Bekomme ihn zu nichts!!!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von justin03 15.03.10 - 08:22 Uhr

Hallo meine lieben ich weiß nicht ob ich hier richtig bin,aber ich fas mal kurz zusammen....
Mein lieber Sohnemann 7 Jahre alt hat keine Lust irgend eine Sportart zu machen #kratz Fußball will er nicht obwohl die halbe Klasse da ist.Turnen gefällt ihm nicht,und Schwimmen kann er und hat keine Lust den Aufbaukurs zu machen,hat letzte Woche mal reingeschaut und mitgemacht und jetzt heißt es nö keine Lust #gruebel...
Er hat viele Freunde oft ist jemand da oder er ist wo hat aber keine Lust wo mitzumachen...
Soll ich ihn mal lassen bis was von ihm kommt,oder was würdet ihr da machen???Ist doch wichtig das Kinder was machen oder?
LG Sandra #blume

Beitrag von fraz 15.03.10 - 10:00 Uhr

Hallo

Ich kenne das Problem auch.
Schleppte ihn von Sportart zu Sportart, aber NICHTS davon hat ihn angesprochen.
Dann versuchte ich die Schiene "Musik" und siehe da:
Er trommelt in einer Kindertrommelgruppe und tanzt begeistert Hiphop.

Nur weil er ein Junge ist, heisst das noch lange nicht, dass er Sport machen muss...

Beitrag von justin03 15.03.10 - 10:10 Uhr

So sehe ich das auch,aber würde mich freuen wenn er was finden würde....Tanzen kann ich mir bei ihm überhaupt nicht vorstellen!!!!
LG Sandra

Beitrag von jazzbassist 15.03.10 - 11:40 Uhr

Ich würde erstmal versuchen, dass langsam einzugrenzen. Würden Sie Ihn eher auf eine Mannschaftssportart einschätzen oder auf eine Einzelsportart?

Sehr ehrgeizige Kinder beispielsweise mögen in der Regel keine Mannschaftssportarten, da sie viel lieber in einen 1 gegen 1 Wettkampf mit gleichaltrigen antreten wollen um (auch wenn’s doof klingt) ihre Kräfte messen zu können. Vorsichtige Kinder, schüchterne Kinder o.vgl. interessieren sich eher für Mannschaftssportarten, da sie dort auch mal die Möglichkeit haben, sich zurückziehen zu können. Das wiederum ist bei einer Einzelsportart schlecht möglich; hier muss ein Kind - wenn möglich - immer alles geben. Auch interessiert in einer Mannschaftssportart in so jungen Jahren das Ergebnis so gut wie gar nicht. Fragen Sie mal einen 7-Jährigen, der in einem Fussballverein spielt, auf welchem Tabellenplatz seine Mannschaft steht. Er wird ihn diese Frage nicht beantworten können. Hier steht also eher der „Spass“ im Vordergrund; es gibt aber auch 7-Jährige, bei denen eher der Erfolg/das Gewinnen im Vordergrund steht - da ist dann die Einzelsportart wesentlich interessanter. Wie würden Sie ihren Sohn denn hier einschätzen?

Danach würde ich mal filtern, ob es denn eine schnelle oder langsamere Sportart sein sollte. Am besten eignet sich dafür, den Kids einfach mal bei Spielen im Garten oder beim Spielen mit der Wii/DS o.ä. zu beobachten. Ein Kind, dass auf dem DS lieber Knobelspiele spielt, mag eigentlich eher langsamere und anspruchsvollere Sportarten. Also solche, wo eventuell die Technik und nicht die Kraft/Ausdauer im Vordergrund steht. Kinder, die hier auf schnelle Spiele stehen, mögen in der Regel auch schnellere Sportarten. Fussball beispielsweise fällt da sicherlich nicht drunter. Bei einer Mannschaftssportart würde ich hier dann etwas in der Richtung von Eishockey suchen (da diese mit dem Alter immer schneller wird). Bei Einzelsportarten - also mein Sprössling fechtet um sein Leben gerne.

Wenn Sie ein ziemlich abenteuerlustiges Kind haben, empfiehlt sich in der Regel eine ungewöhnlichere Sportart. Eine, die seine Klassenkameraden beispielsweise nicht machen und die auf den ersten Blick vielleicht auch etwas waghalsiger/gefährlicher oder aus kindlichen Augen einfach spannender (nicht langweilig) Aussieht. Kinder, die beim spielen gerne mal mit anderen Jungs raufen und im Spiel auch Körperkontakt suchen, würde ich eine Wettkampfsportart (Ringen, Jiu-Jitsu), bei für dem Alter ungewöhnlich starke oder bereits motorisch entwickelten Kindern irgendwas in der Richtung von MMA (sofern in Deutschland überhaupt möglich).

Bei einem eher schüchternen Kind kann es (widersprüchlich) entweder helfen, ihn irgendwo reinzubekommen, wo bereits andere Freunde von ihm drin sind, oder ihn genau irgendwo reinzubekommen, wo niemand, den er kennt, da ist. Beides hat mit Schüchternheit in einer anderen Ausprägung zu tun. Einmal ist man schüchtern vor fremden/neuen Kindern oder Situationen, einmal ist man schüchtern, weil man sich nicht vor seinen ganzen Freunden blamieren möchte. Das ist sicherlich ganz schwer abzuwägen. Aber ich denke, Sie können ihn hier am besten einschätzen.

Wenn Sie was passendes für ihn gefunden haben, würde ich ihn notfalls zur Teilnahme bestechen. Ich finde es auch ziemlich wichtig, wenn Kinder irgendeine Freizeitbeschäftigung haben, die sie mal etwas aus einer elterlichen Betreuungssituation (spielen im Haus/Garten etc) rausholen. Als Bestechung eignen sich sicherlich materielle Dinge oder irgendein Privileg. Vielleicht die lang ersehnte WII oder die Erlaubnis, abends eine viertel Stunde länger aufblieben zu dürfen. Sie können ihren Sohn hier am besten einschätzen. Er soll 6 Wochen lang an dieser Sportart teilnehmen, und wenn er dann immer noch keine Lust hat, darf er wieder auf hören und sein Privileg/Sache behalten. Wenn Sie die richtige Sportart für ihn gefunden haben, kommt das Interesse/Ehrgeiz etc. dann ziemlich schnell. Denn ein Kind merkt schnell, dass, wenn es das 2-3 mal gemacht hat, es immer besser wird und sich schon bald mit den „anderen Kids“ messen kann. Diese Erfahrung macht ein Kind leider nicht, wenn es da nur mal einen Tag reinschnuppert und oft bekommen Kinder Angst, weil die anderen Kids das ja schon viel besser können. Die Bestechung ist dann kurzzeitig der Motivator, noch ein paar Wochen dran teilzunehmen. Dann kommt diese Erkenntnis in der Regel von alleine.

Beitrag von justin03 15.03.10 - 15:30 Uhr

Aber egal was ich sag,er sagt zu allen NEIN!!!!!!!
Soll ich ihn einfach lassen?
LG Sandra

Beitrag von jazzbassist 15.03.10 - 15:48 Uhr

Das können leider nur Sie beantworten. Ich würde ihn „lassen“, wenn ich wüsste, dass er genügend Freunde hat und sein Tagesablauf einigermaßen gut ausgelastet ist und keine all-zu-großen Lücken auftreten, wo er nicht weiß, was er tun soll und am liebsten den Fernseher anschalten würde.

Wenn ich erkenne, dass er schon öfters alleine in seinem Zimmer hockt und mit sich selbst nichts anzufangen weiß, würde ich ihn einfach irgendwo anmelden. Bei der Schule haben Sie das ja auch gemacht :-p Notfalls würde ich ihn wirklich mit was bestechen, was ihm total wichtig ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen 7-Jährigen gibt, der nicht irgendetwas gerade total gern haben würde. Und wenn Sie dann in den Sauren Nintendo-Apfel o.ä. beißen müssen.

Bei einem schüchternen, ängstlichen Kind oder ähnliches würde ich es erst Recht so machen. Dann ist das „nein“ nämlich meistens durch diese Angst/Schüchternheit bestimmt und rational nicht weiter erklärbar. Da können sich Kinder ziemlich schnell hineinsteigern und kommen da schwierig wieder hinaus. Ist besser, wenn er jetzt mal mit 7 Jahren 1 Wochen auf die Mama nicht gut zu sprechen ist, weil die ihn einfach beim blöden xyz angemeldet hat, als wenn sie in 3-4 Jahren dann ein etwas älteres Kind haben, das ziemlich in sich zurückgeschlossen lebt. Sie werden ja nach 1-2 Monaten ziemlich schnell erkennen, ob er dann immer noch „NEIN“ sagt, oder, ob es ihn dann urplötzlich doch etwa Spass macht.

Ansonsten, als Elternteil hören wir das Wort „NEIN“ von unseren Sprösslingen ja doch öfters. Manchmal hören wir dadrauf, manchmal drohen wir ihnen irgendwelche Konsequenzen an. Wie man’s hier sieht - hören Sie einfach auf ihr Herz. Wenn sie meinen, dass er auch ohne so etwas glücklich ist, würde ich das Nein einfach akzeptieren. Wenn Sie befürchten, dass das jetzt oder später mal zu einem Problem werden könnte (sie können den Charakter ihres Sprösslings am besten einschätzen), würde ich ihm einfach 3 Sportarten nennen, und er muss eine (ob er will oder nicht) wählen - sonst macht die Mama das.