Oh Mann, was mach ich bloß???

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von i.w. 15.03.10 - 10:39 Uhr

Hallo,

bitte gebt mir mal einen Tip, was ihr machen würdet.
Also: Ich bin selbständig, habe ein Gewerbe angemeldet, arbeite aber hauptsächlich nur für einen Auftraggeber und das von zu Hause. Ist ungefähr ein knapper Halbtagsjob, den ich mir absolut frei einteilen kann, was mit Kind (2 1/2 Jahre) natürlich super ist. Ich verdiene monatlich netto ca. 1000 €, dann geht noch meine KV von 140 € ab und dann noch die Einkommensteuer. Jetzt hatte ich vergangene Woche einen Termin mit meinem Auftraggeber, da ich etwas mehr verdienen möchte. Er hat mir angeboten, ich solle mein Gewerbe abmelden und auf 2 Aushilfslöhne (mein Mann und ich) bei ihm arbeiten. Hätte dann 800 € raus, könnte mich mit meinem Mann krankenversichern, es würde für mich keine Einkommensteuer mehr anfallen und mein Mann hätte dann wieder St.Kl. 3. OK, so weit, so gut. Jetzt bin ich aber im Moment mit mir am straucheln, ob ich nicht doch nochmal veruchen sollte schwanger zu werden. Bin jetzt 38, wenn nicht jetzt, wann dann? Da wäre diese Verdienstvariante aber total blöd. Ich würde nur 300 € Elterngeld bekommen und von der KV auch keinen Mutterschutz. Was mach ich jetzt? So will ich das meinem Chef eigentlich nicht sagen, die Familienplanung geht ihn ja nicht unbedingt was an. Was meint ihr?

Danke und lG
i.w.

Beitrag von windsbraut69 15.03.10 - 10:42 Uhr

Deine Verdienstvariante würde ich schlicht und einfach als BESCHISS bezeichnen.

Aber da Du jetzt schon scheinselbständig arbeitest, wird Dich das sicher nicht stören, oder?

Beitrag von vwpassat 15.03.10 - 10:59 Uhr

Ich würde BEIDES als nicht legal bezeichnen.

Beitrag von windsbraut69 15.03.10 - 11:00 Uhr

Ja, das wollte ich damit ja sagen ;-)

Beitrag von i.w. 15.03.10 - 11:08 Uhr

Danke, genau auf diese Antwort habe ich gewartet. Die momentane Variante ist kein Beschiss, ich habe noch einen anderen (nur kleineren) Auftraggeber und bin somit nicht scheinselbständig. Wenn mir mein größerer Auftraggeber diese Möglichkeit mit den beiden Aushilfslöhnen anbietet, soll ich dann sagen: nein Betrug? OK, das war ja aber auch nicht die Frage.
Danke trotzdem

Beitrag von windsbraut69 15.03.10 - 11:17 Uhr

Häh?
Das ist keine Möglichkeit mit 2 Aushilfslöhnen, sondern schlicht und einfach Betrug, ob das jetzt Deine Frage war oder nicht.

Du erwartest jetzt nicht von bescheuerten Steuerzahlern Tipps, wie Du auch fürs Elterngeld mittels Betrug noch mehr abgreifen kannst?

Beitrag von i.w. 15.03.10 - 11:24 Uhr

Nein, das erwarte ich nicht. Ich bin nur am überlegen, ob ich es so wie bisher weiter laufen lassen soll und somit einen legalen Anspruch auf Elterngeld habe und wie ich das am besten meinem Auftraggeber sage. OK?

Beitrag von windsbraut69 15.03.10 - 11:31 Uhr

Sag Deinem Auftraggeber, dass Dir die fast-Scheinselbständigkeit schon haarig genug ist und Du keine noch krummeren Touren mitmachst.

Beitrag von duchovny 15.03.10 - 11:32 Uhr

Sag doch, dass das leider nicht geht, da dein Mann keine Zeit für einen Nebenverdienst hat! Und dass einmal 400€ zu wenig sind! Kann der dich nicht einfach halbtags einstellen?

LG

Susanne

Beitrag von i.w. 15.03.10 - 11:47 Uhr

Hallo Susanne,

danke für deine Antwort. Wenn er mich halbtags einstellt, habe ich noch mehr Abzüge mit sämtl. Soz.abgaben und St.-Kl. 5. Dann kann ich es auch so lassen.

Aber trotzdem danke für die nette Antwort.

LG
i.w.

Beitrag von blahblah 15.03.10 - 12:49 Uhr

Klar wenn er dich so einstellt halbtags haste alle Abgaben ABER du hast auch bei Schwangerschaft zb Anspruch auf Mutterschaftsgeld, mehr Elterngeld und sollte es nicht klappen mit dem Baby dann haste immerhin was für deine Rente getan.

Ich würde lieber halbtags normal angemeldet arbeiten für das Gehalt eines Minijobbers als wie 4 Std auf Minijobbasis.

Das Geld ist zwar das selbe und der Einsatz beim Minijob geringer aber die Vorteile des Halbtagsjobs sind doch ziemlich groß.
LG

die#bla

Beitrag von windsbraut69 15.03.10 - 13:06 Uhr

Ja, leider denkt kaum eine Frau so weit!
Meiner Ansicht nach gehören diese Minijobs verboten, zumindest die, die ohne regulären Job "nebenher" gemacht werden.

LG

Beitrag von i.w. 15.03.10 - 17:03 Uhr

Hallo,

klar lieber halbtags als auf 400 €-Basis. Nur hätte ich eben bei der von meinem Auftraggeber vorgeschlagenen Variante 2 x 400,-- € und damit wäre ich immer noch besser als mit Halbtagsjob. Durch meine bisherige Selbstständigkeit (schon seit 10 Jahren) ist in meiner RV eh nicht viel drin, aber da habe ich sowieso eine extra Versicherung, die für meine Altersvorsorge ist. Und Mutterschutz bekomme ich auch in meiner momentanen Situation als Selbstständige.
Trotzdem vielen Dank für Deine Antwort.

LG

Beitrag von windsbraut69 16.03.10 - 12:42 Uhr

Die Variante ist ILLEGAL.

Beitrag von i.w. 16.03.10 - 14:23 Uhr

Was ist denn jetzt schon wieder ILLEGAL?????????

Beitrag von regentaenzer 15.03.10 - 12:24 Uhr

Zunächst einmal bist Du nicht selbstständig, sondern scheinselbstständig.

Das bedeutet, dass Du in der Pflicht bist, Renten- und SV-Beiträge zu zahlen, es aber nicht tust.

Wenn man als Selbstständiger nur einen Auftraggeber hat, keine großartige Werbung und Anwerben anderer Auftraggeber macht, ist man scheinselbstständig.

Du solltest vielleicht mal Deinen sozialrechtl. Status von einem Fachmann prüfen lassen (Anwalt).

Da könntest Du dann auch gleich prüfen lassen, ob diese Verdienstvariante, die Dir Dein Arbeitgeber angegeben hat, günstiger für Dich und vor allem legal ist.

Also wie gesagt, das alles könnte Dir jetzt böse auf die Füße fallen. Informier Dich bitte sofort, dann hält sich der Schaden in Grenzen.

LG

Beitrag von windsbraut69 15.03.10 - 12:29 Uhr

"Da könntest Du dann auch gleich prüfen lassen, ob diese Verdienstvariante, die Dir Dein Arbeitgeber angegeben hat, günstiger für Dich und vor allem legal ist. "

Ich denke, man muß nicht prüfen lassen, ob die "Strohmannvariante" legal ist.

Gruß,

W

Beitrag von regentaenzer 15.03.10 - 16:37 Uhr

Muss man nicht, aber es gibt jede Menge legale Varianten, die tatsächlich so ähnlich ausgeübt werden dürfen und durchaus legal sind.

Wenn eine Variante legal ist, kann man da einwenden, was man will. Aber das wäre völlig egal.

Recht ist nicht immer mit Deiner erhabenen Meinung vereinbar.

Aber Hauptsache Du hast was gesagt.

Herzlichen Glückwunsch.

Beitrag von windsbraut69 16.03.10 - 12:44 Uhr

Mit meinem "erhabenen" Empfinden hat das nichts zu tun, dass ein Strohmann für den zweiten Minijob NICHT legal ist.

Beitrag von i.w. 15.03.10 - 16:56 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort. Nein, ich bin nicht scheinselbständig. Ich habe noch einen anderen wenn auch kleineren Auftraggeber hauptsächlich aus dem Grund der Scheinselbständigkeit. Das wurde auch schon alles von Finanzamt und Soz.vers. geprüft und abgesegnet. Mit ist dieses Problem schon bewußt, bin aus dem Steuerfach und habe auch ein klein bisschen Ahnung von diesen Sachen. Das die Sache mit den 2 Aushilfslöhnen nicht legal ist, weiß ich auch. Deshalb habe ich mir auch hier jetzt schon genug anhören müssen. Mein Problem ist auch eher, wie sage ich meinem Hauptautraggeber, daß die 2x 400 € Variante nicht nehme, obwohl sie für mich rentabler wäre. Die Sache mit der Familienplanung finde ich doch zu privat, um sie mit ihm vorab zu besprechen, weiß ja garnicht ob es klappt. Wahrscheinlich sage ich ihm, daß ich die nächsten Monate gerne mehr arbeiten möchte, da mein Sohn jetzt im Kiga ist und die Aushilfsvariante somit eh hinfällig ist.

Aber vielen Dank für Deine nette Antwort.

LG