Ich weiß nicht mehr weiter

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von insto76 14.03.10 - 18:04 Uhr

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.Momentan bin ich einfach nur noch verzweifelt und wütend.
Ich habe sehr großen Ärger mit meinem großen Sohn (11 Jahre)
Er intregiert sich absoulut nicht in die Familie.Er verliert oder zerstört ständig Sachen. (Ein Beispiel: innerhalb von einem halben Schuljahr mußte ich sechs neue Füller kaufen,die Hosen sind am Knie zerrissen und überhaupt gibt es kaum ein Kleidungsstück was mal ganz bleibt)
Er lügt uns an,selbst wenn wir schon die Beweise haben,daß er lügt,es wird weiter gelogen.Er bestielt uns,wir haben uns mittlerweile einen Safe angeschafft. Er verwüstet das Haus,indem er auf jeder Etage seinen Müll hin wirft,wie zum Beispiel seine Schulschnitten.Es hatten sich schon Nachbarn beschwert,er mußte es in Ornung bringen und keine Woche später,lag wieder Müll rum.
Momentan ist in der Familie einfach nur noch Unruhe wegen ihm.Er sagt,daß er sich ändern will und dann ist er doch wieder den ganzen Tag in seinem Zimmer. Ich muß ihn zwingen,daß er trinkt.Wenn ich nicht drauf achte,trinkt er nen ganzen Tag oder auch mal zwei Tage nicht.Wenn ich ihn darauf anspreche,warum er nicht trinkt,sagt er,das habe ich vergessen.Das ist überhaupt sein Lieblingssruch:das weiß ich nicht oder das hab ich vergessen.
Momentan sind wir der Meinung,es wäre vielleicht mal gut,er würde in so ne Art Heim für schwererziehbare kommen.Er sieht immer alles für selbstverständlich.Früher ist er zweimal ins Ferienlager gefahren und dann noch in den Urlaub.Nicht einmal ein Dankeschön hat er übrig oder ein Entschuldigung,wenn er Mist gebaut hat.
Vielleicht sollte er wirklich mal sehen,wie es anderen Kindern ergeht.Ich reiße mir schon immer den A... auf,daß es ihm gut geht.Und als Dankeschön bekomme ich nen "Tritt".
Es ist einfach nicht mehr zum aushalten.Der mittlere leidet auch drunter,es geht immer nur noch um den großen.

Beitrag von fraz 14.03.10 - 18:34 Uhr

Hallo

Das nennt sich Pubertät....
Da hilft nur eins: Kein Zetter, kein Mordio (bringt eh nichts, nur du nimmst Schaden ;-)) sondern klare Regeln:

Thema Müll: Jedes Stück, dass du für ihn aufheben musst, kostet Geld und wird vom Taschengeld abgezogen.
Thema Kleidung: Es gibt nichts neues, wenn er keine Sorgen tragen kann. So muss er halt mit zerrissenen Hosen rumlaufen.
Geld klauen: Alles wegschliessen.
Trinken: Lass es sein, es ist noch nie jemand freiwillig verdurstet!
Dankeschön sagen: Ist in der Pubertät ein Fremdwort.
Entschuldigung sagen: Ist in der Pubertät ebenfalls ein Fremdwort.

Ein Heim für Schwererziehbare?
Da muss er aber wirklich was verbraten haben, bis er da landet.
Das Verhalten deines Sohnes ist "normal", aber es ist so:
Die meisten Eltern erkennen ihr Kind nicht wieder.....

Alles Gute #klee


Fraz #klee


Beitrag von gh1954 14.03.10 - 21:24 Uhr

Bei allem Verständnis, ich halte es NICHT für normal, wie der Junge sich benimmt.

Wenn ich hier immer lese, was alles mit der Pubertät enschuldigt wird, verstehe ich die Welt nicht mehr.

Beitrag von insto76 15.03.10 - 09:40 Uhr


wir haben es auch schon so gemacht,daß er mit seinen kaputten Hosen rum laufen mußte.
Er macht sich da nichts draus.Und uns ist es einfach dann auch zu peinlich.
Das Taschengeld wurde erst einmal gestrichen,da es nicht gerade wenig Geld war,was er uns gestohlen hat.

Beitrag von fraz 15.03.10 - 09:53 Uhr

Ehrlich gesagt, ich manchmal auch nicht......

Aber wir haben auch eine 14- jährige Tochter, die stark pubertiert und wir können nur inständig hoffen, dass sie und wir das einigermassen unbeschadet überstehen!

Und ja: Trotz meiner Meinung nach sehr fürsorglichen, aber auch Grenzen setzenden Erziehung!

Und was mir am meisten auffällt: Die Jugendlichen untereinander behandeln sich unter jeglichem Niveau, das beobachte ich nicht nur bei Hauptschülern, sondern auch in höheren Klassen. Null Respekt.

Und so behandeln sie dann auch sich selber und ihre Umgebung.

Anpöbeln, fertig machen, einander beklauen, einander als Schlampe und Fotze tituliern und ja, sehr frühe sexuelle Erfahrungen gehören auch dazu.

Mein Mann und ich waren da auch etwas ZU lange blauäugig, aber Medienkonsum sei dank: Unsere Jugendlichen stehen wirklich an einem GANZ anderen Ort!

Ich behaupte, da haben viele Eltern keine Ahnung......




Beitrag von gh1954 15.03.10 - 10:03 Uhr

>>>Anpöbeln, fertig machen, einander beklauen, einander als Schlampe und Fotze tituliern <<<

Solche Jugendliche rangieren bei mir ganz am Ende der Skala. Von solchen "Eckenstehern" haben sich meine Töchter immer deutlich distanziert, so ein Verhalten ist nicht normal, sondern primitiv und dumm und hat nichts mit Pubertät zu tun.

>>>Die Jugendlichen untereinander behandeln sich unter jeglichem Niveau,<<<

So etwas kenne ich nicht, bin froh, dass meine Kinder gescheiten Umgang hatten.

Beitrag von tuttifruttihh 14.03.10 - 18:41 Uhr

Boah, hast Du ne Wut auf Dein Kind. Heim für schwer erziehbare Kinder? Und der Mittlere leidet unter seinem großen Bruder und ist selbst wahrscheinlich total artig? Kann es sein, dass der Große sich einfach Aufmerksamkeit erkämpft indem er Dummheiten macht, weil Du Deinen jüngeren (vielleicht unbewusst) bevorzugst? Also ein Dankeschön von einem Kind zu erwarten, dass er in den Urlaub fahren durfte finde ich ehrlich gesagt zu viel verlangt. Natürlich kostet das alles eine Menge Geld aber hat Du Dich bei Deinen Eltern immer für alles bedankt, was sie für Dich gemacht haben? Das geht doch garnicht!

Das Problem mit dem Trinken kenne ich. Das er zwei Tage überhaupt nichts trinkt kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen. Vielleicht bekommst Du es zum Teil einfach nicht mit? Meine Mutter hat sich auch immer sorgen gemacht, weil ich relativ wenig getrunken habe. Ich habe aber zum Beispiel immer beim Zähneputzen getrunken. Morgens einen Becker Wasser und Abends auch. Zwischendurch in der Schule habe ich auch öfters Leitungswasser aus dem Wasserhahn getrunken. Logisch, dass sich meine Mutter Sorgen gemacht hat, die aber völlig unbegründet waren. Sein Körper holt sich was er braucht.

Lg

Beitrag von insto76 15.03.10 - 09:45 Uhr

nein wir bevorzugen den mittleren nicht !
Der baut genauso wie jedes andere Kind auch mal Mist und bekommt seinen Dampf ab.
Aber der große hat auch schon von unserem mittleren das Taschengeld geklaut.(der bekommt zwar nicht viel,aber trotzdem)
Und als der mittlere auch mal seinen Kummer hatte und mit Papa reden wollte,war dieser grade mal wieder dabei mit dem großen zu reden.Ich mußte gerade den ganz kleinen stillen.Da kam auch schon von dem mittleren das genörgle,jeden Tag geht es nur um den großen. (Er hat ja auch recht)
Und diese Unruhe hier in der Familie,ist einfach nicht mehr zum aushalten.

Beitrag von insto76 15.03.10 - 09:48 Uhr



und zum Thema trinken,klar mache ich mir Sorgen und das nicht zu unrecht :
Er ist ca 2 Jahre kleiner und totall blaß.Selbst von nen Arzt mußte er sich anhören,daß er viel mehr trinken sollte.
Ich bin auch nicht so die viel Trinkerin,aber trotzdem würde es bei mir nicht vorkommen,daß ich mal einen Tag nichts trinke.

Beitrag von insto76 15.03.10 - 09:51 Uhr


und wegen des Urlaubes,mir geht es darum,daß er zweimal im Jahr ins Ferienlager gefahren ist.Bei uns sitzt das Geld auch nicht so locker.Mein Mann und ich sind nicht gerade die Viel-Verdiener.Außerdem war es ja nur ein Beispiel,da er alles für Selbstverständlich nimmt und bedanken ein Fremdwort ist.

Beitrag von windsbraut69 16.03.10 - 15:43 Uhr

Hast Du Dich in dem Alter bei Deinen Eltern bedankt für Klassenfahrten, Urlaub, Klamotten oder dafür, dass sie Dir die dreckige Wäsche hinterher räumen???

Ich denke, der Punkt ist völlig normal.

LG

Beitrag von insto76 17.03.10 - 14:46 Uhr

ich hatte schon einmal geschrieben,es waren nur beispiele und außerdem finde ich kann man sich schon bedanken oder zumindestens freude zeigen.da zweimal ferienlager im jahr kein muß ist und wir das geld nicht so dicke haben ! er sieht es als selbstverständlich und schon deshalb durfte er in den winterferien nicht fahren.
und wenn ich mit ihm umgehen würde,wie meine eltern es getan hatten,dann würde er sich aber ganz schön putzen.
außerdem ging es ja nicht bloß ums bedanken.

Beitrag von ballroomy 14.03.10 - 19:28 Uhr

Hallo,

wenn Du magst lies doch mal folgendes Buch:
"Familienkonferenz" von Thomas Gordon.
Es ist wirklich sehr gut und kann Euch helfen aus dieser doch etwas festgefahrenen Situation wieder raus zu kommen.


Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von alpenbaby711 14.03.10 - 19:35 Uhr

Also das Heim für schwer erziehbare halte ich auch für etwas heftig obwohl ich es verstehen kann bei den Anwandlungen deines Sohnes. Im übrigen:
Ich hab schon den Eindruck das dein Sohn etwas über das Ziel Pubertät hinaus schießt. Denn Essen im Haus über die Etagen verteilen scheint mir nicht normal, klauen bis zum Geht-nicht-mehr auch nicht. Normalerweise das man einer was nimmt OK, Standpauke und gut ist. Aber sollte es normal sein das man sich in der Familie nen Safe anschaffen muss zum SChutz vor seinen eignen Kindern?
Monatlich einen Füller, sorry dann soll ers vom Taschengeld bezahlen. Ich würde zumindest mal Rüchsprache mit einem Psychologen halten.
Ela

Beitrag von jazzbassist 14.03.10 - 20:10 Uhr

Ich finde, ein 11-Jähriger darf so viele Füller zerstören, wie ihm lieb ist. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die absichtlich zerstört wurden, wird halt von seinem Taschengeld ein neuer gekauft. Wenn keins mehr da ist, wird halt ein Teil des Geldes der nächsten Monat(e) einbehalten. Sie sollten hier nur darauf achten, dass er einen kleinen Teil seines Taschengeldes dennoch bekommt, so zwingen sie ihn auch nicht, sich irgendwo selbst zu bedienen. Ansonsten darf er ihnen natürlich auch gerne Tätigkeiten im Haushalt abnehmen; alles, was Sie ihm zutrauen. Im Regelfall sollte das bei einem 11-Jährigen grundsätzlich wirklich mal alles sein. Dafür können Sie ihn einen kleinen Stundenlohn geben (solange, bis er sein eigentliches Taschengeld wieder raus hat); dass entlastet Sie als Mutter und hindern Ihren Sohn erst einmal daran, noch mehr Unfug anzustellen.

Haben Sie denn bei der Kleidung das Gefühl, dass er da absichtlich keine Rücksicht drauf nennt? Mein Knirps ist auch 11 und der Verschleiß von Kleidung ist schon beachtlich. Die spielen in der Schulpause Fussball, sind sonst ziemlich viel draußen. Meiner hat das Skateboardfahren entdeckt und auch einen Weg gefunden, die von Mami vorgeschriebenen Protektoren zu tragen: Unter der Kleidung #klatsch. Ich würde ihm da niemals Absicht unterstellen. Wir haben ihm da 2-3 Kleidungsstücke rausgesucht, mit denen er das machen kann; damit war das Thema erledigt. Viele hat er mittlerweile ohnehin teilweise von seinem eigenen Taschengeld bezahlt, da es unbedingt die „coolen“ Kleidungsstücke sein mussten; was auch immer das heißt. Mit denen geht der ganz automatisch anständiger um. Von daher - wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Sohn das absichtlich macht -> gleiche Rechtsfolge wie beim Füller: Es ist sein Taschengeld.

Wenn ein 11-Jähriges Kind lügt, würde ich mich zunächst fragen, warum es überhaupt lügt. Bei kleineren Kindern ist das in der Regel ein Anzeichen, Aufmerksamkeit erlangen zu wollen. Bei größeren würde ich grundsätzlich unterstellen, dass er da andere Gründe für hat. Haben Sie Ihn hier mal gefragt? Das gängigste Motive bei dieser Altersgruppe wird sicherlich sein, Angst vor möglichen Konsequenzen/Strafen zu haben. Wir kommen halt bei pubertierenden 11-Jährigen nicht ganz drum herum und - die haben wirklich noch eine Menge Unfug im Kopf. Von daher wäre der Weg hier, einem Kind klarzumachen, dass er da manchmal grundsätzlich nicht dran vorbeikommen wird, sie aber die Tatsache, wenn er dann freiwillig beichtet, bei der Wahrheit bleibt und sich dafür auch entschuldigt, sie ihn bei einer Strafe aber wesentlich besser hinstellen können, als wenn sie jedes Detail erst aus ihm herausziehen muss. Hier kann man mit einem Kind darüber reden, wenn sich die Situation wieder beruhigt hat; dann hören die i.d.R. sehr gut zu.

Ein weiterer Grund für Lügen kann sein, wenn die Strafen verhältnismäßig ungerecht erscheinen. Grundsätzlich sollte man hier als Elternteil eigentlich wissen, dass die Intensität/Dauer einer Strafe keinen nennenswerten Einfluss auf die Wirkung (Das unterlassen weiterer Taten) hat. Sie soll dem Kind eigentlich nur zeigen: „Halt, du hast hier endgültig eine Grenze überschritten“. Das versteht ein Kind auch bei nur einem Tag Stubenarrest. Hier sollte man als Elternteil dann einfach mal objektiv in sich schauen und mal die letzten Wochen/Monate Revue passieren lassen, was eigentlich vorgefallen ist und - ob man eventuell doch mal zu weit gegangen ist. Jedes Kind hat nämlich eine individuelle Belastungsgrenze, und wenn sie die überschreiben, verliert ein Kind ziemlich schnell das Vertrauen zu seinen Eltern. Dann beginnt i.d.R. das wahre Chaos, da ein Kind denkt: Meine Eltern sind mir eh scheiß egal und die Strafen ebenso. Dann gibt es für einen 11-Jährigen keinen Grund mehr, mit der Erwachsenenwelt zu kooperieren.

Vielleicht weiß Ihr Sohn auch gar nicht, dass sie in der Lage sind, zu jedem Problem eine faire Lösung für alle Parteien zu finden? Hier hilft natürlich viel zu reden und auch mal zu erwähnen, dass, wenn er z.B. gleich zu Ihnen gekommen wäre, sie ihn sicherlich weniger gemein hätten bestrafen können. Ein weiteres Hindernis mag sein, wenn Eltern dazu neigen, aus einer Mücke bereits einen Elefanten zu machen. Das Problem ist, 11-Jährige stellen noch so einiges an und - wenn man als Elternteil bereits bei „Kleinigkeiten“ dazu neigt, den Verstand zu verlieren, trauen sich die Kids schlechtweg nicht mehr, sich dann bei „größerem“ an sie zu wenden. Auch eine Möglichkeit für lügen kann sein, wenn die Eltern dazu neigen, die Dinge, die ein Kind angestellt hat, in der Nachbarschaft oder Verwandtschaft auszuplaudern. Den Kids ist das, was sie anstellen, in der Regelfall schon peinlich, wenn sie das dann auch noch seiner Oma oder der besten Freundin erzählen, wird ein Kind natürlich tunlichst vermeiden, irgendetwas von alleine zu beichten.

Beim pathologischen stehlen würde ich einfach die betroffenen Räumlichkeiten abschließen. Das setzt einem Kind eine ziemlich klare Grenze. Hier sollte man es dann nach 1-2 Wochen noch mal auf den friedlichen Weg versuchen und ihn einfach mal fragen, wie er es findet, das Wohnzimmer, Arbeitszimmer etc. immer abgeschlossen sind. Sie können ihm auch sagen, dass sie sich dabei alles andere als Wohlfühlen und ob er meint, es hinzukriegen, nicht mehr zu stehlen, wenn man diese Räumlichkeiten wieder offen lässt. Er ist schließlich ein großer Junge, der fragen kann, wenn er mal etwas (Geld) braucht. Sie dürfen ihm dann - wenn er mal kommt - natürlich nicht auflaufen lassen. Wie oben schon erwähnt, bieten Sie ihm kleine Tätigkeiten im Haushalt an, mit denen er sich sein Taschengeld ein wenig aufbessern kann. Sie können ihm auch mal Geld leihen, wenn es nicht zu häufig vorkommt. Wenn Sie Angst haben, dass sie das nie Wiedersehen, tauschen Sie das Geld Zug um Zug mit seinem DS/PSP oder ähnliches.

Wenn er seine Brotschnitten im Haus verteilt, ist die Konsequenz hier eigentlich schon, ihm einfach keine mehr zu machen. Er wird da sicherlich nicht verhungern. Ich habe die als Kind auch immer ins Gebüsch geworfen, weil ich morgens keinen Hunger hatte. Klar wäre es damals einfacher gewesen, Mami einfach zu sagen, dass ich morgens kein Hunger habe. Ich war ein Kind - kann man mir ja schlecht vorwerfen, dass ich nie auf die Idee gekommen bin, dass einfach mal zu sagen. Zumal, wenn ich meinem Spatz glauben schenke (5. Klasse), essen die Kids da keine Pausenschitte mehr sondern gehen einfach zum Schulkiosk. Vielleicht ist es ihrem Sohn einfach nur peinlich, in der Schule noch mit einer Schnitte aufzutauchen. Das lässt mit dem Alter wieder nach. Ansonsten ist die Konsequenz hier natürlich, dass er den Schaden wieder herrichtet.

Wenn er den ganzen Tag in seinem Zimmer hockt, bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, dass ihn ständig auf neue zu motivieren, irgendetwas zu unternehmen: „Schatz, fährst du für mich in den Supermarkt, ich brauche x,y,z - hier sind 20 Euro; da müssten 5 Euro bei übrig bleiben, die darfst du dann behalten.“ Er kann natürlich auch mit Freunden spielen oder ähnlich; sie können ihn zumindest dazu motivieren. Da in Eigeninitiative was zu arrangieren, würde ich bei einem 11-Jährigen aber sein lassen; dass wird ihm nämlich ziemlich unangenehm sein. Ist er denn in irgendeinem Sportverein oder ähnlichem? So dass er zumindest ab und an mal nach draußen kommt? Dort kann er wenig anstellen, ist gut aufgehoben, ist auch noch unter anderen Kindern und lernt so neue Freundschaften kennen, ist glücklich dabei und sie können sich mal ein wenig von ihm erholen. Viele Konflikte entstehen gar nicht mehr, wenn man sich nicht mehr so häufig auf die Pelle rückt. Wenn er zu nichts Lust hat, würde ich diese Altersgruppe notfalls zur Teilnahme bestechen.

Das mit dem Trinken würde ich einem 11-Jährigen aber schon selbst überlassen. Er hat das als Säugling bereits ganz gut alleine hinbekommen; dass wird er so schnell nicht verlernen. Er kann es aber schon hinkriegen, absichtlich nicht zu trinken, weil er weiß, dass die Mami dann wieder einen ihrer lustigen Anfälle bekommt. Machen Sie daraus einfach kein Thema mehr - sein Körper wird schon dafür Sorge tragen, dass er trinkt.

Das er vieles für selbstverständlich hält, liegt oftmals daran, dass etwas wirklich (auf Familienebene) selbstverständlich ist. Etwas wird für ein Kind weniger selbstverständlich, je mehr es im Planungsprozess involviert wird. Einem Kind ist oftmals gar nicht bewusst, wie viel Planung, Mühe, Organisation etc. ein einer Urlaubsreise liegt. Unser Sohn pendelt einmal die Woche nach London, dafür haben wir nie ein Danke erwartet, da es in für ihn/uns momentan wirklich selbstverständlich ist. Für mich waren Urlaubsreisen als Kind auch selbstverständliich; weil wir jeden Sommer verreist sind und ich es als Kind nicht anders kannte - daher war es für mich selbstverständlich, im Sommer in den Urlaub zu fliegen. Aber, ein Kind kann seinen Dank auch konkludent (also durch offensichtliches Verhalten) Kundtun. Mein Bruder und ich hatten jeden Urlaub einen tierischen Spass gehabt. Ich denke, damit haben wir unseren Eltern gegenüber den Dank erklärt und die haben das auch nie anders verstanden. Das mit dem Entschuldigung lassen Kids gerne bleiben, wenn man dieser ohnehin keine Beachtung schenkt. Fragen Sie sich mal aus seiner Sicht, ob es für ihn irgendeinen Nutzen hat, sich für irgendetwas zu entschuldigen. Wenn man hier zu dem Ergebnis kommt: Eigentlich gar nicht; sollte man daran natürlich schleunigst etwas ändern.

Ansonsten kann ich Ihnen eigentlich nur ans Herz legen, sich hier professionelle Hilfe zu suchen. Denn normalerweise sind 11-Jährige - abgesehen von kleineren pubertätsbedingten Macken - ganz pflegeleicht. Im Regelfall liegt das Problem irgendwo in der Erziehung, von daher würde ich es vielleicht mal bei einer Erziehungsberatungsstelle versuchen. Dort kann man Ihnen nämlich ganz individuell helfen. Ich würde nämlich einem Kind für sein Verhalten nie die Schuld geben, sondern die Ursachen immer woanders suchen. Momentan erscheint es mir jedoch so, als ob sie die Ursachen bei Ihrem Sohn sehen; solange sich diese Denkweise nicht ändert, wird sich auch ihr Sohn nicht ändern. Ich fände das ziemlich ziemlich schade, denn ein Kind wird in der Familie viel besser aufwachsen können, als in einem Heim. Und - oftmals sind es wirklich nur Kleinigkeiten, die sichtbare Besserung bescheren werden; machmal sieht man als Elternteil aber den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Beitrag von insto76 15.03.10 - 10:10 Uhr

mit keinen Schnitten mehr machen ist so ein Ding.
Einen Tag bevor wir dies im Haus gesehen hatten,hatten wir ein Gespräch mit seiner Lehrerin.
Die fragte uns,wie es bei ihm aussieht,da er ständig von Essen erzählen tat und schon seine Mitschüler nervte.
Ich habe darauf hin gesagt,daß er frühs bevor es zur Schule geht ißt,dann bekommt er für die Schule mit (die er sich selber machen kann,damit ich nichts verkehrtes drauf mache) und er bekommt warmes Schulessen in der Schule.

Beitrag von jane-marple 14.03.10 - 20:43 Uhr

Hi,

du verstehst dein Kind nicht und du hast keinen Bock drauf.
Wenn er darauf aufmerksam machst, hast du keine Bock drauf.

<<<Vielleicht sollte er wirklich mal sehen, wie es anderen Kindern ergeht. Ich reiße mir schon immer den A... auf,daß es ihm gut geht.Und als Dankeschön bekomme ich nen "Tritt". >>>

Jeder, wie er es verdient!

<<<Selbst wenn wir schon die Beweise haben,>>>

BEWEISE??? Auf welcher Seite stehst du? #schock

Was ist das hier? Dein Sohn gegen euch? Alle rotten sich zusammen, um das Kinder feritig zu machen???!!!!

Armes Kind! Sehr, sehr armes Kind.

Es bettelt, schreit, schreischt und schlägt wild um sich.
Weil es Aufmerksamkeit und Lieber verlangt.

Verlangt es zu viel? #schock

Nur weil du für 3 Kinder zu sorgen hast, heißt das nicht, dass das Erste abgeschrieben werden kann!!!

Wenn du überfordert bist, hat nicht das älteste Kind automatisch Schuld daran!

Ich ärgere mich auch, muss ich schonwieder ein neues Geodreieck kaufen. Aber das heißt nicht, dass mein Kind kein vollständiges Mitglied der Familie ist (Er intrigiert sich absolut nicht in die Familie.)

*lach* Weißt du überhaupt, was intrigiert bedeutet? *lach*


Armes Kind!

Beitrag von gh1954 14.03.10 - 21:35 Uhr

>>>Armes Kind! Sehr, sehr armes Kind.<<<

Es gibt Kinder, die rauben einem den letzten Nerv. Die sind so... das hat nichts damit zu tun, dass die Mutter (die Eltern) unbedingt etwas falsch gemacht haben müssen.

Der Mutter jetzt Schuldgefühle einreden zu wollen, ist total daneben.

Beitrag von fraz 15.03.10 - 10:05 Uhr

Hallo
Entweder du verrätst uns deine genialen Zaubertricks, wie du es machst, immer absolut verständnisvoll und wohlwollend deinem Kind gegenüber zu sein, oder du hast absolut keine Ahnung, was es heisst, einen Pubertierenden 24 Stunden am Tag aushalten zu müssen....

Beitrag von insto76 15.03.10 - 10:06 Uhr

Vielen Dank !
Ja wir haben Fehler gemacht ! Und zwar diesen,daß der große alles und zuviel bekommen hat ! Und nun muß er kürzer treten.
Und da mit dem Füller war nur ein Beispiel.Er macht sie ja nicht mal alle kaputt,sondern versiebt viel !
Und um alles aufzuzählen,was er schon verloren hat oder kaputt gegangen ist,das würde den Rahmen sprengen !Ich sage ja nicht,daß er alles absichtlich kaputt macht,aber einiges,was er gerade mal einen Tag an hatte,das kann kein Verschleiß sein.
Und wir wissen sehr wohl,was in die Familie intrgieren heißt ,er macht es nicht:er lebt sein Leben und wenn wir mit ihm reden,dann überlegt er sich was wir wohl am liebsten hören wollten,damit er bloß seine Ruhe hat.
Und es hat absoulut nichts damit zu tun,daß wir mit 3 Kindern überfordert wären.Er war ja schon so,als sie zu zweit waren.Und unser drittes ist ein Wunschkind sowie die anderen zwei auch !Wir sind beide neben der Kinder arbeiten gegangen.(Ich bin jetzt im Elternjahr und werde dannach auch wieder arbeiten gehen) Wenn ich überfordert wäre,hätte ich mir kein drittes angeschafft und ich würde mit der Arbeit kürzer treten.

Beitrag von gh1954 14.03.10 - 21:25 Uhr

Geh zur Erziehungsberatung, vielleicht hilft euch das.

Beitrag von insto76 15.03.10 - 10:14 Uhr



Das werden wir machen ! Dankeschön !

Beitrag von babybaer4 14.03.10 - 22:18 Uhr

Hallo,

vielleicht ist bei euch die Situation schon ziemlich festgefahren.
Könnte es sein das euer Sohn gegen 4 andere Familienmitglieder ankämpfen muss?
Ich kenne die Situation,man ist völlig genervt von xxx und selbst wenn er mal was richtig macht ,kann man xxx nicht in den Arm nehmen und sagen "Toll gemacht?"
Nein dann kommen eher so Sprüche "Ach ,du kannst ja mal nett sein!"weil man einfach sauer ist was voher passiert ist.
Wenn sich die Kinder mal streitet ist es eh xxx ,weil man nichts anderes mehr von ihm erwartet.
Es ist ein Teufelskreis ,dein Sohn hat sich wahrscheinlich schon mit der Rolle abgefunden der Familienbuhmann zu sein,warum dann sich an die Regeln halten?
Ebenfalls wird wahrscheinlich das ein oder andere Mal der Spruch gefallen sein"Ich steck dich ins Heim du raubst uns den letzten Nerv"
Alles Vermutungen und wenn ich daneben liege nimms mir nicht übel oder fühle dich angegriffen.
Ich denke euch würde eine Familientheraphie helfen,ebenso sollte der Junge mal wieder für positive Dinge gelobt werden auch wenn er im nächsten Atemzug wieder Mist baut.Ebenso solltet ihr jedesmal überlegen wie ihr in bestimmten Dingen bei euren anderen Kinder reagiert.Würdet ihr auch so ausflippen wenn der andere Kind seinen Müll im Zimmer liegen lässt?
Ich denke ihr könntet es schaffen,aber es wird immer Rückschläge geben ,den euer Sohn wird weiterhin lange daran glauben das er der Schuldige ist.

Lg Sabine

Beitrag von braut2 15.03.10 - 11:13 Uhr

Es ist müßig die Schuld irgendwo zu suchen. Ob bei euch, weil ihr ihm sonst immer alles gegeben habt, oder bei ihm, weil er jetzt so austickt.
Genau wie schon kurz und bündig geschrieben:
wendet euch an die Erziehungsberatung!!!!!!
Heim für schwer erziehbare? Ist mir n Tick zu viel. Zuerst schauen, daß man es im Kreis der Familie hinbekommt.

Viel Glück