Maklervertrag abgelaufen. Haus kaufen. Frage.

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von bleibt.geheim 15.03.10 - 10:02 Uhr

Wir wollen ein Haus kaufen. Können uns aber nicht über den Preis einig werden. Nun läuft der Maklervertrag aus und wir wollen dem Verkäufer jetzt mehr Geld anbieten, denn wir sparen ja nun die Maklergebühren und wahrscheinlich wird es auch zum Geschäft kommen. Jetzt habe ich Angst, dass der Makler dann doch noch Ansprüche stellen könnte, weil er z. B. sagt, dass das so geplant gewesen ist??? Versteht ihr meine Frage??? Wie sieht das rechtlich aus, nachdem der Maklervertrag ausgelaufen ist?

Beitrag von kittythecat 15.03.10 - 10:10 Uhr

Hallo,
rein rechtlich sehe ich das so, dass ihr trotzdem zahlen müsst, denn die Leistung die der Makler erbringt ist der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Kaufvertrages - klingt kompliziert, soll heissen, dass wenn er euch quasi auf das Objekt aufmerksam gemacht hat sein teil erfüllt ist und dann beim Vertragsschluss (egal wann) sein Provisionsanspruch entsteht.
wäre es so einfach würden ja in eher `schweren`Verkausfgegenden alle den Makler das Exposée erstellen lassen, anzeigen schalten lassen um dann zu warten bis der Auftrag rum ist.
Fakt ist: sofern ihr `über`den Makler das Objekt gefunden habt und dann kauft, ist sein Job erfüllt...

VG - kitty

Beitrag von bleibt.geheim 15.03.10 - 10:36 Uhr

Und warum macht man dann Verträge befristet auf eine bestimmte Zeit??? Der Makler wurde mir ja aufs Auge gedrückt, ich wollte den ja von Beginn an NICHT haben, sondern der Verkäufer... Es wurde nicht mit Absicht gewartet, wir konnten uns einfach nicht auf den Preis einigen :-( Das würde doch dann heißen, dass WIR, weil wir das über den Makler erfahren haben, zahlen müssen, evtl. andere Käufer, die das erst im Nachhinein erfahren, diese Provision niemals zahlen müssten, oder nicht???

Beitrag von sonne.hannover 15.03.10 - 10:44 Uhr

ja, im Prinzip heißt es das. Ihr habt von dem Haus ja durch den Makler erfahren und der hat somit seine Pflicht erfüllt. Wenn Ihr nicht über einen Makler kaufen möchtet, sprich, also auch keine Courtage zahlen wollt, dann müsst Ihr Euch privat umsehen.....

Beitrag von bleibt.geheim 15.03.10 - 12:04 Uhr

Das kann so nicht sein, wie du das sagst... Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen...

Beitrag von kittythecat 15.03.10 - 12:10 Uhr

doch, genauso ist es leider. ich weiss, dass es für euch natürlich blöd ist, aber es ist ja auch nur logisch, sonst würde es ja keine makler geben wenn`s jeder so machen würde, wie du es vor hast.
und ich weiss es sicher, dass es so ist - ist nicht nur ne laienmässige einschätzung.

VG - kitty

Beitrag von bleibt.geheim 15.03.10 - 12:17 Uhr

Wenn der Maklervertrag jetzt abgelaufen ist und der Verkäufer seinen Makler informiert, dass er sich nicht mehr um den Verkauf seines Hauses bemühen sol, weil er den Vertrag nicht verlängern möchte, woher nimmt der Makler sich dann das Recht, noch etwas von uns zu verlangen, wenn wir das Haus nach Vertragsende doch noch kaufen??? Und woher soll der das dann überhaupt wissen? Durch Beobachtung oder was??? Ist es wirklich so krass???

Beitrag von sonne.hannover 15.03.10 - 12:31 Uhr

Was ist daran krass ? Ihr habt Euch das Haus über den Makler angesehen bzw. zur Kenntnis genommen. Meinst Du etwa, dass Du jetzt einfach mal so einige Zeit ins Land streichen lässt und Dich dann auf vermeintlich abgelaufene Verträge berufen kannst ???? Eher nicht. Und glaube mir, er wirds herausfinden, wenn Ihr das vorhabt.... Wenn das jeder so machen würde, wäre wohl jeder Makler arbeitslos.... und die Verkäufer könnten sich wieder schön selber um ihre Häuser kümmern.

Beitrag von kittythecat 15.03.10 - 12:45 Uhr

genau so krass ist es.
versuche es mal von der seite des maklers zu sehen - der investiert da arbeit rein, schaltet ne anzeige auf grund derer du dich meldest und nur weil dann seine beauftragung sich weiter zu bemühen durch zeitablauf enden, hat er doch trotzdem seinen auftrag erfüllt, weil er dich als interessenten an land gezogen hat und du aufgrund seines tätigwerdens auf dieses haus aufmerksam geworden bist und letztlich (egal wann) kaufst - an dieser tatsache ändert sich ja nachträglich nichts mehr nur weil sein auftrag ausläuft. die provision wird IMMER dann fällig, wenn er nachweisen kann, dass er ursprünglich daran `schuld`war, dass du und der verkäufer überhaupt zusammen gefunden haben.
der alleinauftrag des verkäufers hat damit nur bedingt zu tun, denn das bedeutet nur, dass der verkäufer sich verpflichtet während der vertragslaufzeit jeden interessenten an den makler zu verweisen und nicht im `alleingang` zu verkaufen - tut er das dann doch, wird die provison trotzdem fällig. somit hast du als käufer nur indirekt mit dem auftrag des verkäufers an den makler zu tun.

und dass das objekt verkauft wurde ist für den makler einfach rauszubekommen - sei`s einwohnermeldeamt oder grundbuchamt oder ähnliches - im dümmsten fall fährt er bei dem objekt vorbei und linst aufs klingelschild. dadurch dass der makler ja einen provisionsanspruch hat, könnte er auch auf auskunft klagen und dann wirst du per urteil dazu verpflichtet den verkauf offen zu legen. gerade bei den hohen provisionssummen beim verkauf ist er bestimmt gewillt den weg zu gehen, gerade wenn die rechtslage so eindeutig ist wie hier.

VG - kitty

Beitrag von wasteline 15.03.10 - 13:03 Uhr

Es kommt nicht darauf an was Du glaubst oder nicht verstehen kannst. Es kommt auf die Rechtsprechung an. Und die sagt genau das, was Dir hier bereits mitgeteilt wurde.

Beitrag von jans_braut 15.03.10 - 14:24 Uhr

Ja, es ist halt so. Du kannst hoffen, dass er nichts davon erfährt - aber so dumm ist ER nicht.
Es ist einfach so - der Makler ist involviert gewesen und DU weisst es ja auch.
Drück den Verkaufspreis um die Maklergebühr, wenn es geht. Oder sieh dich weiter um.

Beitrag von summersunny280 15.03.10 - 14:05 Uhr

wir haben unsere haus privat gekauft obwohl es noch an den makler "gebunden " war!!!!!

Er hatte schlichtweg eine kleine klausel vergessen.

Beitrag von nuckenack 15.03.10 - 14:28 Uhr

Hallo
ich kann dir auch nur das berichten wie es dir hier schon erzählt wurde.
Wir haben auch ein Haus gefunden das über einen Makler verkauft wurde.
Hatten interesse, uns wurde aber vom Makler selber abgesagt.

Einige Zeit später wurden wir vom Verkäufer direkt angesprochen dass das Haus noch zu haben wäre, allerdings hätte er dem Makler gekündigt und würde nun privat verkaufen. Wir hatten keine Ahnung, natürlich nicht.
Wir kauften das Haus!

3Jahre später kam ein Brief vom damaligen Makler dass er herausgefunden hätte dass wir das Haus gekauft haben. Er fühlte sich getäuscht und wir sollten die Courtage plus Zinsen bezahlen#schock

Da wir uns wirklich keiner Schuld bewußt waren, konnten wir uns (n.RS mit unserem Anwalt ) darauf einigen nur die damals fällige Courtage zu bezahlen.

Es war im Nachhinein betrachtet natürlich total blauäugig von uns... im Endeffekt hat es der Verkäufer absichtlich gemacht um etwas mehr Geld von uns zu bekommen da ihm der Makler gesagt hat für das Geld bekommt er das Haus nicht los (wie bei euch evtl. auch)

nuckenack


Beitrag von bleibt.geheim 16.03.10 - 12:27 Uhr

Es ist echt der Wahnsinn. Danke euch allen. Gut, dass ich das wenigstens im Voraus wusste. Theoretisch müsste ich mir den Maklervertrag vom Verkäufer zeigen lassen und schauen, was dort genau drin steht und mit dem Verkäufer vereinbaren, dass, im Falle, dass das wirklich so geschieht, er die gesamte Provision übernimmt. Per Vertrag!

Beitrag von nuckenack 16.03.10 - 13:59 Uhr

Eigentlich mußt du doch was unterschrieben haben beim Makler? Also unserer hatte sich das bestätigen lassen dass er uns das Haus gezeigt hat. Habt ihr so was nicht? Dann könntet ihr ja doch nochmal Glück haben.
Denn wenn ihr nichts unterschrieben habt wie will er euch dann beweisen dass ihr es von ihm wißt?

nuckenack