"Fremdeln müßte jetzt doch schon vorbei sein"

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von brilliantblue 15.03.10 - 19:37 Uhr

Hallo!

Gleich zwei mal habe ich mich letzte Woche dafür verantworten müssen, dass mein Sohn (knapp 22 Monate) fremdelt. Ein mal bei einer älteren Bekannten, die er noch nie gesehen hatte (er wollte nicht von meinem Arm runter und hat sich die ganze Zeit an mich geschmiegt) und einmal in einer Krabbelgruppe (wir kamen zu spät, weil er so lang geschlafen hatte, alle anderen waren schon da, und so hat er die meiste Zeit auf meinem Schoß gesessen).

Ich frage mich, ob und was ich falsch mache. Mein Sohn ist wirklich sehr schüchtern gegenüber Fremden. Vielleicht hat er es ja von mir geerbt, da ich auch ein sehr zurückhaltender Typ bin. Oder erbt man sowas gar nicht und ich mache bloß was falsch?

LG, Brilli

Beitrag von nsbrbg 15.03.10 - 20:04 Uhr

Hallo,

meine Kleine (20 Monate) ist auch extrem scheu.

...Letzte Woche hat sie bitterlich geweint als wir einen Termin in der Bank hatten und in das Büro sind...

... ich habe vor ein paar Tagen in der Post ein Paket geholt.
Sie hat plötzlich so geweint und immer wieder gesagt "heim". Als wir aus der Post raus sind, war sie wieder fröhlich

... dasselbe Spiel hatte ich am gleichen Tag in der Apotheke.

Allerdings ist sie nach diesem Tag in der Bank Apotheke und Post krank geworden. HAtte vielleicht damit zu tun.

Aber generell reagiert meine genauso wie Dein Sohn.
Sie braucht halt immer eine gewisse Zeit bis sie auftaut. Erst dann geht sie von meinem Schoß runter.

Glaub auch, dass sie das von mir hat.

Aber ich finds nicht schlimm.

Denke halt, dass sie jetzt halt noch mehr merkt, wer fremd ist und wer nicht, als vor ein paar Monaten.

LG Nadine

Beitrag von helly1 15.03.10 - 20:20 Uhr

Hallo Brilli,

meine Tochter ist auch immer zurückhaltend, wenn sie gerade irgendwo ankommt oder Leute mit ihr sprechen, gerade, wenn sie sie nicht (gut) kennt. Bis vor ein paar Monaten hat sie auch immer gefremdelt, wenn meine Schwiegereltern hierher kamen, man war das ein Theater. #augen
Ich finde es gar nicht so schlecht, dass sie nicht mit jedem Fremden sofort mitgehen würde und einen gesunden Respekt hat.
ich denke nicht, dass du da waws falsch machst.

LG helly + #huepf 2 J. 4 Mon.

Beitrag von sarina76 15.03.10 - 20:22 Uhr

Hallo,

uns geht es genauso!!! Hab mich auch oft gefragt,ob ich etwas falsch gemacht habe.
Andererseits sage ich mir immer wieder, das ich auch eher der ruhigerer Typ und eher zurückhaltend bin, wie kann dann mein Kind anders sein ?!
Ist schon blöd , wenn man das Gefühl hat, sich deswegen vor anderen verantworten zu müssen.
Mir hat man Mini Club schon gesagt, das sie mein Kind anstrengend finden, weil sie so an mir hängt.
Das tat mir richtig weh. Ich meine sie tut ja keinen etwas, sie haut nicht, sie nimmt anderen Kindern keine Sachen weg u.s.w.
Bin jetzt an einen Punkt gekommen, an dem ich es einfach so akzeptiere wie sie ist und versuch das Beste daraus zu machen!!!

Lg Steffi

Beitrag von brilliantblue 16.03.10 - 02:15 Uhr

Manche Leute sind echt unverschämt...

Es ist halt einfach nicht gesellschaftsfähig, wenn man zurückhaltend ist. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es man so viel schwerer im Leben hat. Ich glaube aber auch, dass man wenig daran ändern kann, es ist einfach Veranlagung.

LG

Beitrag von melli-4 15.03.10 - 20:22 Uhr

Hi Brilli,
so ein Quatisch Du machst doch nichts falsch! Es gibt halt solche Kinder und solche Kinder. Ich habe auch so ein kleines Exemplar sehr schüchtern und sehr Mama-Bezogen. Braucht eben lange ehe er Vertrauen kann. Ich finde es normal!
LG Melli

Beitrag von mugelz 15.03.10 - 20:50 Uhr

Hallo,

ist bestimmt nicht schön, aber ich würde mich grade freuen darüber, wenn meine Tochter nicht so aufgeschlossen wäre. Sie hat wohl enormes Urvertrauen. Sie begrüsst jeden, auch fremde Leute beim Einkaufen oder auf der Straße. Wenn wir nah genug dran stehen, greift sie auch mal rüber. Auf andere Kinder stürmt sie auch immer gleich zu und möchte mit ihnen spielen, nimmt sie an der Hand etc.
Sie geht auch mit fremden Menschen mit, z. B. älteren Leuten etc, wenn die sie fragen, ob sie mitkommen möchte und ihre Hand hin halten. Wegrennen tut sie auch, ohne sich zu versicheren, das wir hinter ihr herrennen. Also auch nicht gerade einfach, mir persönlich etwas zu extrovertiert.

LG
mugelz (Emilia *9. Mai 2008*)

Beitrag von brilliantblue 16.03.10 - 02:08 Uhr

Hi!

Du kannst Dich freuen, Deine Tochter wird es im Leben mal viel leichter haben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Gesellschaft es nicht gut akzeptiert, wenn man zurückhaltend ist und man sich immer dafür verantworten muss. Bis man dazu stehen kann, das dauert... in meinem Fall über 20 Jahre.

LG

Beitrag von ich-so 16.03.10 - 07:03 Uhr

ging uns bis vor kurzem genau so. mein sohn hatte mit 22 monaten eine schwere bindehautentzündung und musste deshalb ein paarmal zum kinderarzt, was für ihn sowieso schon immer der horror ist. danach war er für gut und gerne zwei monate fremden gegenüber regelrecht panisch. jeder termin, bei dem (fremde) erwachsene dabei waren, war ein horror, weil er geschrieen und geweint hat, als wollte man ihm was antun. sogar in der spielgruppe, in die er schon seit seinem 4. monat geht. da hab ich auch eine menge blöder kommentare gehört #klatsch

ich hab ihn dann eben auf den arm genommen (=sicherheit) und versucht, trotz laufender sirene das gespräch einigermaßen unbeeindruckt zu führen, damit er sieht: "mama nimmt schon ernst, dass ich angst habe, aber da mir hier ja nix passieren kann, muss ich das bis zum schluss aushalten, auch wenn es mir nicht gefällt".
mittlerweile ist es wieder besser. er ist zwar anfangs dann immer noch ein bißchen schüchtern und sagt "mama, jacke wieder anziehen...", aber wenn er merkt, es geht gar nicht wirklich um ihn und wir bleiben jetzt erstmal da, beruhigt er sich sehr schnell wieder.

es sind einfach phasen... er hatte das auch früher schon. mit knapp einem jahr durften fremde ihn teilweise nicht mal angucken, ohne dass er gleich losgemault hat #zitter

Beitrag von brilliantblue 16.03.10 - 15:28 Uhr

Jetzt, wo Du es sagst... wir waren im Januar auch mal beim Kinderarzt wegen einer Grippe und mein Sohnemann hat bei der Untersuchung geschrieben als würde er aufgespießt werden - eine halbe Stunde lang. Vielleicht ist es seit dem ja wirklich schlimmer geworden, wenn ich so überlege. Naja, ich habe jedenfalls schon den Horror vor der nächsten U-Untersuchung. ;-)