wie sage ich es meinem 4jährigen Sohn, dass sein Opa im sterben liegt?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von lana77 15.03.10 - 11:56 Uhr

Hallo
Mein Daddy hat Krebs im vorgeschrittenen Stadium, und liegt im Sterben. Wir wohnen jedoch 1000 km entfernt, so kommt es, dass mein Sohn, bald 4, seinen Opa eigentlich nur in den Ferien sieht. Sie haben aber immer viel zusammen unternommen, gewerkt, gebastelt etc.
in zwei Wochen besuchen wir meine Eltern wieder, vermutlich werde ich meinen Vater das letzte Mal sehen #heul. Habe jetzt schon Horror davor, wenn ich denke, wie er aussehen mag... Wie aber sage ich es meinem Sohn? Ich glaube er versteht das nicht... Hat mir jemand Tipps??

Vielen #danke und liebe Grüsse
lana77

Beitrag von maikiki31 15.03.10 - 12:02 Uhr

ein buch aus der bücherei oder bestellen!


ich glaub die sind dann kindgerecht und gut geschrieben so dass die kleinen das auch nachvollziehen können.

bei meiner freundin ist der opa gestorben da war ihr Sohn 2,5Jahre und sie hat auch nur behutsam erklärt und erzählt aber er konnte das nicht verarbeiten und hat sofort geschrien wenn es wieder darum ging das jemand krank ist!!!

krank sein = sterben, nicht mehr da sein.

LG Maike

Beitrag von maikiki31 15.03.10 - 12:05 Uhr

Leb wohl, lieber Dachs


zBsp hat super Bewertungen bei a...... gekommen.

Beitrag von muffin357 15.03.10 - 12:08 Uhr

hallo --

ich finde es eigentlich bei Kindern nicht in Ordnung, vorher schon zu sagen, dass jmd. sterben wird oder im sterben liegt.. -- das belastet doch ungemein und wie ich finde unnötig -- Zukunft und Vergangenheit als Zeiteinheit/Zeitgefühl können Kinder noch nicht richtig verarbeiten, - vor allen Dingen, die Zukunft nicht. ... -- es ist doch schon hart genug zu verarbeiten, wenn es dann passiert ist und jemand tot ist, oder? -- hm ... oder denk ich da jetzt in ne falsche Richtung? --

lg
tanja

Beitrag von maikiki31 15.03.10 - 12:11 Uhr

aber plötzlich zu erleben das jemand nicht mehr da ist und nicht zu wissen WAS passiert ist ist auch schlimm.

das kind ist ja schon 4 Jahre alt...

:-)

Beitrag von lana77 15.03.10 - 12:11 Uhr

da hast du schon recht. würden wir nicht meine eltern besuchen, würde ich noch damit warten, und ihm das erst erzählen, wenn er tod ist. nur wird er ihn in seinem bett sehen, nicht mehr gehfähig, total abgemagert, kaum ansprechbar... wie wird er darauf reagieren???

Beitrag von maikiki31 15.03.10 - 12:14 Uhr

ODER du erklärst ihm erstmal nur das er eine schlimme krankheit hat also nicht so eine leichte wie wenn dein kind erkältet ist damit er da keinen zusammemhang zieht.

UND wenn der opa dann leider nicht mehr da ist DANN würd ich mit ihm so ein Buch lesen und DANN bin ich der meinung muss man es erzählen und erklären

Vielleicht will er sich sogar verabschieden? Man weiss ja nie wie kinder das so sehen...ich find 4 jährige oft schon so pfiffig

Beitrag von lana77 15.03.10 - 12:17 Uhr

ja, an so was habe ich auch gedacht... #pro vom sterben erzähle ich noch nichts...

Beitrag von brixi2003 15.03.10 - 12:16 Uhr

Hallo,

ich kann dir noch frisch erzählen wie es mit em Thema Tod war und auch heute noch ist...Wir haben den Uropa im September gehen lassen müssen,allerdings nach langer Zeit im Pflegebett,was meine Kinder 3+1 alles miterlebt haben,da ich den Opa gepflegt habe.

Als der Opa vormittags verstorben ist,habe ich es meiner Tochter nach dem Kindergarten erzählt...sie nahm es sehr gefasst auf....an diesem Nachmittag sind wir nur mit unserem Jüngsten zur Uroma gefahren,meine Tochter wollte gerne zu meinen Eltern und genau das haben wir in all den Tagen gemacht...SIE ENTSCHEIDEN LASSEN....

Wir haben uns auch das NIE MEHR OMA LINA buch geholt und es viel angeguckt....

Unsere Tochter war mit uns in der Leichenhalle,auch sie hatte Opa ein Bild gemalt,welches auf dem offenen Sarg lag und auch mit in die Erde gekommen ist.Unsere Süße hat kaum geweint,sie hat sogar unsere Tränen getrocknet...

Am Tag der Beerdigung waren unsere Beiden Kinder dabei,sie sassen genauso wie alle anderen der Familie mit in der ersten Reihe....Sie haben genau wir wir Blumen ins Grab geworfen.....Die Beiden hatten auch ihren eigenen Kranz,weil es meiner Tochter wichtig war....
Zum Kaffee wollte unsere Süße nicht mehr mit,da hat meine Mutter sie mit nach Hause genommen.....

Seitdem ist der Uropa ein Stern,und wann immer sie Sterne sieht sagt sie:Guck mal da ist der Opa...
Wir haben hier zu Hause eine Kerze für den Opa brennen,die ersten Tage und Wochen brannte sie jeden Tag,es war oft das Erste was sie morgens tat....mittlerweile brennt sie schon noch häufig,aber nicht mehr jeden Tag...oft auch erst gegen Abend....

Auf dem Friedhof haben die Beiden ihre eigene Laterne,in der sie ein Licht anzünden und ihre eigene Blumenvase...all das war meiner Tochter wichtig....ist es auch noch,aber nicht mehr so wie in der ersten Zeit.....

Wir haben viel geredet,auch der Kindergarten hat da gut mit geholfen....ja es gibt noch Tränen,aber Kinder verarbeiten das ganz anders wie wir Erwchsenen....sie können noch am gleichen Tag wieder fröhlich spielen...

Unserer Tochter hat es geholfen dass sie immer zum Friedhof konnte,wenn sie es wollte...es hat ihr geholfen dort ihre eigenen Sachen zu haben,um die sie sich kümmert...es hat ihr geholfen dass sie reden konnte wann sie es wollte...

Und sie hat verstanden dass der Opa nicht mehr wieder kommen kann......weil er lange Zeit krank war und das Herz schwach war und deshalb aufgehört hat zu schlagen...

Unser Neffe kennt den Uropa zwar im Bett,aber ihm fehlt der Schritt Beerdigung....er ist die ersten Wochen total verzweifelt rum gelaufne und hat Opa und das Bett gesucht und hat immer nach ihm gerufen.....

Da bin ich froh dass wir es anders gemacht haben,auch wenn die Familie Gift und Galle gespuckt hat.

Sorry ist lang geworden,aber es ist kein Thema was man in drei Sätzen beschreibt

LG Nadine mit Annkathrin(19.03.06)+Alexander(06.08.08)

Beitrag von maikiki31 15.03.10 - 12:18 Uhr

#heul

oh, obwohl so traurig habt ihr das so schön gemacht....

ich würde das auch so machen!!!!

#pro

Beitrag von lana77 15.03.10 - 12:21 Uhr

#heul danke für den ausführlichen kommentar!

Beitrag von schillerfri 15.03.10 - 12:58 Uhr

Hallo,

leider kenne ich das. Wir haben dasselbe eben erleben müssen, mein Onkel, der immer wie ein Vater für mich und ein Opa für meinen Sohn (4 Jahre, 3 Monate) war, ist vor 2 Wochen an Krebs gestorben. Wir wohnen 200 km entfernt und haben leider auch viel zu selten Kontakt gehabt.

Wir haben ihn letztes Jahr im KH besucht und ich habe nur gesagt, dass er krank ist, aber bald wieder aus dem KH kommen wird. Weihnachten daheim war es nicht mehr zu übersehen und natürlich merkte auch Moritz, dass etwas "falsch" war. Kinder sind da so schrecklich offen und er fragte nach und ich musste es ihm vor seinem "Opa" erklären, dass er schwer krank ist.

Meiner Erfahrung nach ist es das Beste, Kindern gegenüber ganz offen zu sein, sie merken eh, was los ist, auch wenn es einem selbst unendlich weh tut, sollte man die Fragen der Kleinen ganz offen beantworten.

Ich habe erklärt, dass es eine ganz schlimme Krankheit gibt, die auch ein Arzt nicht heilen kann. Meist haben die ältere Menschen (damit er um sich und uns Eltern keine Angst hat) und es ist möglich, dass sie sterben werden. Danach kamen dann die Fragen über den Tod und das Danach. Das musst du selbst entscheiden, je nach Glauben.

Als es jetzt passiert war, war ich unendlich traurig, habe viel geweint und die Antworten fielen mir sehr schwer. Aber ich habe es versucht, kindgerecht und trotzdem offen zu erklären. Die Vorstellung vom Tod war für meinen Sohn irgendwie o.k. aber das Eingraben in der Erde hat ihm große Angst gemacht, ich war mir oft sehr unsicher, was ich sagen sollte, aber es war richtig, ihn nicht wie ein dummes kleines Kind zu behandeln, denn er versteht schon sehr viel mit seinen 4 Jahren.

Viel Kraft euch allen,
Ela!

Beitrag von lana77 15.03.10 - 14:51 Uhr

#heul Danke für den Bericht. wünsche dir auch viel kraft!
ganz liebe Grüsse
lana77

Beitrag von schullek 15.03.10 - 13:01 Uhr

hallo,

ich würde ihm nicht sagen, das er sterben wird, das verunsichert ihn nur.
erklärt ihm, das der opa sehr krank ist und lass ihn doch etwas schönes für ihn basteln oder so. das nehmt ihr dann mit. wenn er fragt, ob der opa sterben muss oder ob er wieder gesund wird, dann würde ich einfach sagen, das du das nicht weisst. wenn es dann passiert ist, würde ich ihm erklären, dass er doch weiss, dass der opa dolle krank war. das er eine sehr schwere krankheit hatte und deshalb gestorben ist.

dann musst du dich auf folgefragen vorbereiten:

wieso stirbt man?
wann stirbt man?
wann stirbst du?
wann sterbe ich?
was passiert dann?
sehen wir uns dann wieder?
bin ich dann allein?

und sei vorsic htig mit dem begriff krank sein. für kinder ist schnupfen genau das selber, wie meinetwegen krebs. differenziere an dieser stelle.

kinder brauchen ehrlichkeit, aber keine absolut ehrlichkeit.

mein sohn z.b. hat die obigen fragen schon lange gestellt. und ich habe immer versucht ehrlich, aber abgemildert zu antworten. so habe ich gesagt, dass nomalerweise nur sehr alte menschen sterben, aber manchmal ein mensch sehr krank werden kann oder einen unfall hat. es wäre m.e. fahrlässig sowas zu verschweigen.

es ist nciht leicht sich durch die kinderfragen zu kämpfen und dabei selber gelassen zu nwirken. vor allem für dich nicht in deiner lage momentan. also setz dich mit deinem mann zusammen udn beredet, was ihr dann sagen und antworen werdet, damit ihr an einem strang zieht.

lg und viel kraft!

Beitrag von fbl772 15.03.10 - 13:27 Uhr

Ich würde versuchen, ihm seine Unbeschwertheit, mit der er mit seinem Opa gespielt hat zu lassen und ihm nichts vorher sagen. Wenn er fragt, warum Opa aussieht wie er aussieht, würd ich ihm schon sagen, dass er krank ist. Aber ich würde ihn auf keinen Fall sagen, dass er sterben wird.

Wie soll er das verstehen und dann noch mit dem Opa normal umgehen?

LG
B

Beitrag von sandra1610 15.03.10 - 14:28 Uhr

http://www.amazon.de/Kinder-Krankheit-Abschied-Zusammenhalt-Familie/dp/3837013421/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1268659447&sr=8-1

Hallo!

Das tut mir wirklich sehr leid! :-(

Es gibt ein tolles Buch zu diesem Thema (link oben). Damit fällt es dir vielleicht etwas leichter, deinem Sohn zu erklären, was mit seinem Opa los ist....
Ich denke, du solltest deinen Sohn vor euren Besuch auf jeden Fall über die Situation (kindgerecht) aufklären. Kinder spüren, wenn etwas nicht stimmt. Und wenn jeder nur schweigt, bekommt er Angst. Ein Buch kann dabei sehr hilfreich sein.


Alles Gute für euch!

Lg, Sandra

Beitrag von lana77 15.03.10 - 14:48 Uhr

Vielen Dank euch allen für die vielen Berichte, Tipps und Denkanstösse.

wünsche euch jetzt schon schöne Ostern und eine gute Zeit.
Liebe Grüsse
lana77