Opa gibt Nachbarin Bankvollmacht

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 13:31 Uhr

Hallo,

ich muss mal über meine Großeltern schreiben, die mir so langsam Sorgen machen.

Zunächst mal sind beide um die achtzig, geistig fit (mein Opa vergisst schon mal Sachen) nur eben nicht mehr so gut auf den Beinen. Meine Oma schläft nur noch und kocht wohl auch nicht mehr so oft. Den beiden fällt wohl alles sehr schwer. Alle aus der Familie sagen, dass sie in betreutes wohnen gehen sollen. Mein Onkel hatte schon etwas bei ihm um die Ecke rausgesucht und auch in ihrer Nähe gäbe es einiges. Das Geld wäre wohl kein Problem. Aber meine Oma weigert sich. Sie wollte noch nie da ausziehen und meint sie würde nur im Sarg da raus gehen. Sie können sich in der Wohnung nicht mal ordentlich Duschen, da es nur eine Wanne gibt, die man auch nicht umbauen kann.

Jedenfalls haben sie eine Nachbarin, die sie extrem bestärkt da zu bleiben. Sie hat wohl gesagt "So lange ich hier bin, geht ihr nicht in betreutes wohnen".

Diese Nachbarin tut viel für meine Großeltern. Sie geht einkaufen, fährt sie zum Arzt, hängt Wäsche auf. Sie bekommt aber wohl auch Geld dafür und wie ich meinen Opa kenne sicher nicht zu wenig.

Nun kenne ich diese Person kaum, da ich leider weiter weg wohne. Mag sein, dass sie alles aus reiner Nächstenliebe tut, aber ich habe da so meine Zweifel.

Nun ist es so, dass kürzlich alle ein bißchen Geld bekommen haben. Sie auch und zwar hat sie genauso viel bekommen wie die Kinder. Er stellt sie quasi auf eine Stufe mit seinen Kindern. ok, das ist sein gutes Recht. Ist ja sein Geld. Im Testament hat er sie jetzt auch mit aufgenommen, nachdem Sie ihm nen Notar besorgt hat.

Aber jetzt der Kracher. Meine Mutter erzählte mir gestern, dass er der Nachbarin Bankvollmacht gegeben hat, da er so schlecht zur Bank kommt. Ich meine das geht doch nicht. Meine Mutter könnte einmal die Woche kommen (tut sie sowieso) und mit ihm zur Bank gehen. Nur sie kann eben nicht genau dann wann er will. Sie geht selber noch arbeiten und ist gesundheitlich auch nicht so gut dabei.

Ich mache mir darüber echt Sorgen. Meine Mutter sagt nichts dazu. Sie hat immer Angst man würde denken sie wäre scharf aufs Geld. Obwohl das totaler quatsch ist. ich würde was sagen, darf jetzt aber nicht, da ich es ja nicht von meinem Opa weiß. Mein Onkel weiß es nicht, der würde wahrscheinlich ausflippen.

Ich hab echt Angst, dass die auf einmal mit der Kohle abhaut und meine Großeltern haben auf einmal nix mehr. Meine Opa hätte sowas vor ein paar Jahren nie gemacht. Ich bin echt geschockt.

Wie seht ihr die Sache als ausenstehende?

LG
Jenny

Beitrag von imzadi 15.03.10 - 13:43 Uhr

Würde einer aus eurer Familie die Eltern zum Arzt, Bank fahren, Einkaufen ect. wäre es sicherlich nicht nötig das die Nachbarin das alles macht. Du sagst ja selbst das dein Opa das vor ein paar Jahren nicht gemacht hätte, da war das halt auch noch nicht nötig.

Wenn ihr soviel angst ums Geld habt müsst ihr euch halt selbst um die Großeltern kümmern. Abschieben in betreutes wohnen wäre zwar praktisch aber auch alte Leute haben ihren eigenen willen.

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 13:54 Uhr

War ja eigentlich klar, dass auch so ein Beitrag kommt.
Leider kann das niemand aus der Familie leisten. Wie ich bereits geschrieben habe ist meine Mutter noch Berufstätig und hat selbst gesundheitliche Probleme. Ich selber bin viel zu weit weg und mein Onkel ist auch weiter weg und hat zudem auch gesundheitliche Probleme.

Von Abschieben zu sprechen finde ich auch echt frech. Man will ja nur, dass die großeltern versorgt sind und nicht nur jeden Tag ne Dose zu Essen bekommen. Ausserdem ist die Wohnung nicht auf alte Leute ausgerichtet.

Und ich habe keine Angst ums Geld, sondern um meine Großeltern. Ist ja auch nicht mein Geld. Keiner will es haben. Wir sind alle der Meinung sie sollen es sich mit ihrem Geld im Alter so angenehm wie möglich machen und das ist es momentan definitiv nicht!

Verurteilst Du Leute eigentlich immer so schnell?

Beitrag von petra1982 15.03.10 - 15:34 Uhr

Wie schlimm ist es denn? Wenn er Geld hat, habt ihr schon überlegt eine Polnische Kraft einzustellen? Meine Eltern sind auch beide Berufsfähig, und haben zu anfang meine Oma noch betreut, nun ist sie aber sehr demenzkrank macht in die Hose und kann nicht mehr allein sein ohne das sie was anstellt, so schlimm hört sich das bei euch noch nicht an.

Beitrag von imzadi 15.03.10 - 17:33 Uhr

Wenn es dir nicht um das Geld geht warum ist die Kontovollmacht schon in der Überschrift erwähnt?

Nur weil sie vertrauen zur Nachbarin haben heisst das ja nicht das die sie ausnutzt.

Übrigends; wenn es dir drum geht das die Grosseltern gut essen informier dich mal über "Essen-auf-Rädern", die liefern jeden Tag ein warmes essen.

Beitrag von windsbraut69 16.03.10 - 10:01 Uhr

"Wir sind alle der Meinung sie sollen es sich mit ihrem Geld im Alter so angenehm wie möglich machen und das ist es momentan definitiv nicht! "

Du schreibst doch, sie seien beide geistig fit.
Warum akzeptierst Du dann nicht IHRE Vorstellung von "Gemütlichkeit"?

Gruß,

W

Beitrag von jennyp 16.03.10 - 10:34 Uhr

Weil sie definitiv nicht glücklich mit ihrer Situation sind! Mein Opa hat schon öfter davon gesprochen, dass er nur noch sterben will und ich weiß er würde gerne in betreutes Wohnen gehen. Meine Oma will nicht weg, aber das schon immer.

Beitrag von mansojo 15.03.10 - 14:01 Uhr

Hallo,

ich kann das ein wenig nachempfinden
meine großtante hat auch alles einem Nachbarn überschrieben sogar ihr grundstück

aber solange deine großeltern in vollbesitz ihrer geistigen kräfte sind könnt ihr nix machen

ich nehm an sie fühlen sich der nachberin verpflichtet da sie doch recht viel übernimmt
die einzige möglichkeit die ich hier sehe ist den großeltern mehr zu helfen auch wenn es schwer fällt

lg manja

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 14:19 Uhr

Wenn sie ihr was geben, ist es ja ok. Aber das mit der Bankvollmacht finde ich schlimm.

Meine Mutter könnte ja einmal die Woche Einkaufen zur Bank fahren etc. haben meine Eltern angeboten. Das Problem ist, dass sie nicht auf Abruf bereit stehen.

Beitrag von mansojo 15.03.10 - 14:25 Uhr

ich weiß

ältere menschen haben dann einen furchtbaren dickkopf
und was ich sehr schlimm finde vertrauen fremden (nicht der familie angehörenden)menschen mehr als gut ist

ich wette je mehr ihr redet desto schlimmer wird es

ich würde es so lassen

es ist ihr leben

lg

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 14:32 Uhr

Das ist auch das schlimme für meine Mutter. Sie hat das Gefühl, dass der Nachbarin eher etwas wie jetzt z.B. die bank anvertraut wird als ihr selber. Und Du hast recht, würden wir jetzt etwas dagegen sagen, wären wir vermutlich alle nur scharf aufs Geld. Was wirklich nicht so ist. Wenn mein Opa uns was geben will, sagen wir schon immer behaltet doch Euer Geld und gönnt Euch noch was.

Beitrag von petra1982 15.03.10 - 15:36 Uhr

Das es nicht ums Geld geht, glaub ich dir, nur wollen deine Grosseltern wohl nicht immer warten bis mal einer Zeit für sie findet, und die nachbarin kann jederzeit.

Kennt deine Mutter die Nachbarin?

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 17:08 Uhr

Meine Mutter kennt sie. Ich hab sie auch schon mal getroffen, aber kenne sie eben nicht näher. Jederzeit kann die Nachbarin auch nicht. Sie geht auch arbeiten.

Meine Eltern hatten angeboten an einem festen tag in der Woche einkaufen zu gehen.

Beitrag von petra1982 15.03.10 - 18:41 Uhr

und was meint deine mama zu der nachbarin? sind deine grosseltern nicht mehr zurechnungsfähig? oder nur nicht mobil

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 19:11 Uhr

Doch sie sind schon zurechnungsfähig. Können beide nur nicht mehr gut laufen.

Meine Mama findet sie so ganz nett und hilfsbereit, aber sie kann es auch schlecht einschätzen. Die Frage ist immer, wäre sie es auch noch, wenn mein Opa kein Geld hätte. Also Millionen hat er jetzt auch nicht, nicht das ein falscher Eindruck entsteht. Aber er bezahlt wohl so einiges, auch für die Kinder. Naja, wie schon unten geschrieben werde ich mich jetzt einfach raushalten, auch wenns schwer fällt.

LG
Jenny

Beitrag von petra1982 15.03.10 - 19:51 Uhr

geh doch einfach mal hin und lern die dame kennen. bei meiner oma in der nachbarschaft ist leider niemand so nett entweder auch alt oder familie. ich finde es schön wenn man in der nachbarschaft hilfsbereit ist, und wenn sie nur helfen will ist doch ok.

Beitrag von michamama 15.03.10 - 14:34 Uhr

Ja, aber die Nachbarin steht auf Abruf bereit. Ist für sie vielleicht auch nicht sooooo leicht.
Ich würde an Stelle deiner Mutter mal das Gespräch mit ihr suchen.
Da sie aber auch mit deinen Onkel nicht darüber redet, findet sie die Regelung vielleicht ja auch gut.
Eigentlich geht es dich als Enkelin, die weit weg wohnt, nichts an. Was soll es bringen wenn du deiner Mutter ein schlechtes Gewisssen machst.

Beitrag von physa 15.03.10 - 14:19 Uhr

Naja, das ist so eine 50/50 Sache.
Klar das ein ungutes Gefühl dabei ist, sie ist ja für euch völlig fremd und könnte von heute auf morgen deine Großeltern in die Armut stürzen. Andererseits übernimmt sie nun mal auch viele Aufgaben, die in vielen Familien die "Kinder" übernehmen. Meine Ma betreut auch meine Oma, sie ist wirklich NUR für die Oma unterwegs. Ärzte hinfahren- abholen, Friseur, Fußpflege, div. Seniorentreffs, Geburtstage und Kaffeekränzchen etc, daneben kocht sie täglich für meine Oma mit.. Meiner Ma bleibt kaum Zeit für sich selbst. Wenn ich das nun für jemand "fremden" tun würde... ich glaube in Geld ist das gar nicht aufzuwiegen! (weil du meintest, dein Opa gäbe sicher nicht zu knapp)

Sie gehört für euch vielleicht nicht zur Familie, aber deine Großeltern scheinen sie ja schon dazu zu zählen - was verständlich ist!

Ich denke, tun könnt ihr da nicht viel - nur hoffen, dass dein Opa nicht enttäuscht wird!

VG
Physa

Beitrag von sissy1981 15.03.10 - 14:25 Uhr

Du erwähnst mit keinem Wort einen wirklich grenzwertigen Vorfall etc.

Die Nachbarin kümmert sich und ermöglicht deinen Großeltern das Leben, dass Sie führen wollen - zuhause zu bleiben. Das muss niemand umsonst machen, vollkommen gleich ob es die Nachbarin im Zweifel auch aus reiner Nächstenliebe täte. Es ist auch nichts verwerfliches daran wenn die Person eine Bankvollmacht hat (da kommt es letztendlich auch auf den Umfang an) die am meisten die Betreuung übernimmt. Warum muss das die Verwandtschaft sein?

Menschen die andren gegen Entgeld helfen sind doch deshalb nicht schlecht?!

Aber eine wirkliche Aussage kann man nicht geben. Wir kennen die Frau nicht, das Verhältnis zu den Großeltern nicht (nicht seitens der Nachbarin, nicht euerseits). Du kennst die Person nicht - lerne Sie kennen und mach dir dein eigenes -aber objektives- Bild und/oder fahr hin und rede mit deinen Großeltern.

Beitrag von brautjungfer 15.03.10 - 14:30 Uhr

hallo,

schwierig. natürlich kann die Nachbarin es aus Nächstenliebe machen, aber ein faden Beigeschmack hat es schon.

was mich stutzig mache, warum besorgt sie deinem Opa einen Notar? wollte er das so oder hat sie das vorgeschlagen?

lg

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 14:38 Uhr

Ja eben. Er sagt schon immer, dass er ein Testament machen will. So nach dem Motto " ich muss das mal irgendwann machen".

Offensichtlich hat er ihr das wohl auch gesagt und sie hat ihm direkt jemandem besorgt. War ja auch in ihrem Interesse, denn offensichtlich ist sie jetzt auch bedacht worden.

Tut mir leid, ich kann irgendwie auch nur negativ über sie denken, auch wenn sie sicherlich einiges tut.
Ich denke immer, dass ich selber so etwas nie annehmen könnte.

Beitrag von jans_braut 15.03.10 - 14:44 Uhr

Ich denke mal, dass sie NICHT gewusst hat, dass er sie im Testament auch bedenken würde.
Sei froh, dass sie eine nette Pflegerin haben - mit der sie sich verstehen.
Klar, sie hat eine Vollmacht - ist ungewöhnlich, man kann ein ungutes Gefühl haben. Aber auf der anderen Seite ist es leicht nachzuvollziehen, wann und wieviel Geld sie abgehoben hat.

Beitrag von finchen85 15.03.10 - 14:33 Uhr

Ich weiss ja nicht, aber wenn sich deine Familie vernünftig um die Großeltern gekümmert hätte, dann müsste die Nachbarin sich ja nicht kümmern!

Kann es sein, dass ihr jetzt einfach Panik habt, das kein Erbe mehr übrigbleibt??

Lg finchen

Beitrag von jennyp 15.03.10 - 14:39 Uhr

Lies mal meine ganzen Antworten die ich hier gegeben habe, dann kannst Du Dir Deine Frage evtl. selbst beantworten!!!

Wir pfeiffen aufs Erbe! Wir wollen, dass es den Großeltern gut geht!

Beitrag von finchen85 15.03.10 - 14:44 Uhr

Vielleicht geht es ihnen in den eigenen vier Wänden aber am besten!

Die Großeltern meines Mannes sind beide über 90( er 96, sie 93). Die beiden wohnen noch in der Wohnung, die sie schon vor 50 Jahren bewohnt haben. Sie kochen sich ihr Essen alleine, waschen Wäsche!

Ich bin mit meinem Mann wieder in seinen Heimatort gezogen um den beiden auch mal zur Hand zu gehen.

Selbst betreutes Wohnen ist oft nicht besser als ein Heimplatz...vor allem für Menschen die geistig noch voll auf der Höhe sind!

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