Mehrfachmamis - wie macht ihr das bloss?

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Beitrag von scaramouch 14.03.10 - 20:40 Uhr

Hallo ihr Lieben
jetzt hock ich hier wieder und heule, wie jeden Abend wenn mein Mann Nachtdienst und 24 H Schicht gleichzeitig hat...solange er daheim ist, bin ich die Ruhe selber und es klappt mit Haushalt und den beiden Mädels (6 Jahre und knapp 8 Wochen alt). Ist er weg, überfällt mich eine innere Unruhe wie ich sie gar nicht kenne und auch nicht erklären kann. Fühle mich irgendwie zerrissen, so als könnte ich nicht beiden gerecht werden.
Die Grosse fordert viel Aufmerksamkeit und ist eifersüchtig und die Kleine ist nur friedlich wenn sie rumgetragen wird oder man permanent um sie herum ist.
Aber das ist doch gar nicht möglich!!!
Ich habe mittlerweile so grossen Respekt vor Mamis mit 3 oder noch mehr Kindern und frage mich, wie machen die das nur? Schlafen die auch irgendwann mal und haben die auch noch Freizeit? Wie, ist mir ein Rätsel....
Fühle mich als miserable Mutter, dabei mach und tu ich den ganzen Tag damit alles läuft und es den beiden an nichts fehlt.
Seit der Geburt ging es mir lange sehr schlecht und es machte sich auch (so denke ich) eine Depression bemerkbar. Jetzt geht es mir deutlich besser, aber wenn ich so lange allein mit den Kindern bin (von heute morgen bis morgen abend um zehn) dann überfällt mich diese innere Unruhe und ich laufe rum wie so ein HB Männchen. Komme nicht zur Ruhe, kann mich nichtmal auf die Couch kuscheln weil ich nicht still sitzen kann und fühl mich total allein. Familie hab ich hier keine und Freunde auch nicht. Jedenfalls nicht in greifbarer Nähe.

Mädels, wie macht ihr das?
Mein Mann arbeitet in einem Heim für Jugendliche und an seinen Arbeitszeiten wird sich nichts ändern.

Wisst ihr RAt?

eure traurige scaramouch

Beitrag von iceheart 14.03.10 - 20:47 Uhr

hallo!
ich kann dir nur raten dich mal homöopathisch einstellen zu lassen.
bei meiner großen hatte ich eine "leichte" depression die mit bachblüten weg ging. jetzt bei miner 2. ist alles ganz anders und ich genieße es. jedoch fordert meine große (wir nächsten monat 3 jahre alt) sehr sehr viel aufmerksamkeit. an solchen tagen wie heute wo meine kleine im schub steckt geh ich am stock.
mein mann ist öfter auf dienstreise und da bin ich froh wenn meine mutter mir mal hilft. ich bin extra stark und tue alle für meine kinder, aber ich habe jedesmal angst wenn er fährt. aber irgendwie geht es.
ich habe mich von einer homöopathin einstellen lassen bei bestimmten ängsten und es ist viel besser geworden! auch andere ängste (wie meine angst vor schlangen) haben sich gebessert!
ansonsten weiß ich auch nicht was ich dir raten soll. kopf hoch, du schaffst das!

Beitrag von flyingsoul 14.03.10 - 20:52 Uhr

Genau das frage ich mich auch!!! Wie soll das nur werden, wenn mein Mann wieder arbeitn muss? Ich habe nun beschlossen keine Elternzeit zu nehmen, und mein Mann arbeitet dann nur noch in Teilzeit und geht in Elternzeit. FÜr uns ist das die beste Lösung!! Aber trotzdem graut mich vor den zwei Tagen an denen er arbeitet und ich alleine bin. Meine Große geht noch nicht in den Kiga und fordert mich sehr, Johann ist ein Schreibaby und den ganzen Tag nur am Weinen oder essen oder eben auf dem Arm einschlafen...ich hoff einfach dass es besser wird!
Dir ganz viel Kraft und lass es mich wissen, wenn Du einen Weg gefunden hast gelassener zu werden!
LG Melanie

Beitrag von reddevil3003 14.03.10 - 20:56 Uhr

hallöchen.
also ich weiss nicht wie es ist mit mehreren eigenen kindern, aber meine schwester hat 2. die eine 3 jahre und die andere 16monate alt.
und für sie ist es auch anstrengend.
sie geht dann mit ihnen spazieren oder fährt zum spielen mit anderen gleichaltrigen.

geht deine große in den kindergarten oder in die schule?
dort hat sie doch bestimmt eine gute freundin, viell kann sie ja mal für 2-3 h nachmittags. und wenn dein mann keine nachtschicht hat dann kann ihre freundin ja mal zu euch zum spielen kommen?

ich merke es an meiner Nichte, sie braucht auf viel action um sich herum und die bekommt sie auch wenn sie bei einer freundin ist.
LG claudi

Beitrag von chris_26 14.03.10 - 20:57 Uhr

Ach süße,#liebdrueck

Kopf hoch.Schau mal deine kleine ist ja gerade mal 8 wochen alt.Ihr müst euch auch erstmal kennenlernen.

Da ging es mir ähnlich.Mein Mann arbeitet auch viel 3 schichten und manchmal sogar 6 Tage,fürchterlich.
Bei uns ist es besser geworden als mein kleiner so 13 bis 14 wochen alt war.Da hatten wir endlich einen Rhytmus drinne und ich konnte alles mit meiner großen in ruhe machen.Vorher war ich auch immer hin und her gerissen,wuste teilweise auch nicht was ich zuerst und was zuletzt mache.
Bei uns gab es Situationen wie: der kleine schlief und ich dachte jetzt kann ich die große Baden.Kaum saß sie in der Badewanne wurde der kleine wach und wollte die Brust.Ich natürlich alleine zuhause.#schock
Stillen hat immer so ca. 20-25 Minuten gedauert.
Also muste die große schnell gewaschen werden und wieder raus aus der Badewanne.( Was sie natürlich traurig gemacht hat,weil sie ja noch nicht lange drin war)
und der kleine hat die ganze Zeit geweint.
Aber was sollte ich machen,ich hätte ihn doch nicht stillen können und die große 20-25 minuten in der Badewanne sitzen lassen können.
Das war für mich schlimm,ich fühlte mich als schlechte Mutter, unfähig meinen Kindern gerecht zu werden.

Aber glaub mir es wird wirklich besser!!! Jetzt ist es bei uns total entspannend und kein unterschied ob der papa da ist oder arbeiten ;-)

Ich schick dir viel Kraft und sei ganz lieb gegrüßt

Chris

Beitrag von yorks 14.03.10 - 20:59 Uhr

Hey,

hab "nur" ein Kind (12 Wochen alt) aber das Alleinseingefühl und die innere Unruhe habe ich auch. Das muss nichts damit zu tun haben das du zwei Kinder hast.

Ich denke es liegt einfach daran, dass man die ganze Verantwortung alleine trägt wenn der Mann nicht da ist. Mein Mann ist auch selten zu Hause, eigentlich nur zum Schlafen. Er kommt in der Nacht nach Hause, schläft dann entsprechend morgens länger und dann wieder ab zu Arbeit, auch Wochenende.

Fühle also mit dir. #liebdrueck

Beitrag von lissi83 14.03.10 - 21:00 Uhr

Hey du!

Lass dich mal#liebdrueck! Du bist keine miserable Mutter!
Auch als Mama ist man "nur" ein Mensch und es kann nicht alles fluppen! Deine kleine ist ja gerade mal ein paar Wochen alt! Alles ist neu und man hat die doppelte Arbeit! Mit nur einem Kind hat man mehr Zeit für sich und ist ein zweites da muss man sich erstmal ganz neu an die neue Zeiteinteilung gewöhnen! Außerdem bist du ja noch im Wochenbett! Mit ca 6-8 Wochen hat man auch noch mal ne größere Hormonumstellung! Vielleicht kommt jetzt diese Schub! Vielleicht ist es auch so, dass du dir zuviel zumutest! Du musst nicht alles schaffen und es ist wichtig, dass du dir die Zeit nimmst und dich dann zwingst, mal ein wenig auf der Couch zu liegen! Wenn der "Motor der Familie" - und das ist meistens die Frau, nicht funktioniert, dann funktioniert bald nix mehr! Also nimm dir einfach die Ruhe! Was meinst du denn, warum du dir die Ruhe nicht nehmen kannst? Hast du das Gefühl einfach alles erledigen zu müssen? Lass doch die Arbeit an den Tagen wo dein Mann so lange nicht da ist, einfach mal liegen! Kümmer dich nur um die Kids und wenn die schlafen oder die große beschäftigt ist, dann ruh dich aus! Die kleine könntest du in ein Tragetuch oder in eine andere Tragehilfe packen! So schaffst du das was du schaffen musst und sie ist bei dir! Auch das Spielen mit der großen kann man so besser schaffen!

Vielleicht hattest oder hast du auch ein wenig Wochenbettdepressionen? Hast du eine Hebamme? Dann rede doch mal mit der!

Mir ging es in den ertsen Wochen mit unserer zweiten auch ganz schlecht! Heulanfälle, schlechte Laune und alles ist mir über den Kopf gewachsen! Ich hatte Alpträume und habe mich Nachts nicht mehr aus dem Bett getraut weil ich mir richtige Filme geschoben habe! Ich hatte Wochenbettdepressionen, nicht so stark ausgeprägt aber immerhin für mich schwer genug! Meine Hebi hat mir sehr geholfen und bei den Gesprächen war auch mein Mann bei, damit sie ihm aus ihrer Sicht als Hebamme genau erklären konnte was in mir vorging, damit er es einfach besser verstehen konnte! Mit mir hat er ja nur nen haufen Elend vor sich gehabt und ich konnte nicht erklären was los war!
Mein Mann ist auch im 24 Stundendienst und nur wen er daheim war, ging es mir gut! Ich hatte Angst das Haus zu verlassen und Angst wenn er nicht da war! Bei jedem äußern sich diese Depressionen anders! Wenn du keine Hebi hast, sprich mal mit dem FA!

Also nicht dass ich dir jetzt sagen will..du hättest Depris und du machst dir nun totale Sorgen...! Nur so als Gedanken, falls du nicht weiß wie du das einordnen sollst!

Viell. sind es aber nun auch wirklich ur die Hormone! Die können einen auch echt runter reißen aber das wird vergehen! Lass dir Zeit und auch deiner großen Tochter! Auch für sie hat sich viel verändert! Aber einem 6 jährigen Kind kann man ja auch einiges schon erklären!

Euer Alltag wird sich bald neu ordnen! Bei uns war es genauso! Meine große ist auch schon 7! Es war so ungewohnt ein neues kleines Würmchen zu haben! ich kam mir vor als wenn ich zum ersten mal Mama wurde! Nur, dass man eben noch weniger Zeit für sich hat und wenn das Baby schläft ist man nicht selbst dran, sondern das andere Kind!

Du wirst auch bald wieder etwas Zeit für dich finden!
Wenn dein Mann zu hause ist, geh doch einfach mal in die Stadt bummeln, wenns nur für ne Stunde ist!

Der Rhytmus kommt wieder! Auch wenn es seine braucht bis es einpendelt!

Kopf hoch, es klappt schon!
Alles Gute#klee

Beitrag von bibabutzefrau 14.03.10 - 21:03 Uhr

ich würd sagen:

Man wächst mit den Aufgaben.
beim ersten dachte ich: oh Gott...is das stressig.
Beim 2.dachte ich: ohje...das geht ja gar nciht...
beim 3.dachte ich...ich schmeiss es hin.

Und jetzt? bin ich alleinerziehend und es geht.
Es ist stressig,ich heule oft aus lauter Frust weil ich zuwenig Zeit für alles hab und irgendwie gehts aber.

Es muss nicht alles funktionieren.


wenn du nicht zur Ruhe kommst (das geht mir oft auch so) dann schnapp dir ads Telefon.Telefonier,lenk dich ab.

Und sprech das Problem Depression bei deinem FA oder der Hebamme an (ich hatte nachd em 2.Kind eine und habe es nicht geschnallt)

Ich habe so schöne Zeit verschwendet...die Depression hat 2 Jahre gedauert:-(

lass dir helfen.ehrlich.


LG Tina

Beitrag von spyro82 14.03.10 - 21:05 Uhr

Hey...

also ich muss sagen bei mir geht es!Ich habe 3 Kinder,fünf und drei Jahre und die kleine ist 10 Monate!:-)

Aber Probleme gibt es eigentlich soweit keine!Unter der Woche sind die beiden grossen bis 14:00 Uhr im Kiga,die kleine ist sehr lieb!Beschäftigt sich schon sehr viel alleine (habe ich aber von Anfang an so eingeführt) und so kann ich in aller Ruhe meinen Haushalt machen!#schein

Und bei den beiden grossen ist das gute,das sie nur 2 Jahre auseinander sind,wenn ich wirklich mal tierisch gestresst bin,scheuch ich die beide in ihr Zimmer,und dann können sie da zusammen Blödsinn machen!Aber so habe ich mal meine Ruhe im Wohnzimmer,und kann in Ruhe ne Tasse Kaffee trinken oder so!;-)

Ich denke Du musst ein wenig mehr an Dich denken,die Kinder müssen lernen das Du auch mal fünf Minuten für Dich brauchst,und das auch akzeptieren!#schwitz


Versuch das mal durchzusetzen,die grosse müsste doch wohl in der lage sein sich mal ne halbe stunde selbst zu beschäftigen oder?Malen,Bausteine bauen ect...oder zur Not führst Du am Tag eine feste Zeit ein wo sie fernsehen darf,am besten wenn die kleine Abends schon schläft,dann hast Du ein wenig Zeit für Dich!:-D


Glg Sandra mit Pepe,Enie & Nike

Beitrag von mopsi33 14.03.10 - 21:10 Uhr

Solche Phasen hat man hin und wieder mal ,die Muttis früherer Generationen mußten noch mehr die Zähnen zusammenbeißen und haben diese auch geschafft ,das wird schon wieder.

Was Muttis mit 3 oder mehr Kinder angeht möchte ich auch meinen Senf dazugeben#bla jedes Kind braucht Aufmerksamkeit ,Liebe ,Zuwendung und wenn dann nicht genügend Personal da ist bleibt meist eins auf der Strecke.
Das muß nicht sein und deshalb muß man sich gut überlegen ob man auch diese Zeit hat.

Du schaffst das schon .

Beitrag von tragemama 14.03.10 - 21:12 Uhr

Oh je, Du Arme!

Ich hab zwei Kinder (2,5 Jahre und 4,5 Monate), arbeite selbständig etwa 6 Std. pro Tag z.Zt. und einen Mann, der minimun 3 x die Woche nachts nicht da ist, eher öfter. Keine Ahnung, wie ich das schaffe? Die Große ist 2x die Woche fremdbetreut in einer Spielgruppe, ich habe eine Haushaltshilfe (ca. 6 Std. pro Woche) und die Kleine "lebt" im Tragetuch, läuft also irgendwie mit.

Vielleicht ist es der Schlüssel, dass Du Dir Hilfe holen musst? Z.B. eine Haushaltshilfe ist nicht teuer und echt Gold wert. In der Zeit, wenn sie putzt und die Große weg ist, würde ich mich in einer Krabbelgruppe oder bei einem PEKiP-Kurs anmelden, um andere Mamas kennenzulernen.


Alles Gute,
Andrea

Beitrag von lissi83 14.03.10 - 21:20 Uhr

Hi!

Woher bekommt man denn so eine nicht teuere Haushaltshilfe? Meine Freundin könnte da auch eine gebrauchen aber kann sich nicht vorstellen, wie sie das bezahlen soll! Oder meinst du mit Haushaltshilfe, eine die man von der KK bekommt#kratz sagt man ja da auch so -Haushaltshilfe-
lg

Beitrag von tragemama 14.03.10 - 21:37 Uhr

Ne, ich zahl die schon selber. Ich hab sie in einem Anzeigenblatt gesucht, sie kostet 9 Euro die Stunde + 12 % Pauschalversicherung (Haushaltsscheckverfahren). Sie kommt bei uns ca. 6 Stunden die Woche, also etwa 24 Std. pro Monat, sind also gut 200 Euro.

VG Andrea

Beitrag von lissi83 14.03.10 - 21:43 Uhr

Achso!

Naja, im Prinzip nicht teuer, wenn man 2 Gehälter hat oder einen Besserverdiener! Aber ich glaube, wenn nur einer Arbeiten geht, dann sind 200 Euro schon ne Menge!

lg

Beitrag von tragemama 14.03.10 - 21:45 Uhr

Ja klar. "Nicht teuer" war jetzt hier im Verhältnis zu meinem Verdienst und zu der entstehenden Entlastung gedacht.

Beitrag von flyingsoul 14.03.10 - 21:20 Uhr

hallo Andrea!

wo bekommt man eine günstige und gute Haushaltshilfe??

LG Melanie

Beitrag von adventicia 14.03.10 - 21:19 Uhr

Hey!
Der Beitrag hätte von mir sein können! Mein Mann ist Krankenpfleger und hat so 3x im Monat 24h Dienst... ich verfluche diese Tage.... Habe 3 Kinder, Kevin ist 5 Jahre und die Zwillinge sind knapp 16 Wochen alt... nach so einem Tag, bin ich abends dann auch immer fix und fertig.... ich kann dir auch nicht sagen wie ich das mache, aber irgendwie muss es ja laufen denn anders geht es ja auch nicht!!! Also wenn es nach mir gehen würde, dann müsste er keine 24h Dienste machen, aber leider geht es ja nicht nach mir...
Ich bin sehr ungerne alleine und kann mich auch so überhaupt nicht entspannen wenn ich alleine zu Hause bin....und schlaf bekomme ich dann auch kaum, halt wegen dieser inneren unruhe!!! Schlimm, wenn ich könnte würde ich das abstellen, nur geht das leider nicht...

Lg
Nicole

Beitrag von juliocesar 14.03.10 - 23:54 Uhr

hallo Scaramouch

oje, danke, dass du meine negativen Erinnerungen geweckt hast. Saskia war stets pflegeleicht und ich dachte, dass Julian zwei Jahre später genau so sein würde. Weit gefehlt, er weinte morgens pausenlos und dazu noch so laut, und ausgerechnet dann, wenn ich mit den Kindern raus wollte. Ich wagte mich kaum mehr unter Leute aus Angst, sie würden sein Schreiverhalten mit meinen Fähigkeiten als Mutter verbinden. Nach zwei Monaten war ich total übermüdet, isoliert und nervlich am Ende, dazu noch das schlechte Gewissen Saskia gegenüber, deren Bewegungsdrang und Lebenslust ich nicht gerecht werden konnte.
Nach einer Schreiambulanz und zwei Osteopatiesitzungen wurde es viel besser. Ich weiss nicht, woran es mehr gelegen hat: Dass Julians körperliche Verspannungen gelöst wurden oder dass ich selbst an mir gearbeitet habe (Atemübungen, Kontaktsuche mit anderen Müttern, Alltag besser strukturieren, Ansprüche an Haushalt runterschrauben, etc). Was mir von der Schreiambulanz geblieben ist: Solange ich selbst nicht ganz bei mir bin, kann ich meinen Kindern keinen Halt geben. Mir scheint, dir gehts gerade ähnlich, du drehst dich im Kreis, willst allen gerecht werden, bist überall und doch nirgens richtig present.
Das wichtigste scheint mir vorerst, dass Du bei dir selbst ankommst und Kraft schöpfst (was könnte dies sein? Am morgen etwas früher aufstehen und über einen schönen Spruch meditieren, ein paar Gymnastikübungen am offenen Fenster? Kalt abduschen, ein Kaffee und einen kurzen Zeitungsartikel?). Ich finde es sehr hilfreich, wenn ich am Morgen 10 Minuten Zeit habe, die nur mir gehören, die ich aber dafür umso mehr auskoste; dafür steh ich gerne etwas früher auf.
Weisst du, wenn du die Bedürfnisse deiner Kinder stillen möchtest, ist es umso wichtiger, dass du deine eigenen Bedürfnisse anerkennst und dies auch komunizierst: z.b. kannst du von deiner 6jährigen Tochter durchaus erwarten, dass sie kurs aufs Baby aufpasst, während du eine etwas ausgiebigere Dusche geniesst, wenn du ihr dafür nacher eine Geschichte vorliest, z.b. Du wirst mehr Energie für deine Kinder haben, wenn du sie erst bei dir selbst getankt hast.
Der Vorteil eines Babys ist es, dass du es im Tragetuch überall dabei haben kannst und trotzdem beide Hände frei hast. Was mag deine Grosse am liebsten? Im Wald verstecken spielen? Geht wundervoll mit Baby im Tragetuch. Vielleicht tut es ihr auch gut, mit dem Baby zu baden, es zu wickeln, seinen Kinderwagen zu stossen und von Erwachsenen dafür gelobt zu werden? Fotos und Geschichten, wo sie selbst so klein war und wie auch ihre Bedürfnisse stets gestillt wurden, dass sie ebenso intensiv und liebevoll umsorgt worden war und nicht nur das jüngere Geschwister dieses Privilleg hat.
Des weiteren finde ich wichtig, dass sich die Grosse wegen dem Baby nicht isoliert. Selbst wenn du das vielleicht jetzt nicht glaubst, aber es würde dich entlasten, wenn dein Tochter mal eine Freundin einladen würde, dann könnten die beiden zusammen spielen und du könntest dich voll und ganz aufs Baby konzentrieren, ohne Schuldgefühle der Grossen gegenüber. Und sie müsste nicht auf soziale Kontakte und Aktivitäten verzichten. Die Eifersucht wird je grösser, je mehr Gelegenheit sie dazu hat.
Sobald das Baby schläft, würd ich mich umso intensiver der Grossen widmen, um zu kompensieren. In dieser Zeit würde ich nicht den Haushalt erledigen, sondern dann, wenn das Baby wach im Tragetuch ist.
P.s. was deine Niedergeschlagenheit betrifft, lass dich behandeln, eh du in eine Depression reinrutschst. Eröffne eine Kontaktanzeige, besuche eine Krabbelgruppe, geh oft an die frische Luft, viel Sonnenlicht hebt die Stimmung.

lg gabriela.