und von den betrieben genommen wird), kann man sich bis zum umfallen ausbilden lassen.

LG

Beitrag von bruchetta 14.03.10 - 19:59 Uhr

Mein Mann hat auch keine Ausbildung und hat, während einer Arbeitslosigkeit in 2006, nach einer Ausbildung bzw. Umschulung gefragt.
Es wurde erstmal abgelehnt. Vielleicht hätte er eine Chance gehabt, wenn er einen Arbeitsplatz nach der Umschulung garantiert gehabt hätte, aber welcher Arbeitgeber macht das schon!?
Ihm wurde ein Lkw-Führerschein in Aussicht gestellt (toooollll #augen9), wobei das Arbeitsamt gleich eine Firma parat hatte, bei der er unter den miesesten Bedingungen und geringem Lohn hätte anfangen können.
Die Hälfte des Führerscheines hätte er von den paar Kröten dann noch selbst abstottern können.
Er hat dankend abgelehnt.
Ist jetzt aber auch seit Sommer 2006 wieder in Arbeit.