Bin zur Zeit eine schlechte Mama!

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von morla29 14.03.10 - 21:21 Uhr

Hallo,

momentan bin ich echt am Ende.

Hatte Ende Januar eine stille Geburt. Seit dem hab ich das Gefühl, dass mir ein großes Stück meines Herzens mit rausgerissen wurde.

Gsd hab ich meine Mädels (4 und 2 Jahre alt). Aber momentan hab ich das Gefühl, mir "reichen" sie nicht. Das ist total ungerecht von mir.

Außerdem flippe ich momentan wegen jeder Kleinigkeit aus, bin total ungeduldig bei allen. Das war vorher nicht so. Sie werden viel geschimpft, obwohl sie eigenltich zwei ganz brave Mäuse sind und eigentlich nur spielen wollen.

Oft fang ich einfach so an zu weinen. Dann trösten mich die beiden auch wieder. Dann hab ich oft das Gefühl, dass ich die beiden mit der Situation überfordere. Aber ich kann ja auch nichts dafür, dass wir in dieser Situation sind.

Sorry fürs Rumjammern.

Gruß
morla
mit Ramona 4
Christina 2,5
und #stern-Kind Verena (still geboren 29.01.10 in der 31. ssw)

Beitrag von mopsi33 14.03.10 - 21:34 Uhr

Hallo nein und nochmals nein rede dir nicht sowas ein natürlich solltest du deine Traurer die du noch tief in dir trägst nicht an deine Kinder auslassen aber es ist nicht leicht für dich.
Es ist sehr traurig und schwer mit so einem Schicksal umzugehen alles im Leben muß verabeitet werden.
Ich würde schauen das du dir Hilfe suchst.

Natürlich fehlt ein Teil von Dir ,versuche Kraft aus deiner Familie zu schöpfen.
#liebdrueck

Beitrag von monii5 14.03.10 - 21:38 Uhr

Hallo,

#liebdrueck

du bist bestimmt keine schlechte mama. Es ist vollkommen normal, dass es dir "schlecht" geht und du durchhängst.

lass dir noch zeit, euer verhältniss wird sich sicher wieder normalisieren. wenn du versuchst nicht alles so eng zu sehen, wass die beiden machen tust du dich im alltag wieder etwas leichter.

wir haben uns vor 2 jahren ganz viel ruhe und zeit zu zweit gegönnt. nur unsere grosse und ich, wenn der papa auf arbeit war. einfach den haushalt mal stehen gelassen und uns zum vorlesen/buch anschauen auf sofa verzogen oder radtouren gemacht. mit der zeit hat sichs wieder eingespielt und alles lief "normal" weiter.

das wird schon wieder besser. kopf hoch.

monii5 (lydia 3,5, #stern gabriel & sylvia 10 monate)

Beitrag von schillerfri 14.03.10 - 22:37 Uhr

Hallo,

ich möchte dir nur mein tiefes Mitgefühl ausdrücken, denn helfen kann nur die Zeit. Als ich deinen Beitrag gelesen habe, schossen mir Tränen in die Augen. Es tut mir so wahnsinnig Leid für euch!

Deine Mädchen spüren ja, dass du momentan durcheinander bist und natürlich willst du ausgeglichen sein, aber es ist ganz klar, dass es nicht geht in deiner Situation und deine Mädchen lieben dich!

Alles Liebe, Ela!

Beitrag von lyss 15.03.10 - 09:34 Uhr

Du trauerst... un du solltest diese Trauer auch zulassen.

Vielleicht solltest du dir Hilfe in Form von Trauerbegleitung suchen - oder Gespräche suchen mit Eltern, die ähnliches erlebt haben... So kannst du dein schreckliches Erlebnis besser verarbeiten und deine Kinder werden weniger damit belastet.

LG,
Lyss

Beitrag von leahhh 15.03.10 - 09:53 Uhr

Hallo Morla,
ich habe vor 2 Jahren meinen Sohn in der 21. Woche still zur Welt gebracht. Und ich war die Zeit danach auch mit den Nerven runter. Irgendwie ist die Trauer nicht richtig rausgekommen, ich musste funktionieren. Meine Tochter war zu der Zeit 4 Jahre, meine Mutter schwer krank im Krankenhaus. Ich bin auch oft aus der Haut gefahren etc. Ich habe versucht, es meiner Tochter zu erklären, warum ich so schlecht drauf bin. Zusätzlich kam hinzu, dass auch sie getrauert hat. Ich habe meine Gefühle vor ihr nicht versteckt, wir haben oftmals zusammen geweint. Was mir sehr geholfen hat, war ein Urlaub mit meiner Familie. Wir sind für 2 Wochen weggefahren und das war meine Rettung. Vielleicht könnt ihr sowas auch machen, oftmals sagt man, dass die Alltagspflichten nicht zulassen, dass man einfach mal wegfährt. Aber es gibt auch Wichtigeres als diese Pflichten. Mir hat der Abstand sehr gut getan, auch meiner Tochter und meinem Mann. Lass Deine Gefühle zu, Du hast ein Kind verloren, es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt. Es muss sich alles erst ganz langsam wieder einrenken. Und es hilft Deinen Mädels auch nicht, wenn Du Ihnen eine heile Welt vorspielst, das würden sie auch merken. Sprich viel mit ihnen, erkläre ihnen, warum du momentan so bist.
Ich wünsche Dir alles alles Gute, lass die Trauer zu.
Leah

Beitrag von danni64 15.03.10 - 09:57 Uhr

Hallo Morla,

das ist doch ganz normal,dass es dir so geht. Du hast eine Menge zu verarbeiten.

Ich würde dir auch raten,suche dir eine Selbsthilfegruppe in deiner Nähe,wo es andere Eltern gibt,denen es ähnlich geht,wie dir und die das selbe durchgemacht haben. Da wirst du sehen,dass andere das Leid mit dir teilen.Es braucht Zeit,bis man verarbeitet hat.

Es gibt auch Beratungstellen,wo man hingehen kann,da bekommt mal oft schneller Hilfe,als bei einem Therapeuten,denn die haben lange Wartezeiten.

Wissen deine Kinder,warum du so traurig bist ? Wissen sie von dem Verlust des Geschwisterchen ?

Es ist wichtig,dass die Kinder wissen,warum man oft traurig ist und auch schnell mal schimpft. Und ja,wenn man es kindgerecht erklärt,dann verstehen sie es auch.

Ich leide unter schweren Depressionen und habe mit meinen Kindern schon früh drüber gesprochen. Ich habe ihnen erklärt,dass es nicht an ihnen liegt,wenn ich schnell mal schimpfe oder traurig bin. Das ist wichtig,denn sonst denken die Kleinen,sie machen alles falsch und darum schimpft man.

Und versuche dir bei deinem HA Hilfe zu holen,schildere deinen Zustand und vielleicht kann er dir helfen und wenn es mit Medikamenten ist. Ärzte kennen auch die Anlaufstellen für Selbsthilfegruppen.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute und dass du Hilfe bekommst,die du dringend brauchst.

LG Danni #herzlich !!

Beitrag von morla29 15.03.10 - 15:00 Uhr

Hallo Danni,

danke für deine Antwort.

Ja, meine Kinder wissen, dass ihre kleine Schwester gestorben ist. Sie haben sie auch gesehen, sogar auf dem Arm gehabt.

Das mit Hilfe suchen versuche ich schon seit sechs Wochen. Wir hatten schon ein Gespräch bei Donum Vitae. Aber bis eine Trauergruppe zusammenkommt dauert es bei uns auf dem Land ganz schön lange.

Bei den verwaisten Eltern hab ich auch schon angerufen und da sind nur Eltern, dessen Kinder mindestens 20 Jahre gelebt haben - also auch nicht so passend für uns.

Und bei drei Psychologen hab ich auch schon angerufen. Irgendwie bekommt man überhaupt keinen Platz momentan.

Medis möchte ich nicht nehmen, ausser Dr. Bach, bzw. was planzliches, was ich eh schon mache, denn meine Mama hatte auch lange Depressionen und ist von den Medis abhängig geworden, obwohl sie alle unter ärztlicher Aufsicht genommen hat.

Mal sehen, wann sich mal was tut mit der Trauergruppe.

Vielen Dank nochmal
Gruß
morla